Candelariella cf pulchella oder xanthostigma oder?

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 226 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Servus,

    Ich hatte noch eine Kruste auf Holz ( altes Geländer).

    Die einzelnen orange gelben Apothecien erinnern an Caloplaca.

    Nun gab es natürlich wieder das Problemchen , dass ich nur ein einziges +/- reifes Apothecium in meiner Aufsammlung hatte.

    Mit gelben Pfeil gekennzeichnet


    Da es aber keinerlei Reaktion mit KOH gab, kam ich auf die Gattung Candelariella.

    Die Oberfläche war mit goldbraunem Exsudat belegt,

    Das Hymenium farblos, die Asci leicht keulig mit mehr als 8 Sporen.

    Die Paraphysen an der Spitze bis 3µ dick, teils verzweigt und anastomisierend

    Die Sporen (8)9-12(13) x (3,5)4-5µ, biguttulat, unseptiert, und teils leicht nierenörmig gebogen.

    Lugolreaktion


    Geringere Konzentration


    Erst KOH-dann IKI


    Ob C. kuusamoënsis , C. faginea, oder auch C. granuliformis noch in Frage kommt -

    von den ganzen Merkmalen her würde mir nun C. pulchella am besten gefallen.


    Meinungen dazu?


    Grüße

    Felli

  • Hi, Bernd!


    Da hast du ja einige interessante Candelariella-Arten in den Ring geworfen, die auf der italienischen Flechtenseite im Schlüssel auftauchen.

    Im deutschen Schlüssel sind sie nicht vertreten, und in der Deutschen Roten Liste, die ich diesbezüglich überprüft habe, auch nicht. Da wäre ich denn vorsichtig.

    Stur nach den "DFD" vorgehend - Candelariella ist klar gesetzt - würde ich für C. vitellina votieren, die zudem auch weit verbreitet und häufig ist: Gelbe, nicht rosettig-gelappte, nicht besonders dick krustige, nicht einheitlich feinkörnige, soralfreie, nicht parasitische Krustenflechte mit Apothecien auf Holz; Asci mit 16-32 Sporen => C. vitellina (1*-2*-4*-6*-10*-12*-13*-15* Holz!-16) körnig, gelb-braungelb, Paraphysen nicht verdickt, etc. passt eigentlich.


    Die Probe, die ich an vermutlich der gleichern Stelle genommen hatte, besteht tatsächlich aus gelb-braunen, leicht koralloiden, oberflächlich warzigen Areolen (O Gott, wie beschreibt man sowas?) und wächst untermischt mit A. punctata auf dem zähmorschen Holzgeländer. Meine Probe war leider steril.


    In situ


    Vergrößert


    schräg von unten / der Seite


    in Wasser (wegen der Färbung). Die schwarzen Apothecien gehören zu A. punctata.


    Ich bin mir da auch nicht sicher, würde aber für eine häufige Art plädieren, sie erinnert mich - abgesehen von der hier eher bräunlichen Grundfärbung - mehr oder minder stark an einen üppigen Fund auf Holz, den ich vor 3 Jahren als C. kuusomoensis bestimmen wollte, bis ich von einem Lichenologen zurückgepfiffen wurde, der den Fund schlicht als C. vitellina einstufte. Passt wohl sehr gut!

    Na ja - für unsereins bleiben immer größere Unsicherheiten.


    LG, Martin

  • Servus Martin,

    Gleich mal vorweg, du wirst wohl mit C. vitellina recht haben.

    Ich hab da nun nochmal nachgelesen und die Beschreibung sowie Abbildungen passen gut.


    Ich hab mich da im Wirth-schlüssel - bzw. der Beschreibung dort - vom Vorkommen auf Silikatgestein in die Irre führen lassen und bin dann bei C. xanthostigma ( holzbewohnende Art ) hängen geblieben. Das mit dem selten auf Holz hab ich überlesen.

    C. vitellina ließ ich dann links liegen und hab im italic geschlüsselt, wo ich dann bei

    C.kuusamoënsis gelandet bin.

    Bei der Art waren mir aber die Sporen zu lang.

    Übrigens - Der Hinweis dort auf C.vitellina - moosbewohnend.


    Danach hab ich mir noch die holzbewohnenden Arten angeschaut und bin dann bei C. pulchella hängengeblieben wo die Abbildungen und Beschreibung eben sehr gut zu meinem Fund passten.


    es ist aber auch alles sehr verwirrend X( ?(


    Grüße + Dank

    Felli