Beiträge von hengu

    Hallo zusammen,


    obwohl aus Süddeutschland noch keine Speisemorchel-Meldungen gekommen sind, haben Ulla und ich vorhin mal geschaut, wie die Saison wird. Es fehlt Regen, aber sie kommen. Im Moment mit lichter Höhe von 2,5cm.
    Da haben wir uns eher Coriolopsis zugewandt und üben uns in Geduld...


    Grüße aus Mitteldeutschland
    Gunnar

    Hallo Pablo,



    bei einem Ausflug zur Burgruine Anhalt haben wir gestern Nectria auf Inonotus nodulosus aufgelesen. Ich meine, Nectria cosmariospora gefunden zu haben. Insgesamt finde ich Nectria recht reizvoll, nicht immer einfach, aber doch nicht so schlimm, wie Björn meint. Da reicht auch schon mal etwas Mühe am Mikroskop und der Schlüssel aus "Nordic Macromycetes - Ascomycetes". Vielleicht probierst Du mal damit...


    Beste Grüße, Gunnar

    Hallo Thomas, hallo auch an alle, die sich gemeldet haben,


    Dein Fund gehört auf jeden Fall zur Gattung Tuber, speziell zu der schwierigen Gruppe der kleine weißen Trüffeln. Ohne in Kaffeesatzdeuterei zu verfallen, denke ich in Richtung Tuber maculatum. Das ist eine der häufigeren Vertreter. Gewissheit bringt da nur das Mikroskop.
    Wer mag, kann mal vergleichen:


    http://www.trueffel-pilze.de/i…article&id=101&Itemid=116


    Oehrling: Tuber rufum hat zunächt eine rötliche Peridie, wie der Name schon sagt - vergleiche:
    http://www.trueffel-pilze.de/i…article&id=100&Itemid=114


    Hydnotrya ist was gannz Anderes...


    Climbingfreak: Rhizopogon hat immer elastische(!) Fruchtkörper mit zarter Kammerung im Schnitt.


    Alex: Mäandertrüffel wächst im Nadelwald, kann durchaus beträchtliche Größe erreichen und sieht so aus:


    http://www.trueffel-pilze.de/i…w=article&id=64&Itemid=71


    Vielleicht helfen die Anmerkungen etwas weiter ;)


    Viele Grüße
    Gunnar

    Hallo Sven,


    da hast Du wirklich was Schönes gefunden. Ich habe den Fund aufgrund der Sporenform und des Längen-Breiten-Verhältnisses zu Melanogaster macrosporus Vel. gestellt.
    Unklar ist, ob das nicht doch alles nur Melanogaster tuberiformis ist. Ganz selten sind da hier und da Sporen von M. tuberiformis zu finden. Das wird sich wohl erst endgültig klären lassen, wenn die Erbinformationen untersucht werden. Das soll aber in dieser Gattung Probleme bereiten...
    Also bleiben wir am besten bei dem Namen.


    Vielen Dank für's Zuschicken.


    Gruß Gunnar

    Hallo Sven,


    Dein Melanogaster sieht interessant aus. Gratuliere zum Fund. Er gehört wohl in die Verwandtschaft vom Melanogaster tuberiformis. Holger hat's schon gesagt - sollte für eine ordentliche Ansprache untersucht werden. Wenn Du magst, übernehme ich das.


    Gruß Gunnar

    Hallo Mausmann,


    ja, wenn Du magst, gibt es noch ein paar ergänzende Angaben: die Fruchtkörper sind so um die 4cm groß. Die Lorcheln sind geruchlos und riechen erst im Alter beim Vergehen (nicht böse sein - nur ein Späßchen). Der Pilz wuchs auf einem Sonderstandort, einer Spülkippe der Soda-Industrie mit Resten aus Kalk, Kalziumchlorid und Sand. Steurnummer bitte beim Finanzamt Bernburg erfragen.


