Beiträge von Karl W

    Liebe Pilzfreunde



    Neben den Röhrlingen und Sprödblättlern zeigten sich auch erste Exemplare aus weiteren Pilzgruppen. Auf der gleichen Wiese, mit den zahlreichen Netzstieligen Hexenröhrlingen http://www.pilzforum.eu/board/thema-die-eifel-lebt zeigten sich mehrere Gruppen eines schwärzenden Raslings.
    Lehmfarbener Rasliing (Lyophyllum paelochroum)


    Ebenfalls am gleichen Standort einige Grupen vom
    Mehlräsling (Clitopilus prunulus )


    In einem oberflächlich versauerten Fichtenwald zeigten sich zahlreiche, ältere Exemplare des
    Samtfusskrempling (Tapinella atrotomentosa)


    Erst aus der Nähe entpuppte sich ein helles Exemplar als
    Perlpilz (Amanita rubescens)


    Unweit davon ein noch junges Exemplar eines Scheidenstreiflings
    Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva)


    Im Buchenwald auf Kalkboden erschien der
    Riesen- oder Doppeltbescheideter Scheidenstreifling (Amanita ceciliae)


    Nicht weit entfern stand ein Schleierling, der sich durch gilbendes Fleisch verrät
    Gilbender Raukopf (Cortinarius rubicundulus)


    Ebenfalls auf Kalkboden trat eine Art auf, die ich seit mehr als 10 Jahren nicht gesehen habe
    Fleckender Schmierschirmling (Chamaemyces fracidus)


    Diese kleine Koralle stand bei Hainbuche auf Kalk und hat noch keinen Namen. Basidien ohne Schnallen, Sporen mit flachem, warzigem bis gratigem Ornament, 9 x 4 m µ. Hat jemand eine Idee?


    Recht häufig zu beobachten war bereits der
    Semmel-Stoppelpilz oder Semmelgelbe Stacheling (Hydnum repandum)


    Daran kann ich trotz zahlloser Aufnahmen nicht vorbeigehen
    Klebriger Hörnling (Calocera viscosa)



    Mancherorts ein Massenpilz aber eine Rarität für die Eifel
    Rötlicher Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides)


    Zu guter Letzt noch ein noch unreifer Schleimpilz, der sowohl an Moosen, abgefallenen Fichtennadeln und kleinen Zweigen vorkam. Vermutlich handelt es sich um
    Physarum virescens


    LG Karl

    @ Alle: Danke für Eure positiven Kommentare



    wie von Dir gewohnt zeigst Du uns interessante Funde in hervorragender Bildqualität. Gerne mehr davon. :)


    Danke Ralf, Teil II wird wohl im Lauf des Tages fertiggestellt, aber vorher ist noch etwas Bestimmungsarbeit erforderlich.


    Ein kleines Fragezeichen ist bei mir aufgeploppt bei der Rotkappe: Wunderliche Hutfarbe und doch ziemlich weiße Stielschuppen (in der oberen Stielhällfte); kein Pappelgewächs am Standort gefunden?



    Hallo Pablo, der Hut war ziemlich durchwässert und wirkt von der Farbe durch Auflicht etwas blass. Eine kleine Espe stand tatsächlich in der Nähe, aber ich nenne nicht jede Rotkappe bei Espe automatisch L. albostipitatum.
    Die frühere Eichenrotkappe (L. quercinum) wurde ja aus nomenklatorischen Gründen in L. aurantiacum umbenannt. Diese kommt jedoch neben Eiche auch an anderen Laubbäumen u. A. Pappel vor. Die Espenrotkappe wurde in diesem Zusammenhang als L. albostipitatum neu beschrieben (den Bakker & Noordel. 2005). In der Folgezeit wurden zahlreiche Altfunde der Espenrotkappe in L. albostipitatum umbenannt, was jedoch in meinen Augen überzogen war, wie hier zu sehen.
    http://tintling.com/pilzbuch/a…cinum_albostipitatum.html
    Für mich sind nur solche Funde unter Espe L. albostipitatum, die zumindest jung schneeweiße Stiele und allenfalls im Alter verstreute Stielschüppchen mit schwachem Kontrast zu Sieloberfläche tragen.


    Ich kann Deinem Einwand insoweit zustimmen, dass die Abgrenzung bei Einzelexemplaren manchmal schweirig ist.


