Beiträge von boccaccio

    Hallo Steffi,


    im Ruhrgebiet gibt es den Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr, der normalerweise 1-2 Exkursionen pro Monat macht. Das fällt nur gerade wegen Corona alles aus. Es gibt aber aktuell einmal im Monat ein virtuelles Treffen, wo dann jeweils einer von uns einen Vortrag hält. So hatten wir am Sonntag einen 3-stündigen Vortrag über Psathyrella, es gab schon Vorträge über phytoparasitische Kleinpilze aber manchmal auch ganz unpilzlich über Insekten. Bei Interesse an den virtuellen Treffen schreib mir einfach eine Nachricht, ansonsten sei auf die Homepage des Arbeitskreises verwiesen. Im Bergischen Land gibt es dann mit dem Mykologischen Arbeitskreis Bergisches Land noch ein entsprechendes Pendant mit im wesentlichen ähnlichen AKtivitäten. Da ist auch ein großer Überlapp was die beteiligten Personen angeht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nach der Tour ins Depot ging es noch auf einen Abstecher zum Schloß Dilborn und das NSG Dilborner Benden. Letzteres war leider oberflächlich sehr trocken, was für einen Auwald um diese Jahreszeit natürlich recht untypisch ist. Aber im Schloßpark gab es dann trotzdem ein paar interessante Arten.


    1. Geopora sumneriana


    2. Ganoderma adspersum


    3. Sclerencoelia fraxinicola


    Björn

    Hallo Thorben,


    ich habe bei meinem Fund die Sporen gemessen und komme auf (29.0-33.0) x (6.6-8.9) µm, Q=3.4-4.6. Das ist also sicher etwas anderes als der Fund von Eike. Ich habe dann auch mal in den Phaeosphaeria-Artikel von Shoemaker und Babcock geschaut. Da sind extrem viele Arten drin, nur paßt trotzdem leider keiner davon auf meinen Pilz. Ich werde den wohl auch noch mal bei FB in der Ascomyceten-Gruppe von Björn Wergen zeigen. Vielleicht hat dort jemand eine Idee.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Samstag ging es mit Karl und Tanja ins Depot. Das ist natürlich immer eine Reise wert und so hat es sich auch diesmal wieder voll und ganz gelohnt. Eine tolle Tour, bei der ich auch wieder den einen oder anderen persönlichen Erstfund machen konnte.


    1. Gyromitra esculenta hatte sich bislang immer gut vor mir versteckt.


    2. Helvella/Dissingia leucomelaena


    3. Nectriopsis lecanodes


    4. Das Schöne an Touren mit Karl: Rötlinge bekommen sehr einfach einen Namen. Hier Entoloma pallescens


    5. Byssonectria fusispora


    6. Ein mild schmeckender Zapfenrübling. Wenn man genügend quetscht, sind die Zystiden natürlich alle blitzblank. Am Ende aber auch ein Foto, das nicht gequetscht wurde. Da meine ich Kristallschöpfe auf den Zystiden zu erkennen. Oder müßten die noch kräftiger ausgeprägt sein?


    7. Von Karl und Tanja bestimmt: Pholiota graminis an Juncus sp.


    8. Ebenfalls an Juncus: Ein cyphelloider Pilz, wo ich keine rechte Idee zu habe.


    9. Nochmal Juncus. Diesmal ein Pyrenomycet, der schon überreif war und wo ich auch noch keinen Namen habe.


    Björn

    Hallo Claudia,


    da hast Du ja eine tolle Tour mit vielen interessanten Pflanzen gemacht. Bei den Adonisröschen wurde ich direkt an meine Zeit in Genf erinnert. Damals bin ich im Frühling ins Wallis bei Martigny gefahren, wo man das Adonisröschen im Frühjahr an einigen Stellen auch in großer Zahl finden kann. Immer wieder schön diese leuchtend gelben Blüten mitten im abgestorbenen Gras des Vorjahres zu sehen.


    Die Euphorbia ist übrigens aufgrund eines Rostpilzbefalls so seltsam deformiert. Da kommen jetzt verschiedene Arten aus der Gattung Uromyces in Frage, je nach dem, ob der Pilz Aecien (das wären dann zahlreiche, auf Euphorbia ununterscheidbare Arten, die man als Aecidium euphorbiae zusammenfaßt) oder Uredien/Telien (da kommen dann nur noch wenige Arten in Frage, die man mit dem Mikro trennen kann) bildet.


