Beiträge von Climbingfreak

    Das nützt mir aber alles nichts, wenn ich noch gar keine Idee für eine Gattung habe. Dafür braucht es eine Gattungsübergreifende Datenbank mit synoptischem Schlüssel. Insbesondere die Auflistung von rein optischen Verwechslungspartnern hat mich oft schon in eine völlig andere Richtung denken lassen. Fraglos gibt es bei 123 Pilze zahlreiche Fehler. Aber mir scheint es angemessener zu sein, den Urheber darüber zu informieren.

    Hi,


    "Pilze Deutschlands" hat einen tollen makroskopischen Gattungsschlüssel. :)


    Ansonsten hast du schon recht. Mir hat die Seite sehr beim APR 2016 und 2017 geholfen. ==Gnolm10


    Was das "keine Idee für eine Gattung" angeht. Nimm doch einfach nur die mit, wo du dir mit der Gattung sicher bist. ==Gnolm7 Spannende Funde gibt es trotzdem. Du wohnst doch kalkbegünstigt. Cortinarien und Inocyben sind immer spannend und seeeehr artenreich. ==Gnolm7 ==Gnolm4


    l.g.

    Stefan

    Im übrigen bin ich nicht der Meinung, dass man in der Gattung Agaricus makrioskopisch völlig verloren ist. Die Sektionen, in die z. B. der Autor KIBBY die Champignons einteilt, sind für mich gut nachzuvollziehen und mit eindeutigen Chemiereaktionen unterfüttert. Mit dem KIBBY komme ich auch oft zu befriedigenden Bestimmungsergebnissen auf rein makroskopischer/makrochemischer Basis.


    Die auf den ersten beiden Fotos gezeigten Pilze sehen mit ihrem hinfälligen Ring und der zugespitzten Stielbasis durchaus nach Agaricus campester (Wiesenchampignon) aus, wobei die Pilzfarben auf dem ersten Bild anscheinend grob verfälscht dargestellt werden. Ich bekenne auch, dass ich seit vielen Jahrzehnten Wiesenchampignons regelmäßig zum Essen sammle, und dass dabei noch nie irgendetwas schiefgegangen ist. Bei Generationen anderer Pilzesuchern, die ich persönlich kenne, ist es ebenso. Ich weiß halt nicht, welche Wirkung die gesammelten Schwermetallionen im menschlichen Körper haben sollen, aber das müssen ganz, ganz langfristige Wirkungen sein, so dass ich mir erlaube, hier von Alarmismus zu sprechen.

    Hi,


    ich habe oben schon bestätigt, dass das wahrscheinlich was aus der Sektion Agaricus ist.


    Du vermengst in deinem Beitrag unterschiedliche Problematiken:


    1. A. campestris: ist an sich unkritisch, was Schwermetallionen angeht; richtig. Das Problem hier ist A. pseusopratensis. Das ist die giftige Verwechslungsart aus der Sektion Hodenses schlechthin für den Wiesenchampi, die aus dem Mediterranaum eingewandert ist, und in D in Ausbeitung begriffen ist. Makroskopisch bekommt man beide Arten nicht mehr sicher unterschieden.


    2. Schwermetalle: Hier ist hauptsächlich das Cadmium bei den Anisegerlingen ein Problem. Die Pilze nehmen das Cadmium aktiv auf, da sie dies für die Fruchtköperbildung brauchen. Somit gilt auch die "allg. Auffassung" nicht mehr, dass nur Pilze von belasteten Böden problematisch sind. Der Cadmiumgehalt in den Fk ist übrigens von Art zu Art recht konstant. Den höchsten Cadmiumgehalt hat übrigens A. crocodilinus/urinascens mit über 100 mg/kg Frischewicht, was extrem viel ist und sogar für eine aktute Cadmiumvergiftung mengenmäßig, ausreicht.


    Du nennst es Alarmismus. Ich nenne es vorbeugenden gesundh. Verbraucherschutz. Cadmium ist extrem nierengiftig und nierenkrebserregend!


    3. Kibby: schönes Heft, leider kommen die Beschreibungen etwas zu kurz. Kibby ist wiss. nicht mehr auf dem neuesten Stand. Klar kannst du damit weiter arbeiten und bei allen Sektionen außer den Minores und den Arvenses kommt man zu einem Ergebnis, was sogar in den meisten Fällen passen sollte. Bei meinen letztgenannten Sektionen aber kommst du um den Parra nicht mehr herum, da Einzelarten dort genetisch ausgeschlüsselt werden. Mikromorphologisch kommst du aber in Artengruppen, die aus 3-4 Einzelarten bestehen.