    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,


    gestern war ich mit meinen Freund Rainer zur ersten ausufernden Exkursion dieses Jahres in der Eifel. Abfahrt 5:45 Rückkehr 21:00. In allen besuchten Gebieten zeigte sich beginnendes Pilzwachstum und einige Arten traten schon in erstaunlichen Mengen auf.


    TEIL I Röhrlinge und Sprödblättler


    Gleich zu Beginn ein Volltreffer auf einer parkähnlichen Wiese unter Linden. Geschätzte 300 Exemplare von denen die meisten erst 2 - 3 cm groß waren.



    Netzstieliger Hexenröhrling (Suilellus luridus)


    An mehrern Standorten zeigte sich der Schönfußröhrling (Cloboletus calopus)


    Ebenso an mehreren Standorten trat der Sommersteinpilz (Boletus reticulatus auf)


    Das Highlight unter den Dickröhlingen war der Weinrote Purpur-Röhrling (Rubroboletus rubrosanguineus)


    Auch die Rauhfußröhrlinge waren schon am Start


    Laubwaldrotkappe (Leccinum aurantiacum)


    Im Kalkbuchenwald erschien der Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinum crocipodium)


    Der nächste Vertreter hätte es wohl nicht auf`s Bild geschafft, wenn ich geahnt hätte was noch kommt.


    Hainbuchenrauhfuß (Leccinum pseudoscabrum)


    Ein unglaubliches Massenvorkommen in allen Altersstadien


    Hainbuchenrauhfuß (Leccinum pseudoscabrum)


    Auch unter Kiefern gab es was zu finden.
    Körnchenröhrling oder Schmerling (Suillus granulatus)


    Weiter geht es mit Täublingen und Milchlingen


    In keinem Laubwald fehlte der Pfeffermilchling (Lactarius piperatus)


    Ein Milchling, dessen Milch sich in Verbindung mit demFleisch langsam korallenrot verfärbt.
    Dunkler Korallen-Milchling (Lactarius romagnesii)


    In allen Buchenwäldern auf Kalk fand sich der nächste Vetreter
    Brätling, Milchbrätling, (Lactarius volemus)


    Mandeltäubling (Russula grata) mit auffallendem Marzipangeruch und Moresetäubling (Russula illota) mit dunkelpunktierter Lamellenschneide und ähnlichem Geruch, waren für ein Foto schon zu sehr von Schleimratten zerfressen. Dafür fand sich aus der gleichen Gruppe eine weitgehend unversehrte Kollektion
    Stinktäubling (Russula foetens)


    Gerade noch standsicher war der Goldtäubling (Russula aurata)


    Unversehrt war eine Gruppe mit relativ untypischer Farbe. Gewöhnlich findet man olivgrüne bis rötliche Hutfarben und rotviolett gefärbte Stiele
    Rotstieliger Ledertäubling (Russula olivacea)


    Ein sehr scharf schmeckender Täubling mit blassgelben Hutfarben und weißem Sporenpulver
    Blassgelber Täubling (russula raoultii)


    Zum Abschluss noch eine seltene Art mit dunklem Sporenpulver, die bei Birke vorkommt und mehr als 10 cm Hutdurchmesser erreicht.
    Weicher Dottertäubling (Russula intermedia) Syn.: R. lundellii


    Viel Spass beim Ansehen


    LG Karl


    Sorry, wenn ich hier für Durcheinander gesorgt habe. Die Probe ist trotzdem zu Dir unterwegs.


    Hallo Ralf


    Kein Problem :) Der Fund ist in die Master-Datenbank von Mykis für NRW eingegeben und ist beim nächsten Update in Pilze Deutschland zu sehen. Die Funddaten habe ich, zur Aufnahme in die NRW-Listen, an Petra Eimann weitergeleitet.


    LG Karl


    Und, wen spreche ich wegen der Kartierung für NRW an ? Klaus Siepe macht wohl nur Ascomyceten.


    Hallo Ralf


    Klaus macht keineswegs nur Ascomyceten. Wer Ansprechpartner für die NRW-Listen ist siehst Du hier: http://www.bender-coprinus.de/nrw-listen/_nrw__pilze.html am Ende der Seite. Die Namen sind mit den jeweiligen Mail-Adressen vererlinkt. Die Funddaten kannst du mir schicken und ich gebe sie in Mykis ein, da ich die Masterdatenbank für NRW betreue.


    LG Karl

    Hallo Ralf


    Zunächst mal ein Kompliment zu Deinem tollen Bericht. Deine Erfahrung mit P. echinospora und dem extrem variablen, äußern Erscheinungsbid kann ich von zahlreichen, älteren Funden aus dem Depot bestätigen, auch wenn meine kleinsten Frk. immer noch annähernd 1 cm Durchmesser hatten.


