Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    die Nummer 1 scheint ein klarer Fall aus der Kategorie zu sein: Pilzbestimmung ist einfach, wenn man weiß was es ist. Dann sieht man nämlich in einem der obigen Huthaut-Mikrobilder auch die Haare und wenn man dann noch ein neues Präparat macht, springen sie einen gerade zu an:

    Wenn man dann Andreas Melzers Psathyrella-Schlüssel nimmt, ist man direkt beim ersten Schlüsselschritt fertig.


    Dann habe ich mir noch mal die Nummer 2 mit Hinblick auf Karls Hinweis angeschaut. Momentan tendiere ich zu Pholiotina velata. Ich hatte auch kurz an P. cyanopus gedacht, da der Fuß eventuell einen leichten blauen Hauch hatte, der aber auch einfach nur ein silbriger Glanz hätte sein können. Aber nach dem ich Druck auf den Stiel ausgeübt habe, wurde die Verfärbung nicht stärker, sondern verschwand und der Stiel wurde stattdessen braun.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich im Duisburger Landschaftspark und habe nach Pilzen Ausschau gehalten. Sonderlich viel gab es noch nicht, aber das wird sich mit dem Regen der letzten Tage sicher bald ändern. Meine Funde möchte ich Euch hier trotzdem zeigen:


    1. Hier hatte ich erst an eine Conocybe gedacht, aber dazu paßt das dunkle Sporenpulver nicht. Den Pilze habe ich mit Mikrofotos auch im Bestimmungsteil vorgestellt. Dort wurde ich in der Zwischenzeit auf Parasola conopileus verwiesen, was man an den charakteristischen Haaren in der Huthaut gut erkennt.


    2. Noch ein kleiner brauner Pilz, der im Bestimmungsteil mit Mikrobildern vorgestellt wird. Hier geht die Tendenz gerade zu Pholiotina velata.

    Landschaftspark-0010.jpg


    3. Puccinia polygoni ex Fallopia dumetorum

    Landschaftspark-0012.jpg


    4. Bovisten, kommen noch unters Mikroskop.


    5. Ein Fund auf Kaninchendung. Bei Facebook wurde ich auf Pseudombrophila bulbifera hingewiesen. Es gibt wohl noch eine weitere Pseudombrophila mit runden Sporen, P. dentata, die aber nur von ihrem Entdecker Boudier gefunden wurde und danach nie wieder. Heute Abend werde ich mal versuchen, den Pilzen reife Sporen zu entlocken, die ich dann auch messen kann.


    6. Uromyces striatus ex Medicago x varia


    7. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor


    8. Agaricus campestris


    9. Bolbitius titubans


    10. Phyllactinia guttata ex Corylus avellana


    11. Phyllactinia mali ex Crataegus sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich auf einer kleinen Runde im Duisburger Landschaftspark unterwegs. Sonderlich viele Pilze gab es zwar noch nicht, das wird sich wohl erst in ein paar Tagen ändern, nachdem es hier mächtig geregnet hat, aber einiges fand sich dann doch. Darunter auch zwei kleine braune Pilze auf Holzhäckseln:


    1. Hier hatte ich bei der Hutform erstmal an eine Conocybe gedacht. Da ist das Sporenpulver aber viel zu dunkel: Fast schwarz mit violettem Schimmer

    Sporen in Wasser, (14.8+-0.6) µm x (7.2+-0.3) µm

    Sporen in KOH 3%

    Lamellen. Die Zystiden sollten alles Cheilozystiden sein.

    Basidien 4-sporig

    Nochmal Cheilozystiden

    Huthaut

    Kaulozystiden


    2. Hier war das Sporenpulver rost-braun.

    Sporen in Wasser, (7.2+-0.4) µm x (4.2+-0.2) µm, Q=1.7+-0.1

    Sporen in 3% KOH

    Lamellen

    Basidien 4-sporig

    Cheilozystiden

    Huthaut

    Landschaftspark-0101.jpg


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe jetzt gerade noch mal mit Hugin und Enblend gespielt und dabei erstmals ganz brauchbare Ergebnisse erzielt. Das Gute an den beiden Programmen ist, daß sie Open Source und kostenlos sind sowie offenbar unter Windows, Linux und MacOS einsetzbar sind. Außerdem werden sie nach wie vor aktiv entwickelt.


