Pilziger Pilz auf Peltigera → Gamundia sp.

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  • N'abend,


    normalerweise sind Pilzreste hier nicht gern gesehen, in diesem konkreten Fall gibt es leider nichts besseres. Gleiches Kerbtal, gleiche Esche. Neben der Lentaria viel Peltigera praetextata, die einzige Art der Gattung im Tal. Ein Flecken der Peltigera aber merklich heller und das zeitliche segnend

    der Übeltäter war schnell ausgemacht, da riesengroß - ein ganz normaler Pilz, Stiel so 35*4 mm, der hut mag 15-20 mm Durchmesser gehabt haben, direkt aus dem Lappen der Flechte wachsend

    Da auf Peltigera nicht viele Arten gemeiner Stielpilze vorkommen, vor allem die Arrhenia peltigerina, dachte ich mir, dass Sporen zu finden sein sollten und diese reichen würden.

    Es gibt jede Menge Sporen, nur dass die nicht zu Arrhenia passen. Basidien, Cheilozystiden etc. sind natürlich nicht mehr zu sehen, aber immerhin noch einige Hyphen

    Die Sporen sind 5-7*4 µm groß, rauh bis ganz feinwarzig

    In der Flora of Lichenicolous Fungi – Vol. 1. Basidiomycota – 2022 werden neben der genannten Arrhenia noch zwei Gamundia genannt, G. arctica und G. xerophila, die nach Sporengröße besser passen würde, wobei es sehr abenteuerlich wäre, wenn dort eine "xerophila" wachsen würde. Da wird man wohl nächstes Jahr mal nachschauen müssen, wenn die voller Blüte stehen.


    LG, Bernd

  • Hallo allerseits,


    von dieser Gamundia habe ich ein weiteres Exemplar gefunden, diesmal ziemlich klein und jung, der Hut knapp 4 mm im Durchmesser. Aber glücklicherweise schon mit reichlich Sporen.


    Zunächst die Schadstelle vom obigen Pilz

    auch in diesem Zustand noch als eindeutig praetextata erkennbar

    Der neue Fund, die teilweise grünen Lappen könnten einen fast an eine der grünen Peltigeraarten denken lassen, wenn es nicht auch noch die Originalfarben gäbe

    leicht striat, was am besten mit Blitz zu sehen ist

    Gamundia soll auffällige und große Cheilozystiden und Pleurozystiden haben. Davon habe ich nichts gesehen. Es sei denn man sieht diese Stielbekleidung als Zystiden an, sowas gibt es stielnah auch an den Lamellen.

    links Lamelle, rechts Stiel

    4-sporig

    KR, HDS, keine Ahnung, wie man das zu nennen hat

    reichlich mit Schnallen versehen

    Sporen mit rauher Oberfläche, 5,5-6-7*4-4,5-5, Q~1,4, die passen wie auch die Schadwirkung zu dem obrigen Exemplar

    Dann gibt es im Hymenium noch solche dickwandigen Hyphen, auch die mit Schnallen


    LG, Bernd

  • kruenta

    Hat den Titel des Themas von „Pilziger Pilz auf Peltigera“ zu „Pilziger Pilz auf Peltigera → Gamundia sp.“ geändert.
  • wobei es sehr abenteuerlich wäre, wenn dort eine "xerophila" wachsen würde.

    Hallo Bernd,


    wieso soll das abenteuerlich sein? Gamundia xerophila, die früher oft fälschlicherweise als striatula bestimmt wurde (die typischerweise in Nadelstreu wächst), ist ja die Art, die mit Peltigera vergesellschaftet ist und durchaus nicht selten. Für Litauen vermag ich das allerdings nicht zu beurteilen.


    So sehen die bei mir aus:


    Beste Grüße

    Harald

  • Hallo Harald,


    weil "xerophila" trockenheitsliebend bedeutend. Und eine trockenheitsliebende Art in klatschnasses Kerbtal zu verfrachten ist schon abenteuerlich :D


    Ich weiß, man kann argumentieren - was hier oft passiert - dass die Botaniker und Mykologen irgendwelche Namen willkürlich verteilt haben (aber warum nimmt man dann nicht an, dass die Angaben zu Standort, Mikroeigenschaften etc. pp. auch willkürlich aufgeschrieben wurden).


    Oder, was eher zutreffen könnte, man hatte zum Zeitpunkt der Beschreibung noch keine genaue Vorstellung von der Breite der ökologischen Amplitude.


    Oder es stellt sich als weitere Art heraus, was ja sobald man anfängt, das genetisch zu bearbeiten, wohl ohnehin zu erwarten ist.


    Von Litauen sind bisher weder die Gamundia-Arten noch Arrhenia peltigerina berichtet worden. Obwohl es hier ja reichlich Peltigera gibt.


    Ich weiß nicht, ob man hier von "fälschlicherweise" sprechen kann, wenn unterschiedliche Artkonzepte unterschiedlichen Alters zugrundeliegen. Eher angewandte Synonymologie :D


    LG, Bernd