Beiträge von BernhardM

    Hallo zusammen,


    ich verwende für meine Feldnotizen die App Memento Database. Diese erlaubt die Konfiguration einer eigenen Datenbank durch das Zusammenstellen von Textfeldern, Auswahlfeldern, Foto, Datum, etc. So habe ich mir mein eigenes Template für Pilzfunde erstellt, bei dem ich für Substrat, Ökosystem und Begleitbaum die wichtigsten Einträge in einem Auswahlfeld aufgelistet habe. Für die bessere Zuordnung zu Hause verlinke ich den Fund mit einem Foto. Datum und Ort werden automatisch erfasst. So geht die Aufnahme eines Fundes im Feld recht flott.




    Ich verwende die freie Version und nur lokal am Smartphone. Zu Hause exportiere ich meine Funde als CSV-Datei auf den PC für die weitere Verarbeitung. Falls es jemand ausprobieren möchte, habe ich zum Starten mein Template an diesen Beitrag als ZIP-Datei angehängt. Diese einfach entpacken, die resultierende MLT2-Datei auf dem Smartphone ablegen und gegebenenfalls anpassen.


    Gruß,

    Bernhard

    Hallo zusammen,


    diesen Fund wollte ich mit euch teilen. Gerade weil mir dieses Forum bei der Bestimmung sehr geholfen hat - konkret ein Beitrag von Tricholomopsis zu dieser Art. Darauf gestoßen bin ich vor gut zwei Monaten bei der Recherche zu einem anderen Fund, der ebenfalls klein, schwarz, elegant und schön war. Bei jenem hatte es sich dann aber um Sclerococcum stygium gehandelt.


    Hier bin ich mir doch recht sicher, dass ich es mit Rhizodiscina lignyota (Schwarzes Holzscheibchen) zu tun habe. Gefunden habe ich diesen vor ein paar Tagen auf einem toten Laubholzhast im Mischwald mit Eichen und anderen Laubbäumen. Zur Bestimmung habe ich die von Christoph erwähnte Publikation von Yacharoen et al. (2015) verwendet. Mit den apothezialen Ascomata, dem an der Oberfläche wachsendem Apothecium, den Asci mit 8 oder weniger Sporen, den transversal einfach septierten Sporen ohne Anhängsel, welche kürzer als 15 um sind, lande ich bei der Gattung Rhizodiscina.


    Die weiteren Merkmale passen alle sehr gut zu R. lignyota. Die Apothecien sind bei mir ca. 0,5 mm groß und wachsen verstreut an der Oberfläche des Substrats.



    Der Rand ist leicht verdickt, gekerbt und ragt über das Hymenium empor.







    Laut Beschreibung sind die hyalinen Pseudoparaphysen septiert und an der Spitze leicht geschwollen. Die Ascosporen sind 9–14 x 4–5 um groß, unregelmäßig angeordnet, umgekehrt eiförmig (obovoid) bis länglich, die obere Zelle leicht geschwollen, im übrigen Teil schmaler, an den Enden abgerundet, an den Septen eingeschnürt, einfach septiert, braun, glattwandig. Ich messe bei mir 9.9-13.1 x 3.7-4.3 um (Q = 2.6-3.2, N = 27). Ich denke, das passt alles sehr gut zu meinem Fund.



    Für mich scheint das recht eindeutig zu sein. Sollte es aus eurer Sicht doch Zweifel geben, dann meldet euch bitte.


    Mit freundlichem Gruß,

    Bernhard

    Hallo Björn,


    herzlichen Dank für deine Antwort. Dann bin ich einmal gespannt, ob ich heuer auf Schilf doch noch etwas anderes finde als P. alnetorum :).


    Gruß,

    Bernhard

    Hallo zusammen,


    Anfang des Jahres gab es im Rahmen der Vortragsreihe der ÖMG einen sehr spannenden Vortrag von Stefan Zinke zum Thema Rostpilze. Dieser hat mich motiviert, mir die eine oder andere Pflanze etwas genauer anzusehen und bin dann recht bald auf Schilf tatsächlich fündig geworden. Der Fund stammt vom 13.02.2026 aus einem Auwald bei Gaißau nahe der Mündung des Alten Rheins in den Bodensee.



