Beiträge von Wolfgang P.


    Hallo Craterelle,


    Danke für die konstruktiven Hinweise - sowohl die Excel-Vorlage für Fundmeldungen als auch die Erläuterung zur Bilder-Spende habe ich bei den Verantwortlichen angefragt, um sie auf der Webseite einzubinden.


    Man kann übrigens auch mehr als 4 Bilder bei pilze-deutschland hinterlegen, hinter jeder der 4 Rubriken liegt eine Diaschau. Allerdings sollten zusätzliche Bilder möglichst auch einen neuen Aspekt bringen - z.B. zur Variabilität der Art oder zur Verdeutlichung von Artmerkmalen.


    Gruß,
    Wolfgang



    [hr]


    Ich hätte dann auch gleich einen Verbesserungsvorschlag zu machen :)


    Ich wollte eben meine Drohung wahrmachen und einen Mitgliedsantrag ausfüllen. Ja, man findet ihn auf der HP der DGFM, wenn auch nicht plakativ untergebracht. Weniger gut finde ich, dass man diesen Antrag nicht online ausfüllen und abschicken kann. Oder ich bin zu dumm dazu, dann ist schlecht dass man auf der HP keine Anleitung für Dumme findet. :D


    Man muss also den .pdf-Antrag ausdrucken, manuell ausfüllen und per Post auf den Weg bringen. Natürlich auch kein Hexenwerk, aber es ginge auch einfacher.


    Hi Rada,


    ein pdf-Formular ist tatsächlich gerade in Arbeit. Allerdings wünschen wir uns von Neu-Mitgliedern am liebsten einen SEPA-Lastschrifteinzug für den Jahresbeitrag, und dafür besteht der Gesetzgeber leider auf der Papierform. Und wenn man den Lastschrifteinzug ohnehin ausdrucken und zuschicken muss, kann man auch gleich den Mitgliedsantrag mit beilegen...


    Gruß,


    Wolfgang


    P.S.: stimmt es, dass Du eine neue Pilzgruppe aufgemacht hast? Schick' mir doch mal die Daten für die Karte der Pilzvereine...

    Hallo an alle,


    vielleicht noch als Nachtrag eine Vision von meiner Seite:


    Heute sind auf http://www.pilze-deutschland.de nur (sehr unvollständige) Verbreitungskarten und manchmal ein Bild. Wie wäre es, wenn in 20 Jahren auch alle Merkmale jeder in Mitteleuropa gefundenen Pilzart abzurufen wären, idealerweise auch über einen synoptischen Schlüssel? Das wäre so ein Projekt, das nur mit Zulieferung von vielen vielen Helfern (oder mit sehr viel Geld) zu erreichen ist.



    Gruß,


    Wolfgang


    Edit: ich bin für diese Forum zu langsam mit meinen Formulierungen. Dadurch geht es von Frage zu Antwort scheinbar kreuz und quer - sorry dafür.

    Hallo an alle,



    ich versuche mal auf die ersten Fragen zu reagieren. Zum Thema Wissensvermittlung rund um Speisepilze:


    Dennoch: durch die PSV-Ausbildung an sich wird man nicht zum "Pilzkunde-Lehrer" mit entsprechendem didaktischen Wissen, also etwa wie man eine Exkursion formal ansprechend durchführt. Das leistet dann erst die DGfM-Referentenausbildung. In einigen meiner eigenen Lehrvorträge versuche ich allerdings schon auch didaktische Inhalte unterzubringen, d. h. das didaktische Wissen, welches ich als hauptberuflicher Lehrer habe, auf die Pilzkunde anzuwenden.


    Stimmt genau: Ein PSV kann quasi im Namen der DGFM (oder eines anderen Verbandes im Osten oder Bayern) Speisepilze freigeben und ist durch eine Vereins-Haftpflicht gegen Fehl-Urteile versichert. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn der Versicherungsträger Mindest-Kenntnisse des PSV sicherstellt. Bei der DGfM sind die schriftlichen Prüfungsfragen bundeseinheitlich, die mündlichen und schriftlichen Prüfungen werden von einem DGfM-Prüfer abgenommen - zur Zeit gibt es nur 4 und es dürften gerne noch ein paar mehr werden.


