Beiträge von boccaccio

    Hallo Karl,


    jetzt sehe ich die Chrysozystiden auch! Die ersten beiden Bilder sind in KOH 3% entstanden, danach hatte ich noch mal ein neues Präparat in Wasser angefertigt. Gequetscht habe ich natürlich wie immer so fest es nur geht (man denke nur an die ganzen armen Mehltau-Cleistothecien, die ich schon zu Brei verarbeitet habe). Dabei zeigte sich dann auch, daß der Pilz sein gummosa Artepitheton zu Recht verdient: Das Lamellenstück flutschte mehr als daß es Anstalten machte, breiter und flacher zu werden.


    Der Hinweis speziell auf die rotbraune Lamellenschneide war Gold wert! Da stellt man in der Tat mit Andreas Melzers Schlüssel fest, daß es nicht viele Arten gibt, die da in Frage kommen. Wenn man dann noch die Sporengröße meines Fundes von (10.8+-0.7) µm x (5.5+-0.3) µm berücksichtigt, bleibt am Ende nur noch die von dir schon erwähnte Psathyrella microrhiza übrig.


    Björn

    Hallo Wastl,


    bei Mycena epipterygia würde ich mitgehen.


    Björn


    PS: Es wäre schön, wenn du in Zukunft deine Bilder ordentlich in deine Beiträge einbinden würdest, damit nicht einfach nur so ein unsortierter Wust am Ende eines jeden deiner Beiträge steht.

    Hallo zusammen,


    auch heute hatte ich auf dem Nachhauseweg zwei Pilsken Pilzchen, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Das würde ich irgendwie bei Tintlingen verorten.

    Auffällig: Diese helle Zone in der Hutmitte tauchte bei einem Exemplar instantan nach Anschneiden des Hutes mit der Rasierklinge auf

    Lamellenschneide: Cheilozystiden vorhanden, man erkennt außerdem eine braune Verfärbung

    Hier mal ein Eindruck aus der Lamellenmitte. Es waren vereinzelt Pleurozystiden vorhanden

    Basidien 4-sporig

    Nochmal Zystiden in groß

    Huthaut

    Sporen in Wasser


    2. Büscheliger Wuchs auf einer Wiese in einem Vorgarten, da wo bis vor einem Jahr noch eine Birke stand. Ich tendiere hier schon rein makroskopisch zu Pholiota gummosa

    Sporen

    Lamellenschneide

    Sind das gelbe Chrysozystiden? Die sollten bei P gummosa ja eigentlich anders aussehen und als Pleurozystiden ausgebildet sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend fand ich auf dem nach Hause weg eine Hebeloma und anschließend auf dem Alten Friedhof auch noch falschen Pfifferling und einen rosablättrigen Egerlingsschirmling:


    1. Leucoagaricus leucothites

    Sporen

    Lamelle

    Huthaut


    2. Hygrophoropsis aurantiaca

    Huthaut

    Duisburg-0023.jpg

    Lamelle


    3. Und dann war da noch diese Hebeloma, die Stefan bei FB als Hebeloma crustuliniforme agg. angesprochen hat. Im Prinzip müßte man jetzt nur noch Sporen und Cheilozystiden vermessen, um zur genauen Art vorzudringen. Da ich aber bei der Sporenlänge bei 50 gemessenen Sporen immer noch eine Standardabweichung von 0.8 µm hatte, habe ich das dann mal sein gelassen.

    Sporen in Melzer

    Huthaut

    Lamelle


    Björn

    Hallo zusammen,


    viel beitragen kann ich da nicht, aber wir hatten vor kurzem Mal auf FB eine Diskussion zu einem Zwergchampignon, wo es wohl je nach verwendetem Schlüssel unterschiedliche Ergebnisse gab. Stefan meinte dann, daß man Zwergchampis ohne den Parra im Moment wohl nicht wirklich bestimmen kann, woraufhin Karl meinte, daß man nach Lektüre des Parra jeden Zwergchampignon kaputttreten würde. Da wird dann nämlich sehr oft nach DNA geschlüsselt... Ich hatte den Schlüssel damals auch abfotografiert, kann den also bei Bedarf gerne beisteuern.


    Björn

    Hallo Felli,


    vielen Dank für den Hinweis. Das scheint in der Tat ganz gut zu passen. Mikroskopisch geht bei Clitocybe offenbar wenig, das läuft dann über Geruch und Habitat. Aber alles in allem sehe ich gerade nichts, was gegen C. rivulosa spricht.


