Servus beinand,
gestern, am 9.4.2026 habe ich bei einem Gassigang Tranzschelia pruni-spinosae mitgenommen. Die Art möchte ich hier kurz vorstellen. Sie kommt bei mir massenhaft am Gelben Buschwindröschen, Amenone ranunculoides vor, welches ebenfalls entlang der Windach und den Zuflüssen (z. B. am Hauser Bach) flächendeckend wächst – Bayern, Lkr. Landsberg am Lech, Nebenfluss der Ammer.
Hier das Ambiente mit Dackeldame Resi und viel Gelben Buschwindröschen am Hauser Bach.
So sieht das dann aus, wenn man näher hingeht.
Und hier sieht man schon ein betroffenes Blatt (unscharf, da wegen des verlängerten Blattstiels weiter oben, nicht mehr in der Schärfeebene). Das Foto ist von der Windach (ich war am Zusammenfluss des Hauser Bachs und der Windach beim Gassigehen, die Fotos sind nicht weit entfernt voneinander gemacht worden).
Hier sieht man klarer die befallenen Blätter (die, mit den hellen Pünktchen). Man erkennt den Befall im Stehen oder beim beiläufigen Entlangschlendern, denn die Blätter ragen meist aus dem Bestand hervor und sie sind gerne etwas deformiert und haben ein etwas blasseres Grün mit matterer Oberfläche.
Mit einer Lupe (oder dem Bino, wie hier) siehtn man dann, dass blattober- und (!) blattunterseits kleine, dunkle Spermogonien (Stadium 0) zu finden sind. Blattunterseits findet man dann auch die "weißen Flecken bzw. Beulen", die sich bei Reife Öffnen und dann bekränzte Gruben bilden – das sind die Aecien (Satdium I). Mit einer Präpariernadel kann man sehr leicht eine gelbe Sporenmasse aus diesen "Gruben" herausziehen. Mann muss also nicht einmal schneiden. Die Präparation ist denkbar einfach. Ich schaue mir aber gerne auch die Zellen an, die die Becherränder bilden, weshalb ich beides präpariere:
Oben Aecidiosporen – oben links und in der Mitte dieselben Sporen in zwei Schärfeebenen (um das Sporenornament zu zeigen), oben rechts eine weitere Aecidospore, die sehr schön die teils verdickte Wand zeigt (auch ein Merkmal von T. pruni-spinosae).
Unten: Becherrand aus fast farblosen, dickwandigen Zellen mit starkem Ornament an der Oberfläche.
Auch ohne Mikroskop ist die Art leicht zu erkennen, denn die Spermatogonien sieht man schon in der Lupe. Ochrospora ariae kann auch an Anemone ranunculoides vorkommen, hätte aber nur blattoberseits Spermatogonien. Puccinia singularis bildet keine Aecien aus. Zudem sind da die Blätter nicht so stark verändert.
Wer bei sich keine Gelben Buschwindröschen hat, wird natürlich auch den Parasiten nicht finden. Da bei mir lokal das Gelbe Buschwindröschen sehr häufig ist, ist auch die Tranzschelia sehr häufig. Bei mir ein Massenpilz. Bei euch sicher auch?!
Viel Spaß beim Suchen und Finden,
Christoph
