Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    Zitat

    Leider stehen momentan die Zeichen nicht besonders gut für solche Unternehmungen.

    Da würde ich mit ja und nein drauf reagieren. Klar ist es aktuell praktisch nicht möglich zu reisen und/oder Vorträge vor größeren Gruppen zu halten. Was aber problemlos möglich ist, sind Vorträge online. Da gibt es hier im Forum ja das regelmäßige Mittwochstreffen, aber man kann natürlich auch einfach weitere Termine außer der Reihe festsetzen. Ich bin mir sicher, daß ein Vortrag über Dungpilze da schon auf großes Interesse stoßen wird.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich sehe hier auch S. austriaca. Was die Verdickung der Paraphysen betrifft, findet man die nur im unteren Bereich der Paraphysen. Da hat man dann natürlich immer mit dem Problem zu kämpfen, daß sich alles etwas knubbelt und man die Dinge nur schwer freigestellt bekommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf dem Pferd tut sich mal wieder etwas. Eine ziemlich dicke Podospora, die sich sehr schön mikroskopieren ließ. Die Asci enthalten 32 Sporen (ganze, reife Asci habe ich leider nicht zu Gesicht bekommen, aber einige isolierte, kaputte Asci mit Sporen in der Nähe lieferten dann eben paßgenau 32 Sporen), diese messen (25-30) µm x (15.5-20) µm mit einem Pedicel von 48 µm x 8 µm. Bei reifen Sporen ist das Pedicel in den meisten Fällen kollabiert oder abgefallen. Mit 32 Sporen pro Ascus kommt man mit den diversen Schlüsseln recht unproblematisch und schnell zu Podospora pleiospora. Einziger Haken: Da sollten die Sporen dann eher 30-35 µm groß sein. Fällt mein Fund da noch in den Variationsbereich mit etwas zu kleinen Sporen?



    Björn

    Hallo Nobi,


    ich habe jetzt noch mal einen Blick auf das Velum geworfen und kann dort ganz klar eine zweite Art von Zellen erkennen:


    Dann stellt sich mir aber natürlich die Frage, inwiefern mein Fund nicht auch C. candidolanata sein kann, die in deiner Tabelle erwähnt wird. Wenn ich in den Schlüssel von Andreas Melzer schaue, läuft die Unterscheidung von C. candidolanata und C. villosa dort in erster Linie über die Farbe des Velums bei jungen Fruchtkörpern. Wenn ich mir das bei meinem Fund so anschaue, würde ich hier eher zu weiß als braun tendieren (zumindest, was das reine Velum anbelangt. Die Huthaut darunter schimmert dann bräunlich durch) und somit bei C. candidolanata landen. Andererseits erscheint mir das Velum bei C. villosa in der Dokumentation von Andreas Melzer auch ziemlich weiß zu sein... Was meinst Du?


    Björn

    Hallo Nobi,


    im zweiten Anlauf paßt dann alles deutlich besser zu C. granulata. Da war der erste Fruchtkörper wohl einfach noch nicht reif genug. Sporen messen jetzt (14,5-15,7) µm x (7,0-7,8) µm und in BWB ist auch ein zartes, längsgestreiftes Ornament erkennbar.


    2. Hier tendiere ich zu Lasiobolus cuniculi. Sporen messen (17,0-19,4) µm x (11,2-13,2) µm.


    3. Des weiteren gab es eine Gruppe Tintlinge mit Hutdurchmessern um 1 cm. Makrofotos habe ich leider nicht gemacht, die jungen Hüte waren aber sehr "wollig". Das Velum besteht aus länglichen, dünnwandigen Zellen, so daß ich zu den Lanatuli komme. Die Basidien sind 4-sporig und Sporen messen (9.7+-0.6) µm x (5.9+-0.3) µm, Q=1.6+-0.1, (8.7-10.9) µm x (5.2-6.5) µm, Q=1.5-1.8. Da das Velum einheitlich ist und die Zellen <30 µm breit sind, komme ich mit der Nobischen Tintlingstabelle zu C. pseudoradiata. Von den Sporenmaßen her paßt C. villosa allerdings etwas besser.

