Beiträge von erna52

    Danke Bernd, danke Martin,


    P.monticola seit 1994 durch Vitikainen- Taxonomie Revision of Peltigera in Europa-

    beschrieben und als eigene Art anerkannt (ID 6018).

    Index fungorum (ID 36287).

    vorliegender Fund:

    - unbeschattet,vollsonnig,trocken auf dünn übererdete Schieferhalde ( leicht basisch).

    auf 813 mNN - im Umkreis von 30 m sind P. ponojensis,rufescens , neckeri und didactyla

    dokumentiert. Nächster Fundorte von P. Praetextata liegen ca 5 km entfernt -kühl,feucht

    auf Knotenkalk

    Ich glaube nicht ,dass eine P.praetextata an einen derartigen Extremstandort lange überleben

    kann.

    Deshalb und aufgrund der für praetextata total untypischen Aderung und Rhizinen bin ich näher

    an P.rufescens. Diese zeigt auch Phyllidien welche sich fast nur an Thallusbrüchen /abbrüchen entwickeln und rasch zu kleinen Läppchen auswachsen. Sie sind in den mir vorliegenden rufescens Proben alle bereift oder schwach tomentös.

    Also passt auch nicht so richtig zum Fund zudem dieser keine Phyllidien entlang Thallusbrüchen

    zeigt.

    Aber vielleicht meldet sich ja noch ein Kenner der Materie.

    Gruß

    Ernst



    Hallo Martin,


    Danke wie immer für Deine Antwort,

    Mit lichtoffen meinte ich : wenn Sonne,dann volle Sonne.


    Es gibt eigentlich lt. zugänglicher Literatur nur 2 Arten ,welche derartige Phyllidien

    aufweisen.

    P.praetextata, deren OS bulliger ,welliger und zentral nie glänzend daherkommt,

    Ränder breit nach unten gebogen , US dünne erhabene Adern mit randlich hellen

    glatten Rhizinen. Lappen nicht solang gestreckt .


    Diese Peltigera gehört meines Erachtens eindeutig in die Nähe von P. rufescens!

    Rufescens kann zwar auch Phyllidien bilden,vor allen an geschädigten Stellen, diese wachsen aber in aller Regel rasch zu kleinen Läppchen aus.


    Ansonsten bleibt hier nur noch die P. monticola .übrig

    Zu dieser Art gibt es im Netz leider nur wenige ,teils widersprüchliche Angaben.

    Was die Os betrifft weitgehende Übereinstimmung, die US betreffend helle bis braune

    braunrote ,dunkle breite flache Aderung.

    Aber schau selbst,vielleicht findest Du etwas genaueres im Netz. Würde mich freuen.



    inaturalist.org zeigt zum Beispiel dunkle Aderung.

    Italic schlechtes Bildmaterial

    Oder auch hier: Bemerkenswerte Flechtenfunde aus Brandenburg


    LG

    Ernst


    Hier noch einige Aufnahmen der Peltigera m?


    Hallo,

    Peltigera Art gefunden auf 813 mNN, übererdeter Schieferfelsen, lichtoffen,

    OS: randlich anliegend tomentös, zum Zentrum hin haarlos,glänzend und runzelig ,Lappenränder nach oben gedreht,

    teilweise dicht gesäumt mit Schizidien/Phyllidien.


    US: hell mit dunklen,breiten,flachen.filzigen anastomosierende Adern,zum Zentrum mehr gebräunt.

    Rhizinen im Randbereich hell,einfach,lang, zum Zentrum hin schwarz kürzer und auffassernd.

    Keine Apothecien! auch nicht ansatzweise.

    Alle Aufnahmen wurden im abgetrockneten Zustand der Flechte gemacht, Flechte befindet sich im Wachstum.

    Eure Meinung zu diesen außergewöhnlichen Fund wie immer mit Spannung erwartend!

    LG

    Ernst



    Hallo Martin,

    danke für Deine Hinweise.


    Bei allen chem.Proben ist parallel zur gesuchten Stereocaulon 1 auch ein Acetonextrakt

    einer S. vesuvianum 2 mitgelaufen.Beide waren, wie Du schon bemerktest, in der K Reaktion

    sehr schwach ( Jahreszeit bedingt ?).

    Die P Reaktion war bei beiden Proben etwa gleich, wobei 1 schon mehr Gelb aus dem Extrakt

    mitbrachte.

    Unterschiede gab es bei der KC Reaktion welche bei 1 deutlich anschlug aber auch sehr flüchtig

    war und schnell von rosa über violett in mehr oder weniger braun endete.

