Beiträge von Cortinarius

    Auch von mir ein Lob für die Dokus


    2 Kleinigkeiten

    Bei Kunstlichtbildern musst du unbedingt einen Weißabgleich der Kamera machen

    Die Farben der Innenbilder sind total daneben


    Die "spindeligen" Sporen nennt man citriform

    Oder zitronenförmig

    Wenn sie einseitig abgeplattet sind mandelförmig oder amygdaloid

    Die genaue Form ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal


    Beim zweiten Elegantior solltest du nochmal KOH im Fleisch testen und zwar in der Stielknolle, nur da reagiert er rosa


    Beim ersten bin ich mir nicht 100% sicher

    Die KOH Reaktion ist schon sehr stark für Elegantior

    Aber ich wüsste auch keine Art mit so grossen Sporen und diesem Aussehen

    In seltenen Fällen soll Elegantior auch im Buchenwald wachsen und Elegantior ist auch eine montan verbreitete Art.

    Letzte Woche in der Schweiz hatten wir den täglich



    Beim 4. Pilz bin ich auf nichts anderes wie

    C.multiformis gekommen

    Zwar fehlt die leicht gerandete Knolle, das soll aber schon mal vorkommen


    Beste Grüße

    Uwe

    Liebe Pilzer,

    letzte Woche waren wir im Pilzparadies "Prättigau"

    Wie jedes Jahr geht zum Hardcore Cortinarien bestimmen in die Schweiz
    Harald wird in einem weiteren Beitrag noch von den eigentlichen "Objekten der Begierde" berichten

    Ich zeige euch ein paar Impressionen vom Beifang.


    So ungefähr sahen unsere Körbe nach einer Tour jeweils aus

    War mag kann ja mal versuchen etwas zu identifizieren



    Die Gelben gab es in Massen, auf Grund der Schonzeit im Kanton Graubünden mussten sie ausnahmslos stehen bleiben
    Wir hatten eine Sondergenehmigung des Kantons für wissenschaftliche Zwecke, begrenzt auf Cortinarien und andere Bestimmexeemplare


    jung und gefährlich, der Panther


    Die Röhrlingssaison ist auf 1500m schon fast vorbei
    Ganz frisch Rubroboletus rubrosanguineus


    Immer wieder schön, Tricholoma aurantium

    So das



    Pilze die man sonst nur aus Pilzbüchern kennt, es gibt sie wirklich
    Catathelasma imperiale , Wurzelmöhrling oder auf Schwizerdütsch es "Melkstühleli"


    Besondere Aphyllophorales gab es auch

    Boletopsis leucomelaena, Schwarzweisser Rusßporling



    Hydnellum peckii, Scharfer Korkstacheling



    Schöne Gruppen der abgestutzten Keule



    und natürlich die lila Ohren, Gomphus clavatus


    Korallen aller Art, diese hatte ich noch nie gesehen
    Eine rotspitzige - zu Hause dann in Josef Christans Monografie nachgelesen
    Wahrscheinlich Ramaria rubrovanescens , eine Art die im Bergnadelwald bei Fichte wächst
    Gefunden auf 1600m NN


    Häufig war Ramaria pallida , die Bauchwehkoralle

    Oft mit riesigen Exemplaren


    noch nie bewusst wargenommen hatte ich diese Art

    Pterula subulate , Bräunliche Bortsenkoralle


    Und hier noch ein kleines Rätsel
    welches Pärchen tummelt sich denn hier ?


    So das wars erstmal
    Die Cortinarien kommen dann von Harald in einem weiteren Bericht


    beste Grüße

    Uwe

    Hallo

    Nur auf die Schnelle

    1. + 2. C. elegantior

    3. C. caesiocortinatus

    4. Aus der Multiformis Gruppe

    genaue Art muss ich noch schauen


    Wenn du Details brauchst, melde dich

    Ich bin jetzt mal weg und schau später nochmal rein

    Gruss

    Uwe

    Hallo Stephan

    Auch wenn mich vielleicht einige hier gleich steinigen

    Ich würde mich trauen den

    Entoloma serrulatum ssl. zu nennen

    Die gefärbten ,wie gesägt wirkenden, Lamellenschneiden sind schon sehr typisch

    für die Art

    Gruß vom nassen Bodensee

    Uwe

    Hallo Beli,

    wirklich schöne Bilder von tollen Funden.

    In den Alpen brummt es derzeit richtig, wahrscheinlich kommt von mir später auch noch ein Bericht

    Eine kleine Anmerkung:

    Das 3. und 4. Bild des "Tigers" halte ich für eine Art aus der Gruppe um Tricholoma sejunctum , wahrscheinlich T.viridilutescens

    Die Gelb und Grüntöne passen nicht zum Tiger

    Gruss

    Uwe

    Sieht so aus

    Die Scheide sollte rotbraune Flecken haben

    Wächst gerne bei Birke

    Wenn du Pilze bestimmen willst musst solche Begleitinfos notieren, sonst wird das oft zu einer Raterei

    Die Bilder besser am Standort .

    Die Küchenbilder bei Kunstlicht sind meist farbverfälscht

    Gruss

    Uwe

    Hallo Beli,

    dein Bild zeigt keinen anserinus, das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit C. calochrous var. calochrous , Amethyst Klumpfuß bei Buche
    Die Knolle ist scharf gerandet, das Fleisch im Schnitt weiß , und die Lamellen deutlich lila

    ( bei anserinus bläulich)

    Bei den Calochroi braucht es für eine sichere Artbestimmung noch die KOH Reaktion auf dem Hut , oberen Knollenrand und Basalmycel

    Gruss

    Uwe

    Hallo Maria,

    Das passt schon, nicht jeder schmeckt bitter gleich.

