Beiträge von Climbingfreak

    Hallo,


    äähm ja, wo fange ich an? :D Erstmal eins vorweg. Dass ich hier sehr große Probleme haben werde bestimmte Dinge einfach und verständlich zu beschreiben liegt an mir; andererseits auch am Thema. Das ist immer das Problem, wo fängt man an, wo hört man auf und wie detailliert soll es werden?
    Es soll ja das ganze Forum was davon haben und nicht nur diejenigen unter euch mit einer Molekularbiologischen Ausbildung. :evil:


    Thema Kulturen anlegen: das ist sehr wichtig; egal ob die ITS-Region nun sequenziert werden soll oder eine andere Gensequenz. Man braucht für die Seqenzierung den Pilz sorten- ääh "artenrein". :giggle: Es ist sehr wichtig, dass keine pilzliche Fremd-DNA in der Probe enthalten ist, denn dann kommt bei der Sequenzierung nur Müll raus (Probe nicht auswertbar). Das ist insbesondere dann wichtig, wenn das Pilzmaterial (meist anamorphe Pilze) schon auf einem Substrat (Agarplatte) angezüchtet wurde. In den allermeisten Fällen kommt dann nämlich neben dem "Bestimmling" noch andere Schimmelpilze auf die Agarplatte, die neben dem "Bestimmling" lustig darauf wachsen. Also muss man den "Bestimmling" auf eine frische neue Agarplatte aufimpfen und hoffen, dass die Begleitpilze nicht mehr auf der neuen Platte erscheinen. Erst dann lohnt sich die Sequenzierung...


    Dass viele Ascomyceten mittels der ITS-Region nicht bestimmbar sind, liegt daran, dass sich die besagte Gen-Sequenz bei denen nicht oder nur marginal unterscheidet. Die Methode funktioniert theorethisch wunderbar, nur kann man dieser dieser Sequenz dann sehr viele Arten zuordnen...


    Bei den Großpilzen mit Hut und Stiel ist das Anlegen von Kulturen nicht notwendig, da man einfach den Fruchtkörper/Exsiccat zerteilen kann und dann vom "Inneren" eine Probe für die Sequenzierung zu entnehmen.


    l.g.
    Stefan


    Hallo ihr beiden,


    dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :cool: Wenn ihr könnt, dann exsicciert eure Funde und sucht jemanden, der auf die Bayrische oder DGfM-Tagung fährt. Dort kann er sie die Exsciccate dann ggf. Josef direkt geben. ;)


    l.g.
    Stefan

    Hallo Tom,


    danke für deine ausführliche Antwort. Umkries von 20-30m reicht im Regelfall. Wenn ich Fichtenwald lese, heißt das für mich nicht unbedingt, dass sich da eine Birke oder Eiche mit reingemogelt hat. ;) Bitte verstehe meinen obigen Einwurf auch nicht als Rumgemecker oder so. E kann auch gut sein, dass ich 1-2 Angaben überlesen habe.


    Noch eine Sache zum Stachelbeertäubling: der soll nicht nach Stachelbeeren riechen, sondern nach Stachelbeerkompott; das ist ein Unterschied. Ich finde, der Geruch ist gut bei denen wahrzunehmen; allerdings muss ich auch sagen, dass meine Sinne "geschult" sind.


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    das Thema umfassend in einer Antwort zu erläutern ist ein Ding der Unmöglichkeit. Außerdem finde ich das schon sehr schwierig, solch ein Thema in einfachen Worten zu beschreiben, zumal auch viele Leute hier im Forum nicht einmal die Grundlagen für die ganze Sache kennen. (nicht als Vorwurf gemeint) Ich habe dieses Jahr im Februar ein Pilzsequenzierkurs bei Marco Thines absolviert; nebenbei bin ich auch noch studierter Biochemiker. ;) Heute schreibe ich garantiert nix mehr dazu, aber in den nächsten Tagen bin ich gern bereit auf einzelne Sachen einzugehen punktuell einzugehen, so dass im Laufe der Zeit ein vollständiges Bild von der Thematik entsteht.


