Hi,
ich melde mich auch mal zu Wort; nach zweitägiger Abwesenheit hier so viele Beiträge. Wahnsinn.

Das mit den wissenschaftlichen Namen (nur um deinen Einwand nochmal aufzugreifen Maria): Ich kenne das Problem sehr genau Maria; leider habe ich sehr große Probleme mir die deutschen Namen zu merken, weil ich sie ,außer bei öffentlichen Pilzexkursionen, nicht mehr brauche. Meist habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Speisepilzsucher eher abgeschreckt reagieren, wenn ich bei privaten Kartierungsexkursionen meinen Pilzfreunden botanische Namen zurufe. Dadurch haben wir die benötigte Ruhe.
Wenn dann doch mal jemand fragt, dann sind das wirklich interessierte Menschen und meist entstehen dann auch sehr spannende Diskussionen.
Aber um darauf zurückzukommen; ich bemühe mich verstärkt deutsche Namen zu verwenden. Meist aber habe ich auch nur, nebenbei bemerkt, mit Pilzen zu tun, die nur noch botanische Namen haben. 
Ansonsten kann ich den anderen nur zustimmen. Es mag früher in der DGfM viele Querelen gegeben haben, aber die Zeit ist vorbei. Nachdem ich nun wirklich alle Vorstandsmitglieder persönlich kennenlernen durfte, habe ich festegestellt, dass das alle wunderbare Menschen sind, denen wirklich was am Naturschutz und an der Funga sehr am Herzen liegt.
Wer kann mitmachen: Jeder Interessierte, der Pilze liebt. Warum nicht mal hier oder bei der DGfM nachfragen, was getan werden kann. Zuem besteht auch noch die Möglichkeit sind regionalen Verbänden oder in den lokalen Vereinen zu engagieren. Wenn es keinen Pilzverein in der Nähe gibt, dann kann man immer noch einen gründen. Bei Frank und den Pilzfreunden.ev klappt das doch auch super, bzw. würde sich der Verein freuen, wenn es weiterhin regionale Untersektionen gäbe.
PSV werden ist auch kein Hexenwerk. Ich habe es mehr oder minder im Selbststudium geschafft. Die Anforderungen mögen da sehr hoch klingen, aber ich halte es für möglich, dass man innerhalb von 3-4 Jahren das schaffen kann; mit Unterstützung eines Vereins oder Mentors versteht sich. Letztendlich hat sich die Prüfung als relativ einfach herausgestellt; trotz eklatanter Wissenslücken meinerseits.
Zur Kartierung: Dem stehe ich kritisch gegenüber, dass da jeder mitmachen kann. Bei den einfachen Arten (Fliegenpilz, Marone, Stinkmorchel) ist das kein Problem aber bei den meisten Arten ist das schon kritisch. Rötliche Lacktrichterlinge z.B. müssen in jedem Fall mikroskopiert werden um die Art herauszubekommen; bei den einigen Hydnum-Arten ist das ähnlich. Selbst bei den Steinpilzen gibt es mehrere Arten.
Ich habe auch erlebt, wie einige PSV kartieren, bzw. Pilze bestimmen und ehrlich gesagt kommt mir da das kalte Grausen. Für die Beurteilung des Speisewertes hat die Artbestimmung eines Filzröhrlings keine Auswirkung; für die Kartierung kommt ggf. da nur Murx bei raus. Ich habe z.B. mit einem gestandenen PSV bei einer Tagung gestritten, dass er keine Ziegenlippe, sondern den Xerocomus ferrugineus handelt. Weiteres Beispiel: Wie schnell werden Tintliinge makroskopisch bestimmt, ohne zu mikroskopieren! Das führt dann dazu, dass solche häufigen Arten, wie Coprinellus saccharinus völlig unterkartiert sind, obwohl diese sehr häufig sind. Deswegen sollten das auch Leute machen, die ein bisschen Erfahrung und eine gewisse Artenkenntnis haben.
l.g.
Stefan