Hallo Martin,
ja, die Kiefernnadeln lagen unter Kiefern
Wobei das jetzt ein richtiger Haufen war, sondern einfach die normale, verteilte Nadelmenge, die man eben so unter Kiefern findet.
Björn
Hallo Martin,
ja, die Kiefernnadeln lagen unter Kiefern
Wobei das jetzt ein richtiger Haufen war, sondern einfach die normale, verteilte Nadelmenge, die man eben so unter Kiefern findet.
Björn
Hallo zusammen,
ich hatte vor einiger Zeit ja schon von meiner Exkursion in der Westruper Heide von Anfang März berichtet und da einige Dungpilze gezeigt. Mittlerweile hat sich das Arsenal aber erweitert und es gibt noch weitere Funde zu vermelden.
1. Das hier war ein Beifang bei der Präparation eines anderen Pilzes. Weitere Fruchtkörper habe ich nicht gefunden, deshalb ist kann ich insgesamt nur wenig über den Fund sagen. Sporen messen 6,5 x 4 µm. Letztens wurde hier ja eine Sordaria minima vorgestellt, die relativ kompatibel mit meinem Fund aussieht.
2. Eine Sporormiella auf Kaninchen. Die Sporen messen 37-45 µm x 8-9 µm. Die Asci würde ich als eher kurz gestielt bezeichnen. Gehe ich dann bei Ahmed und Cain zu Schlüsselschritt 8, komme ich bei S. australis raus, die aber wegen der eher parallelen, nur leicht in der Mitte geknickten Keimspalten aber nicht paßt. Gehe ich zu Schritt 13 und entscheide mich für eine zylindrische Sporenform, lande ich bei S. isomera und S. leporina, die aber kleinere Sporen haben sollten. Bliebe noch die Option mit den zugespitzen Sporen, die mich zu S. dubia bringt. Da würden Sporengröße und Keimspalte immerhin passen.
3. Podospora pleiospora auf Kaninchen
4. Dann habe ich noch diese Köttel eingesammelt. Die fanden sich auf der Heide an einigen Stellen in großer Menge, gerne immer in größeren Portionen. Mein erster Gedanke war, daß es sich hier um Schaf handelt, weil die Heide im Sommer mit Schafen beweidet wird. Paßt das? Alle weiteren vorgestellten Funde auf diesem Substrat.
5. Phomatospora coprophila
6. Podospora curvicolla
7. Auch auf diesem Substrat fand sich Trichodelitschia minuta
8. Und auch Podospora excentrica war vorhanden.
Björn
Hallo Nobi,
ich hatte die Delitschia leider nur auf einem einzigen Köttel und kann auch nicht sicher sagen, wie viele Fruchtkörper da insgesamt drauf waren bzw. noch drauf sind. Das ist wohl für eine Sequenzierung im Zweifelsfall etwas dürftig. Aber gut ist ja, daß die Art dort in den Borkenbergen offenbar mehr als einmal gefunden werden kann und es somit die Hoffnung gibt, daß sich in Zukunft noch reichere Funde von dieser Art machen lassen.
Björn
Hallo zusammen,
ich hatte ja schon einige Pilzfunde aus den Borkenbergen vorgestellt und dabei mit Podosordaria tulasnei auch einen coprophilen Vertreter gezeigt, aber auf dem Kaninchendung gab es natürlich auch noch andere Schätze zu entdecken.
1. Hypocopra brefeldii, wie schon beim letzten Besuch in den Borkenbergen reichlich vorhanden
2. Eine Delitschia mit tief eingeschnittenen Sporen von 26.1-29.3 µm x 6.6-7.5 µm. Da paßt leider wieder nichts aus Nobis Delitschia-Tabelle.
3. Coniochaeta vagans
4. Sordaria macrospora
5. Und zum Abschluß noch ein dicker Brocken von Sporormiella. Die Sporen sind bis über 90 µm groß und 14 µm breit. Das ist bei Ahmed und Cain zwar gerade die Trennlinie zwischen S. longispora und S. longisporopsis, aber die Anordnung der Sporen in den Asci paßt besser zu letzterer Art, auch wenn mir die charakteristische Rotverfärbung des Substrats, die für die Art typisch ist, hier nicht aufgefallen ist.