    Deine Meinung zu 123-Pilze sehe ich auch so. Gerade Anfänger nehmen das, was dort drin steht für bare Münze. Das erlebe ich immer wieder in den FB-Gruppen. Ich für meinen Teil habe ein gewisses Qualitätsverständnis durch mein Studium erhalten (Qualitätsmanagement war Studieninalt) und würde, wenn ich denn eine Webseite erstellen würde, lieber die langsam aufbauen, dafür aber sauber recherchierte Infos, bzw. eingene Funddaten einbauen.


    Da ich aber keine Ahnung von Webseitenprogrammierung habe, sind das für mich sowieso nur theoretische Überlegungen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    dann ist weniger mehr!


    Mir fallen deutliche qualitative Unterschiede auf, wenn ich 123 mit Dittes Seite, Jules Seite, Interhias, Pilzflora Ehingen, Coprinus Bender, und die ehem. Webseite von Andreas Melzer (nur um ein.

    paar Bsp. zu nennen) auf. Was dort steht ist sauber recherchiert, bzw hat Hand und Fuß.


    l.g.

    Stefan

    als öffentlich an seiner umfangreichen Datensammlung rumzumeckern.

    Hi,


    meine Meinung zu dem Thema: Wolfgang ist PSV. Er ist verantwortlich für die Seite. Er sollte einerseits ein gewisses Qualitätsbewusstsein mitbringen, andererseits bestimmte Dinge wissen, bzw. recherchieren können. Ich vermisse auf der Seite beides etwas. Umfangreich ist die Seite, keine Frage; leider etwas zu umfangreich. Wenn er darauf angewiesen ist, bzw. damit rechnet, dass er von anderen Korrekturen bekommt, läuft da gehörig was schief. Und ich sehe es auch als meine Pflicht an, andere User auf die Schwächen der Seite hinzuweisen, weil ich einfach viel zu oft erlebe, dass (falsche) Infos von der Seite ungeprüft übernommen werden.


    l.g.

    Stefan

    Oh Mann, das wird ja immer komplizierter, je länger man sich mit der Sache beschäftigt.

    Das ist in jeder Wissenschaft so. Es gibt auch einen Namen für das Pänomen. Leider finde ich ihn nicht. Ich selbst bin bei Agaricus auch nur der Einäugige unter den Blinden. Irgendwie bin ich in Sachsen der einzige, der sich mit der Gattung etwas näher beschäftigt. Es ist aber für mich oft so, dass ich eine Kollektion mitnehme und dann selbst aufgebe, weil ich nicht mal in eine Sektion komme z.B.


    Die Gattung ist kompliziert. Ohne Mikro geht da leider nix.


    l.g.

    Stefan

    Hallo Jörg,


    diese Bestimmungen möchte ich anzweifeln. H.penarius kenne ich als sehr stämmige Pilze, einer der richtig großen Schnecklinge. Die Lamellen sind deutlich fleischier, die Farben nicht ganz so reinweiß wie bei Deinem Fund.


    Mir fällt aber spontan kein anderer Name für Euren Fund ein. War der Hut trocken oder schleimig?

    Hi,


    ich auch. :) Falls wirklich ein Schneckling, dann wären wie so oft discoxanthus oder eburneus die Kandidaten der Wahl.


    Schade, dass die niemand mitgenommen hat für die KOH-Probe.


    l.g.

    Stefan

    Die knorpelige Schuppenkruste ist wohl ein typischer Vertreter auf exponierten Kalkfelsen tieferer und mittlerer Lagen in Süd- und Mitteleuropa, die man geläufig als -Jura bezeichnet.

    Vielleicht wär das mal eine Möglichkeit für Climbingfreak beide Hobbies zu verbinden?


    Viele Grüße,

    Ingo

    Hi,


    klettertechnisch bin ich fast nur in Sachsen/Böhmen unterwegs. Klettern im Kalk liegt mir nicht so. ;)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    hier ist mal die Meinung/Sicht von Christoph Hahn zu dem Thema Champis. Viele PSV geben in Sachsen und Bayern keine wild wachsenden Arten mehr frei.



    123-Pilze macht es sich an der Stelle etwas zu einfach aus meiner Sicht, weil der Betreiber nicht auf die Gefahren von Cadmium aufmerksam macht.


    Ansonsten besteht das Grundproblem von 123-Pilze immer noch. Viele Bilder sind falsch/unplausibel. Es sind die gleichen Bilder von Sarcodon glaucopus und Hydnellum fuligineoalbum verwendet usw. Einige taxonomische Fehler. Z.B. dass der Stadtchampi als Sektion Agaricus "Edelchampis" ausgewiesen werden tut einfach nur weh.


    l.g.

    Stefan