Beiträge von lamproderma

    Hallo Franziska,
    Natürlich ist das eine Stemonitis, aber ohne weitere mikroskopische Untersuchung kann man die Art nur durch dieses Makrofoto nicht ansprechen.
    Die Farbe spricht etwas für Stemonitis axifera, normalerweise sind die einzelnen Fruchtkörper oft oben etwas zugespitzt, was ich hier aber nicht so sehe. Die Gattung Stemonitis ist schwierig zu bestimmen, da geht ohne Mikroskop gar nichts.
    Falls Du einen Beleg mitgenommen hast, könnte man ja mal mikroskopieren.
    Würde ich versuchen, wenn Du es genauer wissen willst. Meld Dich falls ja.
    Grüße
    Ulla

    Hallo beinander, da muß ich mich nochmal melden.
    Wenn Du, liebe Judith schreibst, daß die Pilze scheinbar direkt auf dem Boden gewachsen sind, spricht das wieder für P. tuberaster. Auch ist diese Art immer zentral gestielt und nicht wie P.squamosus mit seitlichem Stiel. P. squamosus wächst auch immer deutlich auf Holz, meist an dickeren Stämmen oder Stubben.

    Wir haben bei einem unserer Funde mal nach dem Sklerotium gebuddelt. Man findet es nicht immer direkt unter den Fruchtkörpern bzw. dem Holz auf dem der Pilz wächst, sondern auch manchmal etwas entfernt.
    Bei den Bildern von Markus bin ich ebenfalls davon überzeugt, daß sie P. tuberaster zeigen. So wachsen die Pilze hier bei uns auch und sie sind auch nicht selten.
    Schönen Abend
    Ulla

    Hallo Franziska,
    leider ist der Schleimpilz noch total unreif und es können sich daraus verschiedene Gattungen und Arten entwickeln, z.B. Trichia, aber auch Arcyria oder auch was ganz anderes. Man müßte abwarten und den Schleim weiter beobachten. Vielleicht kannst Du in ein paar Tagen nochmal danach schauen wie er sich weiter entwickelt hat. Jetzt schon eine Bestimmung zu wagen, fände ich sehr vermessen.
    Schönen Abend,
    Ulla

    Hallo,
    P. tuberaster hat keine schwarze Stielbasis. wächst meist auf liegenden dickeren Ästen. Das Sklerotium findet man meist nicht direkt unter der Wuchsstelle sondern man muß die Erde dort wo der liegende Ast Kontakt mit derselben hat aufgraben. Wenn man Glück hat findet man dann das Sklerotium, ein schwarzer mehr oder weniger großer Klumpen. Außerdem wächst P. tuberaster übers Jahr verteilt, während P. squamosus mehr eine Frühjahrsart ist und nur selten auf Ästen wächst, sondern vor allem auf Stubben oder dickeren Stämmen fruktifiziert.
    Früher hat man in den südlichen Ländern das Sklerotium des P. tuberaster ausgegraben und dann zu Hause in einer Kiste mit Erde weiter kultiviert, da der Pilz ein guter Speisepilz ist. Aus den Sklerotien können dann über längere Zeit noch Fruchtkörper wachsen.
    Schönen Abend
    Ulla

    Hallo Matthias,
    Onygena auf Gewölle habe ich schon mal gefunden, sieht anders aus, ist vor allem größer und weiß. Ich würde das für einen Schimmelpilz halten (Bild 1 weiß ich ich aber nicht ob das dasselbe ist). Da kenne ich mich aber leider nicht aus.
    Grüße Ulla

    Hallo Myxo-fans,
    dieser Schleimpilz-Fim von Karl-Heinz Baumann ist wirklich sehenswert und kann Lust auf die Beschäftigung mit Myxomyceten machen. Baumann ist ja einer der drei Autoren der bekannten deutschen Myxomyceten-Bestimmungsbände, die in seinem Eigenverlag erschienen sind. Er hat dort vor allem die tollen Fotos beigesteuert.
    Schön wäre es wenn dadurch jemand zur "Schleimpilzgemeinde" zustoßen würde.
    Schönen Abend beinander
    Ulla

    Hallo Toffel, gegen Enteridium auf den ersten beiden Fotos spricht eigentlich, daß Enteridium immer eine glatte, auch dickere Peridie hat, während Fuligo oft so eine etwas durchbrochene, nur selten glatte ( nur bei F. leviderma) Peridie hat. Trotzdem ist die Art von den Fotos her kaum wirklich ansprechbar und es sind alles nur Vermutungen, die ohne weitere (vor allem mikroskopische) Untersuchung spekulativ sind.
    Schöne Grüße Ulla

