Beiträge von Tomentella

    Hallo Pablo und Matthias,


    @Pablo- Dein Fund von der Viernheimer Heide war vom 06.04.2018! Das Exsikkat habe ich noch. Sporenbreiten bis 5,5 µm, wie du sie oben angibst, wären mir allerdings aufgefallen. Da kann was nicht stimmen. Ich schau mir das Exsikkat morgen nochmal an. Die Sporen bei S. niveocremeum wirken normalerweise immer schlanker als bei S. guttuliferum. Bei Eriksson in NC werden die Sporen von S. niveocremeum als "ellipsoid-subcylindrical-suballantoid" bezeichnet, was die etwas variable Form erklärt. Man findet bei einem Sporenabwurf ja auch immer Sporen die von Form und Größe abweichen und die je nach Lage im Präparat die Form "wechseln"!

    Aber ist das dann tatsächlich das, was in der Telleria - Arbeit als S. chilensis vorgestellt wird?

    @Matthias- Ich weiß nicht, was dein Fund tatsächlich darstellt. Ich würde hier ebenfalls eine Sequenzierung vorschlagen. Konstant siebensporige Basidien habe ich noch nie gesehen und kann ich mir auch nicht erklären. Das widerspricht jeder normalen Zellteilung. Als Amateur würde ich hier einen Gendefekt vermuten, der die achte Sterigme verkümmern lässt. Ob das nur eine wilde Theorie ist, kann Christoph vielleicht beurteilen.


    LG

    Frank

    Hallo ihr beiden,


    die Gattung Sistotremastrum ist ja durch ihre leicht gestielten und mehrsporigen Basidien gekennzeichnet, deren Sterigmen nach dem Sporenabwurf nach innen zusammenfallen und die Basidien sehen dann oben wie abgeschnitten aus. Die Anzahl der Sterigmen ist sehr variabel. Sie kann von 4-8 reichen und ist kein Kriterium für eine bestimmte Art dieser Gattung. Ich hatte einen Fund einer komplett viersporigen Art, die Nils Hallenberg für Sistotremastrum spec. nov. hielt und die nach der Sequenzierung doch „nur“ S. niveocremeum war.


    2017 stieß ich in Sachsen auf zwei Sistotremastrum- Funde, die mit ihren Sporenmaßen zwischen S. suecicum und S. niveocremeum lagen. Zeitgleich fand noch Hans Bender in NRW diese „neue“ Art und schickte sie mir zur Bestimmung. Inzwischen hatte ich den Artikel von Telleria et al. (2012) zu Sistotremastrum guttuliferum bekommen, wo diese Art auf den Azoren und Madeira gefunden und neu beschrieben wurde. Zu dieser neuen Art passten meine Sporenmaße und -formen exakt und ich ließ meine Funde sequenzieren, mit dem Ergebnis, dass sie zu 99-100 % mit den makronesischen Funden übereinstimmten. Die namensgebenden Tröpfchen in den Subikularhyphen von S. guttuliferum sind allerdings nicht konstant und können auch in S. niveocremeum vorkommen. Die aus Chile neu beschriebene S. chilensis ist nur durch schmälere und langzelligere Subikularhyphen von S. guttuliferum unterschieden und hatte sicher den gleichen Vorfahren in der evolutionären Entwicklung.


    Die Sporenmaße der drei in Deutschland vorkommenden Arten überlappen sich in der Länge leicht und man muss deshalb die Sporenbreite und –form berücksichtigen. Während S. suecicum die schmalsten Sporen besitzt (4,5-6 x 1,5-2 µm), sind S. guttuliferum durch schmal elliptische Sporen (5–6.5 × 2.5–3 μm) und S. niveocremeum mit zylindrischen bis suballantoiden Sporen (6–9 × 2.5–4 μm) gekennzeichnet.


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    makroskopisch passt dein Bild weder zu Fibroporia citrina noch zu Antrodiella citrina. Kannst du was zur Konsistenz dieses Pilzes sagen? Ist er ziemlich fest oder wachsartig? Irgendwie erinnert er mich an die Gattung Ceriporia. Richtig weiter kommen wir also nur mit mikroskopischen Merkmalen.