    Im Buch von Julia Kruse finde ich auf Schilf (Phragmites australis) als mögliche Kandidaten aus der Gattung Puccinia: P. phragmitis, P. graminis, P. magnusiana und P. alnetorum. Ich denke P. phragmitis und P. graminis kann man aufgrund der Form der Teleutosporen ausschließen. Bitte korrigiert mich, falls ich hier falsch liegen sollte.


    Bzgl. Unterscheidung der beiden verbleibenden Arten bin ich auf die Beschreibung von Ernst Gäumann gestoßen https://www.zobodat.at/pdf/Hedwigia_80_ ... 8-0140.pdf. Dieser hebt den Unterschied von P. alnetorum zu P. magnusiana (Schilf-Braunrost) wie folgt hervor: "Auch in der Gestalt weichen die Teleutosporen in ihrer Mehrzahl von denjenigen der Puccinia magnusiana ab. Ihr Scheitel ist meist verjüngt und läuft meist in einer rundlichen, zuweilen schiefen Spitze aus (Abb. 1); seltener ist er gerundet oder abgestutzt. Bei der Puccinia magnusiana ist er dagegen meistens gerundet oder abgestutzt und nur ausnahmsweise vorgezogen."


    Maße für die Teleutosporen werden von Gäumann für P. alnetorum mit 52.5 x 19.5 um (Q = 2.69) angegeben. Somit sind diese im Vergleich zu P. magnusiana (44.2 x 22.2 um, Q = 1.99) doch deutlich größer und schlanker.


    Ich messe bei meinem Exemplar eine Größe von 55.6-66.8 x 15.5-19.3 um (Q = 3.0-4.0). Das ist größer als die von Gäumann angegebenen Werte, aber laut Reinhard Berndt https://www.zobodat.at/pdf/Carolinea_57_0057-0064.pdf können die Teleutosporen von P. alnetorum sogar Längen von 70 um erreichen.


    Ich denke daher, dass es sich vor allem aufgrund der Form mit den meist verjüngten Scheiteln bei diesem Fund um P. alnetorum handelt. Was mich nun doch wundert sind die zwei folgenden Funde, bei denen es sich meiner Ansicht nach auch um die selbe Art handeln dürfte. Der erste der beiden stammt vom 28.02.2026 aus einem Auwald am Bodensee bei Bregenz. Die Sporen sind bei diesem (35.3) 46.2-53.4-61.5 (69.4) x (15.2) 15.7-18.3-20.7 (23.3) groß mit einem Q-Wert von 2.2-3.6. Die meisten Sporen sind am Scheitel verjüngt, aber es gibt hier auch einige mit stumpfem Scheitel.



    Der dritte Fund stammt von letztem Wochenende aus einem Auwald am Alten Rhein bei Hohenems. Die Sporen sind hier mit 41.4-56.7 x 17.2-22.8 um und einem Q-Wert von 1.9-3.3 etwas kürzer und breiter als bei den beiden zuvor. Viele Sporen sind auch hier am Scheitel verjüngt, aber es gibt auch hier einige mit stumpfem Scheitel.



    Kann es sich wirklich bei allen drei um P. alnetorum handeln oder übersehe ich etwas? Dann wäre die Art hier im Umkreis von etwa 20 km doch recht häufig. P. alnetorum führt einen Wirtswechsel auf Waldreben (Clematis) durch, welche an allen drei Fundorten auftreten sollten.


    Für eure Einschätzung wäre ich dankbar. Auch eine Aussage, dass eine sichere Bestimmung auf dieser Grundlage nicht möglich ist, würde mir schon helfen.


    Mit freundlichem Gruß,

    Bernhard

    Hallo Christoph,


    herzlichen Dank für die prompte Antwort und die verlinkte Publikation. Die Beschreibung darin bzgl. P. scoparia passt sehr gut zu meinem Fund.