    Hallo abeja,
    schöne Funde bei der Hitze der letzten Tage. Den Hexenpilz würde ich aber eher als Boletus erythropus ansprechen, den Flockenstieligen H. und den zweiten kurzbeinigen halte ich trotz fehlendem Mehlgeruch für Clitopilus prunulus. Mikroskopisch erkennbar ist er, daß er gestreifte Sporen hat. Das Sporenpulver ist rosa. Der Mehl-Geruch kommt eigentlich am besten bei Durchschneiden. Vielleicht fehlt er wegen des Wachstums bei der Trockenheit?
    Viele Grüße
    Ulla

    Hallo Thorben,
    leider sind Deine beiden Schleimis nicht sehr eindeutig. Den ersten halte ich für eine Fuligo, also Lohblüte (genaue Art leider ohne genauere Untersuchung nicht zu sagen). Das erste Foto zeigt ihn noch nicht reif und das zweite ist leider auch nicht gut zu erkennen. Die zweite Art auf dem 3. Foto ist noch völlig unreif und deshalb auch nur mit Fragezeichen anzusprechen: eventuell Reticularia lycoperdon (Eneridium l.).
    Bei unreifem Schleim ist es eben leider oft nicht eindeutig und man muß die Fruchtkörper ausreifen lassen oder später noch mal aufsuchen.
    Hoffe Dir trotzdem geholfen zu haben, schönen Abend
    Ulla

    Hallo lx2,
    die Abbildungen stammen aus dem Myxomyceten-Werk von G.W.Martin & C.J.Alexopoulos: The Myxomycetes. University of Iowa Press, 1969.
    In diesem Werk sind natürlich außer den in dem Link veröffentlichen Abbildungen die ausführlichen Beschreibungen der Arten enthalten. Man kann Schleimpilze nicht nur über die Abbildungen bestimmen! Dazu sollte man auch die Beschreibungen hinzuziehen und auch dann ist es oft schwierig den Schleimi genau zuzuordnen.
    Ich möchte damit natürlich nicht Deinen Enthusiasmus zur Bestimmung der Schleimis behindern.
    Schöne Grüße
    lamproderma

    Hallo Uli,
    schöne Sachen hast Du da gefunden!
    Ein paar Bemerkungen dazu von mir:
    Die Amanita strobiliformis sieht mir eher wie A. solitaria aus. Wuchs sie unter Birke?
    Bild 8/9 könnte Daedaleopsis confragosa sein, die Rötende Tramete.
    Beim Bild 11 als Enteridium lycoperdon käme aber auch Lycogala flavofuscum in Frage. Diese Art wächst oft so "bulleneiförmig", d.h. etwas herabhängend, ist seltener als Enteridium. Sie unterscheidet sich u.a. durch die Sporenfarbe: mehr hellbraun-gräulich als rotbraun wie bei Enteridium. Auch sind die Sporen kleiner als Enteridium (5.5-8 um) und sind vollständig netzig, nicht so 2/3netzig wie Enteridium.
    Falls Du Material mitgenommen hast, kannst Du das ja mal überprüfen.
    Würde mich interessieren, was da rauskommt.
    Schönen Abend
    Ulla

    Hallo Joli,
    schön, daß es bei diesem Wetter doch etwas gibt.
    Ich möchte meinen Vorrednern bezüglich der Myxos zustimmen: Arcyria denudata und Fuligo septica var. candida.
    Bild Nr. 7 halte ich für Gloeophyllum odoratum, die Fenchel-Tramete. Falls Du was abgemacht hast, riech mal dran.
    Schöne Grüße
    Ulla

    Hallo Matthias, interessanter Fund. Die Art gehört auf jeden Fall zu den Physarales. Für mich scheidet Physarum oder Badhamia aus, da stimmt das Capillitium nicht. Ich denke eher in Richtung Didymium oder Diderma. Da die Peridie kalkarm ist, ist die Bestimmung nicht so einfach. man müßte zunächst mal klären ob die Fruchtkörper gestielt sind oder sitzend. Haben sie eine Columella? Didymium müßte Kalkkristalle auf der Peridie haben, aber das fällt wohl wegen der Kalkfreiheit flach. Man muß immer damit rechnen, daß Schleimis mit eigentlich kalkhaltiger Peridie auch mal kalkfrei erscheinen (durch Witterungs- und Wachstumseinflüsse) und dadurch sich der Bestimmung entziehen. Diderma hat eigentlich auch eine kalkhaltige Peridie ohne Kalkkristalle. Von Deinen Fotos kann man nur eventuell mit den Sporen arbeiten: da käme Didymium squamulosum in Betracht, müßte aber einen kurzen weißen Stiel haben (manchmal aber auch ohne), aber auf jeden Fall eine weiße Columella. Diderma spumarioides paßt auch mit der Sporengröße und der Sporenskulptur. Wächst aber eigentlich mehr gesellig und gehäuft mit viel Kalk in der Peridie. Hast Du ein Exsikkat des Fundes? Ich würde es mir gern mal ansehen, falls Du es mir zur Bestimmung zur Verfügung stellen willst. Dann melde Dich, schöne Grüße,
    Ulla