    Björn

    Hallo Romana,


    die diversen Monilinia-Arten bilden tatsächlich oft auf Blättern oder Früchten ein anamorphes Stadium aus. Im Frühling wird dann aber auch die Teleomorphe in Form von Bechern gebildet. Aus irgendeinem Grund scheint die Teleomorphe aber deutlich unbekannter zu sein als die Anamorphe.


    Björn

    Da liegt dieser Feldhasendung mit bislang mindestens 13 Arten ja ganz gut dabei :D


    Jetzt wo ich den Schreibtisch aufgeräumt habe, ist sogar potentiell Platz für eine Stereolupe vorhanden. Das wird dann sicher die nächste Anschaffung.


    Björn

    Hallo Nobi,


    meine kugeligen Zellen (bzw. die meines Tintlings :-D) waren glatt und farblos. Von daher dürfte mein Fund wohl eher bei C. pellucidus zu verorten sein.


    Aktuell schaue ich mir den Dung immer aus nächster Nähe mit der 10-fach Lupe an und sammel dann interessante Pilze mit der Präpariernadel ein. Anschließend kommen sie auf den Objektträger in einen Tropfen Wasser. Bei den Bechern kommt dann einfach ein Deckglas drauf. Bei den Pyrenos schaue ich mir das dann mit dem 4er-Objektiv an, knacke den Pilz mit der Nadel und trenne dann Asci und Perithecium voneinander um ein möglichst flaches und gutes Präparat hinzubekommen. Wenn man bei der Trennung mit zwei Nadeln hantiert (manchmal klebe Asci und Perithecium ja doch etwas fester zusammen), muß man natürlich erstmal etwas spiegelverkehrt denken, aber je öfter man das macht, desto besser klappt es.

    Ich denke aber, daß die Sachen mit Stereolupe deutlich einfacher werde und man auch potentiell weniger Pilzlein übersieht.


    Björn

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für die beiden PDFs von Andreas' ehemaliger Homepage! Insgesamt ein schwieriger Fall für mich. Die beiden Fruchtkörper, die wuchsen, sind jetzt nicht mehr wirklich vorhanden und so kann ich nur warten, ob da noch etwas nachkommt.

    Gibt es eine gute Methode (idealerweise ohne Einsatz einer Stereolupe, die fehlt mir immer noch) um zu erkennen, ob kugelige Zellen Sphaerozysten sind oder aus der HDS stammen? Wenn ich einfach ein Fitzelchen Pilz präpariere, ist am Ende ja alles durcheinander.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf dem Hase zeigen sich in letzter Zeit immer wieder Tintlinge. Etliche davon habe ich in Ermangelung von Zeit und Muße einfach vergehen lassen, aber gestern Abend und heute Morgen habe ich dann mal einen unters Mikro gelegt. Makrofotos habe ich keine gemacht. Die jungen, nicht aufgeschirmten Fruchtkörper zeigten aber zumindest in der Hutmitte braune Farbtöne.


    Auf dem Hut gibt es rundliche Zellen.

    Daneben aber auch auffällige Setae, mit etwas abgerundeter Spitze

    Die Sporen sind elliptisch messen (6.0-6.9) µm x (3.0-3.9) µm. Den Keimporus würde ich als zentral bezeichnen.

    Basidien 4-sporig


    Insgesamt sind wir also bei den Setulosi gelandet, und in Nobis Tabelle bei Setulosi I. Die Arten mit exzentrischem Keimporus sind raus und dann bleibt mit der Sporengröße nur noch Coprinellus pellucidus übrig. Paßt das?


    Björn

    Hallo Sandra,


    sehe ich das richtig und du hast die Sporen in Melzer gemessen? Das ist keine gute Idee, weil das die Sporen abtötet und zu Änderungen in der Größe führen kann (und ggfs. zur Veränderung des Sporeninhalts, also Öltröpfchen). Gerade bei Ascomyceten gilt: Sporen immer in Wasser anschauen und erst danach die Iodreaktion mit Lugol prüfen.


    Was Ascomyceten generell angeht, gibt es einmal die große Sammlung von Zotto. Vielleicht nicht super bedienerfreundlich in der Benutzung, aber halt extrem umfangreich. Ansonsten nutze ich auch immer gerne Ingo Wagners Homepage, wenn ich etwas über Ascomyceten nachschauen möchte. In Buchform gäbe es dann auch noch das mittlerwele etwas ältere Ascomiceti d'Italia.


