Gyalecta und ein paar Andere

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 259 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Servus,

    Kürzlich war ich in den Voralpen nähe Walchensee unterwegs.

    Großpilze gab´s so gut wie nicht, dafür ein paar Flechten mit Getier.

    In einer Schlucht an freistehendem aber beschatteten Felsen (verm. Dolomit/ Kalk) fielen mir hellorange Flecken mit topfförmigen Apothecien auf.

    1: Gyalecta cf. jenensis ?

    Apothecien unterm Bino dann hell und breit berandet, ohne Anzeichen von Rissen und Ecken oder Mustern

    Thallus-Kratzprobe ( gelb-grünlich), KOH-

    ergab 3 Algenarten ( wenn ich mich nicht täusche).

    Die Becherchen sind mit den Trentepohlia assoziiert

    Sporen waren muriform, aber teils sehr unterschiedlich geformt, meist ellipsoid mit leichten Einschnürungen an den Quersepten.

    Manchmal fast spindelig oder auch rundlich ellipsoid.

    Ich denke die hier abgebildeten Sporen geben den typischen Durchschnitt an

    Lugolreaktion erst blau dann rotbraun

    die Trentepohlio-Algen werden schwärzlich



    Trotz der nicht gekerbten Apothecien halte ich das für G. cf. jenensis.


    Nr 2

    Wieder eine Gallertflechte- bei der ich mir nicht sicher bin ob es nicht wieder die Selbe wie das letzte mal - Scytinium parvum ist.

    Wuchs am senkrechten Felsen in Bodennähe ( ob sich der Tausendfüßer die Springschwänze geholt hat , weiß ich nicht)

    kugelige- zylindrische Isidien


    natürlich mit Nostoc gefüllt



    Mit der Nr. 3

    hab ich mich nicht so richtig beschäftigt.

    Wuchs neben Sphagnum in einem Hochmoor an etwas trockenerer Stelle

    Hohler Hauptstamm, stark verästelt, Spitzen braun, teils auffasernd


    Spitzen bräunlich, auffasernd


    Ich denke mit Cladonia spec bin ich auf der sicheren Seite :whistling:


    Für Hilfe und Anmerkungen wäre ich wie immer dankbar.


    Grüße

    Felli

  • Hallo Bernd / Felli ,


    sorry wegen des langen Schweigens.

    Ich bin aus privaten Gründen seit knapp vier Wochen nicht im Forum gewesen und auch sonst kaum mit Flechten oder Mikroskop beschäftigt.

    Ich hatte noch nicht einmal Lust und Zeit, meine Proben aus den Alpen anzusehen...


    Wie auch immer, Ablenkung tut Not, tut gut!


    1) Bei G. jenesis würde ich mitgehen. Ich meine sogar, dass man bei einigen der Apothecien "Kerben" ahnen kann.


    2) Bei der Cyano-Blattflechte würde ich in Richtung Collema auriforme prüfen.

    Deine Flechte ist relativ groß, vom Habitus her eine Blattflechte; sie deutlich liegt nicht flach am Substrat an und hat kugelige Isidien.


    3) Ich bin überhaupt kein Cladonienexperte und muss mich insbesondere bei dieser Riesengattung langsam und mühsam durch den Schlüssel bewegen.

    Bei der Cladina / "Rentierflechte" würde ich als erstes die Basis das (Nicht-)Vorhandensein von Schuppen/Blättchen prüfen.

    Dann ist es immer gut, einen Tüpfeltest zum Nachweis von Flechtenstoffen zu machen. Dann sieht man weiter.

    Mit Cladonia liegst du jedenfalls goldrichtig!


    Liebe Grüße, Martin