    Hallo Rika,
    falls Du es doch mal mit einer Feuchtkammer-Kultur versuchen willst, das ist wirklich einfach:
    Ich nehme eine flache Plastikdose, lege sie mit angefeuchtetem Küchenpapier oder Zellstoff (nicht zu naß, sonst schimmelts) aus und breite darauf das Substrat aus: Rindenstücke von verschiedenen Bäumen, Erlenzapfen, Ästchen oder auch Laub (meist ohne darauf schon unreife Myxos zu sehen). Für coprophile Pilze (es gibt aber nur wenige Myxos, die auf diesem Substrat wachsen) eignet sich auch natürlich auch irgendwelche "Kacke" (frag mal Nobi). Dann Deckel drauf wegen des gleichmäßigen Mikroklimas (zu Hause ist die Luftfeuchtigkeit meist zu niedrig, auch stören stärkere Luftbewegungen). Dann heißt es warten und hoffen, daß was dran kommt ;)und man kann dann die Entwicklung vom Plasmodium-Stadium (das sollte man dann möglichst nur wenig stören) bis zum reifen Fruchtkörper beobachten. So kann man vor allem sehr kleine Arten nachweisen wie z.B. Licea, Paradiacheopsis, sehr kleine Cribrarien etc. Jetzt im Sommer werden diese Kulturen aber oft nichts, da das Substrat schnell an zu schimmeln anfängt. Besser ist es im Winterhalbjahr. Da findet man ja draußen sowieso weniger und hat mehr Zeit. Vielleicht hast Du Lust bekommen? Viel Glück und viele Grüße
    Ulla

    Hallo Rika,
    Mit Tubifera ferruginosa liegst Du ganz richtig.
    Allerdings hattest Du Glück, daß die Fruchtkörper einigermaßen ausgereift sind. Das klappt nicht immer wenn man unreife Schleimis sammelt. Durch Veränderung der äußeren Bedingungen (durch Entnahme aus der Natur) reagieren die Schleimis auch oft so, daß sie nicht mehr ausreifen. Man muß auch einen gewisses Reifestadium abpassen. Auch brauchen manche Arten relativ lange und Ungestörtheit um auszureifen.
    Am besten kann man die einzelnen Entwicklungstadien beobachten, wenn man Feuchtkammerkulturen mit geeigneten Substraten anlegt und diese regelmäßig kontrolliert. Das bietet sich vor allem im Winterhalbjahr an, wo es sowieso nicht viel gibt.
    Schönen Abend
    Ulla

    Hallo Hartmut,
    der Schleimi ist Arcyria pomiformis. Ist das Fundgebiet noch Sachsen-Anhalt? Wenn ja, schick mir doch bitte die genauen Funddaten für meine Myxo-Sachsen-Anhalt-Flora,
    danke und schönen Abend
    Ulla

    Hallo Eike,
    schöne Craterium minutum. Bei uns in Sachsen-Anhalt ist die Art auch nicht selten, sie wächst gern und meist auf Laub oder Laubholzresten. Allerdings ist Craterium leucocephalum häufiger. Die kommt auch auf Laub vor und hat keinen begrenzten Deckel, sondern bricht oben einfach so auf und hat eine kalhaltige Peridie.
    Schöne Grüße
    Ulla

    Hallo abeja,
    die Fuligo würde ich als Fuligo septica var. rufa bezeichnen. Die hat immer diese schaumig rötliche Kruste. Die Kalkknoten im Innern sind auch etwas rötlich.
    Die Stemonitis ist ohne zu mikroskopieren nicht zu bestimmen. St. fusca hat netzige Sporen und St. axifera fast glatte. Allerdings sprechen die zugespitzen Sporangien makroskopisch für axifera. Aber bitte untersuche das noch mal mikroskopisch.
    Die Lycogala würde ich auf jeden Fall bei epidendrum einordnen.
    Gruß Ulla