    Hallo zusammen,


    ich tendiere hier auch zu Trentepohlia. Das ist eine Alge, die auch in etlichen Flechten als Photobiont vorkommt und dann beim Ankratzen der Flechte zu Tage kommen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    es geht munter weiter auf dem Damwild.


    1. Früh morgens erwischt man immer noch Pilobolus roridus


    2. Saccobolus depauperatus mit Sporenclustern von 37 µm x 12 µm und Sporen von (14-16) µm x 7 µm


    3. Versteckt unter einem Köttel dann eine handvoll relativ großer, leuchtend orange-gelber Fruchtkörper. Sporen messen (11-12) µm x (5-6) µm und sind glatt. Mit dem Doveri-Schlüssel lande ich mit uniseriaten, zylindrischen Asci bei Cheilymenia, aber da paßt dann mit den kleinen Sporen keine Art. Haare sind scheinbar keine vorhanden und es gibt nur rundliche Zellen auf der Außenseite. Eine rechte Idee habe ich im Moment nicht dazu... oder ist das eine Cheilymenia granulata, bei der die Sporen einfach zu klein geraten sind?


    Björn

    Hallo Werner,


    Puccinia cribrata habe ich hier an einer Stelle auch. Meinem Eindruck nach ist der Befall dort auf Vinca minor auch deutlich intensiver als der Befall mit P. vincae auf V. major in Meiderich. Letzten Frühling hatte die Puccinia vincae dann auch Tuberculina sbrozii als Hyperparasiten, damals sogar so stark, daß der Rost nur noch sehr bescheiden zu mikroskopieren war. Aber offenbar hat er sich jetzt im Winter gut erholen können.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend ging für mich es nach der Arbeit einmal kurz nach Meiderich zur Sparkasse. Nicht um dort Geld abzuheben, sondern weil ich dort vor einem Jahr Puccina vincae gefunden habe und schauen wollte, ob der Pilz dort immer noch vorhanden ist. Das ist er und so gibt es jetzt endlich halbwegs gescheite Makro- und Mikrofotos davon.


    1. Puccinia vincae ex Vinca major

    IMG_4292.JPG


    2. Uromyces muscari ex Muscari armeniacum. Den habe ich gestern in meinem Briefkasten gefunden. Vor ein paar Tagen hatte jemand bei inaturalist diesen Rost als Beobachtung hochgeladen. Da der Finderun kein Mikroskop zur Verfügung steht, konnten mögliche Verwechslungspartner nicht sicher ausgeschlossen werden und so habe ich dann um einen Beleg gebeten.


    Björn

    Hallo Nobi,


    um Paul Breitner zu paraphrasieren: Das läuft ja im Moment wirklich sehr flüssig mit den Dungpilzen ;) Offenbar haben wir hier mit dir einen wirklich guten Lehrer, der uns Artenkenntnis und Freude an den Dungpilzen exzellent vermitteln kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Tour ins Depot am 27.3.2021 habe ich auch eine Portion Dammwildlosung eingepackt und in Kultur genommen. So langsam zeigen sich dort auch die ersten kleinen Pilze.


    1. Pilobolus roridus. Sporen messen (5.9-7.7) µm x (3.5-4.6) µm, Q=1.5-1.7


    2. Ascobolus albidus


    3. Eine Sordaria mit Sporen von (16.0-18.9) µm x (8.6-10.6) µm, Q=1.6-2.0, (17.0+-0.7) µm x (9.6+-0.5) µm, Q=1.8+-0.1, die ich dann gerne S. fimicola taufen würde.


