Beiträge von hengu

    Hallo Bernd,


    für ein neues Foto hatte ich keine Lust. Hier eins vom Speicher: Die Sporen von Mucor rudolphii sind riesig und fallen im Mikroskop sofort auf (Vergrößerung im Foto 40x). Die Sporenbildung des Hysterangium wird nicht unterdrückt - zumindest nicht nach meiner Erfahrung. Mit Ausbildung der Parasitensporen werden die Hysterangium-Fruchtkörper deutlich fester. Man denkt beim ersten Kontakt, eine neue Art in der Hand zu halten. So weit war es bei dem aktuellen Fund noch nicht. Der eine Fruchtkörper, den ich mitgenommen hatte war noch schön elastisch. Erst der Blick ins Mikroskop brachte die Erleuchtung ;)



    Ansonsten ist es bei uns feucht genug für Pilzwachstum, wenn Süddeutschland "Land unter" meldet. Es "feuchtelt" jetzt immer mal.


    Gruß Gunnar

    Hallo Bernd,


    Du liegst mit der Bestimmung völlig richtig und es ist ja ein gutes Zeichen, wenn Du selbst mit Schlüsseln von Soehner oder gar Montecchi/Sarasini zum selben Ziel kommst. Ed. Fischer und G. Groß fassen Hysterangium crassum sehr weit und subsummieren darunter das H. crassum auf Kalk unter Fichte wie auch Dein H. coriaceum var. knappii bei Laubbäumen.

    Ich würde das Bestimmungsergebnis mit Autorennamen ablegen, sodass immer klar ist, was genau Du bestimmt hast.


    Gestern ist mir übrigens seit langer Zeit mal wieder ein Hysterangium clathroides mit Befall von Mucor rudolphii (nach Rudolph Hesse benannt) unter die Finger geraten.


    Gruß Gunnar

    Hallo Nobi,


    ich habe in der Vergangenheit mit Nordic Macromycetes Vol. 1 (siehe Seite 120) gearbeitet. Die beiden Arten lassen sich nur "so lala" anhand der Merkmale Stiel und Sporengröße trennen.

    Die neue Arbeit von Van Vooren hilft da leider auch nicht. Wenn ich das richtig verstehe, werden nur Merkmale aus den Erstbeschreibungen gebracht. Offensichtlich geht es den Autoren nicht anders als uns - wenn Du es genau wissen willst, musst Du sequenzieren. Ich wäre ja sehr interessiert gewesen an einer Tabelle mit ordentlichen Sporenmaßen in statistischer Menge. Das bringt der Artikel leider nicht. Irgendwie nur ein "Stand der Dinge" - nix Fertiges. Anbei ein Fund von heute - ich meine: T. catinus -

    Sporen (19,8)20,2-22-22,6(22,7) x (12,6)12,8-13,4-14,2(14,3)µm

    Q: (1,5)1,5 - 1,7 - 1,75(1,8)


    Beste Grüße

    Gunnar

    Hallo Andreas,


    wir werden da wohl noch einmal drauf achten müssen. Meine anderen Bilder sind leider nur Dias. In der Datenbank haben wir alle drei Arten, wobei Tarzetta cupularis die häufigste ist.

    Felix hatte vorhin angerufen nach einem Kontakt zu Mateo Carbone, einem Co-Autor des o.g. Artikels. Er hat unterstrichen, dass T. spurcata ein nomen dubium ist. Damit sollte man nicht bei dem Namen bleiben, sondern auf "T. ochracea" zurückgreifen. Van Vooren tut das bereits im Artikel. Offensichtlich sind die Unterschiede zwischen den 9 Arten so gering, dass eine Artbestimmung nicht ohne den "Taschensequenzierer" möglich ist. Einen Schlüssel bietet der Artikel ja auch nicht an. Ich werde für Mykis an Frank Dämmrich schreiben und die spurcata-Funde in T. ochracea ändern lassen.


