Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    mit den obigen Bildern würde ich auch zu Phr. tuberculatum tendieren. Die Spitze ist aufgesetzt, die Sporen sind überwiegend 6-zellig und der Stiel ist unten allmählich verbreitert.


    Björn

    Hallo Flaemmli,


    bei denn Inocyben hat sich in den letzten Jahren aber viel getan und es sind jede Menge neue Arten beschrieben worden, die entsprechend nicht im Stangl sind. In den meisten Fällen muß man sich seine Kollektionen auch sehr genau mikroskopisch anschauen und braucht bei der makroskopischen Begutachtung auch ganze Kollektionen mit jungen und alten Fruchtkörpern. Aber wir haben mit Ditte ja eine Gattungsexpertin unter uns, eventuell kann sie mehr zu deinem Fund sagen.


    Björn

    Hallo Tonio,


    beim Rostpilz auf Taraxacum kommen mit Puccinia taraxaci und P. variabilis zwei Arten in Frage. Da muß man sich Anzahl und Lage der Keimporen und das eventuelle Vorhandensein einer stachelfreien Tonsur um die Keimporen herum anschauen.

    Beim Rost auf Ficia verna hast du Aeciosporen und keine Uredosporen erwischt.

    Der Rost auf Pestwurz ist Coleosporium petasites.

    Dein Gras sieht mir eher nach einer Segge aus. Da ist die genaue Wirtsart wichtig und idealerweise hat man Uredo- und Teliosporen zur Bestimmung.

    Auf Picea abies hast du Aeciosporen von Thekopsora areolata.

    Puccinia malvacearum scheint in der Tat manchmal mehr oder weniger zahlreich einzellige Mesosporen auszubilden.

    Der letzte Rost auf Ficaria verna ist Uromyces ficariae. Die Art bildet wie alle Roste der Gattung Uromyces einzellige Teliosporen aus, die du hier zeigst.


    Björn

    Hallo Tonio,


    das ist ganz sicher nicht Puccinia malvacearum. Der bildet nämlich nur zweizellige Teliosporen und keine Urediosporen, wie du sie hier gefunden hast. Auf welcher Wirtspflanze parasitiert der Rost denn? Von den Sporen her würde ich hier ein Coleosporium vermuten.


    Björn

    Hallo Tonio,


    das ist ein echter Mehltau und zwar Neoerysiphe galeopsidis. Normalerweise findet man in vorsichtig gequetschten Chasmothecien ja immer auch Asci, aber bei der Gattung Neoerysiphe werden die Asci typischerweise erst nach der Überwinterung gebildet, so daß man beim Quetschen nur Brei herausbringt.


    Der einzige falsche Mehltau, der auf Hohlzahn vorkommt, ist Peronospora galeopsidis. Der würde mikroskopisch aber dichotom verzweigte Bäumchen zeigen.


    Björn

    Hallo Tonio,


    die Gänsedistel ist zwar von einem Mehltau befallen, die gezeigten Gebilde gehören aber nicht dazu. Das ist vielmehr der Hyperparasit Ampelomyces quisqualis, der auf Mehltau parasitiert. Die Gebilde sind Pyknidien in denen der Pilze Konididien bildet.


    Björn

    Hallo Tonio,


    das ist kein echter, sondern ein falscher Mehltau aus der Gattung Wilsoniana. Die Konidien hast du ja schon erkannt, was du für Chasmothecien gehalten hast, sind die Oosporen. Die sind hier für die Bestimmt auch wichtig und zwar mußt du dir das Ornament genauer anschauen. Je nach dem, ob es regelmäßig netzig angeordnet ist oder aus labyrinthischen Leisten besteht, handelt es sich um Wilsoniana amaranthi oder Wilsoniana blithi.


    Die erstere Art ist ein Neomycet aus Amerika und Iran, letztere ist einheimisch. Trotzdem habe ich selber bis jetzt nur W. amaranthi mit netzigem Ornament gefunden:


    Björn


    PS: Das, was du als Asci interpretierst, halte ich für Pflanzenzellen mit Chloroplasten.

    Hallo Ulla,


    sehr schön, daß sich G. pectinatum damit bestätigt hat. Irgendwie scheint die Rheinaue Walsum ein kleiner Geastrum-Hotspot zu sein, wo wir ja auch schon einmal Geastrum striatum hatten. Ansonsten findet man bei uns in der Gegend ja eigentlich immer nur G. fimbriatum und G. triplex.


    Björn

    Hallo zusammen,


    zum Glück sind die Fruchtkörper ja noch hier und jetzt, wo sie etwas angetrocknet sind, kann man die Unterseite der Endoperidie und den Stiel auch noch mal deutlich besser fotografieren:



    Was die Lappenzahl angeht, lag die bei 6 und 9 bei den beiden Fruchtkörpern. Ich finde die Anzahl aber weder im Dörfelt noch in der Funga Nordica als Schlüsselmerkmal (zumindest bei der Richtung, in die ich hier geschlüsselt habe).


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag war ich mal wieder mit einigen Mitstreiter:innen auf einer Pilzexkursion in der Rheinaue Walsum. Dabei fanden wir in einem breiteren Gehölzstreifen (Laubholz) auch einen Erdstern. Die Endoperidie ist kurz gestielt, hat auf der Unterseite keinen Kragen, aber Furchen. Mir erscheint die Oberfläche der Endoperidie eher rau als glatt, aber da fehlt mir einfach die Funderfahrung in der Gattung um das solide beurteilen zu können. Das Peristom ist gefurcht und ohne Hof. Die Sporen messen 4.8 +- 0.3 µm (4.0-5.2) µm, die Ornamentierung ist bis zu 1 µm hoch. Meine Tendenz geht zu Geastrum pectinatum. Was meinen die Expert:innen dazu?



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bin zwar kein großer Scleroderma-Kenner, möchte aber zwei Publikationen anhängen, die bei der Bestimmung ganz nützlich sein können. Der Artikel von Jeppson ist zwar auf Schwedisch, aber das kriegt man schon irgendwie hin, außerdem ist er sehr gut bebildert.


    Was die Schnallen angeht, ist es nach dem Schlüssel in der Funga Nordica wohl so, daß die Arten mit netzartigem Ornament Schnallen haben und die mit stacheligem Ornament keine Schnallen. Das taugt also als zusätzliches Merkmal nicht.


    Björn