    PilzCoaches werden auf den kreativen und informativen Umgang mit Pilzen geschult. Eben die Themen, die jemanden ohne Bezug zu Pilzen interessiert. Das nützt nicht nur in der Kinder- und Jugendarbeit, wird dort aber am häufigsten nachgefragt.


    DGfM-Referenten-Ausbildungen gibt es seit Jahren nicht mehr, aber sie waren auch nicht mit Rhetorik-Schwerpunkt. Es gibt gute und schlechte Lehrer, für allgemeine Didaktik und Rhetorik ist die DGfM nicht der optimale Ansprechpartner - das können andere besser.


    Und das Thema Kartierung ist ja für mich ein ganz spezielles Thema, gerade für weite Teile Mittelfrankens. Im letzten Jahr hatte ich versucht Pilzfunde irgendwie eintragen zu lassen und habe dann letztendlich resigniert aufgegeben. Nun habe ich aber entdeckt, dass es auf der Web-Seite der DGfM ein Programm zur Erfassung gibt (–žMykIS–œ). Nicht entdeckt habe ich, wer sich dieses Programm bestellen kann. Muss man dafür PSV sein? Könnte jemand wie ich auch mitmachen? Aber auch hier scheint es sich, zumindest so habe ich es verstanden, um eine eher niedrigschwellige Möglichkeit zu handeln und genau dies ist notwendig um mehr Bewegung in die mykologische Landschaft zu bekommen.


    Zusammengefasst (zu den beiden genannten Punkten) erscheint mir als Neuling einiges auf einem wirklich guten Weg zu sein, aber eben auch noch etwas ausbaufähig.


    An der Kartierung kann jeder mitarbeiten, der es möchte. Das Werkzeug muss nicht Mykis sein, man kann auch seine Funde z.B. in einem Excel-Blatt festhalten und irgendwann dem Landeskoordinator geben. Wichtig sind WAS-WANN-WER-WO, und ggf. ökologische Parameter (Substrat, Hangneigung, ..).
    Oder man gibt sie auf der Webseite bei brd.pilzkartierung.de ein, dann bekommt die DGfM sie am Jahresende. Daten von unsicher bestimmten Pilzen sind nicht so nützlich, daher ist schon eine gewisse Bestimmungsroutine hilfreich. Aber wenn einer nur Fliegenpilze kartiert, sind das auch Daten, über die sich vielleicht mal jemand freut. Pilzkartierungsdaten bei Naturgucker.de werden zur Zeit noch nicht an die DGfM übermittelt.



    Die eigentliche Frage bleibt: wer könnte/möchte sich wie im Sinne der Pilze einbringen, und welche Hilfestellungen kann ein überregionaler Verband dazu leisten?


    Gruß,


    Wolfgang


    Hi Craterelle,


    damit das Ganze wirklich langfristig nachhaltig wird, müssten die Belege nach der Sequenzierung in einem öffentlichen Herbar (z.B. Senckenberg, Karlsruhe, München, ...) hinterlegt werden. Das ist übrigens auch etwas, das jeder Einzelne tun kann: Gut dokumentierte Funde seltener Arten so der Forschung zugänglich machen.


    Von einer eigenen GenBank halte ich nichts - das gibt es schon. Zu einzelnen Funden auch die Beschreibung (z.B. als pdf), Bilder und jeweils die Bezüge zur Herbarnummer und der GenBank-Nummer anzuzeigen, ist dagegen eine gute Idee. Da wir im Rahmen des Böhmerwald-Projektes ja auch 40.000 EUR für Software zur Verfügung haben, lässt sich damit vielleicht was ermöglichen. Hast Du Lust, an der Konzeption mitzuarbeiten?


    Gruß,
    Wolfgang


    Hallo Markus,


    Danke für diese aufmunternden Worte.


    Die Antwort ist - wie Du schreibst - nicht eine einzelne, sondern kann nur ein Mosaik aus Hunderten kleiner Bausteine sein. Je nachdem, welchen Wissensstand und welches Zeitbudget der einzelne mitbringt.


