Beiträge von boccaccio

    Hallo Maren,


    genau, dein Fund hat bis jetzt nur Uredien gebildet, mit denen der Pilz sich im Sommer ungeschlechtlich auf Rumex vermehrt. Später im Jahr werden dann die Telien gebildet. Die Teliosporen überwintern, keimen im nächsten Frühjahr mit Basidien aus und die Basidiosporen befallen dann Ficaria verna, wo Aecien gebildet werden. Mit den Aeciosporen kann dann wieder Rumex befallen werden und der Zyklus ist geschlossen.


    Björn

    Hallo Nobi und Hans,


    vielen Dank für Eure hilfreichen Rückmeldungen zu meinen Funden. Jetzt wo ich mit Matthias Gegenüberstellung verglichen habe, ist P. crystallinus natürlich klar. Ich hatte mich da wohl in dem Schlüssel, den Matthias hier mal gepostet hatte von der Einschnürung unterhalb der Sporenkapsel irritieren lassen.

    Was die Sordaria angeht sind die Sporenmaße bei Lundqvist dann also nicht korrekt? Denn da würde mein Fund ja noch so gerade reinpassen. Nur zu den Maßen von Doveri paßt mein Fund natürlich nicht.


    Ansonsten hat die Gans noch mal nachgelegt. An einer Stelle waren lauter kleine graue Puschel, die sich bei genauerer Betrachtung dann als eindrucksvolle Haarpracht entpuppt haben.


    Mikroskopisch meine ich circa drei Reihen von prismatischen Zellen am oberen Ende der Perithecien zu erkennen

    Unreife Sporen reagieren dextrinoid mit Lugol bzw. Melzer

    Reife Sporen sind dann hellgrau

    Die Haare sind spiralig gewunden, braun, dickwandig, septiert und weisen keine Verzweigungen auf.

    Nach Vergleich mit Doveri und der Diskussion hier komme ich damit zu Chaetomium robustum.


    Björn

    Je nach dem wie schnell das MAB-Zoom-Meeting heute über die Bühne geht, könnte ich dann einen Uromyces als Entoloma-Ersatz bringen. Oder sogar eine bayrische Entyloma.

    Hallo zusammen,


    Basidiopycnides sieht so rein makroskopisch in der Tat nicht schlecht aus! Wobei ich mir meine Fundstelle vorgestern noch mal angeschaut habe: Da ist wirklich einfach nur die Rinde abgeblättert und darauf wächst dann der mußtmaßliche Basidiopycnides. Mal schauen, ob jetzt nach dem erneuten Regen das ganze im Wald etwas nachreift und ich da auch reife Dinger unters Mikro bekomme.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Ende August habe ich eine kleine Runde am Rhein gedreht und dabei neben Phytoparasiten auch ein wenig Gänsedung mit nach Hause genommen. Der liegt jetzt in der feuchten Kammer und mieft vor sich hin (ist geruchstechnisch doch intensiver als Schaf, Pferd oder Rind). Gleichzeitig tut er aber auch, was er tun soll und produziert coprophile Pilze :)


    1. Eine Podospora mit vielen Sporen. Ich habe da jetzt nicht exakt durchgezählt, komme aber näherungsweise in den Bereich der Arten mit 128 Sporen. Sporengröße 18-21 µm x 10-12 µm, eine Cauda an jedem Sporenende und bei vielen Fruchtkörper oben ein paar steife, nicht verklebte Haare bringen mich zu Podospora setosa.


    2. Eine kleine Sporormiella, die in großer Zahl im Substrat eingebettet wächst. Sporen messen 29-32.5 µm x 4.5-5 µm, sind vierzellig und haben eine parallele Keimspalte mit charakteristischem Knick. Damit komme ich zu Sporormiella minima


    3. Ein Pilobolus mit Sporen von 9-11 µm x 5,2-6,7 µm, den ich als Pilobolus kleinii ablegen möchte.


    4. Eine Sordaria mit Sporen von 20-21 µm x 12.5-14 µm, Q=1.5-1.6. Hier tue ich mich schon schwerer mit der Entscheidung zwischen S. fimicola oder S. lappae, tendiere aber klar zu letzterer Art.


    5. Und dann gab es noch zahlreiche sehr kleine Ascobolusse. Diese waren außen relativ fest und man mußte etwas drücken, bis sie mikroskopierbar wurden. Die Sporen haben jung ein violettes, glattes Epispor, das z.T. einzelne Risse aufweist (bei einem Präparat schien es so, als wären diese Risse vor allem dort, wo die Gelhülle an der Spore festgemacht ist). Im Alter wird das Epispor dann bräunlich und feinwarzig. Die Sporen messen 26-28 µm x 14.3-17.1 µm, Q=1.6-1.8. Mit van Brummelen komme ich da am ehesten zu Ascobolus elegans. Geht Ihr da mit?


