Hallo ihr lieben,
bevor ich mit dem 2. Teil fortfahre, muss ich erstmal noch was vorausschicken. Direkt nach der deutschen Grenze ist mir dann doch landschaftlich einiges aufgefallen. Ich habe an der Autobahn, Landstraßen und in den Dörfern noch nie so viele Eschen gesehen. Das war Wahnsinn. Viele von denen sahen auch noch sehr vital aus. Einige hatten schon einen leichten Schaden; viele sahen auch sehr mitgenommen aus. Der Grund dafür ist unser (un)beliebter "Freund" Hymenoscyphus pseudoalbidus (der Erreger des Eschentriebsterbens). Der Pilz wird wohl dafür sorgen, dass die Eschen in den nächsten Jahren stark dezimiert werden.
Am nächsten Tag ging es zum Großen Heuscheuergebirge (Góry StoÅ‚owe). Das ist ein sehr großes Felsplateau, wo teilweise sehr imposante Felsformationen darauf zu finden sind. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Aufstieg (gesäumt mit vielen Eschen, Birgärten und Imbissbuden) habe ich einem älteren Chorfreund von meiner Begeisterung über die schönen Eschen berichtet.Er hat auch daraufhin "ein altes Sprichwort" zitiert: "Unter Eschen sollst du deinen Durst löschen." Auf dem Rückweg zum Parkplatz haben wir das auch ausgiebig gemacht. 
Nur mal der Vollständigkeit halber: Ein Bild einer Esche (Fraxinus excelsior).

Blick von unten auf den Großen Heuscheuer. Warum die die eine Stelle mit einem Pfeil markiert habe, erkläre ich später.

Der Aufstieg (unregelmäßige Treppen) selbst gestaltete sich als schweißtreibend. Es war recht warm und zudem sehr schwül.

Oben angekommen haben wir uns an der dortigen Baude erstmal mit einem wohlverdienten Bierchen gelabt. Anschließend wurde, auch sehr zur Freude der anderen Besucher ein paar Berglieder gesungen. Viele von uns haben anschließend einen Rundgang über das Gipfelplateau gemacht. Für 7 Zloty (umgerechnet 1,75€) konnten wir den Rundweg über das Plataeu bestreiten und uns die tollen Sandsteinformationen und wildromantischen Kamine/Schluchten ansehen. Viele dieser Felsformationen haben auch tolle Namen und das schöne daran ist auch, man erkennt in den meisten Fällen warum. 
Einige Beispiele:
das Kamel

der Affe

die Henne

Natürlich gabs auch namenlose Formationen (zumindest unbeschriftete); die fand ich irgendwie besonders spannend.

Das hier ist der Großvaterstuhl. Der Name ist jetzt nicht besonders originell, denn wir haben im Elbsandsteingebirge auch mindestens 2 davon. Immerhin ist das die größte Erhöhung des ganzen Plateaus und mit einer schmalen Eisenleiter begehbar.

Hier mal 2 Bilder vom Ausblick


Huch wo gehts denn hier hin?

Ach ja alles klar; da unten gibts gekochte Teufel.


Der Abstieg. Ob wir das heil überstehen werden? Vielleicht wollen die Teufel auch uns kochen?


Während des Abstieges konnte ich noch folgenden Schnappschuss machen; ein interessantes "Tor"

Ich kann an dieser Stelle sagen, dass wir die "Teufelsküche" und die "Hölle" (nein Wolle Petry wurde da zum Glück nicht gespielt
) heil überstanden haben.
Hier nochmal eine schöne Felskluft

Pilze gabs auch.
Russula claroflava (Gelber Graustieltäubling) war diesem und am folgenden Tag ein steter Begleiter. Schade, dass wir den nicht zubereiten konnten. Ich finde den sehr lecker.

Amanita fulva war an beiden Tage auch ein treuer Begleiter.

Hier noch 2 Bilder von nicht bestimmten Pilzen. Ich fand die einfach interessant. Der orangene wuchs direkt unter einem unterhöhlten Felsbrocken. Der 2. wuchs auf einem Ast; geht denke ich in Richtung Lentinus.