    Übrigens ist das auch kein Thema für nur einen Abend mit einem Kasten Bier. ;) Machen wir mal ne Woche draus, dann trifft es die Sache schon eher.


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    doch du bekommst eine verbindliche Aussage. Es sind Russulaceaen; das muss reichen. :giggle: Mal im Ernst: Milchen die, dann sind es Milchlinge und dann wäre Andis Idee schüssig. Wenn die nicht milchen ist es einer der beiden Weißtäublinge...


    l.g.
    Stefan


    Hallo Onkel Tom !
    Nr. 3 könntest Du evtl. mal mit Russula Paludosa ( Apfeltäubling ) vergleichen .
    Gruß Harry


    oder mit Russula velenovskyi. ;) Zumindest sehe ich da keinen Weinroten Graustieltäubling. Übrigens bitte zukünftig bei Täublingen folgende Angaben machen:


    alle Baumarten in der Nähe des Fundes, Geruch, Geschmack, Abziehbarkeit der Huthaut, Sporenpulverfarbe. Wenn vorhanden chem. Reaktionen Fe-II-Sulfat, Guajak, Phenol und 20%iges KOH.


    Erst dann können wir was konkreteres zu deinen Funden sagen. Übrigens lehne ich mich hier bei den Bildern nicht aus dem Fenster und versuche eine Bildbestimmung. Dafür sind einfach zu wenig Infos da.


    l.g.
    Stefan


    Hallo Maria,


    ich verstehe. Da sind wir in Sachsen wirklich besser dran. Wir haben vielleicht sachsenweit 50 Leute, die gerade für den sächschen Verbreitungsatlas der Großpilze kartieren. Das ist im Gegensatz dazu quasi Luxus; im Dresdner Raum sind wir 6 Leute; 4 davon sind im Forum.


    Toffel, Nobi, Heidrun und ich; natürlich auch noch Kerstin (Goldröhrling), die nicht kartiert. ;)


    l.g.
    Stefan


    Hallo Maria,


    es kommt ganz darauf an, wie du "Region" defininierst. ;) Im Würzburger und in Kitzingen Raum gibts definitiv ein paar Mikroskopiker. Die sind teilweise auch sehr im Forum aktiv.


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    hier ist nicht nur das fehlende Mikro ein Problem, sondern hauptsächlich, dass die Taxonomie bei den Cortinarien dringend überarbeitet werden muss. So wie es jetzt aussieht hat eine Cortinarie derzeit 4-5 gültige Taxone, die nicht synonymisiert sind. In der Funga Nordica sind schon erste Sequenzierungsergebnisse eingearbeitet. Die sind aber bei weitem noch nicht abgeschlossen. Erst wenn das ganze Wirrwarr bereinigt wurde, lohnt es sich da wirklich erst tiefer in die Tematik einzusteigen.


    Ich frage mich derzeit auch, lohnt sich der Aufwand einer genauen BEstimmung, bzw. hab ich überhaupt eine reelle Chance, Fund X rauszubekommen. Ich nehme vieles gar nicht erst mit, weil ich das inzwischen abschätzen kann. Übrigens musst du dich dann auch mit dme Mikromerkmalen auseinandersetzten und die Ergebnisse ausschlüsseln lernen. Dann kommen noch Präparationsfertigkeiten hinzu, die du auch erst mal erlernen musst.


    Stell dir bitte die Sache nicht zu einfach vor. Übrigens bin ich Chemiker. Ich hatte früher auch den Anspruch dne Dingen vollends auf den GRund zu gehen. Allerdings hat sich für mich herausgestellt, dass das nicht immer zielführend ist. ;)


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    ich hatte heute zu meinemTäublingsseminar einen Braunen Ledertäubling (Russula integra) in dieser Optik wie der
    Täubling im obigen Beitrag. Ich hatte den gestern nach dem Fund zuerst auch als R. vesca fehlbestimmt, bis ich heute die gelben Sporen sah. Der ist zum Glück durch die markanten Sporen eindeutig. Der wuchs direkt neben R. vesca und sah auch noch fast so aus. Ja so kanns gehen. :D Täublinge halt.


