Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    gestern Abend habe ich eine kleine Runde an der Duisburger Regattabahn gedreht und dabei auch ein paar fotogene Phytoparasiten eingefangen:


    1. Microbotryum saponariae ex Saponaria officinalis


    2. Puccinia centaureae ex Centaurea sp. Beim Wirt komme ich leider zu keiner Art, der Pilz hatte aber drei äquatoriale Keimporen an den Uredosporen und keine stachelfreie Tonsur, womit P. jaceae ausgeschlossen ist.


    3. Tecaphora melandrii ex Silene latifolia


    4. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor


    Björn

    Hallo Werner,


    was mir bei deinem Fund etwas Kopfzerbrechen bereitet sind die geschlitzten Ränder der Aecien. Die sollte laut Klenke nur Puccinia lapsanae haben. Andererseits fehlend dafür natürlich die deutlichen, roten Blattflecken. Hast du dir mal die Außenwand der Pseudoperidienzellen angeschaut? Die müßte bei P. lapsanae glatt sein, während sie bei P. opizii quergestreift ist.


    Björn

    Hallo Karl,


    in den dicken, weißen Tintling hatte ich gestern Abend nur kurz reingeschaut. Das Velum besteht aus runden Zellen, die mit Warzen bedeckt sind. Da ich immer noch kein HCl habe und entsprechend nicht prüfen kann, ob die Warzen sich darin auflösen oder nicht, habe ich aber nicht weiter reingeschaut.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Exkursion in Dahlhausen Ende Mai hatte ich auch ein paar Rehköttel eingesteckt, auf denen sich dann nach und nach einige Pilze zeigten, die ich Euch hier präsentieren möchte.


    1. Ein Tintling mit behaartem Hut, also lande ich mit Norberts Tabelle bei Coprinellus Sect. Setulosi. Die Pileozystiden sind zugespitzt, die Basidien sind 4-sporig und die Huthaut hat Sphaerozysten. Sporengröße (10.3+-0.9) µm x (4.6+-0.3) µm, Q=2.3+-0.2, so daß ich bei Coprinellus pusillulus lande.


    2. Pilobolus umbonatus


    3. Hier lande ich mit den septierten Haaren und dem einen, prall gefüllten Ascus bei Trichobolus. Aber welcher? Der erste untersuchte Fruchtkörper hatte Sporen (7.9+-0.3) x (6.1+-0.2) Q=1.3+-0.1. Ein Fruchtkörper, den ich einen Tag später unterm Mikro hatte, lieferte (9.9+-0.2) x (7.8+-0.2), Q=1.26+-0.04. Man erkennt also eine Tendenz zu immer größeren Sporen (ich nehme an, wegen zunehmender Reife). Von der Elliptizität her lande ich auf jeden Fall bei Trichobolus zukalii. Die Sporengröße würde eher zu T. sphaeroporus passen. Ich denke aber, daß selbst der zweite Fruchtkörper evtl. noch nicht vollreif war und die Sporen deshalb zu klein geraten sind.


    4. Ein Ascobolus...Sporengröße (17.5-20) µm x (8.5-10) µm, mit Längsrillen auf dem Epispor, deren Ränder charakteristisch angeraut erscheinen. Damit tendiere ich mal vorsichtig zu Ascobolus sacchariferus


    5. Hier hat sich wohl jemand im Substrat vertan :D Eine richtige Idee habe ich hier gerade nicht. Sporengröße (18.3-21.4) µm x (11.6-12.9) µm, Asci ohne Reaktion mit Lugol


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe jetzt Sporen etc. gemessen und mit der Beschreibung verglichen: Paßt alles wunderbar. Wenn man erstmal weiß, daß es eine Scutellinia ist, ist das in der Tat eine der dankbareren Arten!


    Björn

    Hallo Thorben,


    kann es sein, daß es sich hier um einen Bakterienbefall handelt? Bei Plicatura crispa findet man mitunter ja sehr ähnliche rote Verfärbungen, die wohl auch auf das Konto von Bakterien gehen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier kommt mal eine Zusammenstellung meiner Pilzfunde der letzten Tage. Den Anfang machen zwei Funde aus dem Bottroper Rotbachtal:


    1. Brunnipila fuscescens auf alten Buchenblättern


    2. Trochila iliicina an alten Ilex-Blättern


    Weiter geht es mit einem Fund von den Rheinwiesen in Duisburg-Neuenkamp:

    3. Puccinia allii ex Allium sp.


    Es folgen Funde aus dem Botanischen Garten Duisburg

    4. Septoria apiiicola ex Apium graveolens


    5. Puccinia menthae ex Mentha sp.


    6. Neoerysiphe galii ex Galium odoratum


    7. Erysiphe buhrii ex Silene dioica


    8. Albugo candida s.l. ex Lunaria annua


    9. Phragmidium rubi-idaei ex Rubus idaeus


    Und zum Schluß noch etwas aus dem Duisburger Stadtwald:

    10. Ist das eine sehr kurzhaarige Scutellinia? Oder doch etwas anderes? Wuchs direkt auf der Erde an einer offenen Stelle.