    Der UV Test diente nicht als Fluoreszenz Test sondern sollte zeigen,daß durch die Zugabe von C

    bei 1 eine Reaktion abgelaufen war.

    Bei 2 fand eine derartige KC Reaktion nicht statt, im UV Licht war ebenfalls nichts sichtbar.

    Inwieweit diese UV Sache bestimmungsrelevant anwendbar ist bleibt offen.

    Für mich war es der Anlass auf der P+ / KC+ gelben Seite zu schlüsseln ,

    zumal ich auch aufgrund bestimmungsrelevanter Merkmale. bei P + orange Arten keine

    vertretbare Übereinstimmungen fand.


    Danke. Bilder weiter unten!

    LG

    Ernst


    1.



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    2.


    8

    Hallo Ihr, Hallo Martin,


    habe am 12/02/26 nochmals eine Probe von der Stereocaulon entnommen.


    Die Aufschüttung wasserseitig ( Bild von 1955 ) besteht schon seit über 70 Jahren,

    sie ist genau nach Süden geneigt.

    In der Mitte wächst die noch offene Stereocaulon Art ( max. 2 cm hohe dichte graue Polster bildend).



    Diesmal gezielte Suche nach:

    —Apothecien (mit hellen Rand )

    — ursprüngliches Lager, welches mit Podetienbildung schwindet ( im Randbereich zu finden).

    — In Form abweichende Phyllocladien ( nur 1 x im Oberen Bereich von Podetien gefunden )


    Chemie diesmal alles auf Acetonextraktbasis ( = unverändert zu 1. Probe ).



    LG

    Ernst









    Hallo Martin,

    danke für Deine Anntwort.

    Ich glaube dass hier auch die TLC keine eindeutige Aussage treffen kann.


    Ich bin aufgrund des Fundortes ,Pseudopodetien unten schwarz,, mittig rosa Schimmer, der Form der Phyllocladien und der deutlichen doch großen (gestielten) clusterförmigen Cephalodien

    eher bei Stereocaulon paschale gegenüber S.evolutum/saxatile.



    LG

    Ernst

    Hallo,

    gefunden auf 670 mNN im Thür. Schiefergebirge ,auf bemmosten Bereich eines Granitblocks an einen Staudamm, locker befestigt, Aufschüttung wasserseitig ca 2 m über Wasserspiegel,

    Ausrichtung nach Süden und damit Extremstandort ( UV Einstrahlung durch Reflexion verstärkt,ungeschützt gegenüber Wind und Wetter, hohe Luftfeuchtigkeit).


    Lager ca 10 x 4 cm, knapp über 1 cm hoch, weißgrau.flachpolstrig,zwischen den Steinen

    Podetien an der Basis geschwärzt,unterer Abschnitt leicht rosa,ohne auffälliges Tomentum,

    Podetien oben verzweigt mit warzigen Phyllocladien, zu Clustern gehäuft mit vielen Kleinen Cephalodien ( mit Stigonema ),einige große zu Clustern gehäuft,dunkelgrün-schwarz,im Herbar

    braun ( letztes Bild).

    Teilweise Tomentum im oberen Bereich .

    Basales Lager warzig -körnig, mit Pseudopodetienbildung schwindend,

    Chemie siehe Bild 7.


    Wer bin ich ?


    Danke für Eure Antworten.

    LG

    Ernst









    Hallo,

    Ist eine Ramalina ! aber welche?

    heute gefunden auf 370 mNN in Feuchtgebiet an einer alten Salix, lichtoffen abstehend hängend.

    Thallus dünn ,reich verzweigt mit Soralen,ohne Apothecien ,ohne isidiomorphe Strukturen.

    Basal keine Flächen- bzw. Randsoralen, Chemie alles negativ, UV -,

    Peripher am Thallus sehr wenige kleine Soralen.

    Die Endzweige zur Spitze hin hakenförmig ,fast immer mit kleinen kugeligen Soralen.

    Ich lande bei R. roesleri.


    Bin gespannt auf Eure Antworten.

    Danke!


    LG

    Ernst


    Hallo Martin,

    danke Dir wie immer für Deine Antwort.

    Folgendes hat mich bewogen hier auf S. alpinum zu setzen:

    KC+ deutlich violett und somit lt. Literatur P+ gelb ! Nostoc in den Cephalodien.


    Lt. Wirth kann der Filz bei S.alpinum weißlich ,cremefarbig,rosa bis grau sein


    dactylophyllum ist KC- ,hat fast immer Apothecien und enthält lt. Italic in den Cephalodien Stigonema,

    paschale//evolutum/ saxatile enthalten Stigonema

    Incrustatum enthält zwar Nostoc, die Phyllocladien sollen jedoch kleinwarzig sein.