    Björn

    Hallo Frank,


    vielen Dank für deine Einschätzung meines Fundes und die genauen Erklärungen zu dem Artkomplex! Wobei ich allerdings bei deiner letzten Aussage zur Beschäftigung mit der Gattung widersprechen möchte. Tomentella-Bestimmung mag ja alles andere als einfach sein, aber ich finde es immer wieder spannend, wie diese makroskopisch ja doch eher unspektakulären Pilze dann im Mikroskop ihre ganze Schönheit entpuppen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe heute in einer Regenpause einen Spaziergang durch den Duisburger Stadtwald gemacht. Auf einem Buchenast fanden sich seltsame pilzliche Gebilde. Die Rinde des Astes war an etlichen Stellen aufgeplatzt und auf dem Holz war ein weißer Belag, ähnlich einem Rindensprenger. Mikroskopisch waren dort dann aber nur braune Konidienträger zu sehen. An den umstehenden Rindenstücken gab es kleine weiße Knubbel. Diese waren relativ fest und waren mikroskopisch ohne irgendwelche mir bekannt vorkommenden Strukturen. Hat jemand eine Idee, was das sein könnte oder in welche Richtung ich schauen sollte?



    Konidienträger


    Weißer Knubbel in Kongorot


    Björn

    Hallo Peter,


    ich würde sagen, daß man Schlüsseln so lernt, wie man auch alles andere lernt: Üben, üben, üben. Gerade auch das Rückwärtsschhlüsseln kann am Anfang sehr hilfreich sein, ansonsten schlüsselt man vorwärts mit Arten, die man bereits so bestimmen kann. Sehr praktisch sind auch Phytos, da sind die Schlüssel in der Regel sehr kurz und man ist nach maximal 3-4 Schlüsselschritten fertig.


    Björn

    Was Claudia kann, kann ich auch :D Ich bin aber die ganze Woche über in Regensburg auf einer Konferenz und werde mich morgen nicht zuschalten können.



    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag war der APR im Duisburg-Mühlheimer Stadtwald unterwegs. Im Allgemeinen herrschte große Trockenheit und Pilzarmut, aber an einem ausgetrocknetem Bachlauf gab es dann doch einige Großpilze. Unter anderem etwas aus der Tomentella-Verwandtschaft.

    Schnallen sind vorhanden, Zystiden fehlen, Sporen (7.8+-0.3) µm x (5.5+-0.4) µm, Q=1.4+-0.1 bzw. (7.2-8.7) µm x (4.6-6.3) µm, Q=1.2-1.7, Sporenornament nicht bifurkat, unreife Basidien sind nicht blasenartig, Rhizomorphen vorhanden, Subikulum aus hyalinen Hyphen, diese z.T. bis auf 10 µm verdickt, Basidien zum Teil cyanescent in KOH.

    Damit läuft es meiner Ansicht nach auf Tomentella ellisii oder Thelephora terrestris f. resupinata hinaus. Entscheidend ist die Sporenform, die bei T. ellisii elliptisch bis z.T. nierenförmig ist, während die Thelephora gelappte Sporen haben sollte. Jetzt sehe ich bei mir sowohl das eine als auch das andere, wobei ich den Eindruck habe, daß die elliptischen Sporen etwas überwiegen. Deshalb die Frage an die Experten (bzw. an den Experten Tomentella:( Kann man das ruhigen Gewissens als T. ellisii ablegen oder ist das mal wieder eine der unbestimmbaren Zwischenformen?



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich weiß noch nicht, ob ich es heute schaffen werde. Allerdings erinnere ich mich gerade, daß jemand der regelmäßig Teilnehmenden vor einiger einen echten Mehltau auf Telekie gezeigt hat. Julia Kruse sucht gerade entsprechende Fundmeldungen, d.h. es wäre schön, wenn dieser Fund an Jule gemeldet würde.


    Björn

    Hallo ob8gem,


    was man nicht sicher als eßbaren Pilz bestimmen kann, ißt man nicht. So einfach ist das. Ich meine stell dir vor, jemand sagt dir jetzt, daß das ganz gute Speisepilze sind. Woher weißt du, das die Person Ahnung hat? Im Zweifelsfall fängst du dir dann eine lebensbedrohliche Pilzvergiftung ein.


    Björn

    Hallo Raphael,


    du hast auf deinen Bildern übrigens noch jede Menge andere Pilze: Die ganzen Zwergweiden sind alle voller Rost. Das macht allerdings von der Bestimmung her allerdings meist wenig Freude ("Rose, Pappel, Weide, meide!").


    Björn