Hallo ihr lieben,
so kommen wir nun zur lang erwarteten Auflösung.
Nach dem prägnanten Zaunphal haben es ja auch die meisten rausbekommen. 
Ansonsten kann ich euch nur den Rat geben, dass ihr erstmal die Gattung von dem rausbekommen solltet. Schwer verdiente Gattungspunkte sind auch schon was wert. Man muss auch mal kleine Brötchen, ääh Ziegel backen können oder so und dann aber auch damit zufrieden sein.
Das denke hätte zumindest auffallen können, zumal ja Ziegel nicht gebacken, sondern gebrannt werden. 
Kurz und gut; es handelt sich um den Semmelgelben, bzw. Ziegelgelben Schleimkopf Cortinarius varius. Das hatten die meisten von euch dann doch iwie raus.
Das Merkmal, was auf dem ersten Rätselpilz zu sehen war, sind die abgebrochenen Lamellen am Stiel. Die Lamellen behalten lange Zeit einen Blauton. Erst im Alter bekommen die Lamellen aufgrund des Sporenpulvers dann die rostbraune Färbung. Diese bläuliche Farbe ist sogar so kräfig, dass die Anwachstellen der Lamellen am Stiel auch diese typische Färbung haben. (siehe Bild) Das 2. Bild zeigt dann die Lamellen eines jungen Fruchtkörpers.


Dann zum Kapitel KOH:
Das ist bei Cortinarien eine zweischneidige Sache. Bis auf ein paar Ausnahmen macht eine KOH-Probe (20%-40%) nur bei Phlegmacien (Schleimköpfen) Sinn.
Hier gibt es 2 Reaktionen:
1. Auf der Huthaut (bevorzugt am Hutrand) und/oder auf der Knolle (Knollenrand und Knollenboden) eine deutliche Rot-Pink-Färbung.
2. In der Trama eine deutliche Gelbfärbung; bzw. bei manchen Arten nur ein rel. schwacher gelber Rand auf der Prüffläche.
Übrigens gibt es auch sehr viele Arten an Schleimköpfen, die keine pos. KOH-Reaktion haben. Wenn ihr also nach einer Frage auf positive KOH-Reaktion bei Cortinarien ein nein bekommt, habt ihr wenig gewonnen. Bei einem ja, könnt ihr euch dann zwischen den beiden oben genannten Möglichkeiten entscheiden quasi.
Bei Cortinarius varius trifft Möglichkeit 2 zu. Dessen Trama verfärbt sich gelb.
So das wars erstmal. Das nächste Rätsel übernimmt erstmal Pablo.
l.g.
Stefan