Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    Karfreitag war ich mal wieder in den Borkenbergen unterwegs. So lange es noch so schön feucht wie aktuell ist, lohnt sich das Gebiet ja eigentlich immer.


    1. Velutarina rufo-olivacea auf Salix sp.


    2. Noch mal Velutarina rufo-olivacea, diesmal an Hypericum sp.


    3. Colpoma quercina ex Quercus robur


    4. Auriscalpium vulgare


    5. Cladonia sp.


    6. Dissingia leucomelaena


    7. Podosordaria tulasnei


    8. Puccinia adoxae ex Adoxa sp.


    9. Und dann ein Griff in die feuchte Nadelstreu und die Nadel im Heuhaufen gefunden: Desmazierella acicola. Weitere Nachsuche hat dann keine weiteren Fruchtkörper zu Tage gebracht.


    Björn

    Hallo Nobi,


    leider kann ich zu diesem Coprotus keine Nachuntersuchung liefern. Ich hatte den Dung nicht direkt in Kultur genommen, sondern über Nacht auf meinem Schreibtisch liegen. Da hat sich dann aufgrund von hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Raumtemperatur eine spontane Schimmelparty gebildet, die alles so überzogen hat, daß mir jeglicher Spaß an den Kötteln genommen war :( Dann muß es diesmal also wohl ohne endgültige Namen bleiben. Aber das passiert bei Pilzen ja immer mal :)


    Björn

    Hallo zusammen,



    ich möchte einen Fund aus dem NSG Schengerholzbachtal in Mülheim an der Ruhr vom 8.4.2023 vorstellen. Es handelt sich um Sirobasidium brefeldianum, die ursprünglich aus Brasilien beschrieben wurde, aber scheinbar auch in Europa vorkommt (oder es handelt sich um eine morphologisch quasi identische Art, die sich aber genetisch von der Art aus Brasilien unterscheidet). Der Pilz parasitiert auf Pyrenomyceten, im vorliegenden Fall war es vermutlich Hercospora tiliae auf Tilia sp. Makroskopisch ist der Pilz sehr unspektakulär und bildet hyaline, glibberige Pusteln, die ungefähr einen Millimeter groß werden und bei Trockenheit so zusammenschrumpfen, daß man sie praktisch nicht mehr wahrnimmt. Also definitiv ein Pilz, der nur bei feuchter Witterung im Winter zu finden ist. Mikroskopisch zeigt der Pilz dann Ketten von zweizelligen Hypobasidien (dadurch unterscheidet er sich von Sirobasidium albidum, das runde, vierzellige Hypobasidien hat), die jeweils durch Septen mit Schnallen getrennt sind. Die Hypobasidien bilden spindelförmige Epibasidien, die dann runde Basidiosporen bilden.



    Und nach den ganzen Worten jetzt einfach mal die Bilder zum Pilz:


    Basidienketten in Kongorot


    Abwurfpräparat mit Epibasidien und Basidiosporen in Wasser...


    und Kongorot


    Basidienketten in Melzer


    Basidienketten in Baumwollblau


    Björn

    Hallo Nobi,


    die Asci meines Coprotus messen 73-95 µm x 19-31 µm (da sind zum Teil relativ lange Stiele dran, die die Werte dann eben deutlich nach oben drücken). Das wäre von den Ascusmaßen her dann aber ja deutlich zu lang für C. granuliformis...


    Björn

    Hallo Sebastian,


    interessante Funde hast du da auf Schilf gemacht. Leider bin ich für so Kleinkram auf abgestorbenem Substrat ja auch kein Experte und taste mich meistens von Ellis und Ellis ausgehen voran. Und wenn da nichts Passendes drin ist, dann ist es eben auch schnell vorbei mit der Herrlichkeit....


