Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo Jan,


    hmmm, das ist nicht viel KOH Reaktion. Wieviel % war die? 10% oder 20% wäre richtig.


    Das Sphagnum stützt jedenfalls meine Vermutung von tubarius oder huronensis, wobei ich glaube, dass erstere häufiger ist.


    Du kannst zum Spaß auch mal einen halben Fruchtkörper auf eine mit Brennspiritus getränkte weiße Küchenrolle (oder Filterpapier) legen und zudecken, nach ein paar Minuten lösen sich die Anthrachinon-Pigmente. Theoretisch kann man die Arten auch an der Pigment-Zusammensetzung unterscheiden.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Wutzi,


    wie weit waren die "Zimt-Hautköpfe" denn von den nächsten Bäumen weg?

    Es gibt mit Dermocybe pratensis noch einen seltenen Doppelgänger auf Magerwiesen, der Mykorrhiza mit Sauergräsern macht,und jung etwas weniger leuchtend orange Lamellen hat und eine andere Sporengröße.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo romana,


    um ehrlich zu sein, kann ich auf Deinen Bildern recht wenig erkennen.

    Deswegen mache ich Schneiden-Präparate bei Entoloma am liebsten in Kongo-NH3. Und zerzupfe die abgetrennte Schneide, bevor ich mit dem Deckglas nur leicht quetsche. Ich suche schon mit der Lupe eine Lamelle und dort einen Schneiden-Abschnitt aus, der heller und unbeschädigt ist, weil Zystiden bei Entoloma manchmal sehr vergänglich sind und nicht an jeder Lamelle vorhanden.


    Dort würdest Du auch Schnallen an den Basidien (nur dort zählt es bei Entoloma) finden, aber Schnallen haben meines Wissens beide Arten nicht.


    E. phaeocyathus hat aber grob inkrustierendes Pigment in der Huthaut, rusticoides ein gemischtes. Das geht natürlich nur in Wasser, und ist eines der anspruchsvollsten Aufgaben der Pilzmikroskopie...


    Gruß,


    Wolfgang

    Bei der Entoloma passt am besten phaeocyathus, ich du mir aber recht schwer, die Zystiden zu beurteilen. Die Sporen hatten 5 - 8 eher schwach ausgeprägte Ecken und waren subglobos, 9-10 x 7,5-9.

    Hallo Romana,


    in der Gruppe bist Du bestimmt richtig, ich hätte vom Bild her spontan E. rusticoides gesagt. E. phaeocyathus kenne ich optisch anders, aber nur von zwei Aufsammlungen.

    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Huldi,

    den Lacktrichterling kannst Du ausschließen, wenn Du einen Pilzhut über Nacht auf ein weißes Blatt Papier legst (z.B. mit einer umgedrehten Dose oder Tasse zugedeckt, damit er nicht austrocknet) und am nächsten Tag die Farbe der Sporen anguckst (rosa --> Lacktrichterling, braun --> Trompetenschnitzling).


    Der andere Trompetenschnitzling (Tubaria conspersa) hätte kleine weißliche Flocken am Hutrand, wächst aber m.E. nicht so massenhaft.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo JackiB,


    eine "sichere Bestätigung" wirst Du so einfach per Foto nicht bekommen. Dafür ist Pilzbestimmung einfach viel zu schwierig. Ist Dir klar, dass es in Deutschland über 15.000 verschiedene Pilzarten gibt?


    Falls Du ihn essen willst: lass es einfach. Gerade Egerlingsschirmlinge (ich halte diesen hier auch für einen) machen ohnehin öfter mal Magen-Darm-Probleme.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    ich finde auch wie JoBi, dass ein Gymnopilus in diesem Alterszustand schon mehr braunes Sporenpulver haben sollte. Ich vermute daher einen Hellsporer, habe aber keine Art im Kopf.

    Sporenpulverfarbe wäre also hier nützlich. Kann aber sein, dass der Pilz steril ist - sieht irgendwie etwas missgebildet aus.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo,


    auf meinem Bildschirm sehe ich auf dem letzten Bild fleischfarbene Töne in den wasserfleckenden Bereichen.

    Das spräche schon eher für eine Lepista (Rötelritterling) und gegen eine Nebelkappe.


    L. glaucocana (Lavendelfarbiger R.) kenne ich nicht aus eigener Anschauung, insofern halte ich mich dazu zurück.

    Insgesamt glaube ich aber nicht, dass bei diesem Pilz ohne Mikroskopie eine sichere Bestimmung möglich sein wird - dazu gibt es doch zu viele mittelgroße, +- weiße Arten in verschiedenen Gattungen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    bei den Namen "fuliginosa" und "permixta" muss man höllisch aufpassen, weil mehrere gängige Bücher die Namen genau entgegen der Originalbeschreibung verwenden.


    Richtig sollte man wohl die Namen so verwenden, wie es in der Neo-Typisierung von Vizzini et al. 2011 erfolgt ist.

