Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    nachdem Karl von seinem Ausflug auf die Jurana-Plantagen berichtet hatte, stand für mich fest: Das muß ich mir unbedingt auch mal selber anschauen. Die Bahn versprach, daß sie mich bei einem Start um 5:41 in viereinhalb Stunden ans Ziel bringen würde und so hatte ich den Wecker auf 5:10 gestellt und mich am Vorabend gegen 21 Uhr ins Bett begeben. Als ich dann irgendwann im Dunkeln wach wurde, zeigte ein kurzer Kontrollblick auf die Uhr 5:38... ich hatte die Weckzeit zwar eingestellt, aber den Alarm nicht aktiviert. Also erstmal in Ruhe aufstehen, Tee trinken und dann eben eine Stunde später los. Das hat auch reibungslos und ohne Verspätung funktioniert, obwohl ich am Karnevalssamstag durch Düsseldorf und Köln mußte. Vor Ort ließen die Massen an Sarcoscypha jurana dann auch nicht lange auf sich warten. Immer wenn man an einer Linde vorbeikam, gab es auch rote Becher auf dem Boden, stellenweise dann wirklich ein rotes Meer. Aber es gab auch zahlreiche andere Pilze, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


    1. Milesina scolopendrii ex Asplenium scolopendrium


    2. Milesina dieteliana ex Polypodium sp.


    3. An wärmebegünstigten Stellen darf Stereum insignitum natürlich nicht fehlen.


    4. Auricularia mesenterica


    5. Gracilistilbella clavulata


    6. Graphis pulverulenta


    7. Hypoxylon fuscum an Corylus avellana


    8. An einem Ast, den ich anfangs für Linde hielt, der sich dann aber bei genauerer Betrachtung als Ulme herausstellte: Eutypella dissepta. Ebenfalls an dem Ast war Orbilia comma, aber Orbilien schön zu mikroskopieren scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.


    9. Sarcoscypha jurana so weit das Auge reicht


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag hat der APR mal wieder eine Exkursion gehabt. Ziel war diesmal das Bövinghausener Bachtal an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Duisburg. Wenn man den Bereich in Parkplatznähe erstmal verlassen hat, wo alle Hunde ihr Geschäft verrichten, ist das eigentlich auch ein sehr nettes Gebiet, in dem man einiges an interessanten Pilzen finden kann.


    1. Biscogniauxia mediterranea


    2. Sarcoscypha austriaca mit den typischen eingedellten Sporen und krausen Haaren untenrum


    3. An Kirsche entdecke ich dann einige weiße Pinüppel. Ganz klar irgendeine Anamorphe, die ich für mich alleine wahrscheinlich direkt hätte fallen lassen. Aber wir hatten mit Dirk ja extra einen Ascomyceten-Experten aus Weimar einfliegen lassn. Der war direkt begeistert, weil er diesen Pilz schon länger nicht mehr gefunden hatte und wies mich auf die kleinen schwarzen Becher hin, die ich selber erst gar nicht gesehen hatte: Dermea cerasi


    4. Eine Gallertträne. Die Sporen und Septen würde ich für dünnwandig halten, was dann zu D. capitatus führt.


    5. Ein kleiner schwarzer Pyrenomycet auf Carpinus betulus. Leider scheint da keiner der üblichen Gnomonia/Ophiognomonia-Arten zu passen. EDIT: Apiosporopsis carpinea!


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bevorzuge auch den gewohnten Beginn um 20:00 Uhr. Es ist ja auch eigentlich nie so, daß nicht genug Zeit zum Zeigen ist. Zumindest ist es mein Eindruck, daß der Großteil der Teilnehmenden schon 60-90 Minuten durchhält und dann ist ja meistens auch alles Wichtige gezeigt. Klar gibt es dann auch immer noch einige Hartgesottenen, die noch etwas länger machen, aber da geht es dann ja auch oft um Detailfragen.


    Björn

    Zu Bernds Vorschlag hätte ich im Auwald auch tendiert. Man sieht ja sehr schön die entsprechenden Wurzeln bei den Bäumen im Hintergrund.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wie ist denn das Habitat? Handelt es sich um einen Auwald, wie die Anemone nemorosa vermuten läßt? Oder sind wir in einem Park unterwegs?


    Björn

    Hallo zusammen,


    im Artikel wird als Herkunft der C. dealbata Sequenz "IE-BSG-HC95cp3" angegeben. Wenn man danach in Genbank sucht, landet man schließlich bei diesem Artikel hier. Dort wird als Quelle das Institut d'Ecologie-Botanique, Systématique et Géobotanique, University of Lausanne" angegeben. Das hilft zwar auch nicht wirklich weiter, aber immerhin scheint es sich dann ja um eine mitteleuropäische Aufsammlung zu handeln.


    Björn

    Hallo zusammen,


    man kann schon alle blauen Pilze in eine Gattung stellen. Das entspricht dann zwar nicht dem, was heutigen Stand der Wissenschaft entspricht, wo man Gattungen monophyletisch haben möchte. Aber Blödsinn darf man ja durchaus produzieren. Man muß deshalb auch zwischen gültigen Namen (den im Code gegebenen Regeln genügend) und den als aktuell "richtig" akzeptierten Namen unterscheiden. Es gibt doch da diesen einen Menschen, der regelmäßig alle Dickröhrlinge zu Boletus stellt. In Zeiten von online-Pubikationen ist das schnell und einfach gemacht und dann existiert dieser Name erstmal. Wird sich natürlich nicht durchsetzen, ist dann aber eben ein gültiges Synonym zu den aktuell akzeptierten Namen.


    Von daher muß man auch erstmal abwarten, was sich da bei Clitocybe und Lepista in Zukunft noch ergibt, insbesondere wenn auch europäische Arten in großem Stil untersucht werden. Insbesondere fällt ja auch, daß in dem oben erwähnten Paper für die europäischen Arten keine Typus-Sequenzen benutzt wurden (ist bei dem Thema der Arbeit, nämlich der Untersuchung, wie sich die Muskarin-Bildung in dieser Pilzgruppe entwickelt hat, vielleicht auch nicht zwingend erforderlich, wäre aber fürs Umkombinieren von Arten schon wünschenswert).


    Björn