Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    was die Bestimmung angeht, bin ich sicher, daß Thorben und ich den gleichen Pilz gefunden haben. Wie der nun wirklich heißen muß, ist dann schon eher die Frage. Die Niederländer führen den in ihren Schlüsseln als P. mycophila s.l. bzw. P. cf. mycophila. Das liegt daran, daß P. mycophila aus den USA als ein Pilz beschrieben ist, der Peniophora tamaricola parasitiert. Ob diese Art mit unserem Parasiten auf Peniophora quercina konspezifisch ist, ist wohl nach wie vor unklar. Für die Kartierung könnte man natürlich erstmal Platygloea mycophila als Namen verwenden und dann später bei Bedarf immer noch umbennen.


    Björn

    Aber schau doch nur in meinen anderen Beitrag, wie schön die kranken Pflänzchen in Düsseldorf blühen. Nicht mehr ganz Ruhrpott, aber was soll's!


    Björn

    Waren die blühenden Landschaften nicht für den Osten vorgesehen? So klingen mir zumindest die Worte des seligen Dr. Helmut Kohl in den Ohren nach ;)


    Björn

    Hallo Claudia,


    der Erdstern war nicht aus dem Tiergarten, sondern am Rande eines Friedhofes neben der Charité in Wedding. Den hatte Lara ja vor 2 oder 3 Wochen beim Zoom vorgestellt. Und dankenswerterweise ja noch ein Exemplar übrig gelassen :)


    Aber kranke Pflanzen habe ich nicht verbreitet, da gebe ich mein Ehrenwort! Ich habe sie nur dokumentiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    das wird schon pilzlich sein, aber da man ja keine Fruchtkörper hat, sondern nur diese "Demarkationslinien" wird man das wohl leider nicht näher bestimmen können.


    Björn

    Hallo Matthaeus,


    anhand deiner Fotos würde ich die Sporen ganz klar als zweizellig betrachten. Diese zweite Zelle ist bei Hypocopra immer nur sehr klein, hyalin und kollabiert sehr leicht.


    Björn

    Hallo Schupfnudel,


    das scheint in die richtige Richtung zu gehen. Meinst du H. solitaria im Sinne von Dissing oder im Sinne von Skrede? Deren H. solitaria läuft bei Dissing ja als H. queletii.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die letzte Woche über war ich auf einer Physiker:innen-Tagung in Berlin. Das ist natürlich eine gute Gelegenheit um auch mal die Pilzwelt vor Ort zu erkunden. Und damit das besonders effizient gelingt, bereitet man sich natürlich erstmal richtig vor und liest in der Z. Mykol. nach, wo welche spannenden Phytos gefunden wurden. Außerdem studiert man die Pilzfunde bei inaturalist und hört beim Mittwochs-Zoom-Meeting des Pilzforums ganz genau zu. Wenn man das alles macht, kann man sich vor persönlichen Erstfunden gar nicht mehr retten:


    1. Puccinia rossiana ex Scilla siberica an verschiedenen Tagen und Stellen im Tiergarten


    2. Melanustilospora ari ex Arum maculatum. Das war ein härteres Stück Arbeit. Der Fund war bei inaturalist im Botanischen Garten verzeichnet. Ich habe die markierte Stelle intensiv abgesucht: Nichts. Dann in der weiteren Umgebung des Fundorts: Nichts. Schließlich fiel mir auf, daß die Fotos bei inaturalist auch Buchenblätter zeigten. Also mußte man unter Buchen suchen. Und in der Tat, da wurde ich dann auch direkt fündig. Dann der nächste Schock: Ich hatte morgens etwas in Eile meine Kamera eingesteckt und nicht gesehen, daß die Speicherkarte noch im Rucksack steckte. Also am nächsten Tag in der Mittagspause noch einmal schnell in den Botanischen Garten und das Objekt der Begierde ausgiebig abgelichtet:


    3. Auf dem Rückweg vom Botanischen Garten zur U-Bahn: Vankya ornithogali ex Gagea cf. pratensis


    4. Wenn man jeden Morgen um 6 Uhr wach wird, kann man entsprechend früh frühstücken und noch vor dem ersten vortrag Myriostoma cupuliforme einsacken:


    5. Peronospora corydali ex Corydalis solida


    6. Puccinia liliacearum ex Ornithogalum sp.


    7. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es bei Schauerwetter mal nach Düsseldorf, genauer gesagt in den Südpark, über den Friedhof Stoffeln und in den Botanischen Garten. Dort wurde nämlich vor einigen Tagen bei obsidentify ein Fund von Antherospora hortensis gemeldet, eine Brandpilz-Art, die ich schon ewig suche.