    Als allererstes würde es schon ein wenig helfen, wenn diejenigen, die solche Visionen teilen, sich zu einer Mitgliedschaft in der DGfM entschließen würden, weil wir dann leichter kommunizieren und Aktionen abstimmen könnten. Nebenbei erhöhen Mitgliederzahlen das Gewicht, wenn wir mit der Presse oder Politik reden.


    Der nächste Baustein ist Öffentlichkeitsarbeit vor Ort: jede Lokalzeitung, die über die Libelle des Jahres aber nicht über den Pilz des Jahres berichtet, müsste ein Dutzend Leserbriefe erhalten. Über die Pilzausstellung muss vorher und nachher im Lokalblatt berichtet werden!


    Ein weiterer wären Beiträge zur Kartierung: noch gibt es Landstriche, in denen nicht einmal ein Fliegenpilz kartiert wurde. Das wird uns immer wieder mal vorgeworfen und als Argument gegen den Nutzen von Pilzen im Naturschutz vorgeschoben (die Botaniker verteidigen ihr Terrain mit Zähnen und Klauen).


    Wer sich nicht zum PSV berufen fühlt, kann ja mal über den PilzCoach nachdenken und mit der Schulklasse des Kindes einen Projekt-Tag gestalten (die Lehrer sind ja oft froh, wenn sie nicht alles selbst vorbereiten müssen).


    Wer in Naturschutzverbänden aktiv ist (BUND, NaBu, ...), sollte dort mykologische Kenntnisse einbringen - ein Jammer, dass selbst unter Naturschützern eine Wissenslücke zur Rolle der Pilze in Ökosystemen vorherrscht.


    In diesem Forum gibt es so viele tolle Fotos von seltenen Arten - kann man diese vielleicht http://www.pilze-deutschland.de zur Verfügung stellen?


    Ich könnte hier lange fortfahren, aber noch mehr würde mich ja die Meinung von anderen interessieren...



    Grüße,


    Wolfgang Prüfert
    (Vizepräsident der DGfM)

    Hi Craterelle,


    ich vermute, dass Du für einen stabilen Baum einfach zuwenig Sequenzen in jedem Zweig drin hast. Der Algorithmus sucht ja nach Ähnlichkeiten, aber ob die systematisch oder zufällig sind, kann der Algorithmus anhand nur einer Art pro Gattung gar nicht entscheiden.


    Ich bin aber nicht tief genug im Thema - auf Wunsch (per E-Mail oder PN) kann ich den Kontakt mit einem Experten herstellen, der ggf. auch mal Einzelunterricht gibt.


    Gruß,
    Wolfgang

    Da ist - aus meiner Sicht - die DGfM gefordert, und da ist - meines Wissens nach - die DGfM auch durchaus aktiv.
    Sicherlich muss letztlich das Ziel sein, zu einem international anerkannten System zu gelangen, um Erkenntnisse zu bündeln und auch zu beurteilen.



    Hallo zusammen,


    So etwas wie eine Referenzliste von ITS-Sequenzen zusammen mit Makro- und Mikrodokumentation wäre schon hochgradig sinnvoll, wie mir scheint. Und wenn man international noch nicht so weit ist, dann eben zunächst national. Wäre die DGfM als Koordinator nicht geradezu prädestiniert?


    LG, Craterelle




    Hi Pablo, hi Craterelle,


    die Grundprobleme wurden bereits genannt: sicher ist es ein toller Wunschtraum, dass von allen Proben, die sorgfältig mikroskopiert wurden, auch eine Sequenz angefertigt werden müsste - egal ob das nun den Mikroskopierer voranbringt oder den Sequenzierer oder beide, oder ob sich die Bestimmungs-Unsicherheit nur auf einer höheren Stufe wiederholt (oft sind gerade die Arten, die sich mikroskopisch sehr ähnlich sind, auch molekular schwer trennbar).


