Beiträge von lamproderma

    Hallo Erich,

    bei den Herbarbelegen aus Feuchtkammerkulturen handelt es sich wie Schorsch schon schrieb um Trockenbelege. In Feuchtkammerkulturen entwickeln sich die Schleimpilze ja ähnlich wie unter natürlichen Bedingungen zu ausgereiften Fruchtkörpern. Die kann man dann mit einem Stück Substrat (meist Rinde, Holzstückchen oder pflanzlichen Teile) "ernten" und sie in einer am besten Streichholzschachtel (-> s.o.) einkleben. Allerdings sollte man sie vorher gründlich trocknen und eventuell mal ca. 14 Tage im Tiefkühlschrank lagern, damit eventuelle Schädlinge abgetötet werden. So hält sich der Beleg wirklich jahrzehntelang, wenn man den Beleg nicht unnötigen Erschütterungen aussetzt oder ihn stark quetscht. Dann rieseln natürlich die Sporen raus und andere Merkmale (z.B. Capillitium) könnten zerstört werden.

    VG Ulla

    Hallo Christoph,


    Dein erster Fund gehört zu den Schleimpilzen. Leider ist er noch unreif, aber ich vermute dass es sich um Badhamia utricularis handelt.

    Die Nr. 2+3 halte ich auch für einen Birkenporling - Piptoporus betulinus.

    Der Schichtpilz könnte der Strieglige Schichtpilz -Stereum hirsutum sein, leider sieht man seine Unterseite nicht.

    Die Nr. 5 ist ein Samtfuß-Rübling und der Erdstern könnte ein sehr alter Gewimperter Erdstern - Geastrum fimbriatum sein. Mehr läßt sich leider nicht dazu sagen.

    VG Ulla

    Hallo,

    bei uns ist im letzten Jahr eine Umgehungstraße eröffnet worden mit massivem Bearbeiten der Straßenränder und angrenzenden Gebieten. Da habe wir an einer Stelle auf ca. mindestens 1000 m² flächendeckend den Stechapfel. Der wurde da sicher nicht angepflanzt! Wenn das nicht invasiv ist !?


    LG Ulla

    Hallo Hilmgridd,

    Diderma hemisphaericum sind schon hübsche Schleimis. Erinnern mich immer an weiße Reißzwecken.

    Sie wachsen aber nicht immer zwingend an Juglans, sondern sie sind Laubbewohner, die an verschiedenen Laubbäumen in der Laubstreu vorkommen. Man muß dazu immer mal im Laub wühlen, es darf nicht zu trocken liegen aber auch nicht zu klatschnaß oder verklumpt sein. Meist wachsen die laubliebenden Schleimis an der Unterseite der Blätter, wo es feuchter und geschützter ist. Manchmal kann man sie auch im Winterhalbjahr, wenns nicht zu kalt ist, finden.

    LG Ulla

    Hallo ogni,

    bei Craterocolla cerasi bin ich ganz Deiner Meinung. Wir finden den oft in alten Kirschplantagen, meist aber an abgebrochenen Ästen oder umgestürzten Bäumen. Vor einiger Zeit hatten wir ihn in diesem Winter auch schon mehrfach. So weit oben haben wir ihn allerdings noch nie gefunden, aber die Optik ist m. E. eindeutig.

    VG Ulla

    Hallo Jo,


    War das Holz auf der Brandstelle Laub- oder Nadelholz?

    Falls es Nadelholz (Pinus) war, dann könnte der orange Schleimpilz noch etwas anderes als Dictydiaethalium plumbeum sein: nämlich Enteridium (Reticularia) olivaceum. Falls man reife Fruchtkörper hat, läßt sich die Art sehr leicht bestimmen durch die Sporen, welche Klumpen bilden und dadurch kreiselförmig sind.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    die Macbrideola cornea hast Du richtig bestimmt.

    Typisch für die Art ist das Capillitium mit den stumpfen, leicht verdickten Enden, der hohle Stiel der unten rotbraun ist.

