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Hallo Miteinander,
spannende Geschichte das! Merkwürdig, dass die Seite jetzt erst irgendwem auffällt. So wie die Seite gestaltet ist, scheint sie (gefühlt) aus den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu stammen. Allein die wissenschaftlichen Namen der präsentierten Arten sprechen schon für sich.
Nach eigener Auskunft, ich hatte inzwischen etwas Zeit für Web-Recherche, betreibt die Firma das Geschäft auch schon seit 1920! Die Pilze scheinen allesamt aus Rumänien zu stammen, wo sie auch verarbeitet werden. Damit handelt es sich also um Produkte made in EU, wofür dann auch selbiges Recht gelten sollte. Das dürfte somit nicht mehr allein in den Bereich der lokalen oder bundesrepublikanischen Rechtssprechung fallen.
Allein der Werbetext offenbart schon einen Widerspruch. So werden die Grünlinge allein als eingelegt verarbeitet präsentiert. Am Ende des Textes findet sich der Hinweis, dass es sich um getrocknete Pilze handeln soll. Für den Fall, dass die Grünlinge in EU Länder ausgeführt werden, in denen diese noch nicht gebannt sind, dürfte es ohnehin kaum Handhabe gegen das Geschäft geben.
Vielleicht genügt ja eine kurze Nachfrage beim Verursacher, wie das tatsächlich gemeint ist. Könnte ja gut sein, dass es gut für's Geschäft ist, je mehr Angebote präsentiert werden.
p.s.
Der Thread ist mal wieder ein tolles Beispiel für Legendenbildung aufgrund von Halbwissen. Erst wird darüber gefachsimpelt, dass Erdritterlinge in Fernost großen Kummer bereitet hätten. Tatsache ist, dass aus jener Gegend die aktuellen Forschungsergebnisse stammen, bei denen auch bei der Terreum- Gruppe jener Wirkstoff entdeckt wurde. Die angeblichen Todesfälle mit den Grünlingen wurden für Frankreich und Polen angegeben. In Polen gab es genau zwei Vergiftungsfälle mit Laubwaldgrünlingen, die restlos geheilt werden konnten. Die dokumentierten Todesfälle stammen einzig aus Frankreich. Wer aktuellere Daten kennt, möge sich bitte melden.
Ich hoffe, mein Statement kommt nicht zu derbe rüber, aber manchmal sollte man die Kirche auch im Dorf lassen. Die Grünlinge blieben auf dieser Seite ziemlich lange unentdeckt. Vielleicht bestelle ich mir jetzt mal ein Kilo getrocknete Bischofsmützen. Sauer eingelegte Grünlinge schmecken bestimmt eher wie Gewürzgurken.
Grüßlis Ingo
Hallo Miteinander,
auch ich finde dies ein interessantes Thema. Nur schade, dass es nicht schon vor einer Woche auftauchte. Die Firma Danner war bei der Bio-Fach in Nürnberg, die am Wochenende zu Ende ging, vertreten und da hätte ich mich ja direkt vor Ort einmal insgesamt und ganz speziell kundig machen können. So aber habe ich deren Angebot nur ziemlich oberflächlich registriert - schade!
Ansonsten schließe ich mich Ingo an - man sollte vielleicht wirklich die "Kirche im Dorf" lassen. Alleine die Web-Seite spricht für sich und scheint mir ehrlich gesagt nicht laufend gepflegt zu werden. Wer weiß schon, von wann die eingepflegten Daten stammen und was bei einer tatsächlichen Bestellung/Nachfrage geschehen würde? Gut finde ich daher, dass die Firma von DGfM-Mitgliedern angeschrieben wurde und auf eine (evtl.) Problematik hingewiesen wurde.
Das eigentliche Thema "Handel mit Grünlingen" wurde in diesem Thread ja mit einigen anderen Aspekten bzw. Themen vermischt. Nur mal so nebenbei: Egal um welche Produkte es sich handelt, also ob um Lebensmittel, Kosmetik-Artikel, Putzmittel, usw., usw., usw., beinahe überall finden sich gesundheitsbedenkliche oder gesundheitsgefährliche Inhaltsstoffe und falls dies einmal nicht der Fall sein sollte, dann findet man häufig genug umweltbedenkliche Stoffe. Ein Wirr-Warr aus Erlaubtem, Obergrenzen, Richtwerten, Verbotenem, ... Der erwähnte, sicher zu begrüßende, Codex Alimentarius schafft manchmal eine Erleichterung, manchmal aber auch noch mehr Verwirrung. Auch wurden in den letzten Jahren z. B. nicht wenige Pflanzen, nachdem sie Jahrtausende lang problemlos genutzt wurden, als gesundheitsgefährlich verboten (und manchmal danach auch wieder rehabilitiert
). Als Verbraucher steht man dem oft macht-, hilf- oder ratlos gegenüber, gelegentlich hat man aber auch den Eindruck, dass bei einigen Produkten bzw. Inhaltsstoffen mit "Kanonen auf Spatzen" geschossen wird. Ich will damit nicht sagen, dass der Grünling harmlos ist oder gar gehandelt werden sollte, aber im Vergleich mit so manch anderen Inhaltsstoffen in unseren Lebensmitteln bzw. Konsumgütern doch wohl eher als nicht ganz so schwergewichtig einzustufen, vor allem bei einem üblichen, normalen Konsumverhalten! (Bei einem EU-weit arbeitendem Unternehmen würde vielleicht schon ein Hinweis auf der Webseite, dass der Grünling in einigen Ländern "zumindest umstritten" ist, genügen.)
Es gibt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Leitsätze für Pilze und Pilzerzeugnisse. Darin sind viele verschiedene Pilze aufgeführt - Grünlinge finden sich dort nicht! Doch selbst wenn diese verarbeitet werden sollten, so müssen sie nach diesen Leitsätzen wohl jeweils deklariert werden!
Wie schon gesagt schließe ich mich Ingo an und beende diesen Text daher auch mit den selben Worten: Ich hoffe, mein Statement kommt nicht zu derb rüber, aber manchmal sollte man die Kirche auch im Dorf lassen. ![]()
Liebe Grüße
Maria