    Die DGfM wirkt da, glaube ich, von außen wie ein Scheinriese: DIE mykologische Institution in Deutschland! Wenn man 'reinguckt, sind es 1400 Abonnenten (davon < 50% Leser) der Z. Mykol., und im Kern 8 Ehrenamtler, die sich ein Bein ausreißen, mit zwei Handvoll Helfern im Dunstkreis, und einem Budget < 100 TEUR/Jahr.


    Ein paar Schleierlings-Forscher wollen z.B. von der DGfM eine finanzielle Förderung von 200-300 Sequenzen pro Jahr - das lässt sich im finanziellen Rahmen noch gut leisten. Um von 10.000 Pilzarten zumindest je 10 Sequenzen als Referenz anzufertigen, sollte man mal 2 Mio EUR rechnen - und dafür sind die Funde noch nicht gesammelt und klassisch bestimmt worden. Geschweige denn, dass so jeder Freizeitmykologe seine Bestimmung molekular absichern könnte.


    Forscher haben an der Zusammenarbeit kein natives Eigeninteresse, weil mit dem Sequenzieren bekannter Arten kein wissenschaftlichen Ruhm und keine Drittmittel-Finanzierung zu erreichen sind. Die bestehenden Zusammenarbeiten auf privater Basis werden daher sorgfältig gepflegt und nicht an die große Glocke gehängt.


    Jetzt im Böhmerwald-Funga-Projekt werden aber neben der europäischen Zusammenarbeit mit Tschechien auch die Sachmittel gefördert, so dass die Projektträger mal Geld für einige Tausend Sequenzen (zusammen mit klassischer Doku) haben. Mal gucken, was das bewirkt.


    Also ja, die DGfM ist dran, im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten.


    Gruß,
    Wolfgang

    Hallo wenix,


    an Funden vom Hellberg habe ich auch Interesse. Immerhin machen wir da alle 2 Jahre unsere Wiesenpilztage.


    Ich kenne badium aus dem Lennebergwald bei Mainz. Glaube ich aber nicht ganz dran - schmidelii ist mein Tipp und auf den Trockenrasen der Nahe eine häufige Art. Bei so alten Fruchtkörpern kann die Unterscheidung aber schwierig sein.


    Grüße aus Mainz,


    Wolfgang Prüfert


    Ich kenne die Gesetzeslage nicht, was den Handel mit Grünlingen in Deutschland betrifft. Das wäre zu prüfen.
    Falls es erlaubt sein sollte, wäre dieser Fehler zu korrigieren. Der Gesetzgeber hat ja keine Mykologische Fachkompetenz, müsste sich also nach der DGfM richten. Demnach dürfte kein Handel mit Grünlingen in Deutschland stattfinden. Logisch, denn wenn man selbst von etwas keine Ahnung hat, dann fragt man bei Experten für ein Fachgebiet nach und richtet sich nach deren Einschätzung.


    PS.: Ja, bitte verlinke es auch dort, Björn. Ist eine wirklich interessante Frage, ob Pilze für Behörden und Gesetzgeber ein kompetenzfreier (und damit auch weitestgehend rechtsfreier) Handelsraum sind.


    Hi Pablo,
    schön wär's ! Die DGfM hat weder damals bei der Bundesartenschutzverordnung mitgewirkt (nach der der Steinpilz besonders geschützt ist), noch wurden irgendwelche Vorschläge der DGfM für das Lebensmittelbuch aufgegriffen.


    Also: kompetenzfrei ja, rechtsfrei nein.
    Was die Experten angeht: es gibt leider genügend Leute außerhalb der DGfM, die in Gremien sitzen, in denen Sie an Pilz-relevanten Entscheidungen mitwirken können, und die sich den Sachverstand selbst zutrauen.


    Gruß,
    Wolfgang


    P.S.: der Grünling ist nach BArtSchV geschützt, obwohl nach der neuen Roten Liste nur auf der Vorwarnstufe.


    Wir schweifen gerade vom eigentlichen Thema ab, aber eines noch zum Thema Daten im Internet.
    Da es kein Urheberrecht auf Namen und Adressen gibt, von mir keine Datenbanken mit Hilfe von Scraping ausgelesen, sondern alles per Hand aus hunderten von Seiten zusammen gesucht wurde, ist es genauso wenig verwerflich wie das Daten sammeln von Google, Yahoo und Co.


