Beiträge von Christian J.

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für euer Feedback :-)


    Mir macht das Schreiben der Artikel sehr viel Spaß. Wenn ich dadurch mehr Aufmerksamkeit bei den Menschen für das Thema Flechten wecken kann,habe ich doch alles richtig gemacht ;-)


    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,


    heute möchte ich euch drei weitere, sehr häufig auf Bäumen anzutreffende Flechten vorstellen. Auch diese drei sind mit ein wenig Übung und einer 10fach Lupe sicher im Gelände anzusprechen.


    Diesmal sind es die Strauchflechtenarten Evernia prunastri, Pseudevernia furfuracea und Ramalina farinacea.

    Die drei Flechtenarten haben eine besondere Gemeinsamkeit. Ihr Lager ist "strauchig abstehend oder hängend mit bandförmigen,gegabelten Lagerabschnitten" - so steht es in schön vormuliert in den Bestimmungsbüchern - nur an einer Stelle am Substrat festgewachsen. Man kann die Flechten also ganz vorsichtig anheben und sich zum Beispiel die Unterseite der Lagerabschnitte anschauen.


    Bei der Unterscheidung der Arten kommt es unter anderem auf ein Vorhandensein/ Nichtvorhandensein der von mir im letzten Beitrag vorgestellten Sorale und Isidien. Desweiteren spielt die Beschaffenheit/Aussehen der Oberseite/Unterseite der Lagerabschnitte eine Rolle.


    Die Bilder der Flechten stammen aus meinem Flechtenherbar,sodass die Farben nicht mehr ganz so frisch sind.


    Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Bei der Bestimmung von Flechten hat man sich international darauf geeinigt,nur getrockene Exemplare zu verwenden.

    Das hat etwas mit den Flechteninhaltsstoffen zu tun. Um manche Flechtenarten eindeutig Bestimmen zu können gibt es "Bestimmungschemikalien" ,z.B. Kalilauge (K), para-Phenylendiamin (P), Natriumhypochlorit (C) oder Lugolsche Lösung (J) für den Lichenologen,die mit den Inhaltsstoffen von Flechten reagieren und bestimmte Farbreaktionen hervorrufen.

    Diese Farbreaktionen sind zum Teil artspezifisch und geben wertvolle Zusatzinfos bei der Bestimmung. In der Literatur findet ihr dann Angaben wie z.B. Soredien K+ rot oder K-. Bei Zugabe von Kalilauge färben sich die Soredien dann an der Kontaktstelle mit K rot (K+) oder es passiert gar nichts (K-).


    Die Chemikalien für die Bestimmung kaufe ich im Mycoshop in den euch bestimmt bekannten kleinen,braunen Fläschchen. Bei feuchten Exemplaren können die Farbreaktionen unter Umständen ausbleiben.


    So, nun weiter zu den Arten ...


    Evernia prunastri - Habitus



    Die Oberseite der Loben ist im frischen Zustand graugrün bis gelbgrün und berindet, die Unterseite ist dagegen leicht rinnig aussehend und unberindet. Deswegen erscheint die Unterseute weisslich. Leider kann man den Farbunterschied im Bild unten nicht gut sehen. In der Hand kann man den Unterschied allerdings sehen.




    Unterschied zu Pseudevernia furfuracea: Evernia prunastri besitzt an der Oberseite und an den Rändern Sorale, P. furfuracea besitzt zylindrische bis korallenartig verzweigte Isidien und keine Soredien.


    Unterschied zu Ramalina farinacea: Die Ober/Unterseite ist gleich gebaut und gleichfarbig. Ramalina farinacea hat +/- scharf abgegrenzte Sorale vor allem an den Lobenrändern.

    Pseudevernia furfuracea - Habitus




    Unterschied zu Evernia prunastri: P. furfuracea ist sehr variabel im Aussehen und besitzt an der Oberseite und an den Rändern stiftartige bis korallenartig verzweigte Isidien und keine Soredien.


    Hier mal ein paar Exemplare aus Dänemark zum Vergleich. Wie viele hier wachsen kann ich euch nicht sagen. Ist aber echt beeindrucken,wenn man vor einem Baum steht der über und über mit den Flechten behangen ist. So könnte es auch mal bei uns in Good ol´ Germany aussehen. Schnief!