    Somit bleibt eigentlich für D nur noch S alpinum noch übrig.


    Ich hoffe ich konnte Dich hiermit überzeugen.

    Danke

    LG

    Ernst

    Hallo,

    in Ergänzung meiner Nachricht vom 15/05/25 zu S.alpinum hier noch einige

    weiterführende Punkte:

    Podetien grauweiß ca 2,5 cm hoch,Phyllocladien rundlich fingerartig geteilt,


    Chemie: P + schwaches gelb, K + grüngelb, C -, KC+ violett !! , UV + blauweiß

    Cephalodien enthalten Nostoc Ketten



    LG

    Ernst



    Hallo,

    Stereocaulon. gefunden auf 650 m NN auf Quarzit mit Humusauflage,zwischen Moosen,

    Podetien ca 3 cm hoch,verzweigt,US deutlich grau filzig, keine Apothecien,

    Phyllocladien flach, rundlich ,kurz fingerartig gelappt, OS tw.schuppig,

    Cephalodien klein, enthalten Nostoc-Ketten,


    Chemie: P + kräftiges Gelb( schon Orange ???). K +gelb,C-, KC( Acetonextrakt) — ,

    UV+ blau


    Sorry,Bild 1 und 2 gehören eigentlich nach hinten!


    Lande bei der Bestimmung bei S tomentosum.

    Was meint Ihr, lieg ich richtig?


    LG

    Ernst


    Ernst




    Hallo,

    Das Wetter ist momentan bestens geeignet bislang unbestimmte Proben aufzuarbeiten.

    Hier:

    Stereocaulon gefunden auf 825 m NN auf den Höhen d. Thüringer Waldes.

    Flaches graues Polster, max.10 mm hoch, 10 cm Dm, auf Quarzitkies , primäres Lager warzig,

    durchsetzt mit vielen schwarzen Cephalodien.

    Podetien apical schwach verzweigt, Phyllocladien warzig bis körnig.

    Apothecien ohne Eigenrand, zerstreut , sitzend auf Podetien on Top.


    Chemie: P+ schwaches Gelb, K+ gelb/grün ,KC-, UV -,

    In Cephalodien Stigonema.


    Lande bei der Bestimmung bei S. condensatum.


    Was meint Ihr, danke für Eure Einschätzung.

    LG

    Ernst







    Hallo,

    Letzter dokumentierter Fund für Thüringen war 1912.Seitdem gilt Peltigera collina für Thüringen als verschollen und ausgestorben.

    ( Rote Liste Th. = ).

    Auch in den angrenzenden Mittelgebirgen gilt sie als ausgestorben.


    Aber sie gibt es noch ! und wieder für Thüringen.


    Gefunden:

    In einem kleinen Seitental des südl.Thüringer Waldes, auf 580 m NN.

    Feucht,kühl,an Bergahorn-Stamm in 1,5 m Höhe eingebettet zwischen Moos , fest an der Borke angewachsen,lichtoffen.

    Alle Thalli sehr klein,braun , Lobenränder aufsteigend ,geziert mit weißgrauen Bortensorale.

    US mit deutlicher Aderung und büscheligen schwarzen Rhizinen.


    LG und schöne Weihnachtszeit wünscht

    Ernst


    Ernst

    Hallo,

    ein nicht alltäglicher Fund am Fuße eines Bergahorns auf 590 mNN im Thüringer Wald (für LK Sonneberg Erstfund).

    P. membranacea auf Moos,absonnig aber lichtoffen,hohe Luftfeuchtigkeit.Lager ca 25 cm Dm.

    Keine Phyllocladien/Isidien/ randständige Läppchenbildung, Oberfläche filzig behaart,entsprechend der Aderung auf US stark gewellt ! Neue Apothecien randständig in Bildung.

    Loben breit,rund , dünn- papierartig, Rand nach unten gewellt.

    US weiße,samtartig behaarte,kräftige Aderung, Rhizinen hell, samtartig abstehend behaart.


    Vergleich zu Rhizinen und US von P.praetextata habe ich beigefügt.


    LG und Euch allen eine schöne Weihnachtszeit wünscht

    Ernst




    Vergleich US von P. praetextata



    Hallo Martin,

    danke wie immer für Deine Meinung.

    Ja, sieht schon irgendwie nicht so richtig typisch nach Icmadophila aus.

    Bild 1u.2 sind vom Fundort. Hier ist schon ein Thallus sichtbar,allerdings nicht so prägnant

    im Vergleich zum Wachstum auf Totholz.