    LG Karl


    Hallo Mario


    Du hast völlig recht, wobwei ergänzend gesagt werden kann, dass auch koralloide Hyphen und Sporenquotient nicht zu M. pura passen. Die von Dir ermittelten Mikros zeigen eindeutig M. haematupos. Das Austreten von roter Milch ist oft nur bei ganz frischen Frk. deutlich. Wenn Du einen Stiel an Der Spitze mit den Fingern zusammendrückst und die Finger zur Stielbasis führst, kriegst Du vielleicht noch einen Steil gemolken :)


    LG Karl


    PS. Mach das demnächst besser sofort am Standort.


    Ne ich konnte keine mehr finden so wirklich glaube ich nicht an Zystiden, also nicht bestätigt.


    Hallo Mario


    Damit kommt man zu der schon von Pablo angesprochenen E. rhodopolium.


    LG Karl

    Hallo zusammen


    Wer sich etwas mehr für das Gebietund seine Pilze interessiert, kann sich hier schlau machen: http://www.nwv-kr.de/download/Brachter_Wald.pdf
    und hier gibt es eine Fortsetzung: http://nwv-krefeld.de/wb/media…zgebiet-Brachter-Wald.pdf
    und hier eine Fundliste, die hin und wieder aktuallisiert wird: http://www.bender-coprinus.de/…chter%20Wald%20311215.pdf


    Besucher führe ich gerne durch das Gebiet. Im Sommer und Frühherbt sind aber oft nur wenige Tage wirklich gut, da die Sandböden extrem schnell abtrocknen.




    Ein ehemaliges Munitionsdepot also.
    Deswegen die "Bombenfunde" ! :evil:


    Den muss ich mir merken :D


    LG Karl


    ich denke das der Pilz irgendwas aus der sordidulum Gruppe sein wird


    Hallo Mario


    Die Schnallen sind jetzt eindeutig. E. sordidulum hat inkrustiertes Pigment in der Hutdeckschicht und wohl auch größere Sporen. Hat sich die Anwesenheit von Zystiden denn auch bestätigt, oder sind das nur vereinzelte Hyphenenden?


    LG Karl

    könnte das nicht H. quieta sein? Mir sieht es so aus, als hätten die orangenen Exemplare auf dem zweiten Foto Fasern auf dem Hut, einen riefig-rilligen Hutrand und dicke, kompakte Stiele. Damit erinnern sie mich an H. quieta.


    Hallo Oehrling


    Wenn man die Untereite nicht sieht, ist der Gedanke durchaus nahliegend. Ich habe jedoch aus zahlreichen Exemplaren bewusst dieses Grüppchen ausgesucht, um die Variabilität zu zeigen. Im Verlauf der letzten Jahre habe ich immer mal wieder Exemplare von dem Standort mikroskopisch überprüft, da in der Gruppe noch Namen wie konradii und subglobispora mal als Arten mal Varietäten kursieren. Die Sporen entsprachen immer dem, was als H. persistens var. persistens = H. acutoconica angesehen wird und es gab nie Exemplare mit Quieta-Geruch oder orangem Reflex in den Lamellen. Hier noch eine Gruppe vom gleichen Tag.



    LG Karl

    Hallo zusammen



    Nach längere Abstinenz mal wieder ein Beitrag aus meinem geliebten Depot (NSG Brachter Wald). Die Artenzahl auf den meist sandigen Böden ist trotz ergiebigen Regens zwar noch gering, aber zumindest die Zahl der Fruchtkörper ist innerhalb der letzten Woche gestiegen. Einige hat Jule ja in ihrem schönen Betrag http://www.pilzforum.eu/board/…jule-und-karl-wehr-in-nrw schon gezeigt und für meinen Geschmack sehr wenig Resonanz für ihre Mühe erhalten.