    Da ich mir nicht sicher war, ob es wirklich die H. spadicea war, habe ich sie mikroskopiert.


    long. : N =24 ; dMd ; (19,1)19,3 - 19,3 - 21,65(21,9)
    Larg. : N =24 ; dMd ; (13,3)13,6 - 13,6 - 15,2(15,3)
    Q : N =24 ; dMd ; (1,3)1,35 - 1,3 - 1,5(1,5)
    V : N =24 ; dMd ; (1793,5)1920,4 - 2353,5 - 2459,05(2623,2)


    N ° long. Larg. Q V
    Moy 20,4 14,3 1,4 2202,6
    Min 19,1 13,3 1,3 1793,5
    Max 21,9 15,3 1,5 2623,2
    Sigma 0,7 0,6 0,1 212,3
    Diss 0,2 0 -0,4 0
    Kurt 2,7 2 2,3 2,1
    m/s 28,7 25,9 23 10,4
    médiane 20,3 14,4 1,4 2214,8


    Lxl: N= 24 ; dMd; (19,1)19,3-19,3-21,7(21,9) x (13,3)13,6-13,6-15,2(15,3) µm



    Es sei noch erwähnt, dass im weiteren Umfeld Helvella fusca wächst. Auch eine seltene Lorchel, die mit der Grubenlorchel nahe verwandt ist. Helvella fusca war übrigens dieses Jahr viel häufiger aul H. spadicea.


    Gruß Gunnar

    Hallo Hobi,


    schöne Funde. Sehe ich das richtig, dass bei dem Kronenbecherling nirgends Kiefer in der Nähe ist? das wäre dann einer der seltenen Funde im reinen Buchenwald. Davon habe ich schon gehört.


    Die Orchidee ist keine militaris. Du solltest in Richtung O. pallens schauen. Möglicherweise ist die nicht ganz rein und O. mascula hat sich da eingekreuzt.


    In welchem Wald sammelst Du denn da?


    Liebe Grüße, Gunnar

    Hallo Enrico,


    "bitter" ist eine wunderbar klare Geschmacksrichtung. Die macht nichts außer ein Signal zu setzen: iss' mich nicht! Cortinarius vibratilis von Pablo vermittelt das eindrucksvoll.


    Deine Hirschtrüffel solltest Du mit E. muricatus vergleichen. Pablos Doku passt ja nicht so richtig. Mehrheitlich wächst E. granulatus im Nadelwald, E. muricatus im Laubwald (den ich hier eher sehe). Vergleich' mal die Zeichnung der Rinde Deines Pilzes mit dem Foto...


    Gruß Gunnar

    Hallo Pablo, Nobi und wer sich noch so interessiert,


    ich mag nicht in ein bestimmtes Verhalten verfallen und als x-ter bestätigen "ja, das ist ein Steinpilz" sprich eine Geopora...


    Aber ja, die Gattung ist schwierig. Es gibt Arten, die in den allgemeinen Pilzbüchern nicht enthalten sind. Makroskopisch gibt die Größe, die Art des "sich-öffnens" nur Hinweise. Ohne Mikroskop geht garnichts und mit ihm bleiben Fragezeichen, da sich bei Tamm et al. (2010) (Phylogenetic relationships in genus Geopora) herausgestellt hat, dass einige der Arten als Aggregat betrachtet werden müssen.
    Dieter Benkert hat 2010 in der ZfM sein über Jahrzehnte gesammeltes Wissen zusammengefasst. Der Titel ist mit Bedacht gewählt - "... Erfahrungen und offene Fragen". Auch er hat für uns den Stein der Weisen nicht gefunden. Ich habe auch noch Funde, die einfach nicht passen.


    Auf Eines sei hingewiesen: Yao und Spooner wählen 2003 einen neuen Lectotyp für die Geopora arenosa aus. Damit ist seit der Publikation 2003 der Kleinsporige Sandborstling automatisch zum großsporigen geworden und umgekehrt. (Von G. arenosa kennt übrigens Dieter Benkert nur 4 Aufsammlungen aus Deutschland.)

    Dein Fund könnte durchaus Geopora sepulta sein. Dann wäre das so wie hier mit abgerundeten Sporen:
    http://www.trueffel-pilze.de/i…article&id=108&Itemid=125


    Wenn das nicht passt, bliebe Geopora cervina. Und da wären wir in einem nicht zu klärendem Artenschwarm, einem Aggregat.


