Cribraria

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  • Hallo zusammen,


    bei unserer Exkursion in die Borkenberge am 26.9.2026 haben wir gegen Ende der Tour eine größere Gruppe Schleimpilze gefunden. Diese waren zwar zum Teil von einem Schimmel befallen, es gab aber zum Glück auch noch genug gesunde Fruchtkörper zur weiteren Untersuchung. Die Fruchtkörper scheinen keinen Becher zu haben, dafür aber vom Stiel ausgehende Rippen, die dann in ein Netz übergehen, das an den Netzknoten deutliche, große Verdickungen hat. Die Granulation an diesen Verdickungen hat einen Durchmesser um 1 µm. Die Sporen messen 5,6-6,8 µm bzw. 6,2±0,2 µm und sind meiner Meinung nach wenigstens z.T. ganz feinwarzig ornamentiert. Die Farbe der Fruchtkörper würde ich am ehesten als gelblich-braun bezeichnen.


    Wenn ich mit diesen Daten in den Schlüssel von Neumann et al gehe, lande ich direkt bei 1*** -> 14* -> 21. Hier tritt dann die erste Unsicherheit auf. Sind die Netzknoten deutlich verdickt oder sind sie flach? Entscheide ich mich für verdickt, geht es also weiter 21 -> 22* -> 23* -> 25*. Aber C. intricata sollte kleinere Sporen haben und C. personii immer einen Becher. Entscheide ich mich weiter oben für 21* -> 27 lande ich bei C. splendens. Hierbei soll es sich aber um eine seltene Art handeln. Können mir die Expert:innen hier bei der Bestimmung weiterhelfen?


    Fruchtkörper am Fundort


    Fruchtkörper bei 40x Vergrößerung


    Fruchtkörper bei 100x Vergrößerung


    Peridie


    Sporen


    Björn

  • Wenn ich mit diesen Daten in den Schlüssel von Neumann et al gehe, lande ich direkt bei 1*** -> 14* -> 21. Hier tritt dann die erste Unsicherheit auf. Sind die Netzknoten deutlich verdickt oder sind sie flach? Entscheide ich mich für verdickt, geht es also weiter 21 -> 22* -> 23* -> 25*. Aber C. intricata sollte kleinere Sporen haben und C. personii immer einen Becher. Entscheide ich mich weiter oben für 21* -> 27 lande ich bei C. splendens. Hierbei soll es sich aber um eine seltene Art handeln. Können mir die Expert:innen hier bei der Bestimmung weiterhelfen?

    Hallo Björn,


    die Aufsammlung würde ich als Cribraria intricata bezeichnen.

    Hierfür sprechen die durch freie Enden sternförmige Netzknoten (auf Bild 5 oben links am besten zu sehen) und, dass feine Rippen von der Basalscheibe ausgehen.

    Die Sporengröße beträgt laut Poulain et al. 5 – 7,5 µm, passt also auch.


    C. aurantiaca ist ähnlich, hat aber meist einen Becher, kräftigere Rippen und glatte Sporen mit gelblichem Einschluss.


    C. splendens hat auch deutlich kräftigere Rippen und diese haben charakteristische Auswüchse.

    Die Art hätte auch flache Netzknoten. Um das herauszufinden, hilft es beim Mikroskopieren in einem nicht allzu gequetschten Präparat, die Schärfeebene hoch- und runterzuregeln, um zu erkennen, ob die Knoten (wie die Sporen) gewölbt sind.



    Diese Ausprägung von C. intricata ohne Becher wird oft (bspw. bei Poulain et al.) unter der Varietät „C. intricata var. dictydioides“ geführt. Allerdings sprechen einige Gründe gegen das Akzeptieren dieser Varietät bzw. das Zuordnen deines Fundes zu dieser:

    1. Sie hat laut Poulain et al. wiederum max. 6 µm große Sporen;

    2. Martin & Alexopoulos sprechen diese Ausprägung der Variationsbreite der Art zu;

    3. Varietäten sind bei Myxomyceten vermutlich eine unangebrachte taxonomische Rangstufe und werden in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr verwendet werden; die Var. dictydioides müsste daher, wenn schon, als eigene Art akzeptiert werden – und dazu sind die Unterschiede zur Nominatvarietät weder klar noch beständig genug.


    Liebe Grüße

    Noah