    Die restlichen Bilder sind Herbarmaterial ,mit dem ich bei der Trocknung so meine Probleme hatte.

    Ist durch den hohen Sandanteil alles auseinandergefallen.Habe dann versucht alles irgendwie wieder zu stabilisieren. Der Thallus ging dabei irgendwiann und irgendwo wohl unter.

    Da ich die Koordinaten der Fundstelle habe,werde ich zur gegebenen Zeit hier nochmals nachschauen und berichten.

    Bis dahin!

    LG

    Ernst

    Ps. Das letzte Bild zeigt wirklich die leicht konisch zulaufende Unterseite mit rhizinähnl.

    Auswüchse.

    Hallo,

    gefunden im März 25 auf 370 mNN auf Sand,welcher stark mit Mulchgut angereichert war.

    Aufgrund eines angrenzenden Wassergrabens immer kühl und feucht (Kaltluftloch).

    Apothecien unreif, nur ein Gewirr von Flechten,schwacher Eigenrand,teilweise weiß bereift. Unterseite konisch mit weißen rhizinenähnl. Auswüchse,ungestielt dem Thallu direkt aufliegend.

    Prim. Thallus dem Substrat dünn aufliegend ,graugrün.

    Apothecien P+ rot,K - keine Farbveränderung,

    Thallus bei Trocknung schwindend, die Apothecien fallen im Herbar dann leicht ab.


    Haben wir hier etwa die Heideflechte? oder hat Jemand eine andere Idee?

    Für Antworten Dank wie immer.

    LG

    Ernst


    Hallo Martin,

    Gratulation zu Deinen Funden.


    Meine S.vesuvianum Funde reagieren alle P + schwach orange und zeigen irgendwo die typischen

    Phyllocladien.

    Alle S.v. gefunden im Halbschatten,kühl und feucht auf bemoosten Quarzit.





    Interessant wird es natürlich wenn die Schlüssel bezüglich P Reaktion nicht stimmen sollten und unterm Strich alle Stereocaulon Arten abhängig vom Standort und Jahreszeit +/- gelb reagieren.

    Wenn dann je Art noch etliche Unterarten existieren wird die Sache so richtig lustig.




    Kannst Du mir mal Nahaufnahmen der Phyllocladien von S. vesuvianum f.nodulosum zusenden?

    Danke.



    LG

    Ernst

    Hallo Martin,

    danke für Deine Antwort.

    Ja, die Stereocaulon sind nicht immer einfach,zumal auch hier eine

    Standortabhängige Variationsbreite gegeben ist.

    Ich glaube aber schon,dass hier saxatile vorliegt.

    Ich finde die Schlüssel von Afl und Wirth für Stereocaulon nur grob

    zutreffend.

    Deshalb hier ein top Schlüssel aus Polen.

    Viel Spaß damit bei der Bestimmung Deiner Stereocaulon aus Thüringen.


    LG

    Ernst




    Hallo,

    diese Stereocaulon beobachte ich bereits ca 12 Monate an ihren natürl. Standort.

    Abraumhalde ( Griffelschiefer ) eines ehemaligen Bruches auf 770 mNN.

    Dort wächst sie an der Kante eines Plateaus unbeschattet (Südostrichtung) fest auf Stein.

    Die wenigen vollentwickelten Lager haben eine Größe von 6x4 cm und 4 cm hoch.

    Apothecien sind und waren nicht vorhanden.

    Thallus: Podetien im oberen Bereich filzig, sonst kahl, zur Basis geschwärzt,

    K+ gelb, P + gelb,

    junge Podetien Ober/Unterseite deutlich unterscheidbar, filzig kaum Cephalodien ( 3 ).

    Phyllocladien tw. verflacht und fingerartig geteilt ( Bild 3 u. 5 ).


    Bin mehr bei saxatile wobei beide Arten kaum unterscheidbar sind .


    Eure Meinung wie immer spannend erwartend

    LG

    Ernst








    Hallo,

    Der letzte Fund dieser seltenen Flechte wurde ( lt. L. Meinunger ) 1992 für Thüringen registriert.

    Nun, 33 Jahre später Fund von P.leucophlebia in einem kühlen und feuchten Seitental des südlichen

    Thüringer Waldes auf 650 m NN.

    Eingebettet in Moos auf einer Quarzit Halde und in Gesellschaft von Peltigera praetextata leuchtete sie in

    knalligen Laubfroschgrün, ich glaube grüner geht’s nicht. Also schon extrem auffällige Flechte und heute eine große Seltenheit für die Mittelgebirge in Deutschland.

    Größe: 2x4cm, nach oben gedrehte wellige Ränder,


    LG

    Ernst