Beiträge von boccaccio

    Hallo Karl,


    das Problem ist ja, daß die richtige Stelle ziemlich groß ist. Insgesamt stehen dort um Alendorf herum ja tausende Wacholderbüsche. Wenn davon jetzt genau einer mit Gymnosporangium tremelloides befallen ist, wäre es schon ein großer Zufall gewesen, wenn ich den erwischt hätte.


    Björn

    Hallo zusammen,

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    ...weil ich im Breitenbach/Kränzlin, PdS Bd. 4 nachgeschaut habe...

    PdS Band 4 ist 1995 erschienen. Das ist jetzt 25 Jahre her. Und das ist es ja genau, was Christoph schrieb: Es gibt in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse, die man, wenn man sich ernsthaft mit Pilzen beschäftigen möchte, eben auch berücksichtigen kann und soll. Wenn du in PdS Band 1 schaust, ist da, wie Christoph schrieb, nur Sarcoscypha coccinea drin. Deshalb gibt es trotzdem mehr als nur diese Art von rotem Prachtbecherling.


    Zitat

    Citizen Science (interessierter Schwammerlklauber) haben kaum Zugriff auf aktuelle Forschungsergebnisse. Brauchen wir eher

    selten.

    Das stimmt heute eben auch nicht mehr. Man kommt an ganz viele aktuelle Artikel über Researchgate oder durch direkten Kontakt mit den Autoren. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch noch Sci-Hub. Das ist ein großer Unterschied zur Prä-Internet-Ära, als man tatsächlich ohne Uni in der Nähe praktisch keine Chance hatte, an Fachliteratur zu kommen.


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    Anfragen von an Pilzen interessierten Fories und deren gelungenen Fundbeschreibungen plus guten Aufnahmen werden leider zunehmend zugepflastert werden müssen, mit agg., bestenfalls.

    Was ist so schlimm daran, wenn man einen Pilz nur bis auf Aggregatsebene bestimmen kann? Es gibt doch auch jede Menge Pilzfunde, die man aus diversen Gründen gar nicht bestimmt bekommt: Pilz zu alt und gammelig, Pilz zu jung und ohne Sporen, Pilz als Einzelexemplar, wo man gerne eine Kollektion aller Altersstufen hätte, Rostpilz mit Aecien auf Euphorbia gefunden, der nur mit Kenntnis des Wechselwirts zu bestimmen ist.


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    Welcher Neuling kann hier noch stolz seine Eierschwammerlfunde einstellen, ohne eins drüber gebraten zu bekommen?

    Der Neuling, der sich nur für Freßpilze interessiert, kann seine Fotos natürlich weiter reinstellen und bekommt dann im Zweifelsfall halt gesagt, daß er da etwas aus diesem und jenen Aggregat gefunden hat. Das ändert aber nichts am Geschmack der Pilze.


    Fazit: Ich verstehe absolut nicht, warum du immer und immer wieder über den wissenschaftlichen Fortschritt lamentierst. Aufhalten wirst du ihn damit (zum Glück) nicht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    eigentlich wollte ich den Hasendung heute entsorgen, aber zur Sicherheit habe ich noch mal einen schnellen Kontrollblick drüber schweifen lassen. Dabei fielen mir kleine Perithecienhälse auf, die aus dem Substrat schauten. Der zugehörige Pilze entpuppte sich als eine kleine Sporormiella. Die Asci sind kurzstielig, die Sporen messen (30-35) µm x 5 µm, zerfallen sehr leicht, haben eine Keimspalte, die recht gerade ist, aber in der Mitte auch einen charakteristischen Knick aufweist. Die Septen sind gerade. Haare waren am Fruchtkörper keine und die Asci sind offenbar nicht uniseriat. Damit lande ich bei Sporormiella minima. Geht ihr mit?



    Björn

    Hallo zusammen,


    manchmal fotografiere ich ja auch Speisepilze ;) Und mittlerweile war die Morchel auch noch unter dem Mikroskop. Hatte ich bis jetzt noch nie. Richtig hübsches Teil!


    Von den Graten zwischen den Gruben:


    Vom Stiel


    Hymenium

    IMG_5361.JPG


    Außerdem lag das Gymnosporangium in der feuchten Kammer und hat Basidiosporen produziert:


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag bin ich früh aufgestanden und habe mich in den Zug Richtung Eifel gesetzt. Ziel war die Gegend bei Alendorf, wo es einerseits reichlich Kalk im Boden gibt, andererseits aber vor allem auch jede Menge Wacholderheide. Karl hatte dort vor 2 Jahren Gymnosporangium tremelloides gefunden und ich hatte die Hoffnung, den auch zu finden. Das hat sich zwar nicht bestätigt, aber dafür gab es Gymnosporangium clavariiforme und jede Menge andere tolle Funde.