    Wenn ich es recht im Kopf habe, sind dort aber beide Namen nur als Formen von procera beschrieben, weil die ITS-Sequenz zu procera s.str. identisch ist. Meines Wissens hat noch keiner einen anderen DNA-Locus gefunden, mit dem man das Arten- oder Formengewirr in der Gattung molekular auflösen könnte. Gut möglich also, dass es einfach ein Parasol ist - halt mal einer mit viel Pigment und mit feinschuppigem statt genattertem Stiel. Solche Variationen gibt es in der Art Homo sapiens ja auch, und man muss nicht unbedingt noch mehr Arten in die Welt setzen, als es die Genetiker ohnehin schon tun.


    Gruß,


    Wolfgang


    A new volvate Macrolepiota (Agaricomycetes, Agaricales) from Ita...: Ingenta Connect

    Hi Mark,

    frag' mal bei Mykolibri.de oder Koeltz.com, aber eigentlich gibt es nur noch gelegentlich das Gesamtwerk Second-hand. Eine Einzellieferung zu kaufen ergibt ja auch nur dann Sinn, wenn Du Lieferung 1-22 im Regal hast, und das (mykologisch wenig nützliche) Werk aus bibliophilen Gründen vervollständigen willst.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Drosophila,


    coole Sache, das!


    Woran das DAPI bindet außer dem Zellkern, kann ich auch nicht sagen.


    Aus mykologischer Sicht offenbart natürlich gerade eine Täublingsspore, mit der man im Lichtmikroskop schon recht viel anfangen kann, wenig Neues.

    Spannend wäre, wie sich Bauchpilz-Sporen machen, deren Ornament im LM manchmal schlecht zu beurteilen sind (z.B. Tulostoma).


    Wie kommst Du denn an das 100.000-Euro-Spielzeug? Steht ja vermutlich nicht bei Dir im Keller...


    Grüße,


    Wolfgang

    :thumbup:

    Über 170 mm allein im August, einem normalerweise eher trockenen Hochsommermonat? Bei einem durchschnittlichen Jahresgesamtwert von 700 mm in Deutschland und angeblicher Dürre 2020? Gab es da'n Monsun?

    Hi Kruenta,

    guckst Du hier:


    Kalibr. Niederschlagsumme seit Monatsbeginn vom 31.08.2020, 07:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Mehr als 160l gab es nicht nur im Thüringer Wald, in den Bayrischen Alpen waren es über 200l.

    Bei mir in Mainz gerade mal 40 im August und 20 im September ;(;(;(


    Ich checke die Kachelmann-Seite regelmäßig, weil man bis auf Landkreis-Ebene reinzoomen kann.

    Wichtig sind m.E. sowohl min. 100 l in den letzten 30 Tagen, als auch min. 30 l in den letzten 7 Tagen.

    Das deckt sich etwa mit den Erfahrungen von Wutzi.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    solche spannenden und gut dokumentierten Pilze motivieren mich immer wieder, an's Bücherregal zu gehen:


    Mein Tipp wäre phlebophorus, weil der Pilz nicht hygrophan zu sein scheint (pallescens und cinereofuscus sensu VELLINGA Flora Agaricina Neerlandica), keine Olivtöne zeigt (cinereofuscus sensu VELLINGA) und keine ballonförmigen Cheilocystiden hat (pallescens sensu GRÖGER).


    Im LUDWIG ist aber ein cinereofuscus abgebildet, der sehr gut zu diesem Fund passt. In der phlebophorus-Gruppe scheinen die drei Autoren die Arten recht unterschiedlich abzugrenzen --> Exsikkat aufheben für eine Sequenzierung!


    Grüße,


    Wolfgang

    ch schreibe es noch mal: KOH-postiv bedeutet eine definitive Änderung des Farbtons. Beim Kahlen Krempling also z. B. so was wie grün oder blau oder violett, vielleicht auch pink oder magentarot. Aber nur braunrot würde mir nicht langen.

    Oehrling: ich würde Dir da widersprechen.

    Auch eine Verfärbung zu braunrot ist eine Farbreaktion, und ist bei Paxillus auch im Standardwerk von MEIXNER 1975 (Chemische Farbreaktionen von Pilzen) als solche aufgeführt (Seite 59 oben).


    Sie ist in diesem Fall aber nicht bestimmungsrelevant - den Krempling als Gattung kann man auch ohne chemische Reaktionen erkennen - und innerhalb der Arten sind meines Wissens bisher keine Unterschiede der KOH-Reaktion publiziert worden.


    Höherprozentige KOH zersetzt aber das Gewebe und beschleunigt die Oxidation, und durch diese wird alles irgendwann irgendwie braun. Insofern ist eine Farbreaktion zu braunrot schon manchmal schwer von "normalem" Bräunen zu unterscheiden.


    Grüße,


    Wolfgang


    P.S.: laut MEIXNER wird der kahle Krempling mit Eisensulfat grün, das habe ich noch nie ausprobiert, schmiert das doch einfach mal überall drauf und betreibt damit Citizen Science ;)