    l.g.
    Stefan

    Hallo Jan,


    weiter wirst du auch nicht kommen. :D Cortinarius passt; Untergattung Telamonia, dünner Stiel, Velumfarbe weiß. Jetzt wirds nämlich richtig haarig. Jetzt heißt es Sporengröße messen und mit der Funga Nordica schlüsseln. Wenn du fertig bist, wirst du feststellen, dass nichts so wirklich passt. :evil:


    Mal im Ernst: Die dünnstieligen Telamonien sind sehr undankbar; besonders die mit dem weißen Velum. Die sehen alle gleich aus. Da haben nur echte Experten wirklich eine reale Chance den rauszubekommen. Ich würde dir raten so was in Zukunft als dünnstilige Telamonia (Gürtelfuß) anzusprechen mit dem Zusatz schwer bestimmbar.


    Glaub mir da gibts als "Anfänger" (nicht böse gemeint) geignetere Pilze mit denen du dich befassen kannst und auch Bestimmungserfolge haben kannst.


    l.g.
    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    Ingo: :D :D


    willy: Sagen wir mal so. Es war schon recht wissenschaftlich. Wir hatten einen sehr umständlichen synoptischen Schlüssel, den ich garantiert nicht verwende. Ansonsten war halt Chemikalieneinsatz und etwas Mikroskopie angesagt. Ich muss dazu sagen, dass ich schon vorher einige Täublinge kannte. Das "Seminar" war nicht wirklich eins; es war eher ein Mikroskopikertreffen der Oberlausitzer Pilzfreunde.


    Mir hats einiges gebracht, weil es mir gehölfen hat bestimmte Arten in bessere Schubladen umzupacke, wenn du verstehst, was ich meine.


    l.g.
    Stefan

    Hallo Maria,


    8| 8| das ist für mich eine große Überraschung! Ich habe die Grüngefelderten bisher immer nur bei Buchen (und Eichen) gefunden. Aber gut, es sind halt Pilze. Die machen, was sie wollen. ;)


    Trotzdem sei bitte so gut und erfasse bitte bei deiner nächsten Täublignsbestimmung noch die Grundangaben. Das hilft bei Täublingen wirklich ungemein. :thumbup:


    l.g.
    Stefan

    Hallo MAria,


    der 2. Fruchtkörper ist definitiv R. virescens. Beim ersten ist das möglich. Wichtig sind bei Täublingen auch die Begleitbäume, Sporenpulferfarbe, Geruch, Geschmack, Abziehbarkeit der Huthaut usw.


    Also bei deinem 1. ist das möglich, dass es sich um R. virescens handelt, wenn Birken in der Nähe standen, wäre auch noch R. aeruginea möglich. So anhand von Fotos und ohne weitere Angaben sind Täublinge so gut wie nicht zu bestimmen.


    l.g.
    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    ich denke Knoblauchrauke passt. Ich habe bei den halbvertrockneten Blättern beim Zerreiben einen leichten knoblauchähnlichen Geruch wahrnehmen können. Danke für die Hilfe. Ich hab auch Puccinia coronata (Kronenrost) an einem mir unbekannten Süßgras bestimmen können. :cool: Zu dem Mehltau sage ich dann was, wenn den mikroskopiert und mit dem Klenke/Scholler bestimmt habe. Das Buch ist btw klasse. Mit ihm macht Mehltau und Rostpilzbestimmung sehr großen Spaß und das schönste daran ist, ich kenne den einen Autor persönlich. ;) Leider sind da keine Coelomyceten drin, aber man kann ja nicht alles haben. :evil:


    @all: Ich habe von meinem Fund auch mal den gesamten Hut fotografiert. Ich muss dazu sagen, als ich das Foto machte, war es schon recht dunkel und dämmerig; so gegen 17 Uhr. ;) Zumindest ist im Zentrum des Hutes eine leicht rüne Färbung zu erkennen. Der Fund stand in der prallen Sonne, direkt an einer in einem Wurzellücke unter einer alten Buche am Rande einer Lichtung...



    l.g.
    Stefan