    Ramalina farinacea - Habitus



    Die Loben sind derb-knorpelig, von der Ober/Unterseite her gleich gebaut.

    Was auf jeden Fall ins Auge fällt, sind die elliptisch,weißlichen, scharf begrenzten Sorale, die an den Lobenrändern zu finden sind. Die Flechte besitzt keine Isidien

    Evernia prunastri hat zwar auch Sorale,die sind aber nicht so schön begrenzt wie bei der Ramalina.



    So,ich hoffe dann mal,dass ihr die Augen bei eurer nächsten Exkursion nach diesen Flechten offen haltet : -)

    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für euer Feedback :Kuschel:


    Die Idee zu den “Flechten für Anfänger“ kam mir gestern Abend ganz spontan beim Aufräumen und Sortieren meines Herbariums. Ich habe noch Flechten meines Harz-Urlaubes durchgeschaut und dabei P.sulcata und P.saxatilis gut entwickelt und nebeneinander auf einem Lärchen-Ast gefunden.

    Wenn man beide Arten so nah beieinander hat, sieht man den Unterschied der beiden auf Anhieb. Da dachte ich mir, hol das Mobiltelefon raus und zeige den Unterschied im “Flechtenforum“ den anderen Mitgliedern:saint:


    Ich hoffe man hat den Unterschied zwischen Soralen und Isidien sehen und verstehen können. Wenn ihr noch Fragen habt oder weitere Bilder braucht,sagt bitte bescheid.


    Es gibt durchaus noch weitere “Anfänger-Flechten“ ,die ich euch gerne vorstellen möchte. Wenn ich dadurch den Flechtenvirus unters Volk bringen kann, werde ich das gerne tun : -)


    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte euch gern zwei (vier) Flechten vorstellen,die jeder Flechtenfreund mit ein bisschen Übung ganz sicher im Gelände Ansprechen und Unterscheiden kann.


    Es sind die Blattflechtenarten Parmelia sulcata und die Parmelia saxatilis-Gruppe (mit Parmelia saxatilis, Parmelia ernstiae und Parmelia serrana). Alle vier vorgestellten Arten haben so ungefähr den gleichen Habitus.

    Diese Flechtenarten gehören zu den am häufigsten vorkommenden Arten in unser unmittelbaren Umgebung. Also eigentlich an (fast) jeden Baum (Parmelia sulcata/saxatilis-Gruppe) oder Stein (Parmelia saxatilis-Gruppe).


    Was uns als erstes bei den Arten ins Auge fällt ist, dass die grauen Blattloben sehr kantig und eckig aussehen und auf der Oberseite so komische,weisse Stellen zu erkennen sind. Diese Stellen nennt man Pseudocyphellen. Diese Pseudocyphellen bilden ein Netz über die gesamte Blattoberfläche. Die Pseudocyphellen im nächsten Bild sind noch ganz "jung". Später bricht dort die dünne Rinde auf und es entstehen an diesen Stellen Sorale (P. sulcata) oder Isidien (P.saxatilis-Gruppe)


    Auf das Vorhandensein von Soralen oder Isidien kommt es an um die Flechten korrekt anzusprechen!


    Sorale und Isidien sind Organe der vegetativen Vermehrung der Flechte. In den Soralen werden Soredien,das sind besondere Diasporen mit beiden Symbiosepartner, gebildet. Soredien sind unberindet und sehen aus wie eine Ansammlung von kleinen Staubkörnern. Diese werden aktiv vom Thallus (Flechtenkörper) abgestoßen.


    Isidien sind berindete Diasporen. Es sind oberflächliche Auswüchse des Thallus,die an einer "Sollbruchstellen" passiv vom Flechtenkörper losgebrochen werden.



    Bei genauer Betrachtung dieser Netzadern (Pseudocyphellen) bestimmen wir die Flechte.


    Parmelia sulcata

    Diese Flechte bevorzugt eher nährstoffreiche Baumrinde. Bei Parmelia sulcata entstehen an den Pseudocyphellen Sorale (keine Isidien).






    Parmelia saxatilis-Gruppe

    Diese Flechte bevorzugt auch nährstoffreiche Baumrinde,kommt aber viel seltener als P. sulcata auf Bäumen vor. Man findet sie auch auf Silikatgestein.