    Gruß Gunnar

    Hallo Andreas,


    anbei "das frische" Foto vom Samstag aus Pößneck. Zwei Merkmale, die von T. cupularis makroskopisch unterscheiden: im Prinzip reißt jeder Fruchtkörper am Becherboden auseinander und bildet ein Loch. Die Fruchtkörper von T. cupularis sind gestielt. Die von T. spurcata sind im Gegensatz dazu nicht gestielt, sondern mehr faltig zusammengezogen. Es gibt inzwischen auch einen Artikel von Van Vooren et al. (2019) von Ascofrance herunterzuladen: Genus Tarzetta

    Im Artikel ein schönes Cladogramm - leider noch ohne die wichtigen Artnamen. Allerdings gibt es im Text den Hinweis, dass wir möglicherweise unseren Pilz künftig T. ochracea nennen müssen. Solange da keine taxonomische Klarheit herrscht, kann es auch zwischenzeitlich bei dem Namen Tarzetta spurcata bleiben.


    Beste Grüße

    Gunnar


    Liebe Claudia,


    sehr erfrischend, Dein Beitrag ;)

    Orchis anthropophora hat auch noch den schöneren deutschen Namen "Püppchenorchis". Und wenn man die Einzelblüte anschaust versteht man auch, warum...


    Die Tarzetta bezeichnen wir bei uns seit ein paar Jahren als T. spurcata.

    DIe Lorchel entzieht sich noch der Bestimmung. Ich bin bei H. levis/latispora gelandet, aber damit nicht glücklich. Die Sporen passen nicht so richtig.


    Beste Grüße

    Gunnar

    Hallo Bernd,


    da muss ich Dich enttäuschen. Gastrosporium wäre jetzt reif und hätte grünlich-pulverige Gleba. Die Rhizomorphen sind länger, dünner und verzweigen sich. Das Biotop passt ebenfalls nicht. Gastrosporium braucht Lößboden (zumindest hier bei uns). Du hast ja selbst geschrieben dass die Oberfläche "an Lyoperdon /Bovista... erinnerte".


    Gruß Gunnar

    Hallo Bernd,


    anbei ergänzend die Sporen und Paraphysen zum Fund von Plicaria endocarpoides.

    Im Schlüssel von "Nordic Macromycetes" finden sich in der Gattung Hinweise, wie lange man die Arten nach dem Brandereignis finden kann - hier 20-130 Wochen nach dem Feuer. Danach werden die Flächen durch Sukzession wohl eh verkrautet und überwachsen sein.


    Gruß Gunnar

    Die Peridie von O. asterosperma und O. arbucalensis ist pseudoparenchymatisch, die von O. lutea, mutabilis, dapauperata und vacekii ist hyphig. Dein Peridienbild zeigt ja Hyphenschicht, also in die zweite Gruppe. Kräftiges Röten soll O. mutabilis haben (habe ich frisch auch noch nicht gesehen) in Kombination mit tendentiell kleineren Warzen als O. lutea, die neben den bis 5µ hohen Warzen cremefarben sein soll und gelbe Flecken bekommt.

    Alles recht schwierig abgrenzbar und wohl ohne Sequenzierung nur in Merkmalskombination bestimmbar. Sporengrößen taugen als Merkmal wohl nicht.


    Gruß Gunnar

    Lieber Bernd,


    wenn ich richtig liege, sollte das Octaviania lutea sein. Die Art haben wir in der Vergangenheit verkannt und unter O. asterosperma subsummiert. Immerhin eine Art, die der deutsche Mykologe Hesse beschrieben hat. Die Art schein übrigens nicht so selten zu sein, wie die wenigen Funde bisher vermuten lassen.


    Deinen anderen Fund vergleiche bitte noch mit Tuber borchii.


    Beste Grüße,

    Gunnar

    Hallo Maria,


    wenn Du mal die Huthaut kostest und diese bitter ist, sollte das Cortinarius anserinus, der Buchen-Klumpfuß sein.