    Bei dem 2. Winzling warst Du wieder etwas voreilig, denn der ist noch nicht richtig reif. Aber man sieht schon die Stumpfen Capillitiumenden, den rotbraunen, hohlen Stiel. Das würde ich ebenfalls für Macbrideola cornea halten. Bei Deinen Fotos sieht man noch die dünne Peridie, die bei ganz jungen Fruchtkörpern noch vorhanden ist und bei Reife verschwindet. Die Sporen sind noch nicht ausgebildet.

    LG Ulla

    Hallo Manfred,

    wenn ich Deine Beschreibung lese, denke ich auch gleich an Didymium squamulosum, aber Dein Foto sieht leider nicht sehr typisch aus. Der Stiel ist ungewöhnlich lang und zu dunkel, die Peridie ist auch zu kompakt. Das Foto erinnert mich eher an ein Physarum, aber die Kalkristalle aus Deiner Beschreibung und die Columella schließen das aus.

    Didymium squamulosum kann ja sehr variabel sein, auch die Beleuchtung bei Deinem Foto kann auch eine Rolle spielen. Vielleicht kommen in Deiner Kultur noch ein paar mehr Fruchtkörper, die vielleicht etwas typischer sind.

    LG Ulla

    Liebe Sarifa,

    faszinierend, wenn man so etwas malen kann.:daumen::daumen::daumen:

    Es erinnert mich stark an die "Kunstformen der Natur" von Ernst Haeckel, der schon im vorletzten Jahrhundert so tolle Zeichnungen vom winzigen Meerestieren machte.

    Im letzten Jahr, zum 100.Todestag von Haeckel, haben wir in Jena im Stadtmuseum eine super Ausstellung von seinen Zeichnungen gesehen. Außerdem gab es auch eine Ausstellung mit Haeckel-Zeichnungen und dem Vergleich mit Fotos der entsprechenden Art. Auch hier in Merseburg gab es eine ähnliche Ausstellung. Ernst Haeckel verbracht nämlich seine Jugendjahre hier bei uns.

    LG Ulla

    Lieber Erwin,

    Perichaena chrysosperma finde ich auch öfters in Kultur.

    Ich habe aber auch gemerkt, das in Kultur manche Fruchtkörper nicht so ausreifen wie sie theoretisch sollten.

    Da sollte man immer vorsichtig sein mit der Bestimmung.

    Aber ausgeschlossen ist es eben auch nicht, doch mal was wirklich besonderes zu finden.

    Also bleib weiter dran!

    LG Ulla

    Lieber Norbert,

    ich möchte mich den Glückwünschen meines Vorredners anschließen und Dir ganz herzlich zu Deinem Ehrentag gratulieren. Bleib vor allem gesund!


    Vielen Dank noch für Dein tolles APR. Toll, wie Du immer die Rätselbilder aussuchst.

    Ich hab gemerkt, das man doch noch auf vieles anderes achten muß um zum richtigen Ergebnis zu kommen.

    Leider gehöre ich zu den Phal-Blinden, die kaum mal was dadurch gerafft haben.


    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo Erwin,

    ich kenne Perichaena calongei leider nicht. Wie bist Du auf die Art gekommen?

    Die Art ist bisher nur aus Südamerika bekannt.

    Nach der Beschreibung von Lado et al.von 2009 sieht Dein Fund schon ähnlich aus.

    Im Artikel wird beschrieben, dass die Art gestielt ist. Hast Du auch einen Stiel beobachtet?

    Das wäre schon ein Super-Fund. Aber man sollte solche Funde dann doch noch von Experten abklären und revidieren lassen, d.h. am besten von den Autoren der Erstbeschreibung.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Du meinst sicher mit den Schleimis die beiden graubeigen Kügelchen in der Mitte, nicht den Algenbelag.

    Ich vermute, dass es sich um Calomyxa metallica handelt.

    Die Art hat immer so graubeiges Sporenpulver mit feinwarzigen Sporenn in der Größe die Du gemessen hast. Die Peridie ist normalerweise sehr dünn, manchmal etwas irisierend.