Björn
Hallo zusammen,
Desmazierella acicola scheint ja grundsätzlich nicht selten zu sein, wenn man sich die Fundkarte aus dem Brandenburger Raum so anschaut. Aber es ist im Zweifel wohl wirklich eine mühsame Suche, gerade weil ja scheinbar immer nur wenige Fruchtkörper an einer Stelle zu finden sind und man dann auch noch in den tiefen, feuchten Schichten der Nadelspreu suchen muß.
Björn
Hallo Ingo,
die gleiche Frage habe ich mir auch gestellt. Ich vermute mal, daß das wie auch die Haare am Rand ein Schutz vor Freßfeinden sind.
Björn
Hallo Claudia,
zu dem schwarzen Knubbel habe ich leider keine Idee. Das sieht mir aber auch eher nach Konidien als nach Ascosporen aus....da schmeißt man das eh lieber schnell weg
Gab es auf dem illegalen Grillplatz denn auch Brandstellenpilze?
Björn
Hallo zusammen,
Karfreitag war ich mal wieder in den Borkenbergen unterwegs. So lange es noch so schön feucht wie aktuell ist, lohnt sich das Gebiet ja eigentlich immer.
1. Velutarina rufo-olivacea auf Salix sp.
2. Noch mal Velutarina rufo-olivacea, diesmal an Hypericum sp.
3. Colpoma quercina ex Quercus robur
4. Auriscalpium vulgare
5. Cladonia sp.
6. Dissingia leucomelaena
7. Podosordaria tulasnei
8. Puccinia adoxae ex Adoxa sp.
9. Und dann ein Griff in die feuchte Nadelstreu und die Nadel im Heuhaufen gefunden: Desmazierella acicola. Weitere Nachsuche hat dann keine weiteren Fruchtkörper zu Tage gebracht.
Björn
Hallo Nobi,
leider kann ich zu diesem Coprotus keine Nachuntersuchung liefern. Ich hatte den Dung nicht direkt in Kultur genommen, sondern über Nacht auf meinem Schreibtisch liegen. Da hat sich dann aufgrund von hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Raumtemperatur eine spontane Schimmelparty gebildet, die alles so überzogen hat, daß mir jeglicher Spaß an den Kötteln genommen war
Dann muß es diesmal also wohl ohne endgültige Namen bleiben. Aber das passiert bei Pilzen ja immer mal ![]()
Björn
Hallo zusammen,
ich möchte einen Fund aus dem NSG Schengerholzbachtal in Mülheim an der Ruhr vom 8.4.2023 vorstellen. Es handelt sich um Sirobasidium brefeldianum, die ursprünglich aus Brasilien beschrieben wurde, aber scheinbar auch in Europa vorkommt (oder es handelt sich um eine morphologisch quasi identische Art, die sich aber genetisch von der Art aus Brasilien unterscheidet). Der Pilz parasitiert auf Pyrenomyceten, im vorliegenden Fall war es vermutlich Hercospora tiliae auf Tilia sp. Makroskopisch ist der Pilz sehr unspektakulär und bildet hyaline, glibberige Pusteln, die ungefähr einen Millimeter groß werden und bei Trockenheit so zusammenschrumpfen, daß man sie praktisch nicht mehr wahrnimmt. Also definitiv ein Pilz, der nur bei feuchter Witterung im Winter zu finden ist. Mikroskopisch zeigt der Pilz dann Ketten von zweizelligen Hypobasidien (dadurch unterscheidet er sich von Sirobasidium albidum, das runde, vierzellige Hypobasidien hat), die jeweils durch Septen mit Schnallen getrennt sind. Die Hypobasidien bilden spindelförmige Epibasidien, die dann runde Basidiosporen bilden.
Und nach den ganzen Worten jetzt einfach mal die Bilder zum Pilz:
Basidienketten in Kongorot
Abwurfpräparat mit Epibasidien und Basidiosporen in Wasser...
und Kongorot
Basidienketten in Melzer
Basidienketten in Baumwollblau
Björn
Hallo Nobi,
die Asci meines Coprotus messen 73-95 µm x 19-31 µm (da sind zum Teil relativ lange Stiele dran, die die Werte dann eben deutlich nach oben drücken). Das wäre von den Ascusmaßen her dann aber ja deutlich zu lang für C. granuliformis...
Björn
Hallo Sebastian,
interessante Funde hast du da auf Schilf gemacht. Leider bin ich für so Kleinkram auf abgestorbenem Substrat ja auch kein Experte und taste mich meistens von Ellis und Ellis ausgehen voran. Und wenn da nichts Passendes drin ist, dann ist es eben auch schnell vorbei mit der Herrlichkeit....
