Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    bei der Puccinia jageae hat mich nur gestört, daß ich dort keine stachelfreie Tonsur sehen konnte. Also zumindest bei MIR ist die viel deutlicher ausgeprägt ;)


    Die Guayak-Reaktion ist einmal nach circa 10 Sekunden fotografiert, das zweite Bild dann in etwa nach einer Minute (Mist, wenn man nicht multitaskingfähig ist und gleichzeitig die Zeit stoppen und fotografieren kann).


    Der Stiel zeigte, insbesondere am gesammelten Exemplar am nächsten Tag leichte grau-grün Töne sowie unten auch einen purpurfarbenen Schimmer. Für Russula gracillima scheint der mir aber doch zu robust zu sein.


    Ja, das neue Mikroskop (ein Motic Panthera C) habe ich jetzt seit einem guten Monat und bin voll und ganz begeistert. Ist schon etwas anderes, ob man beim Bresser mit der Spiegelreflex bei 1/20 Sekunde Belichtungszeit und ISO 3200 durchs Okular fotografiert oder hier einfach die Kamera ans Trino anschraubt und mit kurzer Belichtung bei ISO 100 alles einfangen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich mit einer Bekannten auf einer Tour an der Sengbachtalsperre in Solingen. Eigentlich war die Idee, dort den einen oder anderen Speisepilz zu sammeln, aber an Großpilzen gab es leider nur sehr wenig zu finden. Aber immerhin gibt es ja Phytoparasiten ;)


    1. Coleosporium tussilaginis ex Tussilago farfara


    2. Coleosporium senecionis ex Senecio ovatus. Der weiße Belag ist wohl Ramularia coleosporii. Was der graue Belag ist, weiß ich nicht.


    3. Hier dachte ich erst an einen Brand, im Mikroskop zeigte sich dann aber, daß es nur zwei Arten Anamorphes Gedöns hatte.


    4. Ich vermute Puccinia jaceae ex Centaureum sp.

    IMG_6260.JPG


    5. Puccinia graminis ex Festuca gigantea


    6. Octospora affinis ex Orthotrichum affine. Wie gehabt: Im Bergischen Land muß man ein Büschel Moss vom Holunder nehmen und hat den Pilz sicher.

    7.


    7. Lactarius sp.


    8. Russula sp.

    Begleitbäume: Betula, Picea, Pinus

    Chemische Reaktionen: schwache Reaktion mit Guayak, mit Eisensulfat anfangs scheinbar leicht rosa, später keine Verfärbung erkennbar, Fleisch und Lamellen keine Reaktion mit Ammoniak

    Geruch: fruchtig

    Geschmack anfangs leicht bitter, dann schärflich werdend

    Huthaut bis zum halben Hutradius abziehbar, Hutfleisch darunter in Hutfarben gefärbt, Huthaut mit sehr langen Zystiden, die sich in Sulfovanillin dunkel färben

    Sporenpulverfarbe IIIa (IIc?), Sporengröße (8.0 +- 0.3) µm x (6.8 +- 0.2) µm


    Björn

    Hallo zusammen,


    zu den ganzen Blätterpilzen kann ich nicht wirklich viel sagen, da kümmert sich Jan-Arne drum. Ich mache da immer nur die "Blätterpilze" ;)

    G. ocior hatte Jan-Arne glaube ich von gleicher Stelle ein paar Tage vorher schon mikroskopiert. Aber das weiß er sicher auch besser und wird dazu was schreiben. Ansonsten wird dieses Jahr in der Gruga aber alles, was ein leichtes Fragezeichen haben könnte, mikroskopiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es wieder mal in die Gruga zum Kartieren. Dabei fanden sich folgende Pilze:


