Hallo Matthias,
bei Ascomyceten gilt, daß man zunächst einmal in Wasser mikroskopiert um alles im lebenden Zustand beurteilen zu können, insbesondere Sporengrößen, evtl. in den Sporen vorhandene Öltröpfchen etc. Erst danach gibt man Lugol zu um den Apikalapparat auf Amyloidität zu untersuchen. Ansonsten ist es auch wichtig, daß man gute, sprich flache Präparate macht, wo man Dinge klar beurteilen kann und nicht nur einen großen Klumpen sieht, bei dem dann ein kleines Element scharf ist und alles andere außerhalb der Schärfeebene liegt. Das ist nicht immer einfach und erfordert Übung. Am besten nur eine winzige Nadelspitze des Hymeniums entnehmen und dann quetschen. Faustregel: Wenn man denkt, daß man zu wenig Material genommen hat, hat man meistens noch zu viel genommen. Oft muß man auch das Excipulum, also die Außenseite des Fruchtkörpers beurteilen, dazu kann man dann hauchdünne Schnitte eines Fruchtkörpers machen. Auch das erfordert natürlich Übung, damit die Schnitte wirklich dünn werden.
Im konkreten Fall gehören die septierten, dunkelbraunen Sporen übrigens nicht zu dem Pilz, den du makroskopisch zeigst. Das läßt sich auch leicht überprüfen, wenn du dir die Asci anschaust, da werden nämlich hyaline und keine dunklen Sporen drin sein.
Björn