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Sonntag habe ich bei meiner Runde auf der Zeche Zollverein auch ein paar Kaninchenköttel mitgenommen. Die hab ich zwar nicht in Kultur genommen, aber mir einfach mal die schon darauf vorhandenen Pilze angeschaut. Leider stehe ich vor zwei ungelösten Rätseln:
1. Ein Saccobolus, Sporencluster 43-47 µm x 17-18 µm mit Pattern II, Sporen 15-18 µm x 8-10 µm, das Ornament fein warzig. Wegen fehlender gelber Farbe verorte ich den in der Sect. Eriobolus und schlüssele dort mit van Brummelen schnell zu Schritt 5. Das Excipulum scheint eine textura globulosa zu sein, aber weder S. depauperatus noch S. diaphanus passen wirklich. Geht man den anderen Schlüsselschritt, landet man in der versicolor-Hölle :-\
2. Diese kleinen, gelben Kerlchen halte ich für einen Coprotus. Asci reagieren nicht mit Lugol, es sind keine Haare oder dergleichen vorhanden. Sporen messen 14.1-15.5 µm x 8.9-10.2 µm, Paraphysen sind ohne gelbe Tröpfchen, auch wenn die Fruchtkörper selber gelblich aussehen. Damit komme ich dann leider auch weder mit Doveri noch mit Kusan et al. zu einem Ergebnis.
Björn
Hallo zusammen,
letztes Wochenende habe ich eine kleine Runde auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen gedreht. Nachdem ich flugs ein paar Stöckchen eingesackt hatte, konnten dann zu Hause in Ruhe die Funde bestaunt werden:
1. Caudospora taleola ex Quercus robur
2. Ich vermute irgendeine Phaeosphaeria auf Juncus.
3. Trichopeziza sulphurea ex Urtica dioica
4. Godronia ribis ex Ribes sp.
5. Eine unbekannte Anamorphe auf den Stängeln von alten Populus-Blättern. Da fehlt mir leider jegliche Idee.
Björn
Hallo zusammen,
Ende März war ich mal wieder im Vogelsangbachtal unterwegs, eine der wenigen Orte hier in der Gegend, wo es Kalk gibt. Morcheln oder Morchelbecherlinge waren zwar Fehlanzeige, aber es gab etliche andere interessante Funde!
1. Peronospora ficariae ex Ficaria verna
2. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina
3. Sarcoscypha austriaca
4. Clitocybe fragrans
5. Acrospermum compressum
6. Thyronectria sinopica ex Hedera helix
7. Puccinia albescens ex Adoxa moschatellina
8. Cyathicula cyathoidea ex Urtica dioica
9. Rhytisma acerinum ex Acer pseudoplatanus
10. Pyrenopeziza urticicola ex Urtica dioica
Björn
Hallo Claudia,
so klein wie die Gnomoniella ist, handelt es sich wahrscheinlich eher um die frisch geborene Urenkelin der Gnolme ![]()
Björn
Hallo Pilze11,
das ist Telephora terrestris.
Björn
Deshalb empfiehlt es sich, immer erst in den passenden Schlüssel zu schauen. Dann weiß man schon vorher, wodrauf man achten muß und kann sich viel Zeit sparen.
Björn
Hallo Claudia,
warum hast du den Pilz denn mit BWB getötet? Ascomyceten schaut man sich doch immer erst in Wasser an und vermißt dort alles Relevante Hast du ansonsten den Baralschen Lachnellula-Schlüssel probiert?.
Björn
Oh ja, die jungen Sporen schmecken ausgezeichnet, wenn man sie kurz in der Pfanne anbrät.
Björn
Hallo Claudia,
du siehst: Pyrenomyceten machen Spaß. Außerdem hast du deinen Fund auch sehr schön mit Corydalis garniert. Da lohnt auch immer ein Blick nach falschem Mehlau ![]()
Björn
Hallo Nobi,
so richtig überzeugt war ich von den beiden genannten Kandidaten auch nicht. Aber gut zu wissen, daß das Bestimmungsproblem offenbar am Pilz liegt und nicht an mir
Violettes intrazelluläres Pigment ist mir leider nicht aufgefallen und auch eine textura epidermoidea habe ich nicht gesehen, was beides wohl auch A. roseopurpurascens ausschließt. Bleibt es also bei Ascobolus sp.
Björn
Hallo Oskar,
das ist ein Fomitopsis pinicola. Ganoderma lucidum wäre gestielt.
Björn