    Björn

    Hallo Nobi,


    ja den Artikel kenne ich. Dann sollte ich ja eigentlich mal ein paar Fruchtkörper trocknen und eintüten. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal die Möglichkeit, das Sequenzieren zu lassen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da mich aktuell eine dicke Erkältung außer Gefecht gesetzt hat, hat es gestern nur für eine kleine Runde über den Alten Friedhof in Duisburg gereicht, wo ich ein paar Pilze fürs Mikroskop mitgenommen habe:


    1. Das dürfte Mycena olivaceomarginata sein

    Sporen

    Lamellenschneide

    Basidien 4-sporig

    Stiel

    Huthaut


    2. Mycetinis scorodonius

    Lamellenschneide

    Basidien

    Huthaut

    Basidien

    Cheilozystiden

    Sporen


    3. Peniophora quercinna


    4. Rötlinge gab es auch. Der wurde freundlicherweise von G. Wölfel auf FB in Windeseile als Entoloma sericeum bestimmt

    Sporen (7.6+-0.3) x (6.5+-0.3) µm

    Lamellenschneide fertil und praktisch keine Cheilozystiden vorhanden

    Basidien 4-sporig und mit Schnalle

    Huthaut


    5. Ein kleiner weißer Pilz auf den ich mir aktuell noch keinen Reim machen kann. Mikroskopisch gab er außer den sehr kleinen Sporen auch wenig her: Basidien 4-sporig, Schnallen vorhanden, Zystiden waren nicht zu finden. Hat da jemand eine Idee?

    Sporengröße (4.1+-0.5) x (2.8+-0.3) µm, Q=1,5+-0.2


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hab halt sonst keine Hobbies ;) Und ich kenn mich ja auch: Wenn ich Dinge nicht sofort erledige und erstmal irgendwo ablege, dann bleiben sie auch liegen. Von daher ist das mit der schnellen Dokumentation schon entscheidend ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Tag der Deutschen Einheit war ich noch mal im Landschaftspark und konnte wieder P. bulbifera finden. Die Art scheint also gerade einen Lauf zu haben bei uns. Entsprechend hier noch ein paar weitere Eindrücke. Das Einzige was mich aktuell irritiert sind die Sporengrößen: (9.2+-0.3) µm. Das ist ja eigentlich zu klein für bulbifera und würde eher Richtung dentata deuten. Da paßt aber die Farbe und auch die Größe der Fruchtkörper nicht.



    Björn

    Hallo Stefan,


    also unkommentiert ist es ja nicht: Man sieht ja direkt die Quelle und kann sich dann seine eigene Meinung dazu bilden. Alternativ könnte man die entsprechende Stelle auch einfach wieder aus dem Artikel rauslöschen mit der Begründung, daß es ja eben keine wissenschaftliche Quelle gibt und selbst der FAZ-Artikel nicht näher aus das vermeintliche Kontaktgift eingeht.


    Björn

    Hallo Claudia,


    gibt es irgendwelche guten Quellen für die Kontaktgiftigkeit? Steht zwar momentan in jedem Artikel, weil sich das ja gut macht, daß so ein Killerpilz auf dem Vormarsch ist und uns sicher bald alle hinraffen wird (da kann man dann schon mal den wissenschaftlichen Namen komplett vergessen und lieber die englische Poison Fire Coral erwähnen). Aber wenn man z.B. den englischen Wikipedia-Artikel liest, findet sich da nichts zu einer Kontaktgiftigkeit. Im deutschen Artikel steht es zwar drin, aber wodrauf wird verwiesen? Auf den FAZ-Artikel...


    Björn

    Hallo Pablo,


    Inonotus nodulosus scheint ja im Mikroskop ganz hübsch auszusehen. Da muß ich mir ja bei Gelegenheit glatt mal was mitnehmen, auch wenn es ein Porling ist.

    Was den Ritterling angeht, sehe ich gerade, daß man die beiden auch über den Geschmack trennen kann? Das wird zwar Überwindung kosten, so glibberig, wie die sind, aber was tut man nicht alles für die Pilze ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem ich am letzten Wochenende im Duisburger Landschaftspark ja schon einige nette Pilze gefunden habe, war ich gestern noch mal dort unterwegs. Der Regen hat offenbar gut getan, denn es gab noch mal deutlich mehr zu bestaunen:


    1. Agaricus campestris


    2. Lactarius pubescens


    3. Gymnosporangium sabinae ex Pyrus sp.


    4. Phyllactinia guttata ex Corylus avellana


    5. Parasola conopileus


    6. Leucoagaricus leucothites


    7. Bovista sp.


    8. Pseudombrophila bulbifera. Sporengröße 9.2+-0.3 µm.


    9. Mehltau auf Weide. Vom Blatt her nicht Salix caprea, womit der Mehltau Erysiphe adunca sein müßte. Dafür sind die Anhängsel aber recht kurz und sie standen auch deutlich in eine Richtung ab statt äquatorial.


