Grünerlenpilze

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 400 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthias.

  • Hallo zusammen


    Nun ein paar subalpine Pilze aus den Grünerlen im Val de Nendaz (Lac de Cleuson) und dem Val d'Hérens (Ferpécle).


    1:

    Alnicola badiofusca (glaube ich)


    Sporen typisch für die Gattung


    Cheilozystiden sehr schlank


    HDS, stark inkrustiert


    Kaulozystiden



    2:

    Alnicola luteolofibrillosa gab es in Unmengen, leicht zu erkennen am reichlichen Velum und dem bitteren Geschmack.


    Sporen kaum warzig und fast glatt.


    Cheilozystiden


    HDS



    3:

    Alnicola submelinoides


    Sporen klein


    Cheilozystiden keulig, untypisch für die Gattung, es gibt nur drei solche Arten.


    HDS deutlich hymeniform


    Kaulozystiden ebenfalls keulig.



    4:

    Diesen Rötling konnte ich nicht bestimmen. Ich warte mal auf FE 5c, vielleicht geht es damit.


    Sporen 7.6-11.3 x 7.9-9.2 µm, (sub)isodiametrisch.

    Basidien meist 2-sporig, Schnallen vorhanden, keine Zystiden.


    HDS irgendwie zwischen trichodermal und hymeniform, mit komischen Verlängerungen.



    5:

    Ein komischer Trichterling, vielleicht Clitocybe lohjaensis.


    Sporen sehr klein, 5-5.5 x 3-3.5 µm.


    HDS eine gewöhnliche Kutis.



    6:

    Collybia cirrata wuchs dort wohl eher zufällig.



    7:

    Dacrymyces stillatus



    8:

    Hymenoscyphus epiphyllus


    Sporen in Lugol, einige septiert


    Asci apikal amyloid


    Paraphysen mit lichtbrechendem Inhalt


    Excipulum irgendwie zwischen textura angularis und textura globulosa



    9:

    Tarzetta cf. alnicola


    Die Sporen sind etwas schmaler als für die Art beschrieben.


    Paraphysen


    Asci furchtbar lang, bis 300 µm


    Ectales Excipulum eine textura globulosa


    Medulla eine textura intricata



    10:

    Lactarius alpinus


    Sporen


    HDS



    11:

    Eine komische Galerina, ich komme auf Galerina caulocystidiata.


    Sporen praktisch glatt und sehr stark dextrinoid.


    Cheilozystiden spärlich, Pleurozystiden nicht vorhanden.


    HDS


    Kaulozystiden überall am Stiel vorhanden.



    12:

    Ombrophila violacea


    Sporen


    Paraphysen


    LG Raphael

  • Hallo Hias


    Ah ja, ein guter Hinweis. Das ist laut den Papers von Moreau ein Artenaggregat.

    Deshalb muss man da wohl eine gewisse Variabilität in Kauf nehmen.

    Keine Ahnung, ob irgendwann jemand die Geduld hat, das genauer zu untersuchen.


    Einige andere meiner Kollektion kommen näher an das, was du gefunden hast:


    Die wuchsen ganz nahe neben denen, die ich oben gezeigt habe. Mikroskopisch praktisch identisch.


    Vom anderen Standort (Ferpècle)


    Die hier auch, eigenartigerweise. Da ist das Velum viel spärlicher, aber sonst passt alles.

    Kollektion aus dem Jahr 2021


    Und hier 2024.


    Ich habe neulich mal ein Phylogramm für die Gattung gemacht. Leider gibt es nur wenige öffentliche luteolofibrillosa-Sequenzen.

    Von meinen werde ich sicher einige sequenzieren lassen.



    LG Raphael

  • Servus Raphael,


    stimmt, Alnicola muss natürlich neu bearbeitet werden. Bei mir liegen auch stapelweise nur provisorisch bestimmmte Kollektionen auf Halde.

    Ich mag die Gattung trotzdem (mal abgesehen von der Huthaut-Mikroskopie - die ist zumindest bei Exsikkaten oft ein Desaster).


    LG Matthias