    Hallo zusammen,


    nur zur kurzen Information: Im Rotbachtal sind beide Seiten des Baches Naturschutzgebiet, siehe nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/OB_001 und nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/BOT_001


    Björn

    Kriminell ist es zwar, aber die Verursacher sitzen halt nicht in Deutschland und auch sonst nirgendwo in Europa. Die Chancen, daß man da also via Polizei irgendetwas erreicht sind null. Das ist neben den nicht existierenden Kosten für das Erstellen von Spam der Grund, warum das Internet mit Spam geflutet wird.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da stand ich heute morgen irgendwie komplett auf dem Schlauch. 5 Stunden Schlaf sind einfach zu wenig. Ich habe gerade in Roloff und Bärtels Flora der Gehölze geschaut. Da werden die beiden Euonymus-Arten unterschieden. Im Schlüssel geht das über die Wuchsform. Bei Interesse kann ich den Schlüssel und die Beschreibungen gerne abfotografieren und hier zeigen.


    Björn

    Hallo Sebastian,


    hast du mal mit Russula curtipes verglichen? Kannst du die Huthaut auch in SV mikroskopieren? Dann sieht man Zystiden typischerweise besser und kann auch direkt beurteilen, ob sie sich schwärzlich verfärben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    der Beitrag kommt genau zu richtigen Zeit. Meine Eltern haben den nämlich auch im Garten. Da muß ich nachher mal Fotos machen und mir ein bißchen was fürs Mikroskop mitnehmen (und natürlich den Pilz kartieren). Was die Unterscheidung der beiden Arten angeht, geht das wohl nur über den Wirt. Das ist aber ja bei etlichen Mehltauen so, was dann auch dazu führt, daß mitunter mal Arten, die scheinbar ein sehr breites Wirtsspektrum haben, aufgespalten werden, siehe z.B. Golovinomyces orontii.


    Björn

    Hallo Stefan,


    Täbulingsbestimmung ist alles andere als einfach. Welche Begleitbäume gab es denn? Welche Farbe hat das Sporenpulver? Wie sind die makrochemischen Reaktionen? Und für den Frauentäubling ganz wichtig: Wie ist die Beschaffenheit der Lamellen? Splittern sie oder nicht?


    Björn

    Hallo zusammen,


    die Spammer sind ja in der Praxis immer neue Mitglieder. Es postet ja niemand 400 Pilzbeiträge und versucht dann, den Leuten Viagra und Penisverlängerungen anzudrehen. Kann man dann nicht einfach für neue Mitglieder mit weniger als 20 Beiträgen die entsprechende Wartezeit von einigen Minuten zwischen zwei Beiträgen einführen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    das ist in der Tat beeindruckend, was da so alles wächst. Wobei man aber auch fairerweise dazusagen muß, daß Jochen öfter in dem Gebiet unterwegs ist und wir deshalb ganz gezielt an die Stellen gehen konnten, wo man mit Sicherheit etwas findet. Wenn man da erstmal jeden Nadelbaum nach Harzbecherchen hätte absuchen müssen, wären wir sicher nicht weit gekommen und hätten deutlich weniger gefunden.

    Mittlerweile regnet es hier in NRW zum Glück gerade, vielleicht gibt es dann ja auch bald wieder Pilze ohne Sumpf ;)


    Björn

    Hallo Harald,


    selbst wenn wir hier geschrieben hätten, daß das ein Kaiserling oder ein Steinpilz ist, wäre das nichts mit dem Abendessen geworden. Man ißt nur Pilze, die man selber mit hundertprozentiger Sicherheit als eßbar bestimmen kann oder die durch einen PSV bei einer Korbkontrolle als eßbar bestimmt wurden. Ansonsten ist man im Zweifelsfall schneller tot als man gucken kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da gehe ich mit Belis Vorschlag d'accord. Ackerlinge sind nämlich Braunsporer und hätten im aufgeschirmten Zustand dann keine weißen Lamellen mehr. Außerdem werden Ackerlinge nicht so groß wie die Pilze, die du da gefunden hast.


    Björn