    Für alle, die das mal selber nachvollziehen wollen, hier zunächst einmal der Satz von 9 Rohbildern: Wilsoniana_amaranthi.zip


    Im ersten Schritt müssen die Bilder mit Hugin ausgerichtet werden. Dazu benutzt man den Befehl

    align_image_stack -v -m -a OUT Rhein\ Neuenkamp-00*

    Die Option
    -v sorgt für einen detaillierten Output, -m optimiert das Gesichtsfeld für alle außer das erste Bild, -a OUT gibt allen nach dem Ausrichten erzeugten Bildern das Präfix OUT und am Ende kommen dann eben die Dateinamen der Ausgangsbilder. Nachdem das Programm durchgelaufen ist, sollte man jetzt OUT0000.tif bis OUT0008.tif im Ordner haben. Daraus wird jetzt das Endergebnis generiert mit dem Befehl:


    enfuse --exposure-weight=0 --saturation-weight=0 --contrast-weight=1 --hard-mask --contrast-window-size=40 --output=output40.jpg OUT*.tif

    Die ersten drei Optionen exposure-weight, saturation-weight und contrast-weight sollte man wohl nicht wirklich verändern, hard-mask ist für Focus Stacking offenbar die richtige Wahl. Bei der contrast-window-size kann man dann rumspielen. Ich habe hier mal 5 Bilder erzeugt, die einmal den Standardwert 5 verwenden, dann gibt es 9, 15, 25 und 40. Mir gefällt der letzte Wert am besten, aber das mag auch stark vom Motiv und den Ausgangsbildern abhängen.



    Björn

    Hallo nochmal,


    ich interessiere mich, seit ich das neue Mikroskop habe, potentiell auch fürs Stacken. Die optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden. Es gibt mit Fiji ein sehr mächtiges Werkzeug (OpenSource und Java, sprich plattformunabhängig, was für mich als Linux-Nutzer eine Rolle spielt), das mich aber beim Stacken nicht restlos überzeugt. Dann gibt es im Prinzip Hugin, aber das ist eher auf das Erstellen von Panoramas gedacht und klappt bei mir fürs Stacken gar nicht. Was ganz gut funktioniert ist Mathematica, wobei das speichermäßig recht schnell an Grenzen kommen kann, wenn man da 10+ Fotos mit 18 Megapixeln in einem Rutsch verarbeiten will. Außerdem ist Mathematica für den Privatmann nicht bezahlbar.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag fand ich Lactarius vellereus im Bottroper Rotbachtal, den ich hier einmal vorstellen möchte. Ein sehr festfleischiger Kollege mit milder Milch, die sich mit KOH nicht verfärbt. Das Fleisch selber ist dann aber gut scharf.


    Huthaut in Wasser

    Huthaut in Kongorot

    Lamelle in Wasser

    Lamellen in Kongorot

    Lamelle in Sulfovanillin. Die Zystiden verfärben sich gräulich

    Sporen in Wasser

    Sporen in Melzer. Man erkennt ein netzartiges, feines Ornament


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag habe ich auf dem Weg zu meinen Eltern einen kleinen Zwischenstop im Gleispark Frintrop in Essen eingelegt. Früher war das mal ein riesiger Rangierbahnhof, mittlerweile sind die Gleise alle weg und das ganze wurde parkartig ausgestaltet, hat aber immer noch den Charakter einer Industriebrache. Als ich dort unterwegs war, traf ich einen älteren Herren, der mich fragte, ob ich dort etwas Seltenes finden würde. Ich hab ihm gesagt, daß ich nach Pilzen suche. "Pilze gibt's hier nicht. Hier ist nur Dreck im Boden." Dann hab ich ihm ein paar kleine, vertrocknete Anistrichterlinge gezeigt. "Hmm, ja gut. Aber hier wächst nichts, alles nur voller Dreck unten drunter". Jetzt also eine Auswahl, der Dreckspilze, die es da gar nicht gibt ;)


    1. Paxillus sp. unter Birke. Ich hab bei meinen Eltern einen Sporenabwurf gemacht (leider kein Foto davon). Das war dann ein typisches Rostpilz-Uredien-braun. Aber ob das jetzt rot genug war für P. cuprinus? Der Abdruckk blieb bei meinen Eltern und ich hab dann zu Hause versucht, noch mal mehr Sporen zu bekommen um auch mikroskopisch reinzuschauen. Das sah heute morgen noch nicht wirklich vielversprechend aus, aber mal schauen, ob sich im Mikro dann doch noch Sporen finden.