    Ich kann gerade auch nicht wirklich nachvollziehen warum man hier gleich wieder mit Recht und Unrecht kommt, statt froh zu sein das es einen Ort gibt an dem Suchende auch fündig werden. Jeder kocht sein eigenes kleines Süppchen, statt etwas größeres auch einmal als Vorteil für alle zu sehen.
    Manchmal vergeht einem wirklich schon fast die Lust überhaupt noch was für die Allgemeinheit zu machen, gibt immer welche denen es nicht Recht ist.


    Hallo Frank,


    das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Mit dem Kopieren und Veröffentlichen von personenbezogenen Daten ohne Einwilligung und ohne Mitteilung an die Betroffenen hast Du gegen §4 des Bundesdatenschutzgesetzes in Absätzen 1, 2 und 3 verstoßen. Dafür sind Bußgelder bis zu 300.000 EUR möglich.


    Vielleicht ist es besser, wenn Du selbst davon Abstand nimmst, damit die DGfM nicht irgendwann gezwungen wird, im Interesse ihrer Mitglieder rechtliche Schritte einzuleiten (um sich nicht selbst der Unterlassung schuldig zu machen).


    Natürlich freuen wir uns, wenn Du die Daten auf der DGfM-Seite verlinkst.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Kozaki,


    mit der Gattung und der Untergattung liegst Du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit richtig.


    Das Fleisch ist lila, aber vermutlich nicht verfärbend sondern farbig - das muss man schon unterscheiden.


    Zur Sektion und zur Art halte ich mich aber mal zurück - das ist bei diesen Schleierlingen leider nicht so einfach, und sollte stets mit genauen Sporenmerkmalen abgesichert sein.


    Grüße,
    Wolfgang

    Ich glaube auch das Chromocyphella muscicola unterkartiert ist. Aber vielleicht ändert sich das noch, wenn die Art bekannter wird.


    VG : Thorben


    Hallo Thorben,


    bei einer so unbekannten und wenig abgebildeten Art wäre es ja schön, wenn Deine Fotos nicht in einem Forum in Vergessenheit geraten.


    Magst Du die nicht publizieren (Tintling, Boletus, etc. ), oder zumindest für http://www.pilze-deutschland.de zur Verfügung stellen?
    Dafür wäre Peter Karasch (Peter.Karasch@dgfm-ev.de) Dein Ansprechpartner. Wie nehmen gerne auch Bilder von Nicht-DGfM-Mitgliedern, auch wenn wir Leute, die solche Pilze untersuchen und spannend finden, auch gerne als Mitglieder hätten ...


    Viele Grüße,


    Wolfgang

    Hi Pablo,


    echt? Kennst Du die Art von einem anderen Moos als Tortula?


    Hier in der oberrheinischen Sandkiste ist der Pilz hundsgewöhnlich, aber ich sehe ihn immer nur auf dem gleichen Moos, egal ob Sand, Beton oder Asphalt darunter ist.


    Gruß,


    Wolfgang


    Hi Pablo,


    ich widerspreche Dir nur ungern, aber für miniata wären mir die Lamellen zu stark herablaufend und der Hut zu schuppig.


    Meines Achtens fällt er noch in die Variationsbeite von H. cantharellus, auch wenn der oft noch viel weiter herablaufende Lamellen hat und meistens eher orange als knallrot ist.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    der Vollständigkeit halber sollte man darauf hinweisen, dass es mit pseudocyanea eine dritte grüne Träuschlingsart gibt.


    Die ist gewöhnlich kleiner, wächst auf Magerrasen und riecht nach grünem Pfeffer.


    Grüße,
    Wolfgang

    Hallo an alle,


    mal meine Meinung zum Thema:


    Zunächst finde ich als Naturwissenschaftler gar nichts Esoterisches daran, einen Einfluss des Mondes auf biologische Fruchtbarkeitsprozesse anzunehmen. Der Einfluss auf den Zyklus der menschlichen Frau ist hinreichend bewiesen, warum sollten Pilze das nicht dürfen?