    1. Entyloma calendulae ex Calendula officinalis


    2. Puccinia convolvuli ex Calystegia sepium agg.


    3. Caloboletus radicans. Oder sollte ich ihn lieber Cara nennen? :D


    4. Abortiporus biennis nach einer Rasenmäherbehandlung


    5. Tintlinge, die Jan-Arne noch unter die Lupe nimmt

    Gruga-0015.jpg


    6. Agaricus campestris


    7. Hgrocybe conica


    8. Podosphaera plantaginis ex Plantago lanceolata


    9. Marasmius sp., guckt sich Jan-Arne auch noch an.


    10. Coprinellus disseminatus


    11. Gymnopus ocior


    12. Russula recondita


    13. Puccinia menthae ex Mentha sp.


    14. Golovinomyces macrocarpus ex Matricaria recutita. Keine Fibrosinkörper vorhanden.


    15. Inocybe sp.


    16. Phragmidium mexicanum ex Potentilla indica


    17. Xerula radicata


    18. Puccinia asperulae-odoratae ex Galium odoratum


    19. Hygrocybe conica zum Zweiten


    20. Noch eine Inocybe sp.


    21. Peziza sp.


    22. Ramaria sp. Das macht mikroskopisch aber sehr wenig Spaß...

    Sporen scheinen in BWB praktisch kein Ornament zu haben, wobei man an den Rändern aber kleine Erhebungen erahnen kann

    Nochmal Sporen in Kongorot/NH3 und KOH 3%

    Basidien 4-sporig und mit Schnalle

    Die berühmten Rhizomorphen in KOH 3%. Wie man sieht, sieht man nicht viel. Skeletthyphen sind aber wohl erkennbar

    Mit zusätzlichem Kongorot dann auch ampulliforme Septen


    23. Ganoderma resinaceum


    24. Scleroderma sp. Bei der Sporenmessung lande ich ziemlich genau bei 11 µm...


    25. Phragmidium sp. ex Rosa sp. Mit der abrupten Spitze geht meine Tendenz zu P. tuberculatum


    26. Entyloma dahliae ex Dahlia sp.


    27. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium angustifolium


    28. Golovinomyces orontii ex Cucurbita pepo


    29. Puccinia pulverulenta ex Epilobium sp.

    Gruga-0108.jpg


    30. Und noch mal Phragmidium sp. auf Rosa sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend ging es mal wieder auf eine kleine Runde in den Duisburger Stadtwald. Alles war recht trocken und so zeigten sich nur sehr wenige Großpilze. Die beiden gefundenen möchte ich aber trotzdem vorstellen:


    1. Das würde ich für eine Echinoderma halten und mit der Größe kommt dann wohl nur E. asperum in Frage. Da scheint die Huthaut aber nicht so recht zu passen und auch der eher fruchtige Geruch nicht.

    Huthaut

    Sporen (7.5 +- 0.4) µm x (3.0 +- 0.2) µm, Q=2.5+-0.2

    Cheilozystiden


    2. Russula sp.

    Begleitbäume: Fagus, Carpinus, Quercus, Betula

    Chemie: keine unmittelbare Reaktion mit Guayak, erst nach Minuten langsam blau-grün; mit Eisensulfat anfangs leicht rosa, nach Minuten deutlich; mit Phenol purpur, Stiel außen mit KOH orange, innen erst nach längerer Zeit hell-orange, keine Reaktion mit Ammoniak

    Geruch: schwach vorhanden, heute morgen nach dem Aussporen mit einer leichten Marzipannote

    Geschmack unmittelbar scharf, scheinbar von den Lamellen herrührend

    Stiel innen gekammert, außen mit orange-gelben Flecken

    Huthaut in Kongorot

    IMG_5953.JPG

    Huthaut in Sulfovanillin. Zystiden grau gefärbt.

    Sporenpulverfarbe Ia-b, Sporengröße (6.9 +- 0.4) µm x (5.8 +- 0.2) µm


    Insgesamt würde ich hier mal Richtung Ingratula tendieren und vorsichtig Russula farinipes vorschlagen. Was meinen die Experten?


    Björn

    Hallo zusammen,


    also ich komme via gettextbooks zu einem Amazon.co.uk Angebot für 61.75 Pfund, das dann inklusive Lieferkosten am Ende 85,78 € kosten soll. Das ist mehr als bei gettextbooks angezeigt, weshalb ich dann noch das zweitbeste Angebot bei Awesomebooks geprüft habe. Da lande ich am Ende bei 82,20 €. NHBS ist meiner Erfahrung nach durch die Versandkosten am Ende eigentlich immer deutlicher teurer als andere Anbieter.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem es in der vergangenen Woche im Ruhrgebiet stellenweise sehr ordentlich geregnet hat, hab ich mich am letzten Samstag zu einer längeren Tour durch Bottrop aufgemacht. Zunächst zur Halde Rheinbaben, wo sich pilzmäßig aber noch nicht viel tat. Von dort aus weiter in den Köllnischen Wald und schließlich ins Rotbachtal, wo wieder mal alles voll mit Pilzen war.