    Das Capillitium ist nur selten verzweigt, kalkfrei und hat ein teilweise schwer erkennbares Ornament (feinwarzig, etwas spiralig angeordnet). Das müßte man vielleicht noch mal mit Ölimmersion überprüfen.

    Aber vergleich mal damit.

    LG Ulla

    Warum hat der junge Erdstern denn schon Sporen?

    Hallo,

    das kann daran liegen, dass der Erdstern vielleicht "stecken" geblieben ist bzw. keine günstigen Bedingungen für eine Öffnung des Fruchtkörpers gefunden hat, aber trotzdem im Innern ausgereift ist.

    Da der geschlossene Fruchtkörper wie eine Zwiebel aussieht könnte man darauf schließen, dass es eventuell Geastrum triplex - der Halskrausen-Erdstern ist. Es gibt nur wenige Erdsterne die geschlossen zwiebelförmig sind. Außer G. triplex sind sie sehr selten.

    Die anderen Erdsterne haben meist einen rundlichen Fruchtkörper ohne ausgezogene Spitze.


    VG Ulla

    Hallo Erwin,

    wieder Interssantes bei Dir in der Feuchtkammer!

    Aber ohne Mikroskop kein Chance der genauen Bestimmung. Licea parasitica hat im Gegensatz zu L. kleistobolus glatte dickwandige Sporen mit hellerer dünnerer Seite.

    Das müßtest Du leicht erkennen.

    LG Ulla

    Hallo Jörg,

    bei diesem Schleimi würde ich ebenfalls auf eine Trichia tippen, Cribraria ist völlig ausgeschlossen.

    Es könnte ebenfalls, wie bei Deinem anderen Fund eventuell Trichia decipiens sein. Auch Trichia botrytis

    wäre noch möglich. Die Fruchtkörper auf Deinem Foto sehen leider etwas geschädigt aus, d.h. sie sind nicht typisch ausgebildet.

    Auch in diesem Fall würde eine mikroskopische Untersuchung helfen.

    VG Ulla

    Hallo Jörg,

    Deine Schleimpilze sind leider noch nicht richtig reif und anhand des Fotos nicht eindeutig zu bestimmen.

    Es kommen mehrere Arten in Frage: entweder aus der Gattung Trichia - dort vielleicht T. decipiens oder aus der Gattung Hemitrichia z.B. H. clavata oder H. calyculata.

    Dazu müßte man mikroskopieren um es genau zu bestimmen.

    VG Ulla

    Hallo Björn,

    ich würde deine Funde für Physarum leucophaeum (ist sehr vielgestaltig, kann auch P. album ähneln) und Craterium minutum halten.

    C. leucocephalum und aureonucleatum haben keinen so deutlich glatten Kelch. C. leucocephalum öffnet sich auch nicht mit einem definierten Deckel wie bei deinem Fund.


    LG Ulla

    Hallo Bernd,


    Deine Trameten sind ja schon mächtig alt, da wird es schon schwierig vom Foto was zu bestimmen, aber ich würde Coriolopsis gallica ausschließen, da deren Röhrenmündungen mehr braun ist, die Trama ist auch braun. Ich denke eher, dass es C. trogii ist. Die finde ich aber eigentlich immer an Pappel, weiß aber nicht ob sie eventuell auch an Erle vorkommt.

    Die Strieglige Tramete, Trametes hirsuta ist m.E. nicht so struppig haarig wie auf Deinem Foto, sondern mehr wie ein Plüschsofa ("Sofapilz"). Die kann allerdings im Alter auch so grünalgig aussehen.

    Aber ich denke, Du liegst da mit C. trogii eher richtig.


    LG Ulla

    Hallo Erwin,


    ja, jetzt sieht man die Capillitiumstruktur sehr schön und das paßt alles zu Arcyria pomiformis.

    Außerdem sind die Sporen von A. cinerea etwas kleiner, die Capillitiumfäden sind dünner und die Skulptur ist eher nur dünnwarzig/stachelig.

    LG Ulla