    Die Annahme des Ehepaars Hirschmann, dass sich nach 30 Jahren Beobachtungszeitraum die anderen Einflüsse wie das Wetter irgendwann herausmitteln, ist schon OK.


    Da sind die statistischen Spielchen von Guiard mit den Daten schon gefühlt esoterischer, und auch gar nicht erforderlich. Denn egal wie man die Daten von Hirschmann deutet: Die gefundene Mond-relevante Schwankung ist ja maximal zwischen 95% und 105% der mittleren Ernte, überlagert von einer starken Streuung durch andere Einflüsse.


    Bevor ich nach einem Regen wegen zu erwartenden 5% Ernteausfall gleich ganz zu Hause bleibe, fahre ich lieber doch und nehme mit, was ich finde. Und pfeife drauf, ob die letzten 5% der Mond war oder ein statistischer Rechenfehler :)
     
    Grüße,



    Wolfgang


    Ist das so? Höhere ligninbildende Pflanzen haben sich zu Beginn des Karbons gebildet und ligninzersetzende Pilze zum Ende des Karbons? Und im Tertiär, als es wieder zur Bildung größerer Kohlevorkommen kam, waren die Pilze dann ... weg? Ausgestorben bis zum Ende des Tertiärs?


    Hi Craterelle,


    OK, OK, Du hast mich als Verbreiter plakativ verkürzten Halbwissens entlarvt :shy:
    So ganz ohne Hintergrund ist meine Aussage aber nicht:


    http://science.sciencemag.org/content/336/6089/1715


    Natürlich gibt es auch andere Parameter, die die von Pilzen getriebene Mineralisierung von organischem Material stoppen, wie bei der Entstehung der Braunkohle, und wie es auch die relativ aktuelle Diskussion über die Rolle der Moore in der CO2-Bilanz zeigt.


    https://www.bundestag.de/blob/…irkung_der_moore-data.pdf


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Craterelle,



    Zitat


    Giftige Färbepflanzen oder -pilze dürften zumindest schon mal nicht umweltgiftig sein, weil ja biologisch synthetisiert und entsprechend biologisch abbaubar.


    Naja, diese Aussage so pauschal würde ich nicht unterschreiben.


    Nachdem die Pflanzen begonnen hatten, massenhaft Lignin als Baumaterial zu verwenden, hat es immerhin über 60 Millionen Jahre gedauert, bis endlich ein Pilz gelernt hatte, diesen Stoff wieder abzubauen (das Ende des Kohlezeitalters). Davor wurde der Abfall von der Natur einfach deponiert.


    Was machst Du denn mit der Färbelauge des Weichporlings - doch nicht etwa in die Kanalisation? Dann rechnest Du damit, dass anaerobe Bakterien in der Lage sind, den Stoff abzubauen, und nicht etwa Pilze und aerobe Bakterien wie im Wald?


    Aber Kontaktgiftigkeit ist bisher von keinem Pilz nachgewiesen.


    Ich kann meine Zweifel auch nicht wissenschaftlich begründen, es ist eher ein Bauchgefühl. Von den heute verwendeten künstlichen Farbstoffen ist jedenfalls weit mehr über die Giftigkeit bekannt, als von solchen selten benutzten Naturstoffen. Da würde sicher der eine oder andere z.B. wegen krebserregenden Eigenschaften keine Zulassung bekommen.


    Gruß,



    Wolfgang


    Hi Pablo,


    Danke für den Hinweis, wird bei Gelegenheit geändert.



    In der Syndromdatei steht's richtig, die drei giftigsten sind:


    Fleischrosa Giftschirmling (Lepiota subincarnata = L. josserandii)
    Fleischbräunlicher Giftschirmling (L. brunneoincarnata),
    Lilabrauner Sandschirmling (L. brunneolilacea)


    Der Fleischrosa Giftschirmling (L. subincarnata) war vorletztes Jahr überall im Rhein-Main-Gebiet.
    Den "Klassiker" (brunneoincarnata) habe ich erst zweimal in meinem Leben live gesehen, davon einmal von einem Kleinkind angekaut.
    Vom Sandschirmling gibt's auf http://www.pilze-deutschland.de nur einen Fundpunkt an einer Ostsee-Düne.


