Hallo zusammen,
nachdem wir 2022 (Hochwälder Kahlköpfe) bei einer Exkursion zur Artenvielfalt im Saarland zum ersten Mal eine Bekanntschaft mit der Gattung Fadenstachelpilze, Mycoacia (> M. nothofagi) machten, konnte ich nun mit
Mycoacia fuscoatra (Fr.):Fr.)Donk 1931 einen weiteren Fadenstachelpilz bearbeiten (pEF).
23.07.26 Marpingen-Berschweiler, am Lochwiesbach, MTB 6508.3, auf morschem Laubholzast, im ausgetrockneten Schlammbereich.
Makro: 1-3mm lange, weißlich bis braune Stacheln (> nach 3 Tagen getrocknet braun-schwarz), pfriemförmig zugespitzt aber apikal überwiegend "abgerundet" auf dünnem Subikulum. Hymenium verfärbt sich mit KOH 3% braunrot.
Mikroskopisch:
Sp: 4,5-5,5 x 1,8-2,2µm, zylindrisch-elliptisch.
Endhyphen in der Stachelspitzen oft stark mit Kristallen inkrustiert.
Hymenialzystiden aus einer verbreiterten Basis spitz zulaufend bis ca. 50 x 4-5µm.
Hyphen 2-3ym mit Schnallen.
Vergleich mit Mycoacia nothofagi von 2022 Makroskopisch ist M. fuscoatra unserem Fund M. nothofagi von 2022 sehr ähnlich.
M. nothofagi hatte etwas längere Stacheln, die apikal öfters zähnchenartig bzw abgeplattet eingerissen waren. Mikroskopisch hatte M. nothofagi keine zugespitzte Hymenialzystiden und kaum stark inkr. Endhyphen.
Literatur: CfoE Vol2/ BK2Nr.162 / FoTE neuer Schlüsselband 2026 (inkl, FoTEVol2) / C0NEVol8 / BernicchiaFE12
Verwundert hat mich, dass M. nothofagi im neuen Schlüsselband zu FoTE nicht erwähnt wird.
Taxonomie Je nach taxonomischer Auffassung wird der Schwarzbraune Stachelpilz als Mycoacia fuscoatra (Index fungorum + MycoBank) oder als Phlebia fuscoatra geführt. Nach neueren molekularen Auffassungen müsste er als Phlebia fuscoatra (Fr.) Nakasone (1997) benannt werden.
Warum man trotz eindeutiger (?) molekularer Zuordnung zu Phlebia, die Art noch nicht einheitlich der Gattung Phlebia zugeordnet hat ist mir unklar. Ich vermute, weil hier noch mehrere Arten von Mycoacia und andere Gattungen berücksichtig werden müssen, für die noch kein einheitliches Konzept besteht:
Hierzu sagt CfoE Vol2 Seite 157, Anmerkung zu Genus Mycoacia DONK:
Molekulare Untersuchungen haben gezeigt, dass ein solches Konzept dazu führt, dass die Gattung nicht monophyletisch ist.
In RLZ sind die Funde als Mycoacia aufgelistet, wobei fuscoatra aber auch bei Phlebia eingetragen werden kann. Ich werde meinen Fund beim RLZ als Mycoacia eintragen, wenn ich nichts Gegenteiliges höre. Ich denke man wird irgendwann die Funde zusammenführen.
Gruß Armin
