Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    am letzten Freitag wurde ich gegen Mittag auf den Fund von Urocystis eranthidis an Eranhtis hyemalis im Garten des Palais Spee in Düsseldorf aufmerksam gemacht. Also ging es dann noch am gleichen Tag nach der Arbeit dort hin um die kranken Pflanzen selber in Augenschein zu nehmen. Und was sich dort für ein herrlicher Anblick bot: Es waren fast alle Pflanzen befallen. Teilweise sah man nur Knubbel an den Stängeln, teilweise waren diese aber auch schon aufgerissen und die dunkle Sporenmasse präsentierte sich in formvollendeter Schönheit. Ein Blick durchs Mikroskop auf die Sporenballen mit ihren sterilen Zellen rundet das ganze ab:



    Björn

    Hallo Christoph,


    nach meinen Beobachtungen sind die Teliosporen von Batheletia paradoxa durchaus sehr variabel und ich denke, daß das nichts mit der Reife der Teliosporen zu tun hat. Ich vermute am ehesten, daß die Teliosporen, die einzeln im Blattgewebe gebildet werden, eher rund sind, während die Teliosporen aus den großen Clustern eher eine lange Nase haben. Gegen die Theorie mit der Reife spricht auch, daß die Teliosporen erst im Herbst auskeimen, wenn die neuen Blätter gerade abgefallen sind. Bis dahin ist es ja zum Glück noch etwas hin.


    Björn

    Hallo Uwe,


    phytoparasitische Pilze dürfen natürlich eingegeben werden. Validiert werden sie, wenn die entsprechenden Expert:innen, die das alles ehrenamtlich in ihrer Freizeit machen, dafür Zeit haben. Alternativ kannst du ihnen natürlich auch eine entsprechende Dauerstelle finanzieren :D


    Björn

    Hallo Michael,


    das Hauptproblem beim vorliegenden Präparat dürfte seine Dicke sein. Da liegt gefühlt ein halber Pilz unter dem Mikroskop und entsprechend kann man dort natürlich auch fast nichts scharf erkennen. Am besten entnimmt man dem Pilz eine Lamelle, legt sie flach auf den Objektträger und schneidet dann mit der Rasierklinge einen sehr schmalen Streifen entlang der Lamellenschneide (Idee dabei: Man erwischt Cheilozystiden, so sie vorhanden sind, gleichzeitig werden auch Pleurozystiden im Präparat sein, wenn es welche gibt). Den nicht benötigten Teil der Lamelle entfernt man dann schon mal.


    Für den Fall, daß man das Präparat färben möchte, kann man das jetzt tun. Bei Inocybe macht man das aber aus Gründen nicht und mikroskopiert in KOH. Also einfach ein kurzes Stücke der Lamellenschneide mit der Rasierklinge abtrennen (den Rest wieder entfernen), KOH drauf, ggfs. mit der Präpiernadel alles etwas zerzutzeln und dann ein Deckglas draufgeben. Jetzt vorsichtig mit einem Radiergummi auf das Deckglas klopfen. Fertig ist das flache Präparat.


    Zum Färben: Das Lamellenstück in Kongorot oder Phloxin geben, die Farbe komplett eintrocknen lassen. Dann ausspülen (bei Phloxin mit Wasser, bei Kongorot wahlweise mit Wasser oder KOH).


    Björn

    Hallo Maronisto,


    123pilze ist sicher keine gute Anlaufstelle für Inocybe. Dort werden zig fehlbestimmte Bilder zu sehen sein. Wenn man sich wirklich mit Inocybe beschäftigen will, geht man zu Dittes Homepage und liest die zahlreichen Artikel, die zu der Gattung in den letzten Jahren erschienen sind.


    Björn

    Man kann an dieser Stelle aber auch mal überlegen, wie es denn in anderen Artengruppen aussähe. Wenn man den Leuten 5 häufige Nachtfalter oder 5 Allerweltsgräser zeigt, dürften auch nu sehr wenige Menschen zu einer Bestimmnug auf Gattungsebene gelangen. Und wenn wir mal bei meiner Kernkompetenz der Physik bleiben: Wie viele Leute, die ihr Abitur schon längere Zeit hinter sich haben, könnten denn auf Anhieb 5 einfach Integrale lösen?


    Björn

    Hallo Michael,


    an der Stelle ist der Methods-Teil des Papers leider etwas unpräzise. Es steht dort zwar, daß Antworten, bei denen die Gattung richtig war, als richtig galten. Aber wußten die Teilnehmenden auch, daß eine Bestimmung bis auf Gattungsebene ausreichend ist?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gerade mal in den Originalartikel geschaut und mir sind folgende Dinge aufgefallen:


    1. An einer Stelle wird der Lärchenröhrling erwähnt und als Suillus grevillea bezeichnet. Richtig muß es natürlich S. grevillei halten.

    2. Im gleichen Satz wird behauptet, daß Flammulina velutipes kein einheimischer Pilz sei. Das stimmt natürlich nicht.

    3. Unter den Arten, die dort zur Identifikation gezeigt wurden sind die Gattungen Morchella, Ramaria, Agaricus und Leccinum. Da würde ich mir selber in den meisten Fällen auch keine solide Bestimmung zutrauen.


