Beiträge von lamproderma

    Hallo Claudia,

    das ist ja schön, dass ich Dich etwas angesteckt habe mal nach Schleimern zu schauen!

    Zu Deinen Funden:

    Nr. 1 ist möglicherweise eine Fuligo und ob es candida wird, muß sich erst herausstellen.

    2. könnte sogar was besseres werden als nur eine gewöhnliche Fuligo septica (die wächst meist kompakter und nicht so häufchenweise). Ich denke da an Fuligo muscorum. Ist leider aber noch unreif, deshalb nur sehr vielleicht.

    3. "gewöhnliche" Fuligo septica hast Du ja schon richtig bestimmt.

    4. denke ich auch an die Schaumzikade

    6. das könnte Trichia decipiens werden.

    17. ist natürlich Ceratiomyxa fruticulosa, wie Du auch schon erkannt hast. Die Art kommt immer nach Regenfällen im Sommer so als erste Art.


    Gratulation auch zu den anderen Funden! Die Vibrissea ist schon sehr schön. Jetzt ist die Zeit wo man auch in Bächen so einiges findet (Schleimis eher weniger)


    LG Ulla

    Hallo,

    der "Pilz" auf dem Schredder ist ein Schleimpilz und ist eine Varietät der gelben Lohblüte (Fuligo septica var. rufa oder nur Fuligo rufa). Er besiedelt gern solche Schredder- und Hackschnitzelhaufen, oft in großer Zahl wie bei Dir auf dem Spielplatz.

    Er ist aber ungiftig. In Mexico werden die gelben unreifen Schleimpilze sogar gegessen.

    Auf einem Kinderspielplatz ist das trotzdem immer so eine beunruhigende Sache, da man nicht weiß, was Kinder so in den Mund stecken.

    Das Entfernen der Fruchtkörper ist eine Möglichkeit, aber er wird sicher noch öfters auf dem Schredder erscheinen, solange er darauf Nahrung findet. Irgendwann wird er allerdings von selbst verschwinden (schon durch stärkeren Regen werden die Fruchtkörper zerstört).

    Im Zweifelsfall den Schredder zu entfernen ist eine andere Möglichkeit, die sicher in diesem Fall kaum möglich ist.

    Es ist deshalb in der Verantwortung der Eltern auf ihre Kinder zu achten, was sie auf dem Spielplatz zu sich nehmen.


    VG Ulla

    Liebe Ulla, könntest Du bitte noch einmal deine Empfehlungen für Bestimmungsliteratur geben!! Das war eine Folie ganz am Anfang, da bin ich nicht mit Abschreiben hinterher gekommen... ?(

    Hallo,

    für alle die daran Interesse haben, hier nochmal die Literaturempfehlungen:


    1. Lister, A. (1894, 1911, 1925): A monograph of the Mycetozoa. – London (drei jeweils revidierte und erweiterte

    Fassungen).

    2. Macbride T.H. & G.W. Martin (1934):The Myxomycetes. - New York.

    3. Hagelstein, R. (1944): The Mycetozoa of North America. - New York.

    4. Martin G.W. & C.J. Alexopoulos (1969): The Myxomycetes. - Iowa City.

    5. Nannenga-Bremekamp, N.E. (1974); De Nederlandse Myxomyceten (Bibliotheek van de Koninklijke nederlandse

    Natuurhistorische Vereniging). – Zutphen.

    6. Neubert, H.; Nowotny, W. & K.-H. Baumann (1995-2002): Die Myxomyceten, Band 1-3. Karl-Heinz-Baumann-Verlag,

    Gomaringen

    7. Poulain, M.; Meyer, M. & P. Bozonnet (2011): Les Myxomycètes, Tome 1-2; Fédération mycologique et botanique

    Dauphiné-Savoie, Sevrier.


    Für Anfänger gut geeignet (Taschenbuch, viele Fotos und in deutsch):

    8. Geib, M. (2.Aufl.2016): Myxomyceten, Kleiner Führer für Exkursionen. - mgp-publikationen.


    Ich freue mich, dass Euch der Vortrag gut gefallen hat und hoffe natürlich, das Ihr nun auch ab und an nicht an Myxomyceten vorbeigeht, sondern sie eventuell auch mitnehmt.

    Bin gern bereit auch Bestimmungshilfe zu leisten.


    LG Ulla


    Jetzt bin ich auf den Vergleich noch gespannter. Müsste nur den Weidenbohrer in der Natur finden.