    Ich selbst bin bei meiner Recherche auf eine Publikation von Shang et al. (2018) mit Schlüssel zur Gattung Peroneutypa gestoßen. Im Großen und Ganzen passt auch hier P. scoparia gut, aber ein paar Merkmale kann ich aufgrund der kleinen Strukturen mit meinem Mikroskop nur schwer feststellen. So erkenne ich z.B. keine Paraphysen und das macht eine sichere Abgrenzung schwierig.


    In der Österr. Mykologischen Datenbank finde ich zu dieser Gattung nur P. scoparia als einzige Art mit 127 dokumentierten Funden, davon 3 in Vorarlberg. In Deutschland (https://www.pilze-deutschland.de) scheint es ähnlich zu sein. Das ist zumindest ein starkes Indiz dafür, dass es wohl diese Art sein wird.


    Gruß,

    Bernhard

    Hallo zusammen,


    herzlichen Dank an alle für die nette Begrüßung hier im Forum.


    Tricholomopsis: Danke, Christoph. Wir sehen uns vermutlich schon zuvor am Salober. Anmeldung erfolgt gesammelt über Uschi. Die Exkursion letztes Jahr in Kaisers war ein super Erlebnis. Ich freue mich schon auf die Wiederholung in diesem Jahr.


    Gruß,

    Bernhard

    Hallo zusammen,


    ich hoffe, dass ihr mir bei der Bestimmung dieses Fundes helfen könnt. Ich denke, dass es sich dabei um Peroneutypa scoparia handeln könnte.


    Der schwarze Fruchtkörper ist an der Oberfläche ca. 0,5 mm groß und besteht aus 5 - 20 rundlichen Perithecien mit langen von einander weggebogenen Hälsen, welche aus dem Substrat hervorbrechen.



    Beim Substrat handelt es sich um einen toten Laubholzast. Ich vermute, dass es aufgrund des weißen, styroporartigen Marks in der Astmitte Hollunder (Sambucus) sein könnte.



    Die Asci sind keulenförmig, lang gestielt, dünnwandig, an der Spitze abgeflacht und 18.9-24.3 x 4.0-4.7 um groß. Reaktion am Apikalapparat auf Lugol konnte ich keine feststellen. Die Sporen sind allantoid, farblos, unseptiert und 4.3-5.0 x 1.2-1.6 um groß (Q = 2.9-3.5).


    Da die Art neu für mich ist, bin ich mir entsprechend unsicher und wäre euch für eine Bestätigung oder Korrektur sehr dankbar.


    Mit lieben Grüßen,

    Bernhard

    Hallo zusammen,


    ich heiße Bernhard und lebe in Dornbirn im Westen Österreichs. Vor ein paar Jahren absolvierte ich einen eintägigen Einsteigerkurs im lokalen Naturkundemuseum und verbringe seither regelmäßig Zeit in den umliegenden Wäldern auf der Suche nach allen möglichen Pilzarten. Zuerst lag mein Fokus vor allem auf den Speisepilzen, aber ich erkannte bald, dass unsere Funga daneben noch allerhand Spannendes zu bieten hat. Nach dem Einstieg in die Mikroskopie und einer steilen Lernkurve unterstützt von den Kollegen im Pilzverein getraue ich mich mittlerweile auch schon den einen oder anderen Schlauchpilz zu bestimmen.


    Ich verbringe gerne Zeit auf der Suche nach Pilzen in der Natur - bin dabei auch nicht wählerisch :) - und auch mit der darauffolgenden Bestimmung zu Hause. Besonders freut es mich, wenn ich dann das „Rätsel“ richtig gelöst habe und gerade bei einer seltenen Art durch die Dokumentation in der Österreichischen Mykologischen Datenbank als Laie einen kleinen Beitrag zur Biodiversitätsforschung leisten kann.


    Liebe Grüße,

    Bernhard