    Ich kenne einige die essen Gallenröhrlinge ohne Probleme

    Den Klumpfuß kannst du mit C.anserinus beschriften

    Das Blau im Schnitt ist bei etwas älteren Pilzen dann deutlich weniger und meist nur noch im Stiel zu sehen

    Die Knolle ist meist rundlich gerandet und die Gelbtöne sind kalt ohne grossen Rotanteil

    Gruß

    Uwe

    Hallo Maria

    Dein Pilz hat ja eine deutlich gerandete Knolle, also ein Klumpfuß

    Klumpfüsse sind Phlegmacien mit schleimigen Hut

    Vermutlich waren da Buchen als Begleitbäume

    Wenn du den Pilz noch hast probier Mal ein bisschen von der Huthaut

    Ich gehe davon aus dass die sehr bitter schmeckt

    Wichtig bei Phlegmacien ist die Velumfarbe

    Die ist bei deinem Exemplar ockergelb

    Das sieht man am Knollenrand

    Mit bitteren Geschmack wäre das der Buchen Klumpfuß, C. anserinus

    Gruss

    Uwe

    Hallo Pablo,

    wenn du bei deinem Phlegmacium gesägte Lamellen und leichten Honiggeruch in der Stielbasis feststellst passt das makroskopisch gut.

    Gerade die schmale aber gerandete Knolle ist für mich ein typisches Merkmal von C.multiformis

    Ausserdem ist das einer der wenigen gerandetknolligen Phlegmacium , die auch im richtig sauren Nadelwald wachsen.

    Im Ludwig wird die Gruppe ( und ähnliche) ganz gut aufgedröselt

    Gruss

    Uwe

    Hallo Pablo

    Mir ist schon bekannt das Heilmann-Clausen

    den Pseudonictitans anzweifeln bzw. keine Unterschiede gefunden haben

    Ich habe die letzten 15 Jahre aber schon so viele Kollektionen dieser Arten gesehen, das ich mir zutraue die makroskopisch zu unterscheiden

    Mir ist folgendes aufgefallen (ohne Wertung)

    Für Pseudonictitans

    Deutlich dunkler braun wie fulvum

    Meist kleinwüchsiger

    Wenn überhaupt nur wenig gerippter Hutrand

    Nur unter der Stielrinde gelb

    Im Schnitt meist ganz blass gelblich

    Eigentlich immer in Begleitung einer Fichte


    Mal schauen ob es da Mal irgendwann neue Erkenntnisse gibt


    Gruß

    Uwe

    Hallo Andreas,

    Schöne Bilder und fast identisch mit meinen
    Das war ein ganz schön fordernder Pilztrip letzten Samstag
    Die Knollis habe ich dann die Woche noch mal besucht

    Hier ein Bild wie sich entwickelt haben



    Der kleinere hat ganz schön aufgeholt und im Hintergrund kommt schon der nächste.


    Heute auf der Pilzkontrolle in Kreuzlingen habe ich einmal 3 Grüne aus den Anischampignons

    und bei einem weiteren Sammler noch 5 weisse - phalloides und noch 10 normale Grüne aussortiert


    Gruss

    Uwe

    Hallo zusammen,

    da ihr ja auch durch meinen Post mit dem "Perlpilz ohne rot " auf das Thema gekommen seit, schildere ich mal meine Erfahrungen mit AlvaLab, der Firma von Pablo Alvarado
    Ich habe schon desöfteren Proben dort sequenzieren lassen
    Einfach ein kleines Stück des Pilzes möglichst frisch nach dem Sammeln trocknen , am besten mit Fruchtschicht und ohne anhaftenden Dreck / Moos usw.

    Dabei die Temperatur gering halten und wirklich gut durchtrocknen.
    Dann die Proben in Plastik Zip-Beutel geben und beschriften
    Die Sendung per EMail bei Alvalab ankündigen und per Post nach Spanien schicken

    Nach 2 - 3 Wochen bekommt man eine EMail mit den Ergebnissen.
    Im kostengünstigsten Fall bekommt man eine AB1 -Datei zu jeder Probe, ( Rohdaten der Sequenzierung)

    Die kann man mit freier Software ( z.B. MEGA X) öffen und in ein FASTA file konvertieren
    Das FASTA - file enthält die Gen-Sequenz als Folge der Basen-Paare G A T C

    Diese File können direkt bei den Gendatenbanken UNITE ( nur für Pilze) oder GENBANK ( allgemein) eingelesen werden.
    Ein Analyse der Daten spukt dann die ähnlichste, bereits gespeicherten Sequenzen aus.
    Jetzt brauchte es etwas Erfahrung , die Ergebnisse zu beurteilen.
    Viele Sequenzen in der Datenbank sind namenlos oder von Übersee usw.
    Taucht ein Artname auf sollte man prüfen vom wem die Art bestimmt wurde , ich persönlich würde nur einem bekannten Gattungsspezialisten trauen
    Optimal ist wenn die eigene Sequenz dem Typus-Beleg zu 99 -100% gleicht.
    Das Prozeder klingt schwieriger wie es wirklich ist, am besten man hat aber jemand an der Hand der sich etwas auskennt.

    Die Brutto - Kosten einer solchen Sequenzierung bei Alvalab liegen bei etwas über 20 € , da die Preise auf der Homepage noch keine MwSt. enthalten

    Natürlich kann eine Sequenzierung auch scheitern, wenn das Material fehlerhaft ist
    Ich hatte aber bisher eine Erfolgsquote von 95%

    Ich hoffe das hilft etwas.
    Die komplette Sequenzierungsprozedur zu beschreiben ist in einem solchen Thread nicht möglich
    Ausserdem bin ich Laie, kein Biologe und damit reiner Anwender


    beste Grüße

    Uwe