Peroneutypa scoparia?

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 249 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von BernhardM.

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, dass ihr mir bei der Bestimmung dieses Fundes helfen könnt. Ich denke, dass es sich dabei um Peroneutypa scoparia handeln könnte.


    Der schwarze Fruchtkörper ist an der Oberfläche ca. 0,5 mm groß und besteht aus 5 - 20 rundlichen Perithecien mit langen von einander weggebogenen Hälsen, welche aus dem Substrat hervorbrechen.



    Beim Substrat handelt es sich um einen toten Laubholzast. Ich vermute, dass es aufgrund des weißen, styroporartigen Marks in der Astmitte Hollunder (Sambucus) sein könnte.



    Die Asci sind keulenförmig, lang gestielt, dünnwandig, an der Spitze abgeflacht und 18.9-24.3 x 4.0-4.7 um groß. Reaktion am Apikalapparat auf Lugol konnte ich keine feststellen. Die Sporen sind allantoid, farblos, unseptiert und 4.3-5.0 x 1.2-1.6 um groß (Q = 2.9-3.5).


    Da die Art neu für mich ist, bin ich mir entsprechend unsicher und wäre euch für eine Bestätigung oder Korrektur sehr dankbar.


    Mit lieben Grüßen,

    Bernhard

  • Servus Bernhard,


    ich bin kein Kenner von Eutypella und verwandten Gattungen, aber wenn ich das mit der Literatur vergleiche, sieht das für mich gut aus. Im Prinzip ist es eine Eutypella mit ausgeprägten Hälsen (die offenbar noch länger auswachsen können) und noch kürzeren, noch keuligeren Asci. Die Art geht an diverses Substrat, also warum nicht auch an Holler?


    Hier ist ein Link zu einer Studie aus dem Iran: https://www.researchgate.net/p…1c1BhZ2UiOiJfZGlyZWN0In19


    Das Problem ist aber, dass die Gattung mehrere Arten enthält – siehe z. B.: https://mycokeys.pensoft.net/article/145312/


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    herzlichen Dank für die prompte Antwort und die verlinkte Publikation. Die Beschreibung darin bzgl. P. scoparia passt sehr gut zu meinem Fund.


    Ich selbst bin bei meiner Recherche auf eine Publikation von Shang et al. (2018) mit Schlüssel zur Gattung Peroneutypa gestoßen. Im Großen und Ganzen passt auch hier P. scoparia gut, aber ein paar Merkmale kann ich aufgrund der kleinen Strukturen mit meinem Mikroskop nur schwer feststellen. So erkenne ich z.B. keine Paraphysen und das macht eine sichere Abgrenzung schwierig.


    In der Österr. Mykologischen Datenbank finde ich zu dieser Gattung nur P. scoparia als einzige Art mit 127 dokumentierten Funden, davon 3 in Vorarlberg. In Deutschland (https://www.pilze-deutschland.de) scheint es ähnlich zu sein. Das ist zumindest ein starkes Indiz dafür, dass es wohl diese Art sein wird.


    Gruß,

    Bernhard