Eigentlich ist schon fast alles gesagt, aber ich möchte Dir auch den „Grundkurs Pilzbestimmung“ von Rita Lüder ans Herz legen. Da sind zwar kleine Fehler drin, aber davon bekommen Anfänger und Menschen mit einem gepflegten Halbwissen überhaupt nichts mit.
Hi,
das kann ich nicht so stehen lassen, denn 2-3 dieser "kleinen Fehler" sind aus meiner Sicht ziemlich gravierend. Wenn in allen 5 Auflagen ein eindeutiges Bild der Espenrotkappe als "untypischer Birkenpilz" bezeichnet wird, mach ich mir da schon so meine Gedanken. Aber ja, das kann man als "kleinen Fehler" abtun, denn eine "Verwechslung" von einem Birkenpilz mit einer Espenrotkappe hat ja aus Speisepilzsicht keine schlimmen Konsequenzen.
Wenn allerdings sich glasklare Fehler in die Giftpilzsektion und in die Angaben zur Genießbarkeit einschleichen, sind diese Fehler nicht mehr "klein". Im Buch steht, dass sich der Giftsafranschirmling Chlorophyllum brunneum von den beiden anderen Safranschirmlingen durch einen "unangenehmen Geruch" unterscheiden soll. Ich kenne Chl. brunneum sehr gut. In jeder meiner Kollektionen rochen die Fruchtkörper max. leicht nussig, bzw. waren geruchlos. Weitere brauchbare Merkmale zur Unterscheidung sind nicht genannt. Wirklich relevante Merkmale wie Hutschuppung und Knollenform werden nicht aufgefehrt.
Zweitens steht in den Bildunterschriften bei den braunen Ritterlingen drin, dass diese essbar sind, wenn sie mild schmecken. So was zu glasklaren glasklaren Giftpilzen, bzw. giftverdächtigen Pilzen zu schreiben, halte ich für verantwortungslos, denn dokumentierte Fälle von Vergiftungen, bzw. heftigen Unverträglichkeitsreaktionen von Tr. unstale und fulvum gibts genug.
Ich verweise auch sehr gerne noch mal auf die Rezension zu Grundkurs Pilzbestimmung, die im vorletzten Tintling erschienen ist.
l.g.
Stefan