    Wenn Du magst, schaue ich mir den Fund gern an.


    Gruß Gunnar

    Hallo Pablo,


    Wurzeltrüffel, jetzt machts klick, gell?
    Ist ein Kiefernbegleiter aus der Verwandtschaft von Rh. roseolus. Müsste man mikroskopieren, wenn man es ganz genau wissen will.


    Viele Grüße
    Gunnar

    Hallo Falke,
    bei Schleierlingen braucht man schon eine ausführliche Beschreibung. Dazu gehört eben auch, wie die Sporen aussehen, auch, wie die Fruchtkörper auf Chemikalien reagieren. Vielleicht kannst Du dich ja entschließen, in die faszinierende Welt einzutauchen, die sich bei Nutzung des Mikroskops eröffnet ;)


    Schau mal, wie Matthias die Arten dokumentiert und sich dolle müht - das ist richtig gut:


    http://www.interhias.de/schwam…ius/cortinarius.html#ank9


    Ich bin ja auch nur ein Eleve und mühe mich. Auch wenn Pablo glaubt, dass ich Ahnung hätte - ich bin nur ein Einäugiger... Aber zu Deinem Pilz. Wenn ich mal stochere und die Studioaufnahmen sehe, könnte man an Cortinarius infractus glauben. Dann wäre die Huthaut bitter und die Sporen rundlich. Allerdings sehen die am Standort fotografierten nicht so aus.
    Einen Tip ist es wert. Koste mal, hihi.


    Gruß Gunnar

    Hallo Alex,


    Anna hat da ganz recht - Rhizopogon obtextus oder luteolus, ganz wie Du magst. "eine genauere Einschätzung schärfere Detail-Bilder und Angaben zu Konsistenz, Geruch... " braucht man sicher nicht. Was will man mehr, als eine Artnamen? Vielleicht eine schöne Dokumentation natürlich.
    Aber die allermeisten Wurzeltrüffeln wachsen bei Kiefer. Das sollte für diesen Pilz zutreffen. Merkmal für Rh. luteolus sind die "Seilchen", die bis zum Fruchtkörperscheitel aufziehen. Das machen auch keine selteneren Arten.


    Gruß Gunnar

    Hallo Eike,


    der splendens gefällt mir gar nicht. Der hat sattgelbes Fleisch und sollte schlanker sein. Wer hat Dir denn den Pilz bestimmt? Schlüssele mal mit Funga Nordica. Da solltest Du zum Ziel kommen. Achte auf den violettenTon in der Stielspitze


    Freundliche Grüße Gunnar

    Hallo zusammen,


    mit dem ergänzten Bild und den darauf erkennbaren Peridiolen ist schon klar, dass es ein Erbsensreuling ist.
    Interessant bleibt schon, dass der Pilz im Gartenbeet wuchs, hihi.


    @ Nobi - sicher war ich nicht, aber die ungewöhnliche Wuchsform schrie danach zu schauen, was alternativ noch möglich ist. Und soviel gab es da nicht. Du weisst ja - wer sich beim Pilzebestimmen zu sicher ist...


    Liebe Grüße
    Gunnar

    Hallo Juripuh,


    vergleiche mal mit Cortinarius balteatocumatilis, dem Braunvioletten Schleimkopf. Der ist übrigens mit der Schleiereule verwandt. Anna liegt da von meinem Tip nicht weit entfernt.


    Gruß Gunnar

    Hallo la.vampira,


    das ist auf jeden Fall erst einmal ein Bauchpilz. Bei den Bauchpilzen aus der Ordnung der Phallales (Stinkmorchel und Gitterlingsartige) entfaltet sich die sporentragende Gleba, die i.d.R. recht auffällig ist. Das trifft hier nicht zu.
    Erbsenstreuling scheidet auch aus. Der ähnelt dem letzten Bild im Endstadium und erscheint wie ein abgewitterter Hundehaufen. Da wären aber die Peridiolen erkennbar.
    Ich gehe davon aus, dass es hier eher in Richtung Phellorinia geht. So etwas ist in den 50er Jahren auf den Aschebergen bei Leipzig gefunden worden.