    1. Puccinia bardanae ex Arctium sp.

    2. Laetiporus sulphureus


    3. Kuehneromyces mutabilis? Kann das auf Holzspänen wachsen?


    4. Keine Idee hier


    5. Xerula radicata


    6. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium sp.


    7. Rhytisma acerinum


    8. Pluteus sp., muß ich mir noch mal genauer anschauen, wenn ich wieder zu Hause bin.

    Lamelle

    Sporen (6.4 +- 0.4) µm x (5.2 +- 0.3) µm, Q=1.2

    Huthaut


    9. Kuehneromyces mutabilis


    10. Fistulina hepatica


    11. Fuligo septica


    12. Tyromyces kmetii


    13. Pycnoporus cinnabarinus


    14. Tylopilus felleus


    15. Delicatula integrella


    16. Polyporus badius


    17. Crepidotus crocophyllus


    18. Mycena acicula


    19. Amanita pantherina


    20. Podosphaera balsaminae ex Impatiens noli-tangere. EDIT: Was habe ich denn da für einen Quatsch geschrieben, und warum schreit niemand? Das war natürlich kein Mehltau sondern Scleroderma verrucosum.


    21. Dieser Täubling hatte seltsame Tierchen an seinen Lamellen, die sich offenbar von den Sporen ernähren:


    Es gab auch noch 4 Russulas, die kommen aber dann später in einen eigenen Beitrag:

    Russula nigricans

    Eine andere Compactae, leicht scharf

    Ziemlich scharf


    Björn

    Hallo Claus,


    das Problem war halt, daß ich noch keine Chemikalien hatte, als der Pilz frisch war ;) Aber bei den Exemplaren, die ich am Wochenende eingesammelt habe, und die ich auch noch bei Zeiten vorstellen werde, habe ich direkt mit Chemie hantiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    momentan ist bei mir arbeitsmäßig relativ viel zu tun, deshalb vorerst nur eine kurze Rückmeldung zur Nummer 4. Die habe ich jetzt mit Guayak (links am Stiel) und Eisensulfat (rechts am Stiel) bearbeitet.


    Nach circa 20 Sekunden Einwirkzeit keine Reaktion.

    Am nächsten Morgen mit Guayak einen Hauch blau-grün, die Eisensulfatstelle erscheint ein wenig gräulich. Ist R. cyanoxantha damit raus oder zählt das noch als Nullreaktion?



    Björn

    Hallo zusammen,


    heute hat sich der APR zu einer Exkursion in die Effringhauser Schweiz an der Stadtgrenze Hattingen/Velbert aufgemacht. Im Ruhrgebiet hatte es die letzten Tage teilweise heftig geregnet. Leider war davon in Velbert wenig angekommen, so daß das Pilzaufkommen insgesamt eher mager war. Einige tolle Funde haben wir dann aber doch gemacht:


    1. Leichter Anisgeruch


    2. Gymnopus peronatus


    3. Kuehneromyces mutabilis


    4. Ustilago maydis


    5. Coleosporium senecionis ex Senecio inaequidens


    6. Puccinia millefolii ex Achillea millefolium


    7. Phragmidium violaceum ex Rubus fruticosus agg.


    8. Phragmidium bulbosum ex Rubus fruticosus agg.


    9. Peronospora variabilis ex Chenopodium album


    10. Puccinia convolvuli ex Convolvulus arvensis


    11. Tuberculina persicina ex Puccinia convolvuli


    12. Podosphaera balsaminae ex Impatiens noli-tangere


    13. Podosphaera dipsacacearum ex Dipsacus fullonum


    14. Neoërysipe galeopsidis ex Galeopsis tetrahit


    15. Erysiphe vanbruntiana var. sambuci-racemosae ex Sambucus racemosus


    16. Puccinia ferruginosa ex Artemisia vulgaris


    17. Puccinia graminis ex Festuca gigantea


    18. Puccinia coronata ex Festuca gigantea

    Effringhauser Schweiz-0048.jpg


    19. Wilsoniana sp. ex Amaranthus sp. Sind das jetzt netzartige oder labyrinthartige Strukturen?


    20. Im gleichen Präparat fanden sich dann auch noch diese hübschen Sporen:



    Björn

    Hallo Karl,


    vielen Dank für deine Antwort. Bei Nr. 6 war das Fleisch in der Tat extrem hart. Auf den Geschmack werde ich dann in Zukunft mal genauer achten (und ihn hoffentlich nicht kurz nach einem scharfen Täubling probieren).