    2. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium angustifolium


    3. Weide meide gilt ja eigentlich in jeglicher Hinsicht, aber ich habe trotzdem einen Versuch gewagt. Die Fruchtkörper sind um die 170 µm groß, also genau im Überlappungsbereich von Erysiphe pseudoregularis und Erysiphe capreae. Erysiphe adunca würde ich wegen der Anhängsellänge ausschließen. Die Asci hatten dann durchgehend 5-6 Sporen, was für E. capreae sprechen würde.


    4. Uromyces geranii ex Geranium pratense


    9. Gymnosporangium sabinae ex Pyrus sp.


    5. Hier würde ich auf Mucilago crustacea tippen. Seltsamerweise waren keine Sporen zu sehen, nur Kalkkristalle


    6. Dann war ich bei meinen Eltern, wo gegenüber ein Maisfeld ist. Dank Jules letztem Rundbrief wußte ich, daß die komische Pflanze, die an jedem Maisfeldrand wächst, Hühnerhirse ist und von einem Brandpilz (genauer sogar von 2 verschiedenen Bränden) befallen werden kann. Also sind meine 6-jährige Nichte und ich losgezogen und wurden auch schon bald fündig: Ustilago trichophora ex Echinochloa crus-galli

    Gleispark Frintrop-0030.jpg


    7. Mal wieder ein van Gogh unterm Mikroskop: Wilsoniana amaranthi ex Amaranthus sp.


    8. Und dann hat meine Mutter mir noch von ihrem Zitronenbaum erzählt, wo die Blätter abtrocknen und es kleine schwarze Beläge gibt. Unterm Mikroskop zeigten sich dann einerseits Alternaria-Sporen, andererseits auch diese Konidien hier. Viellecht hat da ja jemand eine Idee zu?


    Björn

    Hallo Pablo,


    aber das Schild muß bitte ausreichend groß beschriftet sein ;)


    Ich hab jetzt ab und zu mal bei den Phytos Sporenbilder gestackt. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Ich fürchte aber fast, daß das bei den winzigen Hydnellum-Sporen am Ende auch nicht wirklich weiterhilft.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Nr. 1 hatte ich leider nicht genau auf die Begleitbäume geachtet, da kommt also Fagus, Quercus und Carpinus in Frage und selbst eine versteckte Birke ist nicht auszuschließen. Sporenpulver IIb kann ich da sicher ausschließen (laut Romagnesi hat R. aeruginea sogar IIc), dann paßt R. cyanoxantha momentan wohl tatsächlich am besten. Leider hatte ich es versäumt, bei den frischen Exemplaren über die Lamellen zu streichen...


    R. risigallina var. acetolens (bei Romagnesi als R. vitellina) paßt in der Tat perfekt!


    Was den Geruch von Nr. 3 angeht: Ich weiß ja nicht wie die Früchte bei euch im Osten riechen, aber bei uns riechen die deutlich angenehmer ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich nach der Arbeit mal kurz am Rhein in Duisburg-Neuenkamp um nach Phytos Ausschau zu halten. Allzuviel verschiedenes bot sich nicht, weil die Schafe dort ganze Arbeit geleistet haben. Aber einige schöne Funde gab es dann doch:


    1. Puccinia acetosae ex Rumex thyrsiflorus

    Rhein Neuenkamp-0020.jpg


    2. Wilsoniana amaranthi ex Amaranthus powellii

    Hier erkennt man die Oosporen schon als schwarze Punkte

    Hier sind sie dann rechts unten noch deutlicher zu erkennen

    Und hier mal ein gestacktes Bild


    3. Hier hatte ich zunächst keine Ahnung, was das ist. Aber als ich die Bilder auf FB gepostet hatte, kam direkt ein Kommentar von Jule, daß ich einen Beleg anfertigen und die Entstehung von Fruchtkörper im Auge behalten soll. Es geht wohl in Richtung Erysiphe betae auf Dysphania ambrosioides, was laute Klenke und Scholler eine sehr seltene Pilz-Wirt-Kombination wäre


    Björn

    Hi Malone,


    die kleinen Fruchtkörper unten ja, die würde ich auch als potentielle Scutellinia durchwinken. Aber die großen, voll augeschirmten? Da wäre ich bei Melastiza oder so...