    (Im übrigen wachsen Flechten dort,wo sie wollen und pfeifen sehr oft darauf,was Menschen in ihren Bestimmungsbüchern schreiben.)

    Bei Flechten der Parmelia saxatilis-Gruppe entstehen an den Pseudocyphellen Isidien (keine Sorale). Auf den nächsten zwei Bildern sehen wir noch junge,nicht voll entwickelte Isidien.





    Solltet ihr nach genauer Betrachtung eine Parmelia der saxatilis-Gruppe gefunden haben,schaut dann doch nochmal genau auf die Blattoberfläche. Sollte diese deutlich bereift sein,so habt ihr mit hoher Warscheinlichkeit Parmelia ernstiae in der Hand.

    Wuchs die Flechte allerdings auf Silikatgestein und die Loben sind eher schmal und nicht überlappend,dann ist es mit hoher warscheinlichkeit eine Parmelia saxatilis.

    Sollten die Merkmale anders sein (wenig oder nicht bereift, Loben eher breit und überlappend) habt ihr eine Parmelia serrana gefunden.


    Parmelia serrana ist die bei weitem häufigste Art der Parmalia saxatilis-Gruppe. P. serrana wurde zwar schon im Jahr 2004 von P. saxatilis abgetrennt ist aber in der Flechtenliteratur nicht oft zu finden.



    Ich hoffe,ihr werdet bei euren nächsten Exkursionen die Augen nach diesen Arten offen halten.


    Bis dann

    Christian

    Hallo Björn,

    vielen Dank für Blumen ;-)


    Die Exkursion war schon sehr gut.

    In den ca. fünf Stunden haben wir einige Flechten entdecken können und ne Menge gelacht.


    Leider gibt es bei uns im Ruhrpott kaum jemanden,der sich für die kleinen,bunten Dinger interessiert ;(

    Dabei ist der Anfang gar nicht so kniffelig. Die häufigsten Arten hat man relativ schnell erkannt.


    Doch wenn man dann vom Flechtenvirus erwischt wird,ist man einfach nicht mehr zu retten :love:


    @ Björn: Nochmal vielen Dank für den schönen Tag.


    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte euch hier einen unbekannten Kandidaten zeigen,der mir schon recht häufig begegnet ist. Aufgefallen ist mir der Pilz? bei Kontakt, durch die von ihm hinterlassenen schwarzen,kohleähnlichen Spuren auf meinen Klamotten.


    Diesmal war ein ganzer Ast eines Weißdorns davon übersät.


    Hier eine Aufnahme bei 15facher Vergrößerung


    Hier sind die Mikro-Bilder des Unbekannten


    Hier nochmal Vergrößert


    Sieht für mich aus wie verschiedene Ansammlungen von gekrümmten Konidien mit den Maßen von ca.8x9 µm.


    Einige Öltropfen meine ich zu Erkennen und ausserdem eine leichte Ornamentierung. (Ich habe hoffentlich kein Knick in der Optik :-))


    Kann man mit den Infos etwas anfangen und dem/dee John Doe/Jane Doe einen Namen geben?


    Bis dann,

    Christian

    Hi Björn,

    die Westruper Heide ist ne gute Idee.

    Ich habe mal wieder einen Cladonien-Auffrischkurs nötig ;-)


    Die Diploschistes muscorum habe ich mir im Landschaftspark mal von Gregor Zimmermann zeigen lassen. Da wäre ich glatt drübergelatscht. Doch wenn man die einmal gesehen hat, passiert einem das vielleicht kein zweites mal.


    Die Westruper Heide sollten wir uns festhalten. Leider kann ich die nächsten zwei Wochenenden nicht :-( (Bin am zweiten WE in St. Peter-Ording)

    Doch dann sollte es kein Problem sein.

    Vielleicht kannst du ja noch Leute vom APR für eine Flechten-Exkursion aktivieren.


    Wenn jemand hier aus dem Forum auch noch dabei sein kann,wäre das die Krönung!


    Bis dann,

    Christian

    Hallo Björn,

    die letzten Monate waren sehr Turbulent bei mir. Es ist einiges auf der Strecke geblieben.

    Doch jetzt soll es wieder vorwärts gehen.


    Auf Exkursionen habe ich total Lust.

