C. glaucopus mit großen Sporen?

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema, welches 112 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mykollege_Günter.

  • Hallo zusammen,


    Luca hat ja bereits von unserem gemeinsamen Pilzwochenende am Spitzingsee berichtet. Bevor ich noch ein paar Funde ergänze habe ich zuerst eine Anfrage an euch, vor allem an die Cortinarienexperten Cortinarius und Mykollege_Günter. Wir fanden folgende Pilze an einem Wegesrand im Moos. Neutraler - kalkreicher Boden, das gleiche Gebiet aus denen einige von Lucas Funden stammen. In der Nähe überwiegend Fichte.

    Das Bild/Bilder ist leider nicht so toll geworden, es war der letzte Fund an dem Tag und ein steiler Hang, dazu kommt meine geringe Erfahrung mit Fotografie. Also entschuldigt die schlechten Bilder!


    Die Merkmale führten eigentlich alle zu C. glaucopus: KOH-Reaktion negativ, Schnittbild, Geschmack, ...

    Wir haben dann beide unabhängig voneinander die Sporen gemessen und untersucht und kamen einmal auf (Mittelwerte) 9.4±0.6 µm × 5.6±0.4 µm, Q=1.7±0.2 und 9.7x5.7 µm,Q=1.71. Damit sind sie für C. glaucopus eigentlich zu groß. Auch fanden wir die zitronenartige Form unpassend für C. glaucopus.


    Deshalb hatte ich folgende weitere Überlegungen:

    C. camptoros:

    Sporenform- und Größe passt (8-11µm x 5-6µm), kommt wohl eher bei Tanne vor, aber auch bei Fichte möglich. Ist in dem Bereich aber noch nicht kartiert und sehr selten. Die Art soll häufig Rottöne vor allem in der Hutmitte haben und oft hygrophan sein, das konnte ich so nicht eindeutig feststellen. Stielbasis ocker, kaum knollig und oft gerandet würde wieder passen ebenso andere Merkmale.


    C. dionysae:

    Auch hier passen Sporenform- und Größe (8,5-10,5µm x 5-6µm), allerdings soll diese Art stark nach Mehl riechen. Das konnten wir nicht feststellen.


    Geschlüsselt und bestimmt wurde mit Kibby, PDS 5 und Pilze Mitteleuropas.


    Irgendwie passt nichts so richtig gut, bis auf die Sporen am ehesten noch C. glaucopus. Ich habe mit keiner der Arten Erfahrungen, wir hatten an dem Wochenende aber noch andere Kollektionen von C. glaucopus die im Verlgeich mikroskopisch anders aussahen.


    Danke euch im Vorraus, ich bin auf eure Einschätzungen gespannt!

  • SimonMycet

    Hat den Titel des Themas von „C. glaugopus mit großen Sporen?“ zu „C. glaucopus mit großen Sporen?“ geändert.
  • Liebe Leute,

    "in der Nähe überwiegend Fichte" ist nicht besonders hilfreich! ALLE Baumarten im Umkreis von 25m sollten erwähnt werden!

    Dann zu den Sporenmaßen. Da sind die Mittelwerte bei Schlüsselfragen bisweilen gewünscht, aber ansonsten bitte die Sporenmaße von ....bis.... angeben.

    Diese Sporen sind übrigens zitriform und das würde auf Cort. olivaceodionysae aus unseren Fichtenwäldern passen. Für glaucopus sind sie definitiv zu groß.

    Übrigens, wenn man den Mehlgeruch bei Pilzen nicht wahrnimmt, was bei kühler Witterung passieren kann, man aber den Verdacht darauf hat, sollte man ein Stück abbeißen. Dann hat man den Mehlgeschmack deutlich!

    C. camptoros ist ein Tannenbegleiter und hat starken Erdgeruch/rote Beete.

    Und bitte beim Cortinarien-schlüsseln die PdS5 unbedingt weglassen. Die FN, die FoTE, CFP, PK4 (incl. Korrekturen) oder Kibby sollten zum Ziel führen.

    sonnige Grüße

    Günter