    Hier zumindest mal wie die Weidenbohrerraupe aussieht: ein stattliches Exemplar von ca. 6cm Länge und fast 1cm Dicke.


    Wohnt bei unserm Nachbarn in der Korkenzieher-Weide. Er versucht sie seit Jahren durch Zuschmieren der Löcher mit Knete zu vertreiben. Scheint aber nichts zu nützen. Auch Samtfußrüblinge profitieren von den Schädigungen der Raupen.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    Du hast recht, leider gehts ohne Mikroskop nicht, um die Art zu bestimmen. Stemonitis ist aber sicher richtig.

    Zu den Becherchen kann ich nichts sagen, aber vielleicht gehören sie zu einer Flechte?

    LG Ulla

    Hallo, da mache ich doch gleich weiter:

    Mehlgeruch: z.B. beim Maipilz, Mehlräsling.

    Da hilft nicht in die Mehltüte reinzuriechen. Ich hatte mein AHA-Erlebnis als ich bei einer noch funktionierenden Mühle vorbeikam. Da roch es nach frischgemahlenem Mehl und ich konnte dem Maipilz dem zuordnen.

    Manche vergleichen den Geruch mit gurkig, aber das finde ich höchstens beim Schuppigen Porling ähnlich.


    LG Ulla

    Hallo zusammen,

    morgen werde ich Euch etwas über meine Lieblinge, die Schleimpilze - Myxomyceten erzählen. Ich hoffe, Ihr habt Lust dazu.

    Bemühe mich zum Anpfiff 21:00 fertig zu werden :gkopfkratz:, aber ich bin auch nicht böse wenn sich einige dann ausklinklen werden.

    LG Ulla

    Hallo Martin,

    weißfaules Holz scheint mir am geeignetsten, aber ich glaube nicht so richtig, dass das mit den nur Auftragen der Sporen so klappen kann.

    Bei Deinem Brötchen-Ansatz sieht mir das auch schon nach anderen ev. Hefepilzen aus.

    Aber Probieren kann man es ja. Vielleicht klappt es.

    Ich setze Feuchtkammerkulturen immer anders an: in einer Dose, auf feuchtes Küchenpapier lege ich Substrat (Holzstückchen u.ä) und warte ob irgend ein Schleimpilz sich zeigt. Das direkte "Impfen" mit Sporen habe ich noch nicht ausprobiert.

    VG Ulla

    Hallo KaMaMa,

    hast Du von deiner "Zucht" ein neues Foto?

    Ich glaube nicht, dass sich die Sporen von Tubifera ferruginosa mit Brötchenresten anfreunden werden. Tubifera bevorzugt ausschließlich morsches Holz.

    Auch sollte man bei Feuchtkammerkulturen nicht nur das Substrat einlagern, sondern vor allem etwas feuchtes Küchentuch unterlegen, damit sich die Feuchtigkeit hält.


    VG Ulla

    Hallo Clemens,

    bei dem gelben gebe ich Dir recht mit Arcyria obveleta. Der ist leicht zu bestimmen.

    Mit der Gattung Stemonitis sieht es allerdings etwas schwieriger aus. Da gibt es einige ähnliche Arten, die man nur mit dem Mikroskop auseinanderhalten kann. Also bei der Stemonitis kann man so keine genaue Art bezeichnen.

    Eine Giftigkeit der Schleimpilze für Menschen ist bisher nicht bekannt, aber trotzdem sollte man aufpassen was Kinder so in den Mund nehmen!

    VG Ulla

    Lieber Wolfgang,

    danke Dir und wünsche Deiner Frau gute Besserung und Dir viel Kraft bei der Garten-, Tier- und "Kinder"betreuung!


    LG Ulla

    Hallo,

    um irgendwas mit Schleimpilzen zu machen, müßte man voraussetzen dass die Betreuer sich damit auskennen.

    Z.B. Physarum polycephalum mit Haferflocken füttern, soll zwar funktionieren, aber man muß erst einmal ein aktives Plasmodium besorgen, muß wissen, wie man es behandelt um dann das entsprechende Ergebnis zu bekommen.

    Da denke ich, dass das für Kindergartenbetreuer nicht geeignet ist.