    Meinst du, man könnte eine reine Flechten-Exkursion auf die Beine stellen?


    Ich würde auch ein paar Kilometer mit dem Auto fahren,wenn's drauf ankommt.


    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,

    durch einen Beitrag von Christoph (Tricholomopsis) über Flechtenparasiten an Xanthoria parietina im Forum der BMG Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel angefixt, wollte ich euch meinen Fund vom Wochenende nicht vorenthalten.


    Es handelt sich um den Parasiten Xanthoriicola physciae.


    Die befallene Flechte des Parasiten (Xanthoria parietina) fanden wir beim Sammeln von Holunderblüten für unsere Holunderblüten-Gelee an,wer hätte es gedacht, Holunder :-)



    Hier sind die dunklen, ca. 5x5 mü großen Conidien zu sehen...



    Vielleicht hält der ein oder andere ja auch mal Ausschau nach Flechtenparasiten an Xanthoria oder anderen Flechtengattungen.


    Es ist echt ein interessantes Thema,das viel zu wenig beachtet wird. Eventuell findet sich auch Capronia suijae dann noch etwas öfter ;-)


    Bis dann,

    Christian

    Hallo ihr Lieben,

    nach langer Zeit der Forumsabstinenz und großer Freude über ein eigenes “Flechtenforum“, möchte ich euch gerne ein paar (wie ich finde) wichtige Links zum Thema Flechten und Flechtenparasiten an die Hand geben.


    Die verlinkten Internetseiten enthalten zum Teil sehr interessante und zur Bestimmung wichtige Mikroskop-Bilder.


    Es werden sowohl zu den einzelnen Flechtenarten, als auch zu einigen wichtigen Flechtenparasiten Abbildungen präsentiert.


    Auf diese Internetseiten greife ich regelmäßig zurück, weil sie eine Fülle von Informationen enthalten.


    Die Seiten sind leider nur in Englisch oder Französisch. Wenig Englisch-Kenntnisse reichen aber völlig aus ;-)


    Die Links stammen zum größten Teil aus dem europäischen Ausland. Ihr findet dort aber viele Arten, die auch bei uns vorkommen.

    Stöbert die Seiten einfach mal durch.


    Hier geht's los mit den Seiten zu den Flechtenarten:


    Flechtenarten von A-Z sortiert

    Lichens - A-Z Index


    Irish Lichens - A-Z Lichen Index


    Lichens of Belgium, Luxembourg and northern France


    Alan Silverside's images of British lichens (Index)


    photos_afl_liste.htm


    Lichens Home Page


    Index - Lichens


    Flechtenarten unter dem Mikroskop

    Lichens - microscope images


    Irish Lichens - Microscope images


    Links zu wichtigen Flechtenparasiten

    Lichens - AZ lichenicolous


    lichenicoles.htm


    Irish Lichens - Lichenicolous fungi


    Alan Silverside's images of British lichens (index to lichenicolous fungi)



    So, das war's erstmal von mir.

    Bis dann,

    Christian

    Hallo Björn,
    auch von mir ein grosses Dankeschön für deine Initiative :Kuschel: und für dieses hochinteressante Thema.
    Gut , dass ich einen gültigen ADR Schein habe. Dann kann ich für uns die Chemikalien sicher durch den Wald schleppen :giggle:


    Dein Lehrling Christian :haue:

    Hallo Tim,
    durch das Konsumieren von starken Antibiotika wird meist immer auch die Magen-Darm-Flora durchgeschüttelt und das war dann bei mir der Daueraufenthalt auf dem Schei...haus! Wie auf einer Klingonen-Party 🎆
    Bis dann!

    Hallo Safran,
    Ich hatte im letzten Jahr eine Borreliose. Habe mir in Norwegen eine Zecke nach einer Wanderungen aus dem Knie gepult.
    Nach dem Zeckenbiss hatte ich keine Rötung,nix. Nach zwei Wochen bin ich dann zum Doc gegangen und habe gesagt ich möchte auf borrellien getestet werden. Ergebnis war positiv.Dann gab's zwei Wochen Antibiotika inklusive Flotten Hirsch und die Borrellien sind weg.
    Du hast den Biss früh entdeckt,da ist alles noch im grünen Bereich.
    Alles wird Gut :-))