Peltigera

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 193 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von erna52.

  • Hallo,

    Peltigera Art gefunden auf 813 mNN, übererdeter Schieferfelsen, lichtoffen,

    OS: randlich anliegend tomentös, zum Zentrum hin haarlos,glänzend und runzelig ,Lappenränder nach oben gedreht,

    teilweise dicht gesäumt mit Schizidien/Phyllidien, diese kommen verstreut sehr klein auch auf Lappenfläche vor.


    US: hell mit dunklen,breiten,flachen.filzigen anastomosierende Adern,zum Zentrum mehr gebräunt.

    Rhizinen im Randbereich hell,einfach,lang, zum Zentrum hin schwarz kürzer und auffassernd.

    Keine Apothecien! auch nicht ansatzweise.

    Alle Aufnahmen wurden im abgetrockneten Zustand der Flechte gemacht, Flechte befindet sich im Wachstum.

    Eure Meinung zu diesen außergewöhnlichen Fund wie immer mit Spannung erwartend!

    LG

    Ernst



  • Hallo Ernst,


    es liegt mir fern, enttäuschen zu wollen, aber was ist denn deiner Meinung nach das Außergewöhnliche bei dem Fund? Wenn ich dem deutschen Schlüssel (Cyanoflechte, keine Sorale, Lappenränder filzig-tomentös) folge, und die "dicht gesäumt"en Isidien am Thallusrand ernst nehme, lande ich gleich bei P. praetextata.

    Isidien auf der Fläche würde ich zwar nicht überbewerten, die können immer an Verletzungen / Rissen entstehen.


    Ignoriere ich die Isidien und gehe ich den langen Weg im Schlüssel, dann sehe ich deutliche Adern, einen großen Thallus, breite Lappen (bis um 3 cm).

    Jetzt bleiben nur 1) die dünnlappige P. membranacea mit heller Unterseite und langen, dolchartig gebogenen Rhizinen (würde ich gleich ausschließen), 2) P. canina, die meist verfilzende kurze, weißliche Rhizinen besitzt und keine Isidien haben soll, sowie - und damit schließt sich der Kreis - P. praetextata, die sowieso bei weitem die häufigste Art der großen Peltigeren ist. Sie besitzt die dunklen Adern, hat am Rand eine weißliche Unterseite, die zur Mitte hin dunkel werden kann; pinselartige Rhizinen, irgendwohin gebogenen Thallusränder (meist erst aufwärts, am Saum dann nach unten gebogen)


    Die aufgebogenen Ränder sind nicht ungewöhnlich. Fehlende Apothecien wollen auch nichts bedeuten.

    Was vermutest du denn?


    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    Danke wie immer für Deine Antwort,

    Mit lichtoffen meinte ich : wenn Sonne,dann volle Sonne.


    Es gibt eigentlich lt. zugänglicher Literatur nur 2 Arten ,welche derartige Phyllidien

    aufweisen.

    P.praetextata, deren OS bulliger ,welliger und zentral nie glänzend daherkommt,

    Ränder breit nach unten gebogen , US dünne erhabene Adern mit randlich hellen

    glatten Rhizinen. Lappen nicht solang gestreckt .


    Diese Peltigera gehört meines Erachtens eindeutig in die Nähe von P. rufescens!

    Rufescens kann zwar auch Phyllidien bilden,vor allen an geschädigten Stellen, diese wachsen aber in aller Regel rasch zu kleinen Läppchen aus.


    Ansonsten bleibt hier nur noch die P. monticola .übrig

    Zu dieser Art gibt es im Netz leider nur wenige ,teils widersprüchliche Angaben.

    Was die Os betrifft weitgehende Übereinstimmung, die US betreffend helle bis braune

    braunrote ,dunkle breite flache Aderung.

    Aber schau selbst,vielleicht findest Du etwas genaueres im Netz. Würde mich freuen.



    inaturalist.org zeigt zum Beispiel dunkle Aderung.

    Italic schlechtes Bildmaterial

    Oder auch hier: Bemerkenswerte Flechtenfunde aus Brandenburg


    LG

    Ernst