    1. Aus dem Südpark: Gymnosporangium clavariiforme ex Juniperus communis. Genau zum richtigen Zeitpunkt angetroffen, die Telien sind schön aufgequllen und leuchten wie ein loderndes Feuer


    2. Auf dem Friedhof dann die Verwandtschaft: Gymnosporangium sabinae ex Juniperus sabina


    3. Im Südpark war offenbar schon Mai: Calocybe gambosa


    4. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    5. Helvella leucomelaena


    6. Stropharia rugosoannulata


    7. Peronospora ficraiae ex Ficaria verna


    8. Milesina scolopendrii ex Asplenium scolopendrium


    9. Auf dem Friedhof wuchs unter Pinus nigra neben der oben gezeigten Helvella leucomelaena dann auch noch diese Lorchel, bei der ich erstmal keine zündende Idee habe.


    10. Das Objekt der Begierde: Antherospora hortensis ex Muscari armeniacum


    11. Aber nicht nur im Botanischen Garten, auch im Südpark war immer wieder Antherospora hortensis zu finden.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag konnte ich in Deuten einen Parasiten von Dacrymyces stillatus finden: Occultifur internus. Der Pilz bildet selber keine richtigen Fruchtkörper aus, sondern besteht im Wesentlichen aus Büscheln von Hyphen und Konidienträgern bzw. Basidien, die im Hymenium von verschiedenen Dacrymyces-Arten wachsen. Wie findet man den Pilz dann ohne Tausende von Gallerttränen zu mikroskopieren? Offenbar hätte der Pilz gerne gute Augen und lutscht deshalb das Carotinioide aus seinem Wirt, der daraufhin sehr weißlich erscheint. Mikroskopisch erkennt man den Pilz dann einmal daran, daß der anders als Dacrymyces stillatus Septen mit Schnallen hat. Außerdem fallen auch die Konidienträger auf, die die Konidien an Schnallen bilden. Machen sich die Konidien dann auf die Reise, bleiben ganz charakteristische Schnallenreste übrig. Daneben hat man dann im Präparat natürlich auch stellenweise große Mengen an Konidien des Parasiten, die ellipsoid, einzellig und hyalin sind und sich damit deutlich von den zweizelligen Arthrokonidien von D. stillatus unterscheiden.



    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem ich ja letztens den übersetzten Ascomyceten-Schlüssel der Niederländer vorgestellt hatte, wurde ich von einer Pilzfreund:in auf einen französischen Schlüssel zur Gattung Octospora hingewiesen, der auf seine Übersetzung harrt. Also gesagt, getan, kommt hier das übersetzte Werk. Ob die Bestimmung von Moosbechern damit einfacher wird, sei allerdings dahingestellt, da man ja nach wie vor vor der Aufgabe steht, das Wirtsmoos korrekt zu bestimmen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    zu Porlingen gibt es ja einiges an guter und aktueller Bestimmungsliteratur. Neben den pileaten Porlingen gibt es in der Funghi Europaei Reihe einen Band von Bernicchia über Porlinge, dazu von der gleichen Autorin auch noch ein neueres Buch "Polypores of the Mediterranean Region". Von Rivoire gibt es ein dickes französisches Buch "Polypores de France et d'Europe", das aber eventuell schon vergriffen ist und natürlich last but not least von Ryvarden und Melo "Poroid fungi of Europe". Aber unabhängig davon, welches Buch man nun konsultiert, kommt man bei Porlingen nur in seltenen Fällen um die Mikroskopie herum. Da Porlingsfruchtkörper ja relativ hart sind, lassen sie sich übrigens sehr gut lange lagern und danach immer noch einwandfrei mikroskopieren. Relevante Merkmale sind natürlich die Größe und Form der Sporen sowie deren Iodreaktion, das Vorhandensein von Zystiden im Hymenium, das Vorkommen von Setae im Fruchtkörper, Vorhandensein oder Abwesenheit von Schnallen und die Frage, ob der Pilz monomitisch, dimitisch oder trimitisch ist.


    Björn

    Hallo Josi,


    das ist in der Tat ganz klar S. insignitum (das überrascht in Karlsruhe natürlich auch nicht so sehr, der Pilz mag es ja warm). Ich selber mache bei Rindenpilzen übrigens fast nie dünne Schnitte, sondern entnehme mit einer Nadel einfach kleinste Mengen Pilz, zerzutzel die dann ggfs. noch mit Nadeln und quetsche danach ordentlich mit dem Radiergummi auf dem Deckglas.


    Ein weiterer Tipp fürs Färben (was ja viele Dinge deutlicher erkennbar macht): Material in einen Tropfen Kongorot geben, den Tropfen ganz eintrocknen lassen, anschließend mit einem Tropfen Wasser/KOH das überschüssige Kongorot entfernen und danach in KOH mikroskopieren. Das sorgt für eine sehr intensive Rotfärbung.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum. Die Unterscheidung von Stereum substomentosum und S. insignitum ist eigentlich ganz einfach. Man muß nur schauen, ob Acanthozystiden vorhanden sind, also Zystiden, bei denen oben so kleine Nupsies abstehen. Findet man sie, ist es S. insignitum:


    Das von Sandra erwähnte Buch von Erb und Matheis gibt es durchaus noch zu kaufen.


    Björn