    10. Mehltau auf unbekannter Pflanze


    11. Leccinum scabrum. Keine Verfärbung im Fleisch sichtbar. Sporengröße (16.9+-1.0) µm x (5.0+-0.2) µm, Q=3.4+-0.2

    Landschaftspark-0080.jpg


    12. Coprinus comatus


    13. Stropharia caerulea. Sporengröße (8.6+-0.4) µm x (4.6+-0.2) µm, Q=1.9+-0.1


    14. Melampsora sp. ex Populus sp. Meine Tendenz geht zu Melampsora laricis-populina


    15. Geopora arenicola


    16. Agaricus sp. mit Anisgeruch. Fruchtkörper auffallend klein und mit deutlich gelblichem-orangenen Hut, so daß ich sie auf den ersten Blick gar nicht als Champignons erkannt habe. Sporen muß ich später noch messen. Sporengröße (5.0+-0.3) µm x (3.4+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1


    17. Melamspora sp. ex Populus tremula


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte die Tage ja schon meine Stadtwald-Funde vom 1.10. vorgestellt, wo es nur Mikrobilder gab, weil ich im Wald keine Kamera dabei hatte. Also bin ich am nächsten Tag noch mal losgezogen, diesmal mit Kamera. Entsprechend gibt es jetzt also die Makroausgabe:


    1. Gymnopus dryophilus


    2. Xerula radicata


    3. Oudemansiella mucida


    4. Porostereum spadiceum


    5. Amanita muscaria

    Flocken auf dem Hut


    6. Lepista sordida


    7. Echinoderma asperum


    8. Mycena crocata


    9. Cyanoboletus pulverulentus


    10. Mycena epipterygia


    11. Cystolepiota seminuda


    12. Collybia cookei


    13. Liege ich hier mit Hymenoscyphus fructigenus richtig?


    14. Pleurotus cf. ostreatus


    15. Unbekannter Porling


    16. Stropharia cf. caerulea


    17. Ischnoderma resinosum


    18. Geastrum fimbriatum


    19. Mycena haematopus


    20. Tricholoma ustale


    21. Boletus edulis


    22. Nectria peziza


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Wochenende habe ich im Landschaftspark Duisburg mal wieder über den Kaninchenhaufen gekniet und dabei eine Pseudombrophila entdeckt. Dank runder Sporen läßt sie sich auch relativ gut als P. bulbifera ansprechen. Die Sporen waren zwar etwas zu klein, was eher für P. dentata sprechen würde (wenn es die denn überhaupt gibt, da sie bis jetzt nur von ihrem Entdecker Boudier gefunden wurde), aber da der untersuchte Fruchtkörper wohl noch nicht ganz reif war und die Farbe der Fruchtkörper ganz klar ins braun-rote geht, würde ich den Fund doch als P. bulbifera benennen.



    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich nach der Arbeit eine Runde im Duisburger Stadtwald und habe das Pilzwachstum nach dem Regen der letzten Tage bestaunt. Leider hatte ich unterwegs keine Kamera dabei, deshalb im Folgenden nur einige Mikrobilder, die dann später am Abend entstanden sind.


    1. Mycena haematopus


    2. Collybia cookei


    3. Mycena acicula


    4. Leccinum sp., im Bestimmungsteil des Forums genauer vorgestellt

    Stadtwald Duisburg-0033.jpg


    5. Chalciporus piperatus


    6. Gymnopus sp. Ich schwanke zwischen dryophilus und aquosus. Von den Hutfarben her eher hell.


    7. Lepista sordida


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern bin ich auf dem Heimweg durch den Duisburger Stadtwald gegangen um zu schauen, was der Regen dort so alles angerichtet hat. Insgesamt alles sehr erfreulich: Die Pilze beginnen zu wachsen. Unter anderem fand ich folgenden Leccinum, der in direkter Nähe zu einem Teich wuchs (und deshalb auch voll mit so kleinen grünen Pflänzchen war). Zunächst deutete alles auf Leccinum scabrum hin. Beim Durchschneiden zeigte sich rein weißes Fleisch ohne Verfärbungen. Nach einer halben Stunde wurde dann die obere Hälfte des Pilzes braun. Nach circa 2 Stunden zeigte sich dann eine Bläung im unteren Stielteil. Heute morgen war der Pilz dann zweigeteilt mit braunem Fleisch in der oberen und bläulichem Fleisch in der unteren Hälfte.


    Pilz circa 2 Stunden nach dem Anschneiden

    Pilz heute morgen

    Huthaut

    Röhren. Zystiden mit auffälliger Spitze

    Sporengröße (15.9+-0.7) µm x (5.5+-0.2) µm, Q=2.9+-0.1


    Björn

    Hallo Victor,

    Nur eine Frage noch: warum sollte man den großen alten Steinpilz nicht mehr essen?

    du ißt ja hoffentlich auch kein Steak, daß schon zwei Wochen beim Metzger in der Auslage lag. Soll heißen: An alten Pilzen kann man sich gehörig den Magen verderben, weil da eben irgendwann die Zersetzung beginnt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf meiner Tour im Landschaftspark am letzten Samstag fand ich auch zahlreiche Boviste, die ich mir jetzt auch mal mikroskopisch angeschaut habe.


    Sporengröße (4.4+-0.2) µm, sehr kurzes Pedicel

    Capilitium vom Bovista-Type

    Landschaftspark-0112.jpg


    Leider gelingt es mir selbst mit der Rasierklinge nicht, den reifen Fruchtkörper so durchzuschneiden, daß ich einen Blick auf die Subgleba werfen kann (ohne dabei meine ganze Wohnung mit Bovisten-Sporen vollzupudern). Kann man da trotzdem schon etwas zu sagen?


    Björn