    Wenn Du des Pilzes habhaft werden kannst, solltest Du ihn Prof. Kreisel schicken. Er wird sich freuen. Du kannst ihn auch gern mir schicken. Der Blick durchs Mikroskop kann das bestätigen.


    Gruß Gunnar

    Hallo Verena,


    Bildästhetik ist wirklich toll. Bei Nummer 13-15 muss ich allerdings schreiben, dass sie leider blaustichig sind. Den Farbstich kann man sich natürlich "wegdenken".


    Bei Nr. 12 scheidet C. pholideus klar aus, das ist ein ganz anderer Pilz. C.- anomalus-Verwandtschaft kannst Du immer gut an rundlichen Sporen erkennen. Da hilft ein einfacher Blick ins Mikroskop.


    Nr. 12 ist kein Rauhkopf, wohl eher ein Hautkopf. Wenn Du den durchschneidest, sollte im Stielfleisch ein deutlicher Olivton zu sehen sein. Dann wäre es C. malicorius.
    Anbei mal zum Vergleich "der echte" gentilis.


    Liebe Grüße,
    Gunnar

    Hallo Hartmut,


    Cortinarius spec. 01
    hat rotes Velum - hast Du noch ein Foto, auf dem man die Hautköpfe von oben sieht? Eine Idee hätte ich.


    Cortinarius spec. 03
    sollte anomaloochrascens sein. Kannst Du mal überprüfen.


    Gruß Gunnar

    Hallo Mausmann,


    die häufigen Kartoffelboviste kann man sicher schon "aus der Hand" mit einigermaßen Sicherheit ansprechen. Es bleibt aber immer eine Restunsicherheit. So kann Dein Fund tatsächlich Scl. bovista sein. Ich habe Prof. Kreisel mal eine Kollektion vorgelegt mit lederig dünner und ganz gelber Peridie. Die hat er mir als Scl. bovista bestätigt. Der Pilz hat wohl eine recht große Variationsbreite.
    Dein Fund könnte aber auch Scl. cepa sein. Eine in Deutschland seltene Art, möglicherweise aber häufiger, wenn alle Kollektionen mikroskopiert würden.


    Also - Scl. cepa hat stacheliges Sporenornament, Scl. bovista gehört zu den Arten mit netzigem Sporenornament.


    Was sagt Dir das? Ohne Mikroskop - keine sichere Bestimmung. ;)


    Viele Grüße
    Gunnar

    Hallo Hans, hallo Christian,


    schön zu sehen, dass die Rhizopogon roseolus jetzt wächst. Ich habe dieses Jahr noch keine zu Gesicht bekommen.
    Rh. roseolus ist ein Aggregat, da gibt es mehrere Arten, die hier zusammengefasst werden. Du hast, wenn ich das so betrachte Rh. roseolus im engeren Sinne. Die braucht zwingend basische Böden. Schnittbilder für die Entscheidung sind nicht nötig. Wenn Du wirklich magst, könntest Du eine statistische Menge Sporen ausmessen, brächte aber wohl auch nicht mehr.
    An der Diskussion über Essbarkeit von den Dingern mag ich mich nicht beteiligen. Man muss nicht alles essen, nur weil es nicht giftig ist. ;)



    @ Christian: alle Arten der Gattung sind in der Gleba jung weiß.
    Mich würde übrigens die Quelle interessieren, die den Parasitismus des Kupferrote Gelbfußes auf Wurzeltrüffel (welche Arten?) belegt.
    Meines Wissens fanden die Mykorrhiza-Leute um Prof. Agerer Hyphen von Rhizopogon im Stiel von Gomphidius glutinosus. Ist 1991 publiziert worden. Kontaktstellen, die einen Parasitismus belegen, haben sie offensichtlich nicht gefunden.
    Ich habe mal gegoogelt und auch nichts Gegenteiliges oder Neueres darüber gefunden. Weisst Du mehr?


    Beste Grüße
    Gunnar


    http://www.trueffel-pilze.de