    Björn

    Hallo Philipp,


    auf Draba verna lohnt es sich auch nach falschen Mehltauen zu schauen. Die zeigen sich durch gelblich verfärbte Blätter ab:


    Es gibt zwei Arten von Hyaloperonospora, die jeweils einen weißlichen Rasen aus Konidienträgern auf der Blattunterseite bilden. Hier H. praecox, die die Pflanze nicht deformiert. Die andere Art ist H. erophilae, die die Pflanze deformiert und auch einen dichteren Rasen ausbildet.


    Seltener findet man Albugo candida s.l., der weiße Krusten auf der Blattunterseite bildet.


    Björn

    Die Leptosphaeria ist der erste Pilz. Das dritte Bild zeigt meiner Meinung nach nur Brennnessel ohne Pilz. Dann kommt die Calloria in Orange. Das letzte kann natürlich alles mögliche sein, aber ich könnte mir da gut die Leptosphaeria-Anamorphe vorstellen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Hefte raus, Klassenarbeit! Ob man Dinge wirklich verstanden und parat hat, merkt man ja erst, wenn man in einer Prüfungssituation ist. Deshalb habe ich jetzt noch mal Sporormiella vom Pferd unters Mikro gelegt. Sporengrößen wie gehabt, Keimporen erscheinen mir in der Mehrzahl gerade bis maximal leicht gekrümmt. Dazu der lange Ascus-Fuß und ich lande bei Sporormiella dubia.



    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag habe ich mich mal ins Schwarzbachtal bei Ratingen begeben und dort nach Pilzen Ausschau gehalten. Dabei konnte ich u.a. die folgenden Funde machen:


    1. Ramularia glechomatis ex Glechoma hederacea


    2. Marchandiomyces aurantiacus

    Und hier dann mal die fertile Form


    3. Octospora affinis


    4. Eine Gallertträne ohne Schnallen, mit Sporen von (15.4+-0.6) µm x (6.2+-0.3) µm, Q=2.5+-0.1, (13.9-16.7) µm x (5.9-7.1) µm, Q=2.3-2.7, dreifach septiert und dünnwandig, an Laubholz. Die Fruchtköper sind leicht gestielt, so daß ich hier bei Dacrymyces capitatus lande. thorben96 Ist D. Begerow an Gallerttränen interessiert? Dann würde ich einen Beleg anfertigen


    5. Sarcoscypha austriaca


    6. Peronospora arvensis ex Veronica sublobata


    7. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    8. Bremia lactucae s.l. ex Lapsana communis


    9. Anamorphe auf Hedera helix. Konidien messen (5.9-7.5) µm x (2.4-3.4) µm, Q=1.9-2.6. Eventuell Phoma hedericola?


    10. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    11. Anamorphe von Phacidium lauri auf Ilex


    12. Ein unbekannter Flechtenparasit auf Xanthoria parietina.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ein relativ aktuelles Buch zur Biologie von Pilzen ist Moore et al. 21st Century Guidebook to Fungi (2011) bei Cambridge University Press erschienen. Das scheint allerdings zumindest in gedruckter Form vergriffen zu sein, so daß man da im Internet wieder Mondpreise findet. Es soll aber Forumsmitglieder geben, die das Werk in digitaler Form auf der Festplatte haben...


    Björn

    Hallo Ogni,


    die Sporen auf dem rechten Bild sind Fremdsporen. Auf dem linken Bild sieht man die Teliosporen. Auch wenn der Befall massiv ist, wird der die Erlen nicht groß schädigen. Rostpilze sind ja auf lebende Pflanzen angewiesen, das heißt, sie töten ihren Wirt nicht ab, sondern entziehen nur so viele Nährstoffe, daß der Baum noch durchhält. Brombeeren sind bei uns z.B. fast immer großflächig mit einem der drei Brombeerroste befallen und sie wachsen trotzdem wie Unkraut.


    Björn

    Hallo Nobi,


    wieder vielen Dank für deine Rückmeldung zu meinen Funden! Bei der zweiten Art war ich offenbar betriebsblind. Wenn ich da in deiner Sporormiella-Tabelle richtig geschaut hätte, hätte mir ja über S. australis direkt S. dubia ins Auge springen müssen. Aber irgendwie war mein Blick von S. australis aus nur weiter nach unten gerichtet. Da hilft nur üben, üben, üben und fleißig weiter Dung sammeln :)


    Björn