Uromyces scutellatus (Schrank) Lév. 1847

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  • Hallo zusammen,


    ich möchte hier einen Rostpilz vorstellen, den man jetzt im Frühling recht häufig auf Euphorbia cyparissias finden kann (der Pilz befällt auch einige andere Euphorbia-Arten wie z.B. E. esula, ist auf diesen Wirten aber seltener zu finden). Befallene Pflanzen sind komplett deformiert und blühen nicht. Auf der Blattunterseite finden sich dann einerseits Spermogonien und andererseits braune Telien. Hierdurch unterscheidet sich der Rost von den Arten des Aecidium euphorbiae-Aggregats (zu denen u.a. Uromyces pisi, aber auch Uromyces genistae, Uromyces sarothamni, Uromyces laburni etc. gehören), die neben Spermogonien becherförmige Aecien auf der Blattunterseite bilden. Im sehr zeitigen Frühjahr findet man oft nur Spermogonien und kommt dann nicht über Uromyces sp. hinaus. Sind Telien vorhanden, muß mikroskopiert werden, da es neben U. scutellatus auch noch U. kalmusii und U. striolatus gibt, die ebenfalls Spermogonien und Telien auf deformierter Euphorbia cyparissias bilden. Uromyces scutellatus unterscheidet sich von diesen Arten dadurch, daß er keine oder nur eine flache Keimporenkappe am Scheitel hat, während die Verwechlungsarten eine deutliche, papillöse bis halbkugelige Keimporenkappe besitzen. Der hier gezeigte Fund stammt vom 6.4.2026 von den Lohrsdorfer Orchideenwiesen in Lohrsdorf in Rheinland-Pfalz.


    Befallene Pflanzen


    Telien und einige wenige Spermogonien auf der Blattunterseite


    Teliosporen in Wasser

  • Hi,

    an der Stelle habe ich eine Mikroskopier-Anfängerfrage: ich habe selbst schon, wie in deinen Bildern auch, ungefärbte Sporen zwischen farbigen gefunden (zuletzt bei einem Ackerling). Was bedeutet das? Sind die noch nicht ausgereift?

    Danke und Entschuldigung für's "Kapern", passte entfernt hier zu.

    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Hallo Michael,


    ja, die helleren Sporen sind noch nicht ganz reif. Bei Pilzen mit Hut und Stiel läßt sich das Problem eigentlich ganz gut umgehen, wenn man nur Sporenabwürfe mikroskopiert. Bei Rostpilzen macht man in der Regel keine Sporenabwürfe und hat dann u.U. auch mal unreifere Sporen dabei.


    Björn