Den Abschluss des ersten Tages ist ein Foto von der letzten Aussicht des Hochplateaus vor dem Abstieg (auf dem Bild oben mit dem Pfeil markiert). Der Pfeli auf dem unteren Bild markiert die Stelle, wo ich das obige Foto geschossen hab.

Am nächten Tag machten wir eine Wanderung zu den sog. Weißen Steinen. Es ging ebefalls über ein Hochplateau, von welchem immer mal wieder gigantische Ausblicke hatte.


Die "Stütze" ist eigentlich doch Makulatur. 

Neben den beiden schon erwähnten Sprödblättlern habe ich meinen ersten Lactarius helvus (Bruchreizker, Maggipilz) für dieses Jahr gefunden.

Einige gefundene Pilze habe ich den anderen gezeigt und erklärt. Neben L. helvus unter anderen auch R. claroflava. Einer meiner Chorfreunde hat den mir direkt aus der Hand genommen und gleich gekostet. Ich erwähne das extra, weil dieses Detail später nochmal interessant werden wird. 
Nicht bestimmter Filzröhrling.

Nach ca. 2 Stunden hatten wir knapp die Hälfte des Weges geschafft. Es ging anschließend durch ein kleines Hochmoor über diesen ca. 1km langen Steg.

Dabei fiel mir auch dieses unbekannte, aber sehr interessant-aussehende Süßgras auf. Leider hatte ich keine Chance, das scharf abzulichten.

Ebenso gings auch wieder durch enge Felsenklüfte.

Hier ist mal ein Kletterweg; allerdings weit jenseits meines Schwierigkeitsbereiches. Die ganze Zeit an der Rippe hochhangeln?
Nee lieber nicht. 

Hier fand ich das Motiv so hübsch. So dekorativ finde ich den Klebrigen Hörnling selten. 

Kurze Zeit später waren wir am Trumpf-As.

Calocera furcata finde ich auch nicht sehr häufig.

Hier habe ich einen Fehler gemacht. Keiner der anderen wollte Lactarius turpis kosten. Ich hab extra das "einmalige Geschmackserlebnis" angepriesen.
Ich hab den Fehler gemacht, zu erwähnen, dass der in einigen Gegenden auch "Mordschwamm" genannt wird. Sogar mein Täublingsfreund von oben hat die Kostprobe verweigert. Das ist vielleicht auch besser so. Hätte nur Ärger gegeben. Trotzdem mein diesjähriger Erstfund.

Dann hatten wir auch schon "fast" unser Ziel erreicht. Die letzten 2 km ging es über einen Forstweg. Erst jetzt kamen die wirklich spannenden Funde.
Mycena acicula der Orangerote Helmling oder eher doch ein Galerinchen :shy:

Hygrophorus olivaceoalbus, der Natternstielige Schneckling, wurde von einem Chormitglied gefunden. Ich war sehr überrascht. Das ist eigentlich eine ARt, die später im Jahr auftaucht. Zudem finde ich den relativ selten. Das scheint eine Art zu sein, die etwas mehr montan vorkommt.

Beim nächsten habe ich mich sehr gefreut, da Perserfund.
Allerdings wuchs der jenseits eines Wassergrabens. Ich hab den kühnen Sprung gewagt und wurde mit prächtigen Fruchtkörpern belohnt. Lactarius lignyotus (das ist der mit dem politisch unkorrekten deutschen Namen).
Na ja macht nix. Der wird bei uns auch Essenkehrer genannt. Das muss als deutscher Name an dieser Stelle genügen. 

Der absolute Sensationsfund ist dieser hier:



Anfänglich konnte ich mit dem überhaupt nix anfangen. Aber nach einiger Zeit fing der bei Druck an leicht zu schwärzen. Ein Schwärzling; eine schwärzende Lyophyllum-Art.
So was zu bestimmen macht Arbeit. Ich hab den in meine Dose gepackt (obwohl ich eigentlich max. nur Risspilze mit nach Hause nehmen wollte). Zu Hause habe ich den als Lyophyllum paelochroum (Lehmfarbener Schwärzling) bestimmt. Zumindest hat der unter Berücksichtigung aller Merkmale am passendsten rausgestellt. Der Fruchtkörper hatte nämlich z.B. keinen Mehlgeruch.
Ich hoffe unser Ausflug hat euch gefallen.
l.g.
Stefan