    Björn

    Hallo zusammen,


    es gab ja schon eine erste Kampagne bei Indiegogo Anfang des Jahres. Da sind am Ende nur einige hundert Euro zusammengekommen. Ich denke mal, daß Problem ist nicht so sehr das fehlende Interesse. Wenn man Leute auf das Buch hinweist, wird ja immer wieder Interesse an einer englischen Ausgabe geäußert und auch ich selber warte trotz Französischkenntnissen lieber darauf. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Indiegogo die richtige Plattform ist. Viele Pilzler sind ja doch eher älteres Semester und mit modernen Konzepten wie Crowd-Funding nicht so vertraut. Als ich auf die erste Kampagne hingewiesen habe und dort gerade einige hundert Euro eingesammelt waren, war ein Forennutzer hier ganz entsetzt, daß das Buch einige hundert Euro kosten solle...

    Und dann ist es natürlich auch so, daß die Leute da eher auf den fahrenden Zug aufspringen, wenn schon ein Großteil der Summe zusammengekommen ist.


    Björn

    Hallo Werner,


    die Perenniporia hätte ich trotz ihrer Größe wohl selber auch nie gefunden - oder als Porling links liegen lassen, wenn wir die nicht an der Stelle vor 2 Jahren bei einer Exkursion gefunden hätten. Ansonsten habe ich jetzt auch noch in zwei weitere Pilze reinngeschaut:


    10. Hysterographium fraxini


    11. Godronia ribis


    Björn

    Hallo zusammen,


    ganz so einfach ist es leider nicht mehr. DIE Spitzmorchel gibt es nicht. Das ist ein Aggregat von vielen Arten, die sich nur sehr mühsam auseinanderdröseln lassen, siehe das Buch von Clowez und Moreau.


    Björn

    Hallo Sandra,


    inwiefern der Pilz wärmeliebend ist, kann ich dir leider nicht sagen. Mich wundert aber, daß es bei euch nur wenige Königskerzen gibt. Hier ist alles voll damit. Den roten Krabbelgesellen habe ich im Wald gelassen, da kann ich auch nichts weiter zu sagen.


    Björn

    Hallo Werner,


    ich habe nach Coleroa circinans auch lange vergeblich gesucht. Ist natürlich auch schwierig, wenn der Hauptwirt hier in der Gegend gar nicht vorkommt :D Mit dem Online-Kartierungsprogramm meinst du brd.pilzkartierung.de? Da bin ich leider überfragt, da ich meine Funde immer per Excel-Tabelle an Karl übermittel, der die Tabelle dann in Mykis importiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Karfreitag ging es für mich Richtung Urdenbacher Kämpe an der Grenze zwischen Düsseldorf und Monheim am Rhein. Das ist im Frühjahr immer ein sehr dankbares Gebiet:


    1. Sphaeropsis visci ex Viscum album


    2. Bremia lactucae s.l. ex Lapsana communis


    3. Puccinia liliacearum ex Ornithogalum umbellatum


    4. Peronospora bulbocapni ex Corydalis cava


    5. Perenniporia fraxinea


    6. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    7. Hysteropgraphium fraxini


    8. Die Pflanze würde ich für Ranunculus auricomus agg. halten, der Pilz dürfte dann Entyloma ranunculorum sein


    9. Puccinia mirabilissima ex Mahonia aquifolium


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Gründonnerstag habe ich bei herrlichem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen spontan frei gemacht und bin eine Runde in die Borkenberge gefahren. Dort war es zwar insgesamt sehr trocken, so daß nur wenige Pilze zu finden waren. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem und es gab auch einige tolle Funde.


    1. Mit Ellis&Ellis landet man bei diesem Pilz auf Birkenblättern ganz schnell bei Discosia artocreas. Da scheint es mittlerweile aber auch mehr als nur diese eine Art zu geben.


    2. Cladonien


    3. Dissingia leucomelaena in rauen Mengen


    4. Cyathicula amenti an Salix


    5. Coleroa circinans ex Geranium cf. rotundifolium


    6. Thedgonia bellecensis ex Verbascum sp. Der Pilz ist wahrscheinlich nicht selten, wurde aber erst letztes Jahr zum ersten Mal für Deutschland von Julia Kruse nachgewiesen. Sie hatte mir im Winter Material zugeschickt, damit ich davon ein paar Mikrobilder für sie machen kann und jetzt habe ich den Pilz dann auch selber finden können.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für das zahlreiche Feedback hier!


