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letzter Beitrag von Beorn am

Porotheleum?

  • Hallo zusammen,


    neulich in einem sickerfeuchten Laubmischwald mit Eichen auf einem am Boden liegenden Eichenast. Porotheleum (meine Vermutung) kenne ich irgendwie anders, blasser, und vor allem mit deutlicherem scyphelloiden Hymenium. Das hier sieht zu gleichmäßig aus (obwohl die Dissepimente recht dick sind). Der Belag war dünn und leicht vom Substrat ablösbar. Die Sporen sind für P. fimbriatum zu lang (im Duchschnitt 1 µm länger als in der Literatur (Ryvarden). Mikrokurzbeschreibung: Basidien 4-sporig, Hyphen mit Schnallen, so eine Art Gloezystiden und schmale Zystiden (oder Zystidiolen) sichtbar. Hyphenstruktur mindesten dimitisch (mit skelettoiden Hyphen).

    Was meint Ihr?

    Sporen[95% • 27 • SAP • v • H2O(nat) ] = 5 - 5,8 - 6,5(6,9) x 3 - 3,4 - 3,9 µm; Q = 1,4 - 2


    Grüßle

    Jürgen

  • Hallo, Jürgen!


    Ich finde, das passt makroskopisch eigentlich sehr gut. Die Poren fließen im Alter mehr und mehr zusammen, so daß aus den initialen "Becherchen" oder "Kügelchen" bald ein regelrecht zusammenhängend poroides Hymenophor gebildet wird. Farblich passt das dann auch sehr gut, denn die werden im Alter gerne auch mal irgendwie "bunt" zwischen gelbocker und violettgrau.

    Poren bei altem Fruchtkörper:



    Übergänge:


    Farbspiele:





    Die Sporen sind am oberen Rand, aber das mag wohl noch in Ordnung gehen. Jedenfalls dürfte es schwer werden, weitere dimitische, resupinate Porlinge mit solchen Rhizomorphen und so einer Porenform zu finden. Anomoloma myceliosa könnte noch ähnlcih aussehen, hätte aber noch kleinere (und vor allem amyloide!) Sporen und keine Skeletthyphen.


    Zystiden werden das vermutlich nicht sein, die Basidiolen können recht variabel geformt sein, teils dann wohl auch als Zystidiolen entwickelt werden.


    Ich denke, bei deinem Fund wird nichts anderes raus kommen. :thumbup:



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    herzlichen Dank fürs Reinschauen und Deine tollen Vergleichsbilder! Dass die Art auch so farbenfroh daherkommen kann, wusste ich nicht, aber Du hast Recht, es kommt eigentlich nichts anderes in Frage ... vielleicht könnte man hier eine eigene Art daraus machen; das Buntfarbige Großsporbecherstroma *g*


    mit besten Grüßen

    Jürgen

  • Hallo, Jürgen!


    Da müsste man nur mal einen Fruchtkörper einsammeln, wo in der ITS zwei oder drei Wechselstaben verbuchselt sind. Schon hat man eine eigene Art. Abgrenzungstechnisch (morphologisch) wird's dann aber reichlich diffus.

    Die Bilder oben stammen zwar von zwei Kollektionen, eine gewisse Verfärbung gab's bei beiden, die auf den Bildern 1,3 & 4 war halt etwas älter. Von der habe ich leider keine Sporenbilder (aber ein Exsikkat).
    Bei der jüngeren (Bild 2) deuteten sich die Farbspiele nur an:




    Das scheint also wirklich entwicklungsabhängig zu sein. Zumal bei dieser jüngeren Kollektion die Sporen dann schon wieder im Rahmen sind:


    Einige Ausreißer bis 6µm waren da aber auch schon dabei.


    Ich bin aber eigentlich ziemlich sicher, daß wie da erstmal kein weiteres Splitting zu befürchten haben.
    Und wenn, würden sich so gut dokumentierte Kollektionen wie von dir nachher auch noch irgendwie zuordnen lassen, denke ich.



    LG, Pablo.

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