    Es wäre dann sicher besser mal in den Wald zu gehen, um an alten liegenden Stämmen Schleimpilze zu entdecken, obwohl da auch Kenntnis der Betreuer Voraussetzung ist. Allerdings denke ich, dass lebende Objekte wie Käfer, Schmetterlinge, Frösche o.ä. da für Kinder im Kindergartenalter besser geeignet sind sie an die Natur heranzubringen.


    VG Ulla

    Hallo Tuppie,

    ich habe von Raupen zwar keine Ahnung, aber an den Buchsbaumzünsler würde ich nicht denken, sieht meiner Meinung und leider negativen (für unseren Buchsbaum) Erkenntnis eher mehr grün aus.

    Ich hatte letztens aber eine fette Raupe im Beet entdeckt, von der ich auch nicht wußte was es war.

    Habe das Foto über die Bilderkennung geschickt und sofort ein schlüssiges Ergebnis erhalten. Bei mir war es die Weidenbohrerraupe. (Jetzt weiß ich wie die riechen und erkenne die Schnecklinge mit dem Geruch).


    Weidenbohrerraupe


    Vielleicht probierst Du es mal damit, falls keiner sich zu Deiner Frage meldet.


    LG Ulla

    Hallo Azalee,

    mit dem Sklerotien-Porling Polyporus tuberaster liegst Du richtig!

    Der fehlende Mehl/Gurkengeruch und der fehlende schwarze Stiel unterscheidet ihn vom Schuppigen Porling Polyporus squamosus.


    VG Ulla

    Hallo Moramora,

    mit Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides hast Du absolut recht. Die Schleimschicht darunter ist der Hypothallus, d.h. die Unterlage auf welchem der Schleimpilz sich entwickelt. Wenn der Schleimpilz richtig reif ist, trocknet sie ein und ist nur noch als dünne papierartige Schicht übrig.

    Die gelben noch schleimigen Gnubbel daneben sind noch unreife Schleimis der gleichen Art. Da dauert es noch etwas bis sich die porioide Struktur entwickelt.

    Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides ist nicht nur weiß gefärbt und kann auch gelb oder grünlich sein.

    Ceratiomyxa ist eine Gattung (sowohl die var. fruticulosa als auch var. porioides) die immer nach feuchtem Wetter als erstes auftritt, manchmal in großer Ausdehnung auf morschem Holz.

    Die Gelbe Lohblüte die Du noch genannt hast, muß im reifem Zustand schwarzes Sporenpulver im Innern entwickeln, während Ceratiomyxa immer hyaline (durchsichtige) Sporen hat.


    VG Ulla

    Hallo helix,

    Deine Schleimpilze halte ich für ein Physarum, möglicherweise Physarum leucophaeum. Dafür spricht der weißliche Stiel und das Köpfchen mit Kalkauflage.

    100%ig wäre es allerdings erst nach mikroskopischer Untersuchung.


    VG Ulla

    Hallo Sebastian,

    dein Fund könnte schon eine Stemonitis sein, leider ist sie noch total unreif und die genaue Art läßt sich nicht bestimmen.

    Dazu müßte man reife Fruchtkörper haben, wie Du sie auf Deinem Foto von Stemonitis fusca gezeigt hast. Es gibt aber einige Arten aus der Gattung Stemonitis die makroskopisch kaum auseinander zu halten sind.

    Vielleicht kommst Du nochmal an die Stelle und könntest dann reifere Fruchtkörper einsammeln, die man mikroskopieren könnte.

    VG Ulla

    Hallo Bernd,

    wie ich schon bemerkte, kenne ich Geatrum striatum persönlich nur aus Laubholzbeständen. Er wächst in Auwäldern, in Trockengebüschen (z.B. Flieder), in Bergbaufolgelandschaften, häufig an wärmebegünstigten Stellen.

    Er ist bei uns recht häufig, aber in unserer Landesdatenbank finden sich nur ganz wenige Funde bei Fichte (nicht von mir).


    Sehr interessant,

    lg Ulla

    Hallo Ralph,

    aufs Schöllkraut wäre ich auch nicht gekommen, obwohl es randlich an meinem Schrebergarten reichlich wächst und ich schon einmal unangenehmen Kontakt hatte damit. Ich hatte vorJahren mal den Bestand mit einem Rasentrimmer abgemetzelt und dabei etwas von dem orangen Saft ins Auge bekommen. Das macht man nur einmal, so doll hat das gebrannt! ;(;(;(

    Jetzt setze ich immer eine Schutzbrille auf beim Benutzen vom Rasentrimmer.


    VG Ulla