    Björn

    Hallo Matthias,


    vielen Dank für deine Hilfe! Das paßt ja wirklich perfekt - Bestimmen kann so einfach sein, wenn man alles richtig macht ;) Und die fehlende Beflockung des Stiels, die mich in der Funga Nordica an P.podospileus hat vorbeischlüsseln lassen, ist dann wohl unter Umständen dem Wetter geschuldet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für Euer Feedback!


    Das mit den Griseinae ist schon mal gut zu wissen. Dann würde es mit der Sporenpulverfarbe nach dem Schlüssel hier wohl auf R. parazurea oder R. ionochlora hinauslaufen. Bei Nr.4 sind mir diese Roßhaare aufgefallen, die ich schon mal bei R. heterophylla hatte und die wohl auch nur bei relativ wenigen Täublingen vorkommen.

    Kann R. bresadolae (so heißt R. atropurpurea jetzt) so gelbe Flecken haben? Wir hatten die am WE bei der APR-Exkursion, aber da war sie ganz klassisch mit rotem Hut und dunkler Mitte. Außerdem waren die Sporen da auch so ganz charakteristisch länglich geformt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Grugaexkursion am 18.8.2019 haben wir auch einen Dachpilz gefunden, der in einem Bett vermutlich an einem unterirdischen Holzhäcksel wuchs. Leider komme ich da momentan nicht so wirklich zu einer Art und so hoffe ich, daß mir hier jemand weiterhelfen kann.


    Huthaut rissig und nicht gerieft. Inwiefern das alles dem Dauerregen am Tag der Exkursion geschuldet ist oder eben charakteristisches Merkmal des Pilzes ist, kann ich leider nicht sagen.

    Stiel gerieft und glatt

    Sporen (5.9 +- 0.3) µm x (5.0 +- 0.3) µm

    Zystiden 50-90 µm Ob das jetzt Cheilo- oder Pleurozystiden waren, kann ich nicht sicher sagen. Insgesamt gab es aber offenbar relativ wenige Pleuros und mehr Cheilos.

    Lamellenschneide in Kongorot

    Huthaut

    Huthaut. Auffällig die ballonförmigen, mit braunem Inhalt gefärbten Zellen


    Ein rein optischer Vergleich mit den Dachpilzen im Ludwig liefert eine gute Übereinstimmung mit P. diettrichii. Der paßt aber von der Sporengröße her gar nicht. Also wird mal richtig geschlüsselt. Zunächst mit der Funga Nordica:

    Die Pleurozystiden haben keine Haken und die Sporen sind fast rund, also direkt zu Schlüssel C. Bei Schritten 1-4 entscheide ich mich jeweils für die Alternative, weil der Hut braun und der Stiel nicht gelb ist. Bei 5 muß ich schon etwas überlegen. Mit etwas gutem Willen erkennt man einen leichten Blaustich am Stiel, aber da die Sporen deutlich kleiner als 7.5-9 µm x 6-6.5 µm sind, geht es auch hier mit der Alternative weiter. Die Cheilos haben kein Rostrum, also weiter zu 8. Da haben wir wieder unseren Freund P. diettrichii, der auch wieder wegen der Sporengröße raus ist. Also weiter. Der Stiel hat keine Flocken, der Hut ist nicht gräulich, also sind wir schon bei 11. P. nanus hat auch wieder zu große Sporen. Die Lamellenschneiden sind nicht gefärbt. Pluteus satur ist es wohl nicht, der hätte naß einen gerieften Hut. Bliebe P. phlebophorus, da wären die Sporen etwas groß und die Zystidenform scheint nicht so ganz zu passen.


    Mit dem Gröger würde ich bei Teilschlüssel d starten. 1b, dann kommt man wieder bei P. diettrichii vorbei, da paßt aber auch der Q-Wert nicht. 2b, 3b, 4b. 7a Pluteus pallescens könnte passen, gerade auch was die Sporengröße angeht.


    Was sind Eure Einschätzungen?


    Björn