    Die negative Reaktion auf KOH, die blauen Lamellen nebst dem Blau im Stiel weisen darauf hin. Der fruchtige Geruch spricht ebenfalls dafür.

    Du solltest mikroskopieren. Nur vom Erscheinungsbild sind eben viele Arten nicht sicher ansprechbar...


    Beste Grüße

    Gunnar

    Lieber Bernd,


    Rhizopogon roseolus hast Du ja schon erkannt. Welche genau, ist so eine Sache. Ich habe eben die Sporen von Deinem Bild noch einmal durchgemessen. Lässt man die großen Sporen weg, hat man die Sporenmaße von Rh. roseolus - Gruppe C.

    Früher haben wir dazu Rh. luteorubescens gesagt ;)

    Dann sollte der Standort kalkfrei sein.


    Gruß Gunnar

    Hallo Wastl,


    in deinem Pilz sehe ich einen Vertreter der Variecolores. Das kannst Du einfach prüfen mit KOH. Halbiere dazu den Pilz und gib einen Tropfen KOH auf das Stielfleisch. Es entsteht im positiven Fall ein gelber Ring am KOH-Tropfen in den folgenden Minuten.

    In diesem Fall kannst Du die Mikromerkmale auf Cortinarius variecolor prüfen. Der wächst im Nadelwald...


    Gruß Gunnar.

    Hallo Mischa,


    Pablo hat die Richtung schon angegeben - eine Wurzeltrüffel.

    Wenn diese so aussieht wie Rh. luteolus, die Rhizomorphen aber nicht bis zum Fruchtkörperscheitel nach oben laufen,

    und wenn diese Rhizomorphen glasig zart sind und rötlich scheinen...

    ... dann hast Du Rhizopogon verii vorliegen. Beides hast Du eindeutig dokumentiert.

    Mikroskopisch kannst Du das dann noch absichern.


    Gratuliere zum Fund!

    Gruß Gunnar


    Hallo Christoph, Tanja, Peter und Pablo,


    leider ist die Welt nicht so heil, wie man den Eindruck beim Lesen der Beschreibungen bei Maria Paz Martin gewinnen muss. Die Mehrzahl der Sporen bei Rh. verii ist eben nicht truncat. Zumindest nicht bei meinen Aufsammlungen. Man muss eher dananch suchen.
    Maria hat für ihre Arbeit Exsikkatenmaterial aus allen ihr zugänglichen Herbarien untersucht. Ich untersuche eher Frischpilze. Da sind die Peridenverhältnisse, die bei Maria ja bestimmungsrelevant sind, nur mit einiger Fantasie nachvollziebar. Der Schlüssel ist deshalb für Einsteiger m.E. nicht brauchbar. Man müsste tatsächlich mal eine Serie von Exsikkaten mikroskopieren...
    Alle Aufsammlungen von Rh. verii hatten bei mir bisher kleinere Fruchtkörper als Rh luteolus. Darüber hinaus waren sie gegenüber Rh. luteolus rundlicher. Ob die Rhizomorphenfarbe als Merkmal taugt, muss beobachtet werden. Bisher waren Rhizomorphen bei Rh. verii spärlicher, zarter und mit einem rötlichen Schein (wohlgemerkt dfie Rhizomorphen, nicht die Fruchtkörper - dann siehe Rh. roseolus agg.). Rh. luteolus hat kräftige Rhizomorphen, die zumindest später braun sind. Das kann allerdings durch Licht und Luft induziert sein und sollte auch beobachtet werden.
    Die Sporen von Rh. luteolus sind schmaler (bis 3,2μm Breite und Q um 2,5-2,6), die von Rh. verii breiter (bis 3,5μm und Q um 2,2-2,35). Damit dürfte der Sporenquotient ein verhältnismäßig sicheres Merkmal sein.


    Gruß Gunnar