Restliche Ausbeute 2025

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 617 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Clavaria.

  • Hallo zusammen


    Der Spätherbst war hier pilztechnisch eher dürftig, und ich hatte beruflich viel zu wenig Zeit. Aber ein paar spannende Sachen gab es doch noch.


    Zunächst einige Sachen aus meinem "Hauswald" bei Pinus auf Kalk:


    1:

    Cortinarius caesiocanescens




    2:

    Ein Rötling auf einer Waldwiese, vermutlich ist es Entoloma clandestinum.


    Sporen heterodiametrisch mit abgerundeten Ecken. Schnallen vorhanden, keine Cheilozystiden.


    HDS inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.


    Kaulozystiden sehr zahlreich, kopfig



    3:

    Dieser kitische rosa Rötling muss noch sequenziert werden. Es könnte Entoloma ritae sein.


    Vollständige Doku hier: hier



    Eine Woche später, im gleichen Habitat:


    4:

    Entoloma atrocoeruleum


    Sporen heterodiametrisch mit deutlichen Ecken


    HDS trichodermal mit granulärem Pigment



    5:

    Mal wieder eine Rhodocybe aus dem caelata-Aggregat. Die Gruppe wartet auf eine gründliche Überarbeitung, Bestimmungsversuche sind eher ein Glücksspiel.


    Die Sporen sind nur angedeutet knotig


    Pseudozystiden in KOH


    Die Zystiden sind sehr stark dextrinoid, fast schwarz in Melzer.


    Stiel mit zahlreichen Haaren.



    6:

    Das hier hielt ich am Standort für Mycena pseudopicta, die Art ist recht verbreitet in der Gegend.
    Die hat aber zweisporige Basidien, hier waren sie fast alle viersporig. Ich komme kaum an Mycena concolor vorbei, nur das Habitat passt nicht.


    Sporen meist wenig hilfreich bei Mycena


    Cheilozystiden mit fingerförmigen Auswüchsen


    HDS und Stielhyphen mit Auswüchsen.



    Dann noch ein paar Sachen aus einem grösseren Kiefernwald am Sonnenhang, wo man nur nach viel Regen etwas findet.


    7:

    Entoloma leptopus


    Sporen eher klein und abgerundet


    Schneide steril, voll mti zylindrischen Cheilozystiden

    HDS stellenweise inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.



    8:

    Ein problematischer Trichterling, wichtig scheint der punktierte Stiel zu sein. Ich halte es für Spodocybe font-queri.


    Die Sporen sind schlank und mehr oder weniger zylindrisch.


    HDS zumindest in der Mitte fast trichodermal.



    Zum Abschluss noch was vom Dung.

    9:

    Poronia punctata gab es in Unmengen auf Pferdedung.


    Sporen etwa 22-25 x 13-15 µm.


    Gruss Raphael

  • Hallo Björn


    Ich habe da hin und her geschwankt, fand aber dass es mit diesen Massen etwas zu klein für P. erici wäre (es gab wirklich nichts, was länger als 26 µm war).

    Ausschliessen kann ich es aber auch nicht. Habe ihn schon für eine Sequenzierung vorgemerkt, schon nur weil die Art hier selten gemeldet wird.


    Gruss Raphael

  • Hallo zusammen


    Hier noch ein paar Sequenzierungs-Resultate:


    Nr. 3 ist offenbar ein gewöhnliches Entoloma sericellum, das normalerweise reinweiss ist.

    Wiedermal: Bei Rötlingen nicht gross auf die Farbe achten.


    Nr. 4 ist dann doch Entoloma coracis, die Art ist dort häufig, aber normalerweise irgendwie anders.


    Nr. 5 - bei der Gruppe um Rhodocybe caelata hilft die Sequenzierung nicht, weil es keine Typussequenz gibt.

    Da hilft im Moment nur Sequenzen sammeln.


    Bei Nr. 6 sprach schon das Habitat gegen Mycena concolor.

    Es ist aber auch nicht M. pseudopicta, sondern eine namenlose Art, die unter dem provisorischen Namen Mycena concae in der Genbank herumgeistert (OR050800).


    Nr. 8: Bei Spodocybe kommt man per Sequenzierung auch nicht weiter.

    Es ist aber das gleiche wie hier: Trichterlings-Eldorado (Nr. 7).

    Letzterer Standort wurde durch eine Überschwemmung ausgelöscht, weshalb ich dem Pilz den provisorischen Namen "Spodocybe extincta" gegeben hatte.

    Der passt nicht mehr, jetzt wo ich einen anderen Standort habe. Was es nun in Wahrheit ist: Keine Ahnung.


    Nr. 9: Björn hatte recht, es ist vermutlich doch Poronia erici.

    Es entpricht genetisch genau der in der "Cryptogamica Helvetica" gezeigten Kollektion von P. erici.

    Allerdings ist das der einzige glaubwürdige Treffer, und eine Typussequenz gibt es nicht.


    LG Raphael