    LG

    Frank


    P.S. Da war gerade Andreas schneller mit ähnlicher Vermutung!

    Mit der Kombination Pleurobasidien und allantoide Sporen komme ich zu keinem anderen Ergebnis. Vielleicht sind die Sporen nur in dickeren Lagen (Sporenabwurf) als amyloid zu erkennen. Wenn du mal wieder was schickst, kannst du den Fund ja mit eintüten.


    LG

    Frank

    Hallo Christoph,


    ganz interessante neue Idee in der Morphologie von Pilzsporen. Besser wir warten nochmal neue genetische Erkenntnisse ab. Für mich reicht der nachvollziehbare morphologische und ökologische Unterschied beider Arten höchstens für Vuilleminia comedens var. alni!


    LG

    Frank

    Hallo Christoph und Pablo,


    zum Thema "Fremdgehen" bei diesen beiden Arten, die ich auf Grund der Sporenform und -breite morphologisch auch noch trenne, hier mal die ökologischen Ansprüche meiner privaten Funde.

    Dok2.pdf


    LG

    Frank

    Hallo Armin,


    bei Crustomyces heteromophus (Hallenberg) Hjortstam gehen reife Sporen von 5-6 (7) x 3-3,5 µm (ZfM 57(1) 1991 Seite 26 mit Mikrozeichnung und Beschreibung).

    Von C. subabruptus gibt es 4 Funde in Deutschland, von C. heteromorphus 6 Funde.


    LG

    Frank

    Hallo Sebastian,


    dein Fund sieht farblich Stereum insignitum sehr ähnlich. Das Wichtigste sind aber tatsächlich die mikroskopischen Unterschiede, wie vorher schon geschrieben. Ökologisch kann man zu S. insignitum sagen, dass der Hauptwirt Buche ist und dass er wärmeliebend ist. Stereum subtomentosum hat als Hauptwirt Erle und wächst gern in feuchten Habitaten, kann aber auch an Buche vorkommen! Frische Fruchtkörper milchen gelb beim Ankratzen der Fruchtschicht. Das macht S. insignitum nicht.


    LG

    Frank

    Hallo Thorben,


    ob man V. alni und V. comedens gut trennen kann und trennen sollte, macht mich zunehmend unsicher.

    Die Sporenmaße deines Fundes sind auch wieder die obere Grenze von V. alni und würden auf Eiche auch für V. comedens reichen!?


    Hallenberg und Ghobad-Nejhad (2010) schreiben in ihrer Arbeit "Phylogeny and taxonomy of Vuilleminia":

    (automatisch übersetzt!)

    "Vuilleminia alni lässt sich weder morphologisch von V. comedens noch in den

    phylogenetischen Analysen trennen. Daher betrachten wir sie als Synonym von V. comedens. Sporen

    in einigen Sammlungen auf Alnus sind homogener in Form und Größe und neigen dazu, guttulös zu sein,

    aber diese Merkmale sind auf anderen Wirten weniger ausgeprägt. Selbst auf Alnus allein, kann die Sporengröße signifikant variieren, wenn mehrere Proben verglichen werden"


    LG

    Frank

    Hallo Carina,


    Bjerkandera fumosa ist zwar weit verbreitet, aber nicht häufig. Bei den Bjerkandera-Funden sind es zu 90 % Funde von Bjerkandera adusta (ca. 20 000) in Deutschland. Bei B. fumosa sind 1940 Funde für ganz Deutschland in der Zentrale.


    LG

    Frank

    Hallo Carina,


    dein Porling hat ja viel erleiden müssen, Nässe, Frost und kleine hyaline Maden, die den Context weggefressen haben. Als Exsikkat ist er kaum einzuordnen. Mikroskopisch sind die schmalelliptischen Sporen 5,5-7 x 3-3,5 µm und das monomitische Hyphensystem mit Schnallen an den Hyphen gut zu erkennen. In Verbindung mit einer dünnen gelatinösen, etwas dunkleren Schicht zwischen Poren und Context kommt man dann doch eindeutig zu Bjerkandera fumosa. Eine Art, die auch mal resupinat und mit irpicoid aufgespaltenen Poren vorkommen kann. Dann ist sie nur mit etwas Erfahrung zu bestimmen.


    LG

    Frank