    Björn

    Hallo Pablo,


    ja ich hatte gestern definitiv bei der Hohenbuehelia beides unterm Mikroskop (wie so oft, wenn der grobmotorische Physiker Präparate erstellt und dann einfach so lange quetscht, bis es paßt).


    Die Hydnellumsporen sind schon fies. Bei deinen Bildern meine ich an ein bis zwei Höckern ein eher eckiges Ende zu erkennen, die anderen hätte ich jetzt vom Foto her eher für abgerundet gehalten. Wird Zeit fürs Elektronenmikroskop ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    jetzt habe ich noch mal mikroskopiert und bei der Hohenbuehelia in der Tat keine Metuloiden in der Huthaut entdecken können.


    Die Laccaria hat sich bei genauerer Betrachtung dann als 4-sporig entpuppt. Damit lande ich dann mit dem Schlüssel in der FN bei Laccaria laccata (mit den runden Sporen wohl die var. pallidifolia), wenn ich mit dem Gröger schlüssel hingegen bei L. tetraspora, was wohl Synonym ist.


    Und zum Abschluß dann noch die Hydnellum-Sporen: Die Höcker sind meiner Meinung nach deutlich abgerundet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte in meinem Exkursionsbericht zum Rotbachtal ja schon drei Täublinge angekündigt, die jetzt hier kommen.


    1.

    Begleitbäume: Laubwald

    Chemische Reaktionen: Positiv mit Guayak, keine unmittelbare Verfärbung mit Eisensulfat, später grau-orange

    Geruch: keiner

    Geschmack absolut mild, sprich kein Geschmack feststellbar

    Huthaut circa bis zum halben Hutradius abziehbar, Hutfleisch darunter weiß

    Sporenpulverfarbe Ib, Sporengröße (8.0 +- 0.3) µm x (6.6 +- 0.3) µm


    Zu R. heterophylla paßt die Eisensulfat-Reaktion nicht, für R. cyanoxantha paßt die Sporenpulverfarbe nicht. Was könnte es dann sein?


    2.

    Begleitbäume: Carpinus, Quercus

    Chemische Reaktionen: schnell positiv mit Guayak, keine unmittelbare Verfärbung mit Eisensulfat, später gräulich

    Geruch: keiner

    Geschmack mild, aber mit Geschmack

    Huthaut relativ gut abziehbar, Hutfleisch darunter weiß

    Sporenpulverfarbe IVe, Sporengröße (7.6 +- 0.4) µm x (6.4 +- 0.5) µm


    Hier hatte Karl anhand der Makrobilder bei FB R. claroflava ins Spiel gebracht. Das scheint von der Sporenpulverfarbe her nicht ganz zu passen (wobei ich nur wenig Pulver hatte und die Farbe da also mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist). Was aber am meisten irritiert ist die Huthaut. Die sieht irgendwie ganz anders aus als alle Russulahuthäute, die ich bis jetzt unter dem Mikro hatte.


    3.

    Begleitbäume: Fagus

    Chemische Reaktionen: Keine Reaktion mit Guayak und Eisensulfat

    Geruch: unangenehm

    Geschmack sofort scharf

    Huthaut schlecht abziehbar

    Sporenpulverfarbe Ib/IIa, Sporengröße (8.1 +- 0.4) µm x (6.3 +- 0.5) µm


    Hier würde ich mit Karls Vorschlag von Russula fellea nach der mikroskopischen Analyse mitgehen.


    Björn

    Hallo Alex,


    ich habe als Mikroskop das Panthera C von Motic in der Trinokularversion. Daran habe ich als Kamera eine Canon EOS 600D Spiegelreflexkamera angeschlossen. Die Bilder sind teilweise mit dem 40er (z.B. die Hohenbuehelia-Huthaut) und teilweise mit dem 100er Objektiv (z.B. die Laccaria-Sporen) entstanden. Die Präparate sind aber alles keine Dauerpräparate sondern werden nach Gebrauch immer zeitig entsorgt.


    Björn