Hallo Dungpilzfreunde,
kommen wir zur nächsten Runde ich habe mir erstmal die vermutete Hypocopra brefeldii an Hase vorgenommen. Diesmal war diese in einem Stroma eingebettet und dieses recht tief im Substrat (Hase) eingesenkt; die Ascusspitze war mit Lugol wunderbar blau.


Bevor ich zu den folgenden Funden komme mal 1-2 Vorbemerkungen. Ich merke gerade, dass mir noch einiges an Kenntnissen für die Ascobestimmung allgemein fehlen. Bestimmte Fragestellungen in den Schlüsseln kann ich einfach nicht beurteilen, bzw. weiß nicht, was damit gemeint ist.
Nun aber erstmal zum Pferd:
Pilz 1: sehr kleine, fast kugelige Perithecien, mit unseptierten Haaren, die unter der Stereolupe nicht/kaum zu sehen waren.
Sporen: 10x8x6 µm leicht linsenförmig abgeflacht; Länge der Keimspalte: 6-8 µm
Asci: 85x10 µm; Jodreaktion negativ
Haare: bis ca. 32 µm
Hier komme ich mit Richardson und Watling auf Coniochaeta leucoplaca. Hier hab ich persönlich mit der Bestimmung keine Bauchschmerzen.



Pilz 2: ein(e) Podospora/Schizothecium; stark pyriformer Fruchtkörper; ohne erkennbare Haare
Sporenkopf: 40-46x22-25 µm; Caudae und Pedicel gut entwickelt. Wenn ich die Größe der Sporenköpfe als Merkmal heranziehe komme ich auf Podospora lindquistii. Leider habe keine Ahnung, was ein "apikaler Ring" am Ascus ist und wie so was aussehen muss. Ich hab zumindest bewusst nix dergleichen gesehen. Über eure Meinung zu dem wäre ich auf alle Fälle sehr dankbar. Hier bin ich mir anhand der für mich teilweise nicht verständlichen Schlüsselfragen sehr unsicher.





Pilz 3: Hier bin ich sehr verunsichert. Die Maße der Sporen und der Seten passen ganz gut zu Coniochaeta scatigena; mich stört da die rote positive Ascusreaktion mit Lugol. Hypocopra ist aufgrund des Seten raus. Gibts da evtl. noch andere Alternativen?
Fruchtkörper pyriform mit haarigem Hals; Haare bis 80 µm lang
Sporen linsenförmig abgeflacht: 19x15-17x11 µm
Asci: 160-170x17 µm
Ich bin gespannt, was ihr hier dazu sagt.





Über eure Meinungen, wäre ich sehr dankbar.
l.g.
Stefan