    Björn

    Hallo Michael,


    was den Zustand der Pilze angeht, sind die halt schon ziemlich angetrocknet.


    Zum Mikroskopieren würde ich raten, daß man nicht sofort mit komplizierten Dingen wie Hebeloma oder Inocybe anfängt. Am besten nimmt man sich einen Pilz, den man schon makroskopisch bestimmt hat, mikroskopiert den dann mal von oben bis unten durch und vergleicht das Gesehene mit der Literatur.


    Björn

    Hallo Michael,


    ich würde das auch eher für einen Rißpilz als für ein Hebeloma halten. Aber in dem Zustand und ohne detaillierte Mikroskopie wird man da zu keinem Ergebnis kommen.


    Björn

    Zitat

    so dass ich froh bin, etwas ,Brauchbares im Kasten zu haben

    Aber das ist doch gerade der springende Punkt: Du hast eben am Ende nichts Brauchbares im Kasten, sondern nur Fotos, die auch den erfahrensten Mykolog:innen nichts sagen werden. Natürlich kann man dann wild spekulieren, aber das hat mit Pilzbestimmung eben nichts mehr zu tun, zumal sich die Spekulationen ja auch im Nachgang nicht verifizieren lassen. Leider scheint es bezüglich dieses Punktes bei dir aber auch keinerlei Einsicht zu geben, was über kurz oder lang einfach dazu führen wird, daß hier niemand mehr auf deine Beiträge reagieren wird.


    Björn

    Hallo maronisto,


    die Fotos sind teilweise wieder sehr unscharf (warum kontrollierst du nach dem Fotografieren nicht einfach, ob das Foto etwas geworden ist? Das geht bei digitaler Fotografie die problemlos) und zeigen ansonsten mehr Parklandschaft als Pilz. Das Gute ist aber, daß das hier gar nichts ausmacht, denn Rißpilze lassen sich makroskopisch nicht bestimmen und Einzelexemplare meistens schon gar nicht.


    Björn

    Hallo Veronika,


    höckerig ist Tulasnella violea eigentlich nicht, sondern bildet ziemlich dünne Beläge, die beim Eintrocknen dann auch schnell fast unsichtbar werden. Und an Nadelholz finde ich die Art durchaus öfter. Also einfach mal reinmikroskopieren, die Hasenohrbasidien lohnen sich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bin auch dabei und kann von der erfolglosen Suche nach der Böhmischen Verpel berichten. Und zum Ausgleich dann einige hübsche Phytos zeigen :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    daß es Gruben und keine Noppen sind, erkennt man in meinem zweiten Bild, wo auf die Äquatorebene fokussiert ist. Wenn die Sporen Noppen hätten, würde man die dort als überstehende Gebilde sehen.


    Björn

    Hallo Gunnar,


    die "Noppen" sind in der Tat Gruben. Dadurch ist das was keine Grube ist dann ja schon ein sehr breites Netz.


    Björn

    Hallo Andy,


    ich habe mit der Präpariernadel ein kleines bißchen Trama aufgenommen, dann in einen Tropfen KOH gegeben und anschließend das Tramastück mit zwei Akupunkturnadeln zerzutzelt. Anschließend Deckglas drauf und mit einem Radiergummi ordentlich geklopft. Fertig ist das Präparat.


    Björn

    Hallo zusammen,


    also ich sehe auf meinem ersten Foto schon sehr deutliche Gruben, die dann ein Netz bilden. Sehr ähnlich sieht ja auch die entsprechende Zeichnung im Gäumann (S. 859) aus.


    Björn

    Hallo Gunnar,


    schöner Fund auf dem Blaustern. An Puccinia rossiana habe ich hier keine Zweifel, als Vergleich mal zwei Sporenbilder eines Fundes, den ich vor 2 Jahren in Berlin gemacht habe:



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal einen Fund vom 22.3.2026 aus Brühl an Fagus sylvatica. Wie man sieht, waren die Pilze sporenreif und mit einer dicken, weißen Sporenschicht bedeckt.


    Fruchtkörper am Fundort

    Schnittbild


    Porenschicht


    Sporen in Wasser


    Trama mit Skelett- und Bindehyphen


    Hymenium mit Skeletthyphen und generativen Hyphen


    Björn

    Hallo Christoph,


    Leucotelium cerasi ist in Deutschland 1888 das erste Mal nachgewiesen worden (danach dann aber erst 2013 wieder in D nachgewiesen), also ist er wohl nicht neu eingeschleppt. Die Art ist aber submediterran, profitiert also wahrscheinlich vom Klimawandel. Ansonsten gilt aber ja bei fast allen Phytos, daß sie unterkartiert sind ;)


    Björn

    Hallo Christoph,


    Leucotelium cerasi kannst du auch im Spermogonienstadium kartieren. Es gibt zwar noch zwei Puccinia-Arten auf Leucotelium, die dort ebenfalls nur Spermogonien und Aecien bilden, bei denen sind die Lager aber dicht gedrängt und meist an Blattflecken (außerdem sind beide Arten in Deutschland noch nicht nachgewiesen).


    Björn