    Von den Hügeln betrachtet, sehen die Wacholderheiden aus wie die Toskana:


    1. Tranzschelia pruni-spinosae ex Anemone ranunculoides


    2. Synchytrium mercurialis ex Mercurialis perennis


    3. Gymnosporangium clavariiforme ex Juniperus communis


    4. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    5. Uromyces sp. ex Euphorbia sp.


    6. Morchella esculenta


    7. Phragmotrichum chailletii


    8. Sarea resinae


    9. Calocybe gambosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich vormittags eine kleine Tour durch das Vogelsangbachtal gemacht. Das ist hier in der Gegend eine der wenigen Stellen mit etwas Kalk im Boden, was sich natürlich auch direkt in Pilz- und Pflanzevielfalt niederschlägt:


    1. Peronospora aprines ex Galium aparine


    2. Melampsora rostrupii ex Mercurialis perennis


    3. Hier tendiere ich zu Puccinia albescens ex Adoxa moschatellina


    4. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    5. Disciotis venosa


    6. Peronospora bulbocapni ex Corydalis cava


    7. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    8. Urocystis anemones ex Anemone nemorosa


    Björn

    Hallo Claudia,


    bei Bartheletia paradoxa gibt es den Fall, daß an den primären Konidien sekundäre Konidien gebildet werden. Das ist zwar noch mal leicht anderes als bei S. austriaca, aber zeigt, daß es durchaus auch andere Pilze gibt, wo Konidien nicht an Hyphen wachsen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil aus dem Mülheimer Stadtwald.


    1. Microbotryum pustulatum ex Bistorta officinalis


    2. Peronospora agrestis ex Veronica persica


    3. Puccinia liliacearum ex Ornithogalum umbonatum


    4. Im ersten Teil schon makroskopisch gezeigt, hier noch die Mikrobilder: Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    5. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich im Mülheimer Stadtwald unterwegs und habe wie üblich nach Pilzen geschaut. Das hat sich insgesamt sehr gelohnt, konnte ich doch 4 persönliche Erstfunde verbuchen. Besonders die Buschwindröschen haben sich da als sehr dankbar entpuppt.


    1. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    2. Synchytrium anemones ex Anemone nemorosa


    3. Plasmoverna pgymaea ex Anemone nemorosa


    4. Dumontinia tuberosa ex Anemone nemorosa


    5. Uromyces ficariae und Peronospora ficariae ex Ficaria verna


    6. Puccinia longicornis an unbestimmten Bambus


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe mal eine grundsätzliche Frage an die Peltigera-Kenner. Für die Bestimmung ist ja die Unterseite immer sehr wichtig. Leider war es bis dato bei meinen Peltigera-Funden immer so, daß die Unterseite recht eng am Substrat anlag und entsprechend voller Erde war, daß ich keine Chance hatte, Rhizinen und Adern gut zu beurteilen. Gibt es da Tricks, wie man dort einen guten Blick erhaschen kann? Muß man da fleißig mit Wasser spülen?


    Björn

    Hallo Nobi,


    die schwierigen Probleme machen ja gerade den Reiz der Pilze aus. Egal auf welchem Substrat sie nun wachsen. Dann schauen wir mal, ob der Hirsch auch noch einfachere Kandidaten produziert. Im Moment hat er leider gerade seine anamorphe Phase :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich denke auch, daß der Wirt hier Juniperus communis ist, was Gymnosporangium sabinae ausschließt und denke wie Stefan an G. clavariiforme. Ansonsten hilft natürlich auch immer der Blick ins Mikroskop.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Zitat

    Leider stehen momentan die Zeichen nicht besonders gut für solche Unternehmungen.

    Da würde ich mit ja und nein drauf reagieren. Klar ist es aktuell praktisch nicht möglich zu reisen und/oder Vorträge vor größeren Gruppen zu halten. Was aber problemlos möglich ist, sind Vorträge online. Da gibt es hier im Forum ja das regelmäßige Mittwochstreffen, aber man kann natürlich auch einfach weitere Termine außer der Reihe festsetzen. Ich bin mir sicher, daß ein Vortrag über Dungpilze da schon auf großes Interesse stoßen wird.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich sehe hier auch S. austriaca. Was die Verdickung der Paraphysen betrifft, findet man die nur im unteren Bereich der Paraphysen. Da hat man dann natürlich immer mit dem Problem zu kämpfen, daß sich alles etwas knubbelt und man die Dinge nur schwer freigestellt bekommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf dem Pferd tut sich mal wieder etwas. Eine ziemlich dicke Podospora, die sich sehr schön mikroskopieren ließ. Die Asci enthalten 32 Sporen (ganze, reife Asci habe ich leider nicht zu Gesicht bekommen, aber einige isolierte, kaputte Asci mit Sporen in der Nähe lieferten dann eben paßgenau 32 Sporen), diese messen (25-30) µm x (15.5-20) µm mit einem Pedicel von 48 µm x 8 µm. Bei reifen Sporen ist das Pedicel in den meisten Fällen kollabiert oder abgefallen. Mit 32 Sporen pro Ascus kommt man mit den diversen Schlüsseln recht unproblematisch und schnell zu Podospora pleiospora. Einziger Haken: Da sollten die Sporen dann eher 30-35 µm groß sein. Fällt mein Fund da noch in den Variationsbereich mit etwas zu kleinen Sporen?



