Verantwortungsvolle Pilzzucht

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 400 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Austernseitling.

  • Liebe Pilzzüchter:innen


    Es macht Spass, Pilze mal selbst zu züchten. Aus Gründen der Wahrung des ökologischen Gleichgewichts ist es sinnvoll, einheimische Pilzstämme zu verwenden und keine exotischen Pilze zu züchten. Falls es doch exotisch sein muss, dann bitte nicht im Freiland. In den USA verdrängen die ostasiatischen Zitronenseitlinge beispielsweise zusehends einheimische Saprobionten. Auch in Mitteleuropa taucht dieser Pilz zunehmend in der freien Wildbahn auf. Ich fand ihn grad kürzlich. Das wäre wirklich nicht nötig.


    Wie SwissFungi meldet, wurde Zu dem Thema kürzlich ein Factsheet veröffentlich. Ich hänge es hier an.


    Kurz und bündig:

    - Vermeiden Sie den Anbau nicht heimischer Pilze im Freien, insbesondere von Arten, die in Ihrer Region neu sind.

    - Töten Sie den Pilz aus Zuchtsets vor der Entsorgung ab, indem Sie diese bei >150 °C mindestens 1 Stunde lang backen oder im Schnellkochtopf garen.

    - Bitten Sie Händler, keine bekannten invasiven Arten zu verkaufen, und verlangen Sie Entsorgungshinweise auf der Verpackung.

    - Fördern Sie die Verwendung und Entwicklung von sporenfreien oder sporenarmen Sorten.


    Mehr dazu hier: https://www.maxapress.com/article/doi/10.48130/sif-0026-000



    Und überdies: War dir bewusst, dass Zuchtseitlinge deutlich klimafreundlicher sind als Zuchtchampignons?

    Mehr dazu findest du hier: https://www.biovision.ch/story/pilze-wahre-wunderwesen/

    -> Wahre Pilzexpert:innen sind das nicht bei Biovision;-) Aber die kleine Ökobilanz scheint mir nachvollziehbar.



    LG Andreas

  • Hm, die erfahrenesten Emojistifter unter euch finden meinen Beitrag "verwirrend". Was stört euch denn? Bräuchte es mehr Erläuterungen dazu? Ist etwas unklar? Oder findet ihr einfach, dass die Präventivmassnahmen gegen invasive Arten übertrieben sind? Versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz.

  • Hallo Andreas,


    die Grafik sehe ich auch mit gemischten Gefühlen. Klar ist sie schön plakativ, aber was soll sie denn darstellen und auf welcher Grundlage ist sie entstanden?

    Bei Biodiversität(?) schneidet der Champignon schlechter ab als der Seitling - wieso das denn, was ist gemeint?

    Er schneidet beim Klima(?) besser ab...?

    Aber egal, wenn für Bio Suisse geworben wird, ist die Grafik natürlich prima. ;)


    Diese "Kurz- und bündig Hinweise" auf das Abtöten der Zuchtsets und verlangte Entsorgungshinweise auf Verpackungen halte ich für realitätsfremd.


    Die weltweite Verbreitung von Pflanzen, Tieren und Pilzen wird man nicht aufhalten können, wenn man gleichzeitig globalen Handel und Tourismus betreiben möchte. Alle Maßnahmen dagegen nützen nicht viel, sie verlangsamen das Ganze nur. Sobald eine Art auf eine ihr passende Umgebung stößt, wird sie sich verbreiten (z. B. Drüsiges Springkraut, Große Drüsenameise, Asiatische Hornisse,Tintenfischpilz, ..)


    Ich denke, in den nächsten hundert Jahren wird sich da einiges verändern. Die Natur passt sich eben an.


    Gruß

    Peter

  • Hallo Peter


    Ich geb dir und Craterelle ja recht, dass die Grafik ein paar Fragezeichen hinterlässt bezüglich Methodik und Messung.


    Aber:

    Bei Biodiversität(?) schneidet der Champignon schlechter ab als der Seitling - wieso das denn, was ist gemeint?

    Er schneidet beim Klima(?) besser ab...?

    Wenn für die Champignonzucht Torf abgebaut werden muss (falls das stimmt), so ist das klar. Moore (Torf) sind wichtigere CO2-Speicher als Wälder. Wenn die Moore also zerstört werden, erwärmt sich das Klima und die dortige, sehr spezifische Biodiversität wird zerstört.


    Aber egal, wenn für Bio Suisse geworben wird, ist die Grafik natürlich prima. ;)

    Öh, damit hat das doch überhaupt nichts zu tun. Es gibt haufenweise Champignons mit Bio Suiss-Label zu kaufen. Ebenso wie diverse Seitlinge.


    Und was die Diskussion über invasive Neobiota (also eingeschleppte Pilze, Pflanzen, Tiere) betrifft, müssen wir nicht streiten, ob es sich lohnt, deren Ausbreitung zu stoppen. Die Meinungen sind glaub gemacht (Die einen sagen, wir haben keine Chance; die andern möchtens probieren.) Kann sein, dass wir Waschbären, Berufskraut und Zitronenseitlinge nicht stoppen können. Es kann aber auch sein, dass wir es schaffen, unsere Vogelwelt (Waschbärenopfer), vielfältige Wiesen (Berufskrautopfer) mit ihren Insekten und Pilzen zu bewahren. Ich kann jedoch nicht verstehen, warum wir die Verbreitung neuer, höchstwahrscheinlicher Neomyceten (Zitronenseitling) nicht noch rechtzeitig zu stoppen versuchen.


    LG Andreas