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    Die 9 sieht nach Neomassariosphaeria typhicola aus, ich kenne die mit etwas mehr Septen. Welche nahestehenden Arten es noch gibt weiß ich grad nicht auswendig, allerdings zeigt Harzi hier (letztes Bild im ersten Beitrag) eine Kollektion mit auf nur einem Bild schon sehr variablen Septenzahlen. Von der Sporengröße her passt das jedenfalls. Hatte ich übrigens auch schon an Juncus.

    Das ist auch die Richtung, die Björn Wergen bei FB vorgeschlagen hat. Ob es da jetzt mehr als eine Art gibt oder ob die Septierung so variable sein kann, werden uns wohl nur die Genetiker verraten können.


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    Nach Mikros ist das eindeutig der Bittere Kiefernzapfenrübling (Strobilurus tenacellus), dessen bitterer Geschmack oft nicht eindeutig ist. Beim Milden Kiefernzapfenrübling (Strobilurus stephanocystis) sind die Kristallschöpfe wesentlich stärker ausgeprägt und ein Teil der Zystiden ist dickkeulig. Schau mal in Pilze der Schweiz Band 3

    Ja, mit den Pilzen der Schweiz ist das dann in der Tat eine eindeutige Sache. Vielen Dank für den Verweis darauf.


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    Einfach nicht gerade und wenn man bei Ludwig unter E. cetratum nachliest wird es "unerfreulich". Es bleibt abzuwarten, wieviele Arten aus dem Komplex nach DNA-Analysen kassiert werden. Unser Fund hatte 4-sporige Basidien, Schnallen und keine Zystiden, weshalb ich in Verbindung mit der dunklen Hutfarbe unschwer zu E. pallescens komme.

    Ich habe ja nicht gesagt, daß es für alle Beteiligten einfach ist ;)


    Zitat

    Binsen habe ich bisher links liegen gelassen, aber bei 226 Arten (Stand März 1906 ?) lohnt es sich zu bücken. :D Vielleicht kommt Dir ja zu deinen beiden eine Idee.

    Ufff! Das ist aber sehr umfänglich! Was den cyphelloiden Pilz angeht, ist Calyptella raus, weil dort Schnallen vorhanden sein sollten.


    Zitat

    Übrigens kannst du durch zu starkes Quetschen die Zystiden nicht kaputt machen, verformen oder gar die Kristalle von den Zystiden abreißen. Das habe ich noch nie erlebt

    Du hast noch nie erlebt, wie ich ein Präparat gequetscht habe! :D


    Björn

    Hallo Bernd,


    falls das Paket Richtung Ruhrgebiet noch nicht unterwegs ist, davon bitte einen Beleg mit einpacken. Der Pilz ist zwar eindeutig und eigentlich absolut nicht selten. Ich habe ihn bis dato aber leider noch nicht bei uns finden können.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich glaube man muß da verschiedene Dinge unterscheiden.


    Zum einen gibt es natürlich mehr Vorträge im englischsprachigen Raum, weil Englisch die Wissenschaftssprache ist und es mehr Menschen gibt, die englisch als deutsch sprechen.

    Was das Urheberrecht angeht, betrifft das ja nur Skripte, Vorträge etc. wo Materialien von anderen verwendet wird. Wenn ich mein eigenes Vorlesungsskript erstelle, kann ich das natürlich teilen wie ich lustig bin. Zumindest in der Physik findet man auch zahlreiche Skripte zum freien Download im Internet.

    Was Vorlesungs/Vortragsmitschnitte angeht, ist das aber alles noch mal eine ganz andere Geschichte. Wenn ich eine Vorlesung/Vortrag nur für die Anwesenden halte, habe ich da deutlich weniger Perfektionsdruck, als wenn das bis ans Ende aller Tage für jeden sichtbar im Internet steht.


    Björn