    Björn

    Hallo Nobi,


    ich habe jetzt noch mal einen Blick auf das Velum geworfen und kann dort ganz klar eine zweite Art von Zellen erkennen:


    Dann stellt sich mir aber natürlich die Frage, inwiefern mein Fund nicht auch C. candidolanata sein kann, die in deiner Tabelle erwähnt wird. Wenn ich in den Schlüssel von Andreas Melzer schaue, läuft die Unterscheidung von C. candidolanata und C. villosa dort in erster Linie über die Farbe des Velums bei jungen Fruchtkörpern. Wenn ich mir das bei meinem Fund so anschaue, würde ich hier eher zu weiß als braun tendieren (zumindest, was das reine Velum anbelangt. Die Huthaut darunter schimmert dann bräunlich durch) und somit bei C. candidolanata landen. Andererseits erscheint mir das Velum bei C. villosa in der Dokumentation von Andreas Melzer auch ziemlich weiß zu sein... Was meinst Du?


    Björn

    Hallo Nobi,


    im zweiten Anlauf paßt dann alles deutlich besser zu C. granulata. Da war der erste Fruchtkörper wohl einfach noch nicht reif genug. Sporen messen jetzt (14,5-15,7) µm x (7,0-7,8) µm und in BWB ist auch ein zartes, längsgestreiftes Ornament erkennbar.


    2. Hier tendiere ich zu Lasiobolus cuniculi. Sporen messen (17,0-19,4) µm x (11,2-13,2) µm.


    3. Des weiteren gab es eine Gruppe Tintlinge mit Hutdurchmessern um 1 cm. Makrofotos habe ich leider nicht gemacht, die jungen Hüte waren aber sehr "wollig". Das Velum besteht aus länglichen, dünnwandigen Zellen, so daß ich zu den Lanatuli komme. Die Basidien sind 4-sporig und Sporen messen (9.7+-0.6) µm x (5.9+-0.3) µm, Q=1.6+-0.1, (8.7-10.9) µm x (5.2-6.5) µm, Q=1.5-1.8. Da das Velum einheitlich ist und die Zellen <30 µm breit sind, komme ich mit der Nobischen Tintlingstabelle zu C. pseudoradiata. Von den Sporenmaßen her paßt C. villosa allerdings etwas besser.

    Hallo zusammen,


    ich tendiere hier auch zu Trentepohlia. Das ist eine Alge, die auch in etlichen Flechten als Photobiont vorkommt und dann beim Ankratzen der Flechte zu Tage kommen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    es geht munter weiter auf dem Damwild.


    1. Früh morgens erwischt man immer noch Pilobolus roridus


    2. Saccobolus depauperatus mit Sporenclustern von 37 µm x 12 µm und Sporen von (14-16) µm x 7 µm


    3. Versteckt unter einem Köttel dann eine handvoll relativ großer, leuchtend orange-gelber Fruchtkörper. Sporen messen (11-12) µm x (5-6) µm und sind glatt. Mit dem Doveri-Schlüssel lande ich mit uniseriaten, zylindrischen Asci bei Cheilymenia, aber da paßt dann mit den kleinen Sporen keine Art. Haare sind scheinbar keine vorhanden und es gibt nur rundliche Zellen auf der Außenseite. Eine rechte Idee habe ich im Moment nicht dazu... oder ist das eine Cheilymenia granulata, bei der die Sporen einfach zu klein geraten sind?


    Björn

    Hallo Werner,


    Puccinia cribrata habe ich hier an einer Stelle auch. Meinem Eindruck nach ist der Befall dort auf Vinca minor auch deutlich intensiver als der Befall mit P. vincae auf V. major in Meiderich. Letzten Frühling hatte die Puccinia vincae dann auch Tuberculina sbrozii als Hyperparasiten, damals sogar so stark, daß der Rost nur noch sehr bescheiden zu mikroskopieren war. Aber offenbar hat er sich jetzt im Winter gut erholen können.


    Björn