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag habe ich bei meiner Runde auf der Zeche Zollverein auch ein paar Kaninchenköttel mitgenommen. Die hab ich zwar nicht in Kultur genommen, aber mir einfach mal die schon darauf vorhandenen Pilze angeschaut. Leider stehe ich vor zwei ungelösten Rätseln:


    1. Ein Saccobolus, Sporencluster 43-47 µm x 17-18 µm mit Pattern II, Sporen 15-18 µm x 8-10 µm, das Ornament fein warzig. Wegen fehlender gelber Farbe verorte ich den in der Sect. Eriobolus und schlüssele dort mit van Brummelen schnell zu Schritt 5. Das Excipulum scheint eine textura globulosa zu sein, aber weder S. depauperatus noch S. diaphanus passen wirklich. Geht man den anderen Schlüsselschritt, landet man in der versicolor-Hölle :-\


    2. Diese kleinen, gelben Kerlchen halte ich für einen Coprotus. Asci reagieren nicht mit Lugol, es sind keine Haare oder dergleichen vorhanden. Sporen messen 14.1-15.5 µm x 8.9-10.2 µm, Paraphysen sind ohne gelbe Tröpfchen, auch wenn die Fruchtkörper selber gelblich aussehen. Damit komme ich dann leider auch weder mit Doveri noch mit Kusan et al. zu einem Ergebnis.


    Björn

    Hallo zusammen,


    letztes Wochenende habe ich eine kleine Runde auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen gedreht. Nachdem ich flugs ein paar Stöckchen eingesackt hatte, konnten dann zu Hause in Ruhe die Funde bestaunt werden:


    1. Caudospora taleola ex Quercus robur


    2. Ich vermute irgendeine Phaeosphaeria auf Juncus.


    3. Trichopeziza sulphurea ex Urtica dioica


    4. Godronia ribis ex Ribes sp.


    5. Eine unbekannte Anamorphe auf den Stängeln von alten Populus-Blättern. Da fehlt mir leider jegliche Idee.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Ende März war ich mal wieder im Vogelsangbachtal unterwegs, eine der wenigen Orte hier in der Gegend, wo es Kalk gibt. Morcheln oder Morchelbecherlinge waren zwar Fehlanzeige, aber es gab etliche andere interessante Funde!


    1. Peronospora ficariae ex Ficaria verna


    2. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    3. Sarcoscypha austriaca


    4. Clitocybe fragrans


    5. Acrospermum compressum


    6. Thyronectria sinopica ex Hedera helix


    7. Puccinia albescens ex Adoxa moschatellina


    8. Cyathicula cyathoidea ex Urtica dioica


    9. Rhytisma acerinum ex Acer pseudoplatanus


    10. Pyrenopeziza urticicola ex Urtica dioica


    Björn

    Hallo zusammen,


    im März bin ich nach der Arbeit mal durch den Dusiburger Stadtwald nach Hause gegangen und habe dabei folgende Pilze einsacken können:


    1. Hercospora tiliae ex Tilia sp.


    2. Gnomoniella rubicola ex Rubus fruticosus agg.


    3. Die Anamorphe von Godronia ribis ex Ribes spec.


    Björn

    Hallo Nobi,


    so richtig überzeugt war ich von den beiden genannten Kandidaten auch nicht. Aber gut zu wissen, daß das Bestimmungsproblem offenbar am Pilz liegt und nicht an mir ;) Violettes intrazelluläres Pigment ist mir leider nicht aufgefallen und auch eine textura epidermoidea habe ich nicht gesehen, was beides wohl auch A. roseopurpurascens ausschließt. Bleibt es also bei Ascobolus sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am 12.3. war ich mit dem APR auf der Halde Hoheward in Recklinghausen. Auf einigen Kaninchenkötteln gab es dabei auch schon im Feld Dungpilze zu bestaunen. Inbesondere wuchsen an zwei Stellen Ascobolusse, die makroskopisch zwar etwas unterschiedlich aussahen, aber mikroskopisch identisch wirken.


    Fund Nr.1 war schon im fortgeschrittenen Alter:


    Fung Nr.2 war deutlich jünger, aber auch schon sporenreif.


    Die Sporen messen 21-23 x 11.5-13 µm und sind mit länglichen Spalten ornamentiert, womit man in die sect. Ascobolus kommt. Mit den gelblichen bis bräunlichen Apothecien schlüsselt man sich bei van Brummelen direkt bis Schritt 10. Entscheidet man sich dann für gelblich-braune Fruchtkörper und schlüsselt über 11. weiter, gelangt man Ascobolus albidus. Auf der anderen Schiene läuft man zu A. furfuraceus, der wohl auch einen glatten Rand haben kann und zumindest von der Fruchtkörperform her besser zu passen scheint...


    Björn