Hallo,
Was Andreas Kieling betrifft, so hat dieser sicherlich große Erfahrungen im Umgang mit Wildtieren, aber er und andere Tierfilmer gehen für spektakuläre Aufnahmen oft große Risiken ein, die wir vermeiden können, in dem wir genügend Abstand halten und uns ggfs. wenn wir mal zu nahe gekommen sind, langsam rückwärts zurückziehen. Wildtiere egal welcher Art greifen uns normalerweise nur an, wenn sie sich oder ihre Jungen bedroht oder in die Enge getrieben fühlen (oder in Ausnahmefällen, wenn sie uns als Beute oder Konkurrenten betrachten).
Ich bin zweimal jeweils einer größeren Rotte von Wildschweinen begegnet. Da ich sie rechtzeitig gesehen hatte, blieb ich zunächst stehen und habe sie eine Zeitlang beobachtet. Nachdem ich mich durch Klopfen mit einem Stock und Rufen bemerkbar gemacht hatte, haben sie sich dann, schön in einer Reihe hintereinander, die Jungen in der Mitte, langsam verzogen. Bei dem einen Mal sind allerdings noch zwei Nachzügler, die ich nicht gesehen hatte, kurz vor mir über den Weg gerannt. Da bin ich auch ziemlich erschrocken.
Eine interessante Beobachtung konnte ich in einem Freigehege machen. Darin befand sich eine Sau mit Frischlingen. Als ich an den Zaun trat, kam die Sau zunächst auf mich zu und machte einen Scheinangriff. Ich trat dann einen Schritt zurück und blieb ruhig stehen. Nach einem weiteren Scheinangriff zog sie sich dann zurück und legte sich wieder zu ihren Jungen. Ein Jahr später war ich wieder dort und die Sau hatte wieder Junge. Diesmal konnte ich sofort an den Zaun treten, ohne dass sie sich rührte. Dann kam ein junges Pärchen und trat an den Zaun. Sofort stand die Sau auf und startete einen Scheinangriff, wie damals bei mir. Die beiden waren natürlich sehr erschrocken und verwundert, dass sie das bei mir nicht machte. Ich gehe davon aus, dass sie mich noch kannte und wußte, dass von mir keine Gefahr droht.