    Gruß,



    Wolfgang

    Hi Stefan,


    Du kennst die Giftpilzliste und die Liste der Vergiftungssyndrome des DGfM-Fachausschusses Toxikologie?


    http://www.dgfm-ev.de/listen-der-speise-und-giftpilze
    http://www.dgfm-ev.de/zusammen…g-der-vergiftungssyndrome


    @alle:
    Verbesserungswünsche werden gerne entgegen genommen, auch von Nicht-DGfM-Mitgliedern.


    Craterelle:
    auch wenn man den Stoff nicht isst - tödliche Giftpilze zum Färben zu benutzen, finde ich persönlich vermeidbar.



    Viele Grüße,



    Wolfgang

    Hallo an alle,


    mir hat's auch großen Spaß gemacht, die Truppe durch "meinen Vorgarten" zu führen.


    Für die Fundliste:
    Der Rötling mit Lebertrangeruch (im Feld als E. hirtipes bezeichnet) passt mal wieder zu gar nix. Ich würde ihn wegen des intrazellulären Pigmentes "cf. testaceum" nennen, aber die Sporen sind etwas zu groß (10-12 x 7-8 my) und die Zystiden anders geformt (flaschenförmig mit gelegentlichen Einschnürungen) als bei testaceum in FE5 (Zystiden dünn zylindrisch-kopfig).


    Vermutlich kennen wir aber einfach die Variationsbreite der Art noch nicht.



    Wolfgang

    Hallo,


    was die "Merismodes" angeht: die sollte m.E. makroskopisch braune Haare haben mit abgesetzten Endzellen.


    Die beiden gezeigten Mikrobilder der Haare kann ich nicht recht deuten - sie sind doch recht verschieden.
    Nur vom Foto der Fruchtkörper und dem 2. Mikrobild mit den zylindrischen Haaren würde ich den Pilz eher in Lachnella suchen (ein Basidomycet, nicht zu verwechseln mit dem Asco Lachnellula).



    Gruß,



    Wolfgang


    Hallo,


    gestern war ich mit einem Freund an einem anderen Dünenstandort, und nach 1,5h hatten wir 20 Arten zusammen.
    Ein paar coole Sachen dabei, wie der Welligsporige Rötling (Entoloma undulatosporum) oder der Großsporige Mist-Kahlkopf (Deconia subcoprophila).
    Im Mainzer Sand war ich schon länger nicht mehr, aber meist ist es da von der Artenzahl vielfältiger. Außerdem kommt noch der Eichen-Kiefernwald dazu.
    Also geh' ich nächsten Samstag mit Pablo, Dieter, Petra, Bernd, Peter ... in der Sandkiste spielen, und wer mitkommt, hat Glück!


    Ich wette 5 Chips auf >= 40 Arten.


    Wolfgang


    9.1. um 11:00 Uhr, Mainz-Gonsenheim, Am großen Sand 32, am Beginn der Unterführung.


    Hallo an alle,


    also ich denke der 3.1. fällt in jedem Fall aus.


    Für den 9.1. gab es jetzt auch noch nicht so viele begeisterte Zusagen. Laut wetter.com bleibt es zumindest bis dahin frostfrei, es würde also lohnen. Ob danach noch Winter wird, muss sich noch zeigen.


    Gruß,


    Wolfgang


    Hi an alle,


    mir wäre es egal, ich könnte auch am Samstag, den 9.1. Ich habe auch die kürzeste Anfahrt.


    Mit den Pilzen wird es halt Mitte Januar nochmal schwieriger, bis dahin könnte schon noch der Winter kommen.
    Stand heute ist noch super, ich habe sogar im Garten noch Risspilze, Helmlinge, Häublinge, Dachpilze und Tintlinge.


    Pilzliesl hat sich gar nicht zum neuen Ort und Termin geäußert - eigentlich war das ja der erste Anlass für das Treffen???


    Gruß,


    Wolfgang