Hallo,
also erstmal bezweifel ich, dass ich mir ein Mauskostüm anziehe, denn da passe ich gar nicht rein.
Gut Scherz beiseite.
Die Sache mit den Kulturen anlegen habe ich ja schon oben erklärt. DAs dient nur dazu einen artenreinen Pilz für die Sequenzierung zu haben. Mit Wachstumsversuchen auf welchem Substrat welcher Pilz wächst, bzw. wie das Mycel auf dme Substrat aussieht, hat das nix zu tun. Exsiccate sind sehr wohl für eine Sequenzierung geeignet; sie dürfen nur nicht zu heiß getrocknet werden. Das ist aber eine andere Geschichte.
Kommen wir zu dem phyllogenetischen Bäumchen. Das wichtigste, was man dazu verstehen muss, dass es sich dabei nur um eine Art wahrscheinlichkeitsbasiertes Modell handelt. Es ist keinesfalls so, dass die Arten/Gruppen, die weiter vorne abgespalten werden, sich auch eher im Gensquenzverlauf voeinander abweichen. Dem ist defintiv nicht so.
Die ermittelte Sequenz des Bestimmlings wird mit anderen Sequenzen anderer Arten verglichen. Die daraus ermittelten Unterschiede werden nach bestimmten, von Menschen nicht mehr manuell durchführbaren, Algorithmen berechnet.
Der Baum sagt aus, wie nahe verwandt bestimmte Pilzarten sind. Zu jeder Abzweigung gehört noch ein Signifikanzniveau. Je höher das ist (im Idealfall 99%) desto statistisch wahrscheinlicher ist auch, dass die dort aufgespaltenen Gruppen, Arten auch wirklich "was eigenes" sind. Solche Bäume richtig zu lesen ist eine Kunst, die ich auch nur teilweise beherrsche. Was man sich aber in jedem Fall im Hinterkopf haben sollte, dass hinter solchen Bäumen statistische Rechenmodelle stehen.
l.g.
Stefan
l.g.
Stefan