    Ich fange mal mit einer Art an, die wahrscheinlich recht häufig ist, aber in NRW noch in keiner Fundliste aufgetaucht war und die ich erst lezte Woche durch Jule kennengelernt habe. An der Späten Traubenkirsche (Prunus serotina) tritt ein Pilz auf, der unvewechselbar ist, wenn man den Wirt sicher erkennt und nicht auf Insektengallen hereinfällt.
    Taphrina farlowii


    Auch erste Pfifferlinge gab es schon, aber die kennt eh fast jeder und die werde ja oft genug gezeigt. Daher nicht fotogrfiert und nur ein Ersatzbild. :)


    Sehr häufig aber momentan nicht eindeutig bestimmbar, da sich in diesem Komplex mehrere Arten verbergen.
    Bittersüßer Risspilz oder auch Olivgelber Risspilz (Inocybe dulcamara aggregat)


    Man muss schon etwas Glück haben, um die folgende Art in allen Alterszuständen gleichzeitig zu finden.
    Bleigrauer Bovist (Bovista plumbea)


    Massenpilz auf sandigem Boden
    Halbkugeliger Ackerling (Agrocybe pediades) früher A. semiorbicularis


    Ein kleiner Rötling, der nur mikroskopisch bestimmbar ist und sich durch lange, kopfige Zystiden an der Stielspitze auszeichnet.
    Favres Rötling (Entoloma favrei)


    Früher als in den Vorjahren zegte sich in diesem Jahr die
    Schwarze Lorchel (Helvella atra)


    Leicht als Scheibchentintling zu erkennen, aber die exakte Bestimmung ist nur mikroskopisch möglich
    Welkender Scheibchen-Tintling (Parasoa schroeteri) früher Coprinus schroeteri


    Ein Saftling mit schmierigem Hut und Stiel mit nur angehefteten Lamellen, der farblich von hellgelb bis blassorange variiert.
    Safrangelber Saftling (Hygrocybe acutoconica) oft als H.-peristens dargestellt


    Trockener, feinschuppiger Hut und etwas herablaufende Lamellen zeichnen diesen Saftling aus.
    Pfifferlingssaftling (Hygrocybe cantharellus) oft noch als H. lepida abgebildet


    Zwischenspiel: Man muss nur vorsichtig mit einem Grashalm das Netz erschüttern, dann zeigt sich die
    Trichternetz-Spinne, wie ich sie mal nenne



    Ebenfalls einen trockenen, feinschuppigen Hut besitzt der für Heute letzte Kandidat. In jungem Zustand prachtvoll gefärbt, aber rasch ausblassend und mikroskopisch von ähnlichen Arten sicher zu trennen.
    Knoblauch-Saftling (Hygrocybe helobia)


    Hier nomal in seinem schönsten Kleid


    Bis zum nächsten Beitrag sind hoffentlich die Leptonien am Start.


    LG Karl

    Hallo Mario


    Du kniest Dich ja richtig rein :thumbup: . Das sieht schon nach Zystiden aus, obwohl es sich auch noch um herausragende Tramahyphen handeln könnte. Wenn Du derartige Elemente mehrfach entlang der LS gesehen hast und eventuell sogar noch bei einem weiteren Schnitt oder von einem anderen Fruchtkörper, würde ich die als Zystien ansehen. Damit zum nächsten Problem. Du hast ein Präparat gemacht in dem die Basideinbasen sehr schön frei liegen. An ausgewachsenen Basidien sind die Schnallen aber oft nicht mehr zu sehen, weshalb ich (und inzwischen auch Pablo) von junge Basidien geschrieben hatte. Aller Anfang ist eben schwer :) Außerdem glaube ich in der Bildmitte eine Schnalle erahnen zu können. Auch an dem aus der LS herausragenden Element meine ich eine Schnalle zu sehen, wenn das kein Fremdmaterial ist. Inkrustiertes Pigment scheint wirklich nicht vorhaden zu sein. Zu einer Art bin ich bisher noch nicht gekommen, da irgendein Merkmal immer daneben liegt.


    LG Karl


    Schnallen an der Basis von jungen Basiiden (Basidiolen)


    Unechte Zystiden (nur zwei an einer ganzen Lamellenschneide)

    Hallo Mario


    In der richtigen Untergattung bist Du bestimmt. Die kurzen wurstkettenartigen Hyphen aus der Subkutis sind typisch. Zum Messen der Sporen musst Du Dir ein Rechteck vorstellen, in dem die Spore liegt. Die Seitenlängen des Rechtecks entsprechen dann Länge und Breite der Spore. Grundsätzlich ist in der UG noch das Pigment (intrazellulär-inkrustiert) und die An- oder Abwesenheit von Schnallen wichtig. Schnallen findet man oft nur an der Basis von jungen Basidien.


    LG Karl

    Hallo Harald Andres


    Ich habe da keine Bedenken. Die Hutoberfläche erscheint etwas runzlig-adrig, was ich bei meinen Funden auch schon beobachtet habe